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Emma Amour

«Ich tue ALLES und finde doch keine Freundin …»



Liebe Emma,

ich bin seit über 10 Jahren Single. Ich versuche ALLES, um Frauen kennenzulernen. Ich bin auf Tinder, war beim Speed-Dating, an Anlässen für Singles, hab Tanzkurse besucht und halte am Arbeitsplatz und im Kollegenkreis die Augen offen.

So schaffe ich es pro Monat auf rund ein Blinddate. Die Frauen, die mich interessieren, frage ich um weitere Dates, aber früher oder später sagen sie mir, dass sie nicht interessiert sind.

Ich meine, ich hätte Frauen einiges zu bieten: Ich möchte sie wirklich kennenlernen, führe gerne persönliche Gespräche, verwöhne sie, habe Ideen für die Freizeit, mir wurde schon Humor nachgesagt, ich sehe nicht unterdurchschnittlich aus, bin schlank, habe einen guten Job.

An eine Frau, die ich vor zwei Jahren kennengelernt habe und mit der ich über ein Jahr verteilt etwa 10 Dates hatte (die für mich sehr intensiv und vielversprechend waren, für sie aber von Anfang an nichts Ernstes bedeuteten), denke ich jetzt noch jeden Tag.

Aus meinem Umfeld bekomme ich gut gemeinte Ratschläge: Wenn ich weniger frustriert wäre, würde ich auf Frauen anziehender wirken. Die Frustration kam aber jeweils erst mit der Zeit und fusst auf meiner realen Situation, ich kann sie schlecht wegdenken.

Der andere Ratschlag ist, ich solle zurückhaltender sein, weniger Interesse zeigen, selten zurückschreiben. Auch das fällt mir schwer und ich fände es schade, solche Spielchen zu spielen.

Ich könnte mich auch einfach zurücklehnen und warten, bis ich zufällig in eine Beziehung stolpere, aber ich befürchte langsam, dass ich immer allein bleiben werde.

Siehst du aus der Distanz, was ich hier falsch mache?

Beste Grüsse,
Silvan

Lieber Silvan,

lass mich dir husch etwas Persönliches erzählen. Neulich fuhr ich mit meinem Velo den Fluss entlang. Weit und breit war ausser mir kein Mensch da. Wie mir da so der enorm kalte Wind um die Ohren wehte, war da plötzlich dieses Gefühl, dass ich wohl für immer und ewig alleine sein werde.

Das hat mich gestresst. War ich doch sicher, dass ich eine Menge mache, um Männer kennenzulernen. Auch bin ich mir sicher, dass ich bereit bin für den ganz grossen Liebesknall.

Bevor ich aber ganz in die Selbstmitleid- und Panik-Schiene geraten konnte, fiel mir ein, dass das Ding mit der Liebe alles andere als simpel ist. Die Liebe klopft leider nicht täglich an die Tür. Im Gegenteil: Sich verlieben ist ein massiver Prozess.

Da müssen sich zwei Menschen finden. Sie müssen beide Single sein. Sie müssen sich beide gut finden. Sie müssen sich riechen können. Die Hobbys und Grundwerte müssen passen. You name it.

Ich erzähle dir das, weil ich aus deinen Zeilen eben genau dieses Gefühl lese, das ich neulich selber fühlte. Ich bin sehr sicher, dass es uns Singles allen mal so geht. Dass wir Schiss haben, alleine zu enden. Dass da nie jemand kommen wird, der uns will.

Lieber Silvan, das ist Chabis. Die Liebe existiert. Davon bin ich sehr überzeugt. Genau wie davon, dass wir sie nicht auf biegen und brechen suchen müssen, die Liebe findet uns. Wir werden nie rausfinden wann. Und wieso genau dann. Aber sie wird.

Das Einzige, das wir bis dahin machen können, ist atmen. Vertrauen. Bei uns bleiben. Wenn ich deinen Text lese, kann ich durchaus eine Bitterkeit erkennen. Die ich notabene gut verstehe.

Oft sind wir mit unseren Gedanken und Wünschen so sehr in der Zukunft, dass wir die Magie der Gegenwart verpassen. Ein Credo, das ich mir selber oft sage.

Lehn dich zurück, lieber Silvan, tu dir Gutes. Zelebrier deine Eigenheiten. Bestell Pizza. Schau schlechte Filme. Spazier' mal alleine durch den Wald. Leg dich hin, höre Podcasts.

Irgendwann kommt sie. Und dann ist dann Zweisamkeit angesagt. Es wird sich super anfühlen. Bis du dich dann mal wieder nach der Einsamkeit sehnst. Wenn es also irgendwie geht, geniess' diese jetzt. Zumindest hier und da. Ich bin mir sicher, dass dich solch eine Ruhe und Gelassenheit wieder sexyer und spannender für die Frauenwelt macht.

Ich drück dir die Daumen.

Alles Liebe,

deine

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Und was würdest du Silvan raten?

Diese Cartoons über die Liebe sind schön und traurig zugleich

Liebe Schweiz, wir müssen über deine Hot-Dog-Maschinen reden ...

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Emma Amour ist ...

… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe. bild: watson

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