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Amerikas Rassenunruhen seit den 1960er-Jahren und was sie bewirkten

Der Tod von George Floyd hat in den USA zu massiven Protesten geführt. Polizeigewalt gegen Afroamerikaner und Ausschreitungen im Kampf gegen den Rassismus haben in den USA eine lange Tradition.

Samuel Schumacher / ch media



1965: Watts Riots

FILE - In this Aug. 17, 1965 file photo, A.Z. Smith, a victim of the Los Angeles riots, checks the damage to his barber shop in the Watts area of Los Angeles. Business establishments owned by whites were the usual targets of looters and arsonists. Smith was one of the few blacks caught up in the turmoil. (AP Photo)

Die Watts-Aufstände gelten als erste grosser Rebellion der Schwarzen in Amerika in den 60er-Jahren. Bild: keystone

Als Gerüchte die Runde machen, bei der Festnahme von zwei Schwarzen durch die Polizei Los Angeles sei eine Schwangere getreten worden, brechen im August Proteste aus. Die Folge: 34 Tote und 4000 Verhaftungen. Die Polizei in LA hatte den Ruf, mit übertriebener Härte gegen Schwarze vorzugehen. Die Watts-Aufstände gelten als erste grosser Rebellion der Schwarzen in Amerika in den 60er-Jahren.

1967: Detroit in Flammen

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bild: keystone

Zwei Jahre später gibt es landesweit erneut Aufstände. Vor allem in Detroit und Newark kommt es zu zahlreichen Todesopfern bei Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die von Präsident Lyndon B. Johnson eingesetzte «Kerner Commission», die die Ursachen der Aufstände untersuchen soll, kommt zum Schluss, dass Schwarze in Amerika systematisch benachteiligt würden.

1968: Kings Ermordung

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bild: keystone

Mit der Ermordung des Bürgerrechtlers Martin Luther King am 4. April 1968 stirbt auch ein Teil des Traums von Gleichberechtigung für die schwarze Bevölkerung Amerikas. In 125 Städten kommt es zu teils gewaltsamen Aufständen. 46 Menschen sterben, 2600 werden verletzt. Über Washington und Baltimore steigen Rauchsäulen in die Luft. Präsident Lyndon B. Johnson mobilisiert die Streitkräfte.

1992: Unruhen von LA

FILE - In this Wednesday, April 30, 1992 file photo, several buildings in a shopping center are engulfed in flames before firefighters arrive as rioting continued in South-Central Los Angeles in the aftermath of the verdicts in the Rodney King assault case. (AP Photo/Reed Saxon)

Bild: AP/AP

Der Schwarze Rodney King wird nach einer Verfolgungsjagd am 3. März 1991 von der Polizei gestoppt, greift sie tätlich an und wird dann brutal von vier Polizisten verprügelt. Aufnahmen der prügelnden Polizisten laufen am Fernsehen. Als die vier Ordnungshüter ein Jahr später freigesprochen werden, brechen in der LA Proteste aus. 59 Menschen sterben, Ladenbesitzer verteidigen ihre Läden mit Schusswaffen gegen Plünderer.

2014: Ferguson, Missouri

epa04502811 Protesters gesture in front of a burning auto parts store in Ferguson Missouri, USA, 25 November 2014. According to St Louis County Prosecuting Attorney, the Grand jury decided that Ferguson police Officer Darren Wilson will not be charged in the shooting death of unarmed teenager Michael Brown. Protestors have taken to the streets angry that Ferguson police officer Darren Wilson was not indicted by a grand jury for the shooting death of teenager Michael Brown in August 2014.  EPA/TANNEN MAURY

Bild: EPA/EPA

Der weisse Polizist Darren Wilson erschiesst den 18-jährigen Schwarzen Michael Brown, der zuvor einen Laden überfallen hatte. Brown war unbewaffnet, der Polizist wurde nicht angeklagt. Ähnliche Fälle in den Folgejahren lösten immer wieder Massenproteste aus. Die Ernüchterung unter Schwarzen ist gross, dass die Diskriminierung auch 50 Jahre nach der Verabschiedung des Bürgerrechtsgesetzes weiter andauert.

2020: Fall George Floyd

FILE - In this Saturday, June 6, 2020 file photo, demonstrators gather near the White House in Washington, to protest the death of George Floyd, a black man who was in police custody in Minneapolis. Public health experts say there is little evidence that the protests that erupted after Floyd’s death caused a significant increase in coronavirus infections. If the protests had driven an explosion in cases, experts say, the jumps would have started to become apparent within two weeks — and perhaps as early as five days. (AP Photo/Jacquelyn Martin)

Bild: keystone

Der Afroamerikaner George Floyd wird bei einer Polizeikontrolle in Minneapolis von vier Polizisten gewaltsam zu Boden gedrückt und stirbt kurz darauf. Die Tat wird gefilmt. In mehr als 400 amerikanischen Städten kommt es zu Protesten und Ausschreitungen. Präsident Donald Trump fordert den Einsatz der Streitkräfte und erntet dafür viel Kritik - unter anderem von seinem ehemaligen Verteidigungsminister James Mattis. (aargauerzeitung.ch)

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Tödliche Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA

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    Alle Leser-Kommentare
  • Domino 05.07.2020 23:28
    Highlight Highlight Was ist mit Malcolm X, Nation of Islam und deren Märsche? 5 Percenter? Schwarze die sich erhaben sehen und die Weissen als Teufel (Black Supremacy). Islam celebrieren, welcher aber Sklaverei als normal ansieht. Muslime, welche die Scharia über die Menschenrechte stellen (Kairoer Erklärung) und somit Sklaverei explizit erlauben? Irgendwie paradox.
  • Juliet Bravo 05.07.2020 13:12
    Highlight Highlight Die Frage, was sie Bewirkten wird leider im Artikel nicht diskutiert. @watson: fehlt hier ein Teil oder sehe ich was nicht? Oder ist der Titel einfach etwas zu vielversprechend geraten?
    • matoanri 05.07.2020 21:48
      Highlight Highlight Das was ich aus dem Text lese ist, dass es Frust und Tote gebracht hat...traurig.
  • ueberfluessig 05.07.2020 08:48
    Highlight Highlight
    birmingham 1963, selma 1965, marsch auf washington 1963 gehören m.m.n. ebenso zu den aufzählungen, wenn man ein objektives, fundiertes bild vermitteln wollte.
    die aktuellen unruhen knüpfen - in der grossen mehrheit - auch an das civil rights movement an. wenn die riesigen, konstanten und übrigens immer noch andauernden demonstrationen 2020 wirklich mehrheitlich gewalttätig gewesen wären, würde usa so nicht mehr existieren.

    sie so in diese riots einzuordnen - und somit abzutun - ist ziemlich trump.

  • SeboZh 05.07.2020 08:01
    Highlight Highlight Früher kämpfte man gegen die segregation, heute fordert man diese....siehe hymne nfl zb, etc

    Verrückte Welt
    • SeboZh 05.07.2020 16:59
      Highlight Highlight Warum die Blitze? Nie Geschichte der USA angeschaut? Und die aktuellen Vorkommnisse ausgeblendet?


      https://www.espn.com/nfl/story/_/id/29401000/nfl-plans-play-black-national-anthem-week-1-games

      Sowas soll Rassismus verhindern? Je mehr das gespaltet wird, desto mehr wächst auch der Rassismus.... 🤷‍♂️
    • SeboZh 05.07.2020 17:22
      Highlight Highlight https://www.theatlantic.com/education/archive/2016/08/finding-the-line-between-safe-space-and-segregation/496289/

      Safe spaces für Minderheiten? Ich sage ja nicht dass sie nicht schützenswert sind. Aber das schiesst doch übers Ziel hinaus....bald steht auf wasserspendern wieder "only for white"/"only for black"

      Ist das wirklich das Ziel? Meiner Meinung nach wäre es besser zu versuchen die Gesellschaft zu einen, anstatt zu trennen...
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Streit um Burger-King-Bestellung in Florida – Mann erschiesst Mitarbeiter

Weil eine Bestellung am Drive-In-Schalter nicht schnell genug kam, musste ein Mitarbeiter eines Fast-Food-Restaurants in den USA sterben. Ein 37-Jähriger hat einen 22-Jährigen erschossen. 

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