DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Der Welt gehen die Chips aus – die Autobranche trifft es hart



Nachdem die Technologiebranche die ersten Auswirkungen der Coronapandemie überstanden hat, steigt die Nachfrage nach Tech-Bauteilen wieder an. Das zeigt sich vor allem bei den Chips: Auftragsfertiger kommen mit der Produktion kaum hinterher, Produzenten wie TSMC oder Mediatek vermelden Rekordumsätze. Insgesamt ist der Halbleitersektor gegenüber 2019 laut den Analysten von Gartner um 7,3 Prozent gewachsen – obwohl noch im März diverse Fabriken ihre Produktion teilweise komplett pausiert haben.

epa07328654 (FILE) - The logo of the Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. Ltd. (TSMC) in Hsinchu, western Taiwan, 02 November 2012 (issued 29 January 2019). On 29 January 2019, TSMC, the world's largest contract chip maker, said nearly 10,000 waters it manufactured recently are defective. TSMC is probing the case and will rush supply to clients in the first or second quarters, but the incident will not affect TSMC's Q1 forecast. Waer is a thin piece of semiconductor material used to make integrated circuits. According to press reports, the defective wafers were caused by problematic photoresist supplied by chemical companies and TSMC could seek damages from them.  EPA/DAVID CHANG

TSMC, der grösste Chipfertiger der Welt, hat alleine im letzten Quartal fünf Milliarden US-Dollar Gewinn gemacht. Eine Steigerung von um 23 Prozent. Bild: EPA/EPA

Wie es scheint, haben die Chipfertiger nach der ersten Coronawelle aber die rasch ansteigende Nachfrage unterschätzt. Verstärkt wurde dies durch drei Ereignisse, die sich nun ebenfalls negativ auf die Verfügbarkeit von Chips auswirkt:

Das alles führt nun dazu, dass Chips auf dem weltweiten Markt plötzlich begehrte Mangelware sind. Eine Branche, die momentan stark betroffen ist, ist die Autobranche. Nachdem die Absätze im Fahrzeugmarkt im Frühling 2020 eingebrochen waren, stellten viele Chipfertiger ihre Halbleiterproduktion auf Unterhaltungselektronik um. Als der Absatz im Herbst dann wieder anstieg, konnten die Chiphersteller nicht rasch genug liefern. Dies läge vor allem auch daran, das solche Bauteile Vorlaufzeiten von drei bis sechs Monaten benötigten, heisst es vom Autoteilezulieferer Hella Chips. Der Engpass habe in einigen Werken sogar zu einer Stop-and-Go-Produktion geführt.

Autohersteller müssen jetzt wegen ausbleibender Chiplieferungen zehntausende Angestellte in Kurzarbeit schicken. Alleine bei Audi seien etwa 10'000 Mitarbeiter betroffen. Audi werde die Fertigung in den Werken Neckarsulm und Ingoldstadt bis Ende Januar teilweise stoppen. Volkswagen hatte bereits im Dezember angekündigt, Teile der Produktion zwangsweise zu drosseln oder ganz zu stoppen. Auch Daimler hat mitgeteilt, dass man für ein Werk in Deutschland Kurzarbeit angemeldet habe.

epa08486854 Workers work on the assembly line of the car manufacturing plant of Audi Hungaria Kft., an affiliate of German carmaker Audi AG, in Gyor, Hungary, 15 June 2020. The factory resumed the three-shift operation on 15 June after a lockdown due to the pandemic of novel coronavirus.  EPA/SZILARD KOSZTICSAK HUNGARY OUT

Bild: keystone

Deutsche Autobauer sind aber nicht alleine betroffen. Aktuell werden weltweit bei allen grossen Autobauern Fertigungsstrassen abgeschaltet. Toyota hat Produktionslinien teilweise heruntergefahren, genauso wie Ford, Renault oder GM. Für Autobauer bedeutet dies einen erheblichen Produktionsrückgang. Volkswagen schätzt, dass alleine im Werk Emden in zehn Tagen rund 10'000 neue Autos weniger vom Band laufen könnten.

Mehr zu Autso:

(pls)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Automarken-Design früher vs heute

Kann man Raclette in einem heissen Auto schmelzen?

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Diese 16 Grafiken zeigen, wie brutal Tesla der Konkurrenz enteilt ist

Seit der Ölkrise Mitte der 1970er wurden in der Schweiz nie mehr so wenig Autos gekauft wie im Corona-Jahr 2020. Elektroautos – insbesondere von Tesla – verkauften sich trotzdem prächtig. Eine Übersicht.

2020 fuhr Tesla endgültig aus der Nische. Setzte Elon Musks Tech-Konzern 2013 weltweit gerade mal 22'000 Elektroautos ab, waren es im schwierigen Corona-Jahr fast eine halbe Million. Oder um genau zu sein: 499'550 Stück. Während fast alle anderen Automarken starke Einbrüche verzeichneten, lieferte Tesla 36 Prozent mehr Autos als im Vorjahr aus.Niemand muss Musk sympathisch finden, aber die Zweifler an der Elektromobilität sind 2020 grösstenteils verstummt. Die folgenden Grafiken zeigen, weshalb.

Artikel lesen
Link zum Artikel