Bundesrat
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Sommaruga erklärt, warum der Bundesrat die Maskenpflicht nicht früher eingeführt hat



Bundespraesidentin Simonetta Sommaruga, Mitte, schaut in Direktion von Bundesrat Ueli Maurer, links, und Bundesrat Guy Parmelin, zweite-links, an der Seite von .Bundesrat Alain Berset, zweite-rechts, und Vizekanzler Andre Simonazzi, Bundesratssprecher, rechts, an einer Medienkonferenz ueber neue Massnahmen betreffend der Coronavirus-Pandemie (COVID-19), am Mittwoch, 1. Juli 2020, im Medienzentrum Bundeshaus in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Bundespräsidentin Sommaruga an der Pressekonferenz vom 1. Juli. Bild: keystone

Der starke Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus in den letzten Tagen zeigt laut Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, dass die Schweiz die richtige Balance zwischen Lockerheit und Vorsicht noch nicht gefunden hat.

«In der aktuellen Situation haben wir viele Freiheiten. Aber das Virus ist immer noch da», sagte Sommaruga in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Darum habe der Bundesrat erneut gehandelt und die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr sowie die Quarantäne für Reisende aus Risikogebieten verfügt. «Wir müssen vorsichtig bleiben».

Als Bundespräsidentin habe sie von Anfang an versucht, einen guten Mittelweg zu finden. Es habe die unterschiedlichsten Vorschläge gegeben, wie mit der Pandemie umzugehen sei. Für sie sei es wichtig gewesen, den Schutz der Bevölkerung ins Zentrum zu stellen und zugleich der Wirtschaft zu helfen.

Mit Augenmass durch die Krise

Darüber hinaus sei für sie zentral gewesen, dass der Bundesrat mit Augenmass durch die Krise steuere, lernfähig sei und offen für Anpassungen. Sie habe den Eindruck, dass die Schweiz seit Beginn der Krise alles in allem vieles richtig gemacht habe.

Selbstkritisch gestand Sommaruga ein, dass die Maskenpflicht vielleicht früher hätte eingeführt werden sollen. «Aber wir wollten sehen, wie sich die Situation entwickelt – und haben jetzt eingegriffen, wo es nötig gewesen ist.»

Kritik von Wissenschaftlern, die Schweiz habe zu schnell Lockerungen der Corona-Massnahmen beschlossen, lässt die Bundespräsidentin nicht gelten. Viele Regeln seien immer noch in Kraft. Grossveranstaltungen etwa blieben verboten. Und auch die Schutzkonzepte für Läden und für Veranstaltungen hätten weiterhin Bestand.

Kantone sind in der Pflicht

Sollten diese missachtet werden, müssten die Kantone eingreifen. «Wir haben zwar gelockert. Das heisst aber nicht, dass jetzt jeder machen kann, was er will. Die Vorsichtsmassnahmen gelten weiterhin, ergänzt um Maskenpflicht und Quarantäne», sagte Sommaruga.

Bei den Clubs, die vor kurzem für Schlagzeilen wegen mehreren Infektionen sorgten, könnten die Kantone vor Ort eingreifen. Die Kantone könnten auch Clubs schliessen, wenn das nötig sei. Sie könnten gezielt gegen Virenherde vorgehen. Der Bundesrat und die Bevölkerung erwarteten von den Kantonen, dass sie durchgriffen. (jaw/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Peter R. 05.07.2020 14:12
    Highlight Highlight Was heisst Mittelweg. Es ist genauer gesagt - Wischi waschi. Es wurden sinnlose Zeichen gesetzt, Verkürzung der Abstandsregeln auf der einen Seite aber die Partyszene lässt man frei walten als gäbe es kein Virus mehr, ebenso die Massendemos.
    Bei den Masken muss man klar sagen, dass Bern wochenlang Unsinn kommuniziert hat (Masken würden nicht schützen) und plötzlich wird eine Maskenpflicht im öV eingeführt.
    Zudem das Abtreten der Entscheidung an die Kantone hat zur Folge, dass sich die Kantonsregierung scheut Clubs zu schliessen obwohl es mehrere Superspreader-Nester gibt - ein fataler Entscheid.
  • Pesche Buri 05.07.2020 12:26
    Highlight Highlight Jetzt gibt es nur endlich die verdammten Clubs und Bars zu schliessen, sagt ein 32 jähriger aus der Risikogruppe, der lieber vorgestern als heute wieder Party machen will in eben diesen.
    Je mehr der BR strengere Vorschriften erlässt, desto weniger können die Kantone verkacken und je früher ist der Spuk vorbei. Und ja, die Maskenpflicht kam 3 Monate zu spät.
  • Nickolas 05.07.2020 12:13
    Highlight Highlight Sieht jemand einen Anstieg der Positivitätsrate (Tests/Fälle)? Ich zumindest nicht. Wir reden noch nicht über die Spezifität vom PCR Test. Diese ist in keinem Fall 100% und das heisst es werden immer wieder falsh positive Ergebnisse geben. Je mehr es getestet wird desto mehr falsch positive Fälle bei einer Durchseuchung von weniger als 2%.
  • Nestroy Lodoño de Salazar y Matroño 05.07.2020 11:35
    Highlight Highlight Kritik von Wissenschaftlern lässt Simonetta Sommaruga nicht gelten. Das erstaunt wenig, denn Politiker+innen finden immer geschwurbelte Sätze oder Gedanken, mit denen sie sich rechtfertigen können. Als junger Mann dachte ich, dass die Linken kritikfähiger seien als die Rechten. Mit zunehmendem Alter ist mir auch dieser Glaube abhanden gekommen. Zu Beginn der Krise brauchte es keine Masken, weil es keine hatte! Corona zeigt die Schwächen und Fehler der Politik und des Wirtschafts- und Gesundheitssystems. Zum Beispiel fehlten schon vor der Krise gegen 1000 Medikamente.
  • weissauchnicht 05.07.2020 11:15
    Highlight Highlight Ein Virus, das sich weltweit verbreitet hat, verschwindet weder mit Kondomen (HIV) noch mit Schutzmasken (Coronavirus). Man kann mit solchen Massnahmen nur seine Verbreitung ausbremsen. Bin gespannt, wann und mit welcher Begründung die Maskenpflicht wieder aufgehoben wird und wann der erste grosse Widerstand dagegen kommt...
  • Dani B. 05.07.2020 11:01
    Highlight Highlight «Aber wir wollten sehen, wie sich die Situation entwickelt..."
    ...ach so. Aber warum wollte der Bundesrat dies sehen? Neugierde? Vorwitz? Oder ist die Aussage schlicht eine ungelenke Floskel?
  • fabsli 05.07.2020 10:40
    Highlight Highlight "Das Virus ist immernoch da."
    Das wird es wohl für immer. Also werden wir auch für lange, lange Zeit Masken tragen dürfen. Wieso wir das nie kommuniziert?
    • CalibriLight 05.07.2020 11:24
      Highlight Highlight Zum ganz langsam Lesen und Mitschreiben:
      Wir wissen nicht, wie sich die Zahlen entwickeln. Gibt es Superspreader-Events, werden die Zahlen steigen und die Maskenpflicht vermutlich bleiben. Sinken die Zahlen, braucht es eventuell keine Maskenpflicht im ÖV mehr. Steigen sie wieder, gibt es vielleicht wieder eine.
      Oder ganz simpel: man spannt den Regenschirm auf, wenn es regnet.
    • lilie 05.07.2020 11:39
      Highlight Highlight @fabsli: Je mehr wir lernen, desto besser können wir uns an das Virus anpassen. Wenn es eine Impfung gibt, sind vielleicht keine Masken mehr nötig. Oder das Virus mutiert und wird so harmlos, dass es keine Masken mehr braucht. Oder, oder, oder. Wir wissen es einfach nicht, deshalb müssen wir vorzu schauen.
    • Raber 05.07.2020 12:14
      Highlight Highlight Ist doch alles Hysterie. Am 11.Mai gabs grosse Lockerungen und trotzdem sind die Zahlen weiter gesunken, notabene ohne Maskenpflicht. Seit der Bund die Tests zahlt,wird deutlich mehr getestet,was mehr Fälle zeigt. Dazu sind die Grenzen offen und es gab Grossdemos- und Parties. Sicherheit ist wie eine Droge für Einige,sie bekommen nie genug. Deshalb werden sie jetzt die Maskenpflicht in Läden und öffentlichen Plätzen forden. Würde nur Sinn machen,wenn der Virus damit ausgerottet würde. Ansonsten ist es schon sinnlos jetzt, bis zur Impfung mit solchen Dingern rumzulaufen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nickolas 05.07.2020 09:30
    Highlight Highlight Ich sehe keinen starken Anstieg der Infektionen wenn ich in der Statistik einen Faktor reinnehme der aus irgendwelchen Gründen ignoriert wird. Nämlich die Anzahl durchgeführter Tests pro Tag. Ich bin offen, dass jemand mir das Gegenteil beweist.
    https://covid-19-schweiz.bagapps.ch/de-3.html
  • Blitzesammler 05.07.2020 09:21
    Highlight Highlight Der Bundesrat hat richtig gehandelt. Die meisen ,,Jammerer,, sind erwachsene Menschen und WOLLEN sich NICHTS vorschreiben lassen. SELBSTVERANTWORTUNG und SOLIDARITÄT sollten die wichtigsten Eigenschaften sein!
  • wilhelmsson 05.07.2020 09:17
    Highlight Highlight Echt jetzt? Wir wollten erst sehen wie schlecht es ohne funktioniert... Dafür gab es eigentlich schon genügend Anschauungsunterricht.

    Ich verstehe bis heute nicht, wieso man vom ursprünglichen Plan der Schrittweisen Lockerungen im 3-4 Wochen-Rhytmus abgekommen ist. Damit hätte man ruhig auch früher beginnen können, z. B. mit den Primarschulen, und wüsste dank einem Monitoring nun besser, welche Massnahmen wie wirksam sind/waren.
  • Jein 05.07.2020 08:33
    Highlight Highlight Die Maskenpflicht sollte mit einer erneuten Home-Office Empfehlung an Unternehmen kombiniert werden um die Anzahl Leute die unterwegs sind zu verkleinern.

    Es gibt sehr viele Leute die ohne weiteres UND ohne irgendwelche Produktivitätseinschränkungen von zuhause aus arbeiten können, die jedoch von Leuten geleitet werden die jetzt wo die Empfehlung weg ist alle Leute wieder ins Büro zwingen. Was angesichts steigender Fallzahlen nicht nur unsinnig sondern schlichtweg fahrlässig ist.
  • tannair 05.07.2020 08:15
    Highlight Highlight Masken bringen etwas, da muss man nicht diskutieren, da war die anfängliche Verneinung der Regierung ein bärendienst.

    Aber, ein "starker" Anstieg von infizierten ist normal, wenn es einen starken Anstieg bei den Tests gibt. Sich auf diese absolute Zahlen zu stützen um die Maskenpflicht zu rechtfertigen nervt gewaltig.


    Im ÖV eine zu tragen, wo es viele Leute haben kann und es keine gute Lüftung hat, war schon immer Sinnvoll seit beginn der Pandemie.
    Gleiches wäre nun auch in den Clubs angesagt... Da geht bei mir die Logik nicht auf.
    • Nickolas 05.07.2020 17:42
      Highlight Highlight Ich fahre 12 Uhr nachts allein im Tram mit meinen 4 Kollegen (kein anderer sonst drinnen). Warum muss ich und meine Kollegen eine Maske tragen? Wen gefährden wir zu diesem Zeitpunkt?

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