Coronavirus
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Eine Frau mit Schutzmaske im Zug der SBB zwischen Zuerich und Sargans, aufgenommen am Montag, 29. Juni 2020. Das Tragen von Schutzmasken wird aufgrund des Coronavirus empfohlen, ist aber freiwillig. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Ab Montag sind Masken im ÖV Pflicht. Bild: keystone

«Der soziale Druck wirkt»: So erlebt Österreich die ÖV-Maskenpflicht

«Ohne Maske kein ÖV» heisst es ab Montag in der Schweiz. In Österreich gilt schon seit knapp drei Monaten eine Maskenpflicht. Probleme tauchen nur selten auf: Ein ÖBB-Sprecher klärt auf.



Was passiert, wenn Pendler keine Masken tragen? Halten sich die Pendlerinnen an die Regeln? Die Maskenpflicht gilt in der Schweiz ab Montag – und wirft im Vorfeld viele Fragen auf.

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Bereits seit dem 14. April gilt in Österreich im ÖV eine Maskenpflicht. watson hat bei Daniel Pinka, Sprecher der Österreichischen Bundesbahnen ÖBB, nachgefragt, wie sich das Masken-Regime im Pendleralltag bewährt.

Tragen wirklich alle Passagiere eine Maske?

«Die allermeisten Passagiere halten sich an die Regeln. Auch der soziale Druck hilft dabei. Die Erfahrung hat zudem gezeigt: Je länger die Tragepflicht gilt, desto routinierter gehen die Fahrgäste damit um.»

Werden Leute aus dem Zug geworfen?

«Natürlich gibt es überall schwarze Schafe. Die meisten Menschen ohne Mund-Nasen-Schutz vergessen einfach, eine Maske anzulegen. Unser Zugpersonal erinnert die Leute dann an die Maskentragpflicht. Dann setzen 99,9 Prozent der Fahrgäste eine Maske auf. Es war noch nie notwendig, die Polizei herbeizuziehen.»

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So weisen die ÖBB die Passagiere auf die Maskenpflicht hin. bild: öbb

Gibt die ÖBB Masken ab?

«Unser Personal verteilt keine Masken, das wäre schon nur rein logistisch nicht machbar. Wir weisen die Reisenden mit speziellen Masken-Piktogrammen in den Zügen, mit Durchsagen und Plakaten auf die Maskentragpflicht hin.»

Von offizieller Seite her läuft in Österreich also alles rund mit der Maskenpflicht. Die Maskenmoral sei aber allgemein am sinken, seit Bundeskanzler Kurz ohne Maske aufgetreten sei. «Mit den tieferen Infektionszahlen hat die Maskendisziplin im öffentlichen Verkehr leider nachgelassen», sagt Hansjörg Miethling, Sprecher der ÖV-Gewerkschaft Vida, zu watson.

«Die Disziplin hat etwas nachgelassen. Kontrollen durch die Polizei finden praktisch keine statt.»

Bettina Ramseier, SRF

Auch in Deutschland ist die die Maskenpflicht «breit akzeptiert», wie SRF-Korrespondentin Bettina Ramseier sagt: «Die Disziplin hat zwar etwas nachgelassen. Aber im öffentlichen Verkehr sieht man nur wenige, die sich nicht daran halten». Masken-Ignoranten könnten neuerdings sogar gebüsst werden – in Berlin mit bis zu 500 Euro. «Aber Kontrollen durch die Polizei finden praktisch keine statt», so Ramseier zu 10vor10.

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Das SBB-Personal trägt seit Anfang Juni Masken. Bild: sbb

«Das Zugspersonal ist keine Polizei», sagt auch Barbara Spallinger, Vizepräsidentin der Schweizer ÖV-Gewerkschaft SEV. Man werde die Passagiere ohne Maske darauf hinweisen, aber nicht aus dem Zug weisen. Sicher werde es schwierige Situationen geben. «Was passiert etwa, wenn in den Nächten am Wochenende Partygänger in Gruppen ohne Masken fahren?», so Spallinger zu watson. Für solche Fälle sei weiterhin die Bahnpolizei zuständig.

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