Emma Amour
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montage: watson / material: shutterstock

Emma Amour

Den schlechtesten Sex meines Lebens habe ich mit Emoji-Peter

Vom ersten Kennenlernen bis zur ersten Whatsappnachricht vergehen zehn Minuten. Erst zwei Jahre später lande ich in Peters Bett. Die Geschichte einer Nummer, die, sorry Peter, unterirdisch war.



Ich glaube nicht, dass jemand total schlecht im Bett ist und dass man drum schlechten Sex hat. Ich bin der Meinung, dass man entweder kompatibel ist oder nicht. Ich kann zum Beispiel sehr tollen Sex mit Suff-SMS-Sandro haben, während andere Frauen vielleicht finden, dass er eine Niete im Bett ist.

Wobei nein, das kann ich mir wirklich nicht vorstellen. Weil eben, er und ich, wir matchen. Wer dagegen so gar nicht mit mir matcht, ist Peter, mit dem ich neulich den schlechtesten Sex meines Lebens habe.

Dabei macht Peter wirklich nichts falsch. Was er macht, ist einfach nicht meins. Für meinen Geschmack fingert er zu hektisch, leckt zu Tornado-mässig und vögelt zu Duracell-Häschen-like.

Aber von Anfang an.

Peter lerne ich vor zwei Jahren kennen. An einem Openair in einer sehr grossen Menschenmenge, wo es sehr laut ist, kommen wir zwei Minuten ins Gespräch. Dann muss ich los. Ich tippe husch meine Nummer in sein Telefon. Zehn Minuten später schreibt er mir.

Ich hätte da schon merken sollen, dass das nichts wird.

Emojis mag ich einfach wirklich sehr nicht!

Peter schreibt schweizerdeutsch. Man darf mich hier schampar oberflächlich schimpfen, aber ich mag das geschriebene Wort auf Schweizerdeutsch so absolut rein gar nicht. Was ich auch nicht mag, sind Emojis (Sorry, Cleo). Am hässigsten aber machen mich Menschen, die Whatsappnachrichten ohne Satzzeichen schicken.

Peter macht all das. Er bombardiert mich mit Emojis, verzichtet auf Satzzeichen und schreibt Dialekt. «Wie häsch». Ohne Fragezeichen. Warum? Waaaaarum?

Unser Kontakt verläuft jedenfalls im Sand.

Bis vergangenen Sommer. Da hab ich halt Zeit, um gedankenverloren in meinen Kontakten auf dem Handy zu stöbern. Da steht Peter. Hach, Peter. Gross, dunkelhaarig, grüne Augen. Heiss.

Also schreibe ich ihm. Er antwortet sehr schnell. Er schickt 6 Elefanten (bin ich fett?), 4 Krokodile, 2 Igel und 4 Smiley-Emojis.

Ich weiss schon nicht mehr weiter, also schick ich ein dröges «Drink?» hinterher.

Er antwortet mit 4 Lach-Emojis, 3 Zungen-raus-Emojis und 3 Biergläsern.

Ich frag «Wann?». Er antwortet mit «Jetzt». Ohne Satzzeichen.

Ich, grad biz spitz und grad sehr offen für biz Spass, antworte mit «Jetzt!».

45 Minuten später sitze ich auf dem Velo Richtung zu ihm.

Ich hab Glück. Heiss ist er nach wie vor.

Seine Wohnungseinrichtung hingegen turnt mich sehr ab. Da steht eine Wohnwand. Wo kauft man heutzutage noch Wohnwände? Ein Flipperkasten (eigentlich ja cool!) versperrt das ganze Wohnzimmer. Und das Bett ist so ein schwarzes Bett mit so einem Metallbogen. Rund. Schwierig zu beschreiben. 80er-Style irgendwie. Nicht gut.

Aber egal.

Ich bin ja hier für Sex.

Also warte ich ein Anstandsbier ab, bis ich ihn küsse. Auf dem Balkon. Zwischen enorm vielen leeren Petflaschen und sehr vollen Aschenbechern.

Aber eben. Egal. Ich bin ja nur für Sex hier.

Wir knutschen und fummeln uns ins Schlafzimmer. Bis dahin alles einigermassen easy. Das Küssen nicht der Hammer. Aber auch kein Drama.

Das Drama, wenn man dann etwas dramatisieren will, nimmt seinen Lauf, als wir nackt sind. Sein Penis und ich, es geht irgendwie nicht. Egal, was ich mache, er tut nichts dergleichen. Nicht der Penis und auch nicht der Mann, der zum Penis gehört.

Also Wechsel.

Jetzt fingert mich Peter. Und er knetet meine Brüste. Dann küsst er mich, dann meine Brüste, dann verschwindet sein Kopf zwischen meinen Beinen. Das passiert alles in 15 Sekunden. Mir geht das alles zu schnell. Drum passiert auch bei mir …. nichts.

Wir bemühen uns beide weiter. Wohl beidseits erfolglos. Vielleicht wird ja die Penetration der Knaller. Also ziele ich darauf hin.

Kurz gesagt: auch das war nix. Mir alles zu schnell. Zu viel. Mehr Aerobic als Sex.

Kein Wunder kommt Peter in sehr kurzer Zeit. Und kein Wunder, dass ich nicht komme.

30 Minuten nach dem Koitus liege ich bereits daheim auf meinem Sofa.

Ich will gerade ins Bett, als mich tatsächlich eine Nachricht von Peter erreicht. Er schickt mir ein Tränen lachendes Emoji.

Ich schick ein Fragezeichen zurück. Er liefert noch ein Tränen lachendes Emoji hinterher.

Ich lass jetzt gut sein und antworte nicht mehr.

Und so werde ich nie erfahren, was er mir damit sagen wollte.

Das ist sehr okay. 🥶🤡🧯🇬🇾🧷🥜☄️👗🦿🥸

Adieu,

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Emma Amour ist ...

… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe. bild: watson

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