USA
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this Feb. 24, 2020, file photo, former NBA player Michael Jordan reacts while speaking during a celebration of life for Kobe Bryant and his daughter Gianna in Los Angeles. Jordan is

Michael Jordan tut, was er während seiner Aktiv-Karriere nie gemacht hat: Er äussert sich politisch. Bild: keystone

Michael Jordan nach Tod von George Floyd: «Ich bin zutiefst traurig und einfach wütend»



Basketball-Legende Michael Jordan hat nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem Polizeieinsatz seinen Ärger zum Ausdruck gebracht. «Ich bin zutiefst traurig, wirklich schmerzerfüllt und einfach nur wütend», sagte der sechsfache NBA-Champion und Besitzer der Charlotte Hornets in einem Statement. «Ich stehe zu denen, die auf den tief verwurzelten Rassismus und die Gewalt gegen farbige Menschen in unserem Land aufmerksam machen. Wir müssen einander zuhören, Mitgefühl und Empathie zeigen und dürfen niemals der sinnlosen Brutalität den Rücken kehren.»

Jordan hatte sich während seiner aktiven Zeit politisch meist zurückgehalten – und war dafür oft kritisiert worden.

Floyd war am vergangenen Montag in Minneapolis zu Tode gekommen, weil ihm ein weisser Polizist während 8:46 Minuten sein Knie in den Nacken gedrückt hatte. Die Bitten des Afroamerikaners, ihn atmen zu lassen, ignorierte er. Der Polizist wurde am Freitag wegen Mordes dritten Grades und Totschlags zweiten Grades angeklagt. Die Tat löste Proteste in vielen US-Städten aus, wobei es zu schweren Krawallen kam.

Jordan reiht sich mit seiner Kritik ein in die Vielzahl von prominenten (früheren) Sportlern in den Vereinigten Staaten, die seit Bekanntwerden des Vorfalls am vergangenen Montag ihre Wut und ihre Sorge öffentlich gemacht haben. Schon sehr früh waren die Basketball-Grössen Stephen Curry und LeBron James in den sozialen Netzwerken aktiv.

Hamilton fühlt sich im Stich gelassen

Auch der sechsfache Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton bezog in der Diskussion um Rassismus sowie Polizeigewalt in den USA deutlich Position und kritisierte auch die Motorsport-Königsklasse. Der 35-jährige Brite, der es als erster dunkelhäutiger Pilot in die Formel 1 geschafft hat, schrieb in einer Instagram-Story: «Ich sehe diejenigen von euch, die still bleiben, einige von euch sind die grössten Stars und bleiben noch still mitten in dieser Ungerechtigkeit. Nicht ein Zeichen von irgendjemandem in meiner Industrie, die natürlich ein von Weissen dominierter Sport ist. Ich bin einer von wenigen Menschen mit Farbe dort und stehe noch allein.»

FILE - In this Nov. 3, 2019, file photo, Mercedes driver Lewis Hamilton, of Britain, speaks during a news conference following the Formula One U.S. Grand Prix auto race at the Circuit of the Americas, Sunday,, in Austin, Texas. Driving around Formula One tracks without fans cheering loudly at Silverstone and Monza would literally feel â??very emptyâ? for world champion Lewis Hamilton. The first 10 races this season have been postponed or canceled amid the coronavirus pandemic, and if F1 does start this summer no fans can watch. (AP Photo/Chuck Burton, File)

Lewis Hamilton ist entsetzt über seine stumme Formel-1-Kollegen. Bild: AP

Er stehe nicht auf der Seite derer, die plündern und Gebäude anzünden würden, aber auf der Seite derer, die friedlich protestieren würden. «Es kann keinen Frieden geben, bis die so genannten Führer es ändern», schrieb Hamilton. Es sei nicht nur Amerika, es sei Grossbritannien, es sei Spanien, es sei Italien und überall. Es müsse sich ändern, wie Minderheiten behandelt würden. «Wir werden nicht mit Rassismus und Hass in unseren Herzen geboren, es wird gelehrt, von denen, zu denen wir aufschauen», schrieb Hamilton. (pre/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Proteste in Minneapolis

Dieses Video zeigt die Ausschreitungen in den Strassen von Minneapolis

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

11
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Basti Spiesser 01.06.2020 16:17
    Highlight Highlight So geht es vielen Schwarzen im Moment. Bewegende Worte eines schwarzen Staatrats aus Cincinatti.

    https://twitter.com/mareq16/status/1267151859388727296?s=21
  • landre 01.06.2020 15:05
    Highlight Highlight So wie viele andere Promis die sich in diesen Tagen opportunistisch profilieren wollen, ist auch er total unglaubwürdig.
  • Pumba 01.06.2020 14:00
    Highlight Highlight Der Witz des Ganzen: Als Kaepernick genau dieses gesellschaftliche Problem mit seinem Protest thematisierte und damit seine Karriere opferte, meldete sich praktisch kein einziger dieser Leute zu Wort um ihn zu verteidigen. Den Rest der Geschichte kennen wir. Promis kümmern sich primär um ihr eigenes Wohl und auch jetzt melden sie sich nur um Publicity zu kriegen..
  • Randy Orton 01.06.2020 13:33
    Highlight Highlight Michael Jordan? Derselbe, der sagte „republicans buy sneakers too“ und sich deshalb in den 90ern nicht gegen einen rassistischen Senatoren aus North Carolina aussprechen wollte und nicht den Gegenkandidaten, einen Schwarzen, zu unterstützen? Jordan ist ein Profiteur, war er und wird er bleiben.
    • Mbokani 01.06.2020 17:56
      Highlight Highlight Da hast du leider recht.
  • Glenn Quagmire 01.06.2020 12:42
    Highlight Highlight Wann werden wir endlich soweit sein, dass die Hautfarbe so unwichtig wie die Augen- oder Haarfarbe eines Menschen sein wird?

    wie der andere GOAT mit den Initialen MJ sang: It don't matter if you're black or white
    • swisskiss 01.06.2020 13:16
      Highlight Highlight Glenn Quagmire: Fangen wir doch zuerst mit etwas Einfacherem an. Wenn Männer Frauen als gleichwertig betrachten, ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zur Gleichheit aller Menschen.
    • Pümpernüssler 01.06.2020 18:54
      Highlight Highlight Du kennst Ginger? Da spielt die Haarfarbe definitiv eine wichtige Rolle. Hass gegen Minderheiten wird es immer geben. Fängt ja schon auf dem Spielplatz an. Da werden einfach die Schwächsten gehänselt.
    • Pümpernüssler 01.06.2020 18:59
      Highlight Highlight @swisskiss tun die frauen ja auch nicht. 🤷‍♂️
  • fools garden 01.06.2020 12:36
    Highlight Highlight der letzte Satz von Hamilton sagt alles.

    Wir werden nicht mit Rassismus und Hass geboren.
  • MaPhiA 01.06.2020 11:53
    Highlight Highlight es ist richtig, dass sie auf die strasse gehen um zu protestieren... aber es ist nicht richtig, gewalt mit gegengewalt zu ''bekämpfen''... ich wüsste jedoch nicht, ob ich mich nicht auch dazu hinreissen lassen würde, vor allem wenn man voller lauter 'ohnmacht' über das geschehene steckt...

Oberstes US-Gericht ebnet Weg für Wiederaufnahme von Hinrichtungen

Das Oberste Gericht der USA hat den Weg zur Wiederaufnahme von Hinrichtungen auf Bundesebene geebnet. Damit könnten nach etwa 17 Jahren bald wieder Todesurteile vom Bund vollstreckt werden. Die Richter entschieden am Montag mehrheitlich, dass über die von der Trump-Regierung geänderten Regularien für die angestrebte Wiederaufnahme nicht verhandelt wird.

Während viele US-Bundesstaaten die Todesstrafe vollstrecken, hat es auf Bundesebene seit 2003, also etwa 17 Jahren, keine Hinrichtung mehr …

Artikel lesen
Link zum Artikel