Tennis
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Am Ende muss die von Krämpfen geplagte Kiki Bertens mit dem Rollstuhl vom Platz gebracht werden. bild: screenshot eurosport

Was für ein Tennis-Drama! Bertens gewinnt Breakfestival mit Tränen, Flüchen und Rollstuhl



Das war definitiv eines der verrücktesten French-Open-Matches der Geschichte! Als Kiki Bertens nach ihrem hart erkämpften Sieg gegen Sara Errani zu Boden ging, hätte man meinen können, dass sie gerade das Turnier gewonnen und damit den grössten Triumph ihrer Karriere errungen hatte. Doch die Niederländerin hatte «nur» ihr Zweitrundenmatch gewonnen.

Dieses war an Drama allerdings kaum zu überbieten. Insgesamt gab es in 37 Aufschlagspielen 24 (!) Breaks, am Ende gewann Bertens nach 3:11 Stunden mit 7:6 (7:5), 3:6, 9:7 gegen die italienische French-Open-Finalistin von 2012. Zum sportlichen Drama gesellten sich ein handfester Streit und ein denkwürdiger Abgang. Aber alles der Reihe nach ...

Die zahlreichen Breaks von Errani kamen vor allem zustande, weil die Italienerin massive Probleme mit dem Ballwurf hatte. Dadurch kassierte sie mehrere Strafen wegen Zeitüberschreitung, weshalb sie fast immer über den zweiten Aufschlag gehen musste. Diesen führte sie dann immer wieder von unten aus.

abspielen

Einer der zahlreichen «Uneufe»-Aufschläge von Errani. Video: streamable

Richtig dramatisch wurde es dann aber erst im dritten Durchgang: Bertens zog sich eine Oberschenkelverletzung zu, musste sich lange behandeln lassen und konnte danach trotzdem kaum noch laufen. Auf Erranis Break zum 3:2 folgten deshalb ganze zehn Breaks in Folge.

Beim Stand von 6:5 im dritten Satz kam Errani schliesslich zu einem Matchball, bekam wegen Zeitüberschreitung aber eine Verwarnung, worauf sie den Matchball nicht nutzen konnte. Kurze Zeit später gelang Bertens der Spielgewinn zum 8:7. Errani drehte zwar noch einmal ein 0:40, Bertens verwandelte wenig später aber ihren fünften Matchball.

abspielen

Der Matchball und der schnelle Abgang von Errani. Video: streamable

Errani rieb sich an der schwierigen Situation auf und war schliesslich zwischendurch derart genervt, dass sie Bertens, die sich immer wieder mit schmerzverzerrtem Gesicht auf ihren Schläger stützte, in der Schlussphase imitierte und so lächerlich machte.

abspielen

Errani äfft Bertens nach. Video: streamable

Nach dem Matchball folgte der endgültige Höhepunkt des Zwists: Zunächst verweigerte Errani ihrer Gegnerin den Schläger-Schlag und stürmte mit dem italienischen Schimpfwort «Vaffanculo» vom Platz. Immerhin konnte die Italienerin noch selbst gehen: Bertens musste von Krämpfen geplagt im Rollstuhl vom Platz gebracht werden.

abspielen

Bertens wird im Rollstuhl davongefahren. Video: streamable

Auf der Pressekonferenz attackierte Errani ihre niederländische Konkurrentin erneut, da sie nicht daran glaubte, dass diese wirklich verletzt gewesen sei. «Sie ist gerannt wie nie zuvor. Sie hat mich wütend gemacht. Hat sie super gemacht», wütete die Italienerin und fügte an: «Ich mag es nicht, wenn jemand mit mir ‹spielt›. Sie hat den Court auf einem Rollstuhl verlassen und jetzt isst sie im Restaurant, so als ob alles gut wäre, ich habe sie gerade gesehen.» (pre)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Die Tennisspielerinnen mit den meisten Grand-Slam-Siegen – seit Beginn der Open Era

Junge will wissen, von wo Roger den Spitznamen «The GOAT» hat

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

7 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Andij
30.09.2020 18:32registriert June 2018
Grausam schlechtes Niveau, muss einfach mal gesagt werden
769
Melden
Zum Kommentar
Shikoba
30.09.2020 17:59registriert June 2018
Schlechte Verliererin? 🤷‍♀️
7920
Melden
Zum Kommentar
7

Unvergessen

Nach Federers Gegensmash schmeisst Roddick frustriert sein Racket weg

25. Oktober 2002: Roger Federer gelingt in Basel im Viertelfinal gegen Andy Roddick einer der schönsten Schläge seiner Karriere. Beim Amerikaner sitzt der Frust nach dem Gegensmash tief.

An Roger Federer wird Andy Roddick wohl nie gute Erinnerungen haben. Zu oft steht ihm der 19-fache Grand-Slam-Sieger vor der Sonne. Nur drei Mal kann «A-Rod» den Schweizer Tennis-Maestro schlagen, 21 Mal muss Roddick als Verlierer vom Platz. Einmal im US-Open-Final und sogar dreimal im Endspiel von Wimbledon.

Auch bei Federers Heimturnier in Basel setzt es für Roddick in vier Spielen vier Pleiten ab. Ans erste Duell im Jahr 2001 kann sich der Aufschlagspezialist kaum mehr erinnern. «Von all …

Artikel lesen
Link zum Artikel