Romandie
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Eltern wegen Misshandlung und Tötung von Baby in Lausanne vor Gericht



Ein Vater und eine Mutter haben sich am Dienstag vor dem Bezirksstrafgericht Lausanne wegen der Tötung ihres elf Monate alten Sohnes verantworten müssen. Ihnen wird vorgeworfen, ihr Baby mehrere Wochen lang bis zu seinem Tod an einem Schütteltrauma misshandelt zu haben.

Der Vater bestritt bei der Gerichtsverhandlung die Tat kategorisch ab. Die Verletzungen, die der Säugling in seinen ersten Lebensmonaten erlitt - Schläge, ausgerissene Haare, abgerissene Fingernägel, gebrochene Arme - stammten nicht von ihm, sagte er. Ebenso behauptete er, seinen Sohn am 16. Januar 2017, vier Tage bevor dieser im Spital starb, nicht geschüttelt zu haben.

«Ich habe dem Kind nie etwas angetan», sagte der 35-jährige Kongolese. Der Gerichtspräsident sagte dem Angeklagten, dass «alles gegen ihn spreche». Der Angeschuldigte wich jedoch nicht von seiner Verteidigungslinie ab, auch wenn er sich teilweise in schwammigen Erklärungen verlor.

Keine Emotionen

Mit lauter Stimme und völlig emotionslos vertrat der Angeklagte seine Ansicht, dass die medizinischen Experten bei ihren Untersuchungen der Verletzungen seines Sohnes nicht «weit genug» gegangen seien. «Warum sollten wir Ihnen glauben und nicht einer Armada von Experten», antwortete der Gerichtspräsident, ohne eine klare Antwort zu erhalten.

Der Angeklagte, ein ehemaliger Pflegeassistent, wird auch beschuldigt, im Mai 2018 einer 90-jährigen Bewohnerin eines Altersheims bei einer Dusche lebensgefährliche Verbrennungen zugefügt zu haben. Wie bei seinem Baby bestritt er die Anschuldigungen und gab eine Reihe wirrer Erklärungen ab.

Sein Verhalten verärgerte den Gerichtspräsidenten: «Haben Sie nicht den Eindruck, dass Sie uns nur Unsinn erzählen?», sagte er ihm.

Seine während des Dramas abwesende Ex-Freundin, ebenfalls kongolesische Staatsbürgerin, zeigte sich vom Tod ihres Sohnes betroffen. Unter Tränen sagte sie, sie fühle «einen grossen Verlust».

Sie sagte vor Gericht aus, dass sie nie an Misshandlungen des Kindes beteiligt gewesen sei und sich ein solches Verhalten des Vaters nie hätte vorstellen können. Obwohl sie selbst vier Mal von diesem Mann geschlagen worden sei, habe sie Vertrauen in ihren Partner gehabt. Erst nach dem Tod des Kleinkindes hätte sie bemerkt, dass es anders sei.

Pornografie und Gewalt

Der Gerichtspräsident erhob gegen die Frau zudem scharfe Vorwürfe wegen Videos, die sexuelle und gewalttätige Handlungen an Kindern zeigen. «Sie erhalten und leiten abscheuliche Videos, als wären sie eine Postkarte vom Matterhorn. Das deutet darauf hin, dass Sie nicht viel darüber nachdenken», sagte er. Die Kongolesin hatte diese auf WhatsApp empfangen.

Der Vater wird wegen der ihm zu Last gelegten Taten wegen Mordes angeklagt, während die Mutter wegen fahrlässiger Tötung angeklagt wird. Beide werden auch wegen schwerer Körperverletzung, qualifizierter einfacher Körperverletzung und Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht der Prozess gemacht. Die Mutter muss sich auch wegen Pornografie- und Gewaltdarstellungen vor der Justiz verantworten. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

8
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Demetria 04.06.2020 02:56
    Highlight Highlight Hoffentlich merkt die Öffentlichkeit langsam, dass der Mythos dass Eltern nur das Beste für Kinder wollen nie mehr als eine bequeme Lüge war, damit man nicht hinsehen muss und nachts besser schläft "weil ja nichts passiert ist". Kindsmisshandlung existiert und es ist zu hoffen dass wir nun endlich eine öffentliche Debatte führen wie man solche Fälle besser verhindert. Cluster Bs existieren und sie haben auch Kinder. Vorallem soll man endlich aufhören mit dem Finger auf Kinder zu zeigen die nicht mehr mit ihren Eltern reden, sondern sich mal fragen, was für Schandtaten da wohl begangen wurden.
  • Frausowieso 03.06.2020 09:49
    Highlight Highlight Sie hat also nicht bemerkt, dass dem Baby Haare und Fingernägel ausgerissen und die Arme mehrfach gebrochen wurden? Als Mutter bemerkt man jeden Kratzer und Mückenstich am Kind. Es ist absolut unmöglich, dass man so drastische Verletzungen nicht bemerkt.
  • Name_nicht_relevant 03.06.2020 07:35
    Highlight Highlight Ich habe null Mitleid mit diesen Möchtegern Eltern, ich hoffe das Karma wir dafür Sorgen das Sie nie wieder Kinder kriegen. Wie kann man nur so Unmenschlich sein?!
  • Blubber 03.06.2020 07:31
    Highlight Highlight Abartig.
  • DrDeath 02.06.2020 23:44
    Highlight Highlight Na da haben sich ja anscheinend zwei gefunden! Was ich nicht verstehe, wenn der Mann schon einen Fall von verletzter Sorgfalts- und Fürsorgepflicht stehen hatte, warum hat man da nicht vorher genauer hingeschaut? Ein Kind mit bestimmten Verletzungen ruft doch sonst sofort Misstrauen hervor. War das Kind mit einem gebrochenen Arm denn nicht im Spital? Wenn die beiden einbruchssicher untergebracht sind, sollte unbedingt untersucht werden, ob mit mehr Sorgfalt bei Behörden und Spitälern das Kind hätte gerettet werden können.
  • tantemagda 02.06.2020 21:15
    Highlight Highlight Das erinnert mich an „The trials of gabriel fernandez“ von Netflix. Unglaublich schlimm, aber sehenswert, da es einem die Augen für eine Welt öffnet, die man normalerweise verdrängt.

    Das ist das Schlimmste, von dem ich je gehört habe.

    Dass ein Mensch seine eigenen Kinder so behandeln kann, ist unbeschreiblich tragisch.
  • Rikku 02.06.2020 19:04
    Highlight Highlight Ich lese das, während ich mein Baby in meinem Bauch spüre, wie es sich bewegt.
    Ich verstehe nicht, wie man einem hilflosen kleinen Wesen sowas antun kann. Das macht mich wütend, aber vor allem traurig. Weil dieses Baby nicht erfahren durfte, was Mutter- und Vaterliebe ist. Wie es ist, die Nähe und Geborgenheit zu erleben, die Babys so dringend brauchen wie Nahrung. Weil diejenigen, die es mehr als jeder andere Mensch auf dieser Welt beschützen sollten, ihm so viel Gewalt und Leid angetan haben. Ich verstehe es einfach nicht.
    Ich hoffe die kleine Seele darf irgendwann erfahren, was Liebe ist...
  • Ichweissmeinennamennichtmehr 02.06.2020 16:41
    Highlight Highlight Ich könnte Kotzen!

Schweizer vergewaltigt und prostituiert Kinder in Thailand – 16 Jahre Gefängnis

Das Bundesgericht hat die Beschwerde eines heute 76-Jährigen abgewiesen, der wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und wegen Menschenhandels zu einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren verurteilt wurde. Der Mann hatte in Thailand fast zehn Jahre lang Knaben sexuell ausgebeutet.

Der Verurteilte hatte von März 2003 bis 2012 unzählige pornographische Fotos von Knaben im Alter von 5 bis 16 Jahren gemacht. Er missbrauchte Kinder sexuell und nötigte sie, sich in seiner Bar in Pattaya zu prostituieren.

Der …

Artikel lesen
Link zum Artikel