Coronavirus
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Das Seebad und Freibad Lido di Lugano wird am Samstag, 20. Juni 2020, nach der Coronavirus-Krise wiedereroeffnet. Unter den Praeventionsmassnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie wurde eine Eintritttsquote eingefuehrt, die

Lago mio! Am Lido in Lugano wurde Ende Juni mit Abstand gebadet. Bild: keystone

Im Pikett-Dienst durch die Corona-Sommerferien: So wollen Kantone rasch reagieren

Die Kantonsregierungen sind jetzt die neuen «Alain Bersets» der Schweiz. Sie wollen in den Sommerwochen auf Abruf, per Videokonferenz und notfalls auch in Abwesenheit regieren, um der Coronapandemie Herr zu werden.



Die Schweiz hat seit dem 20. Juni sechsundzwanzig neue Virengeneräle. Seit der Ausrufung der «besonderen Lage» verschob sich die Macht zur Epidemienbekämpfung wieder zurück zu den Kantonen, wo die kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheitsdirektoren das Zepter übernehmen.

Sie werden sich angesichts der angestiegenen Corona-Zahlen heikle, politische Fragen stellen müssen: Was kann vor Ort unternommen werden, um die Verbreitung des Virus zu bremsen? Müssen Badis geschlossen werden? Was macht man mit den Clubs, den Restaurants und den Stränden?

>>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Vom Bundesrat wird hier nicht mehr viel zu hören sein. Er ist seit vergangener Woche in der Sommerpause und verordnete kurz davor die Maskentragepflicht im öffentlichen Verkehr. Während den heissen Sommerwochen soll nun die Coronapandemie von den «Alain Bersets der Kantone» beherrscht werden. Wer diese kantonalen Gesundheitsminister sind, portraitierten letzte Woche die Zeitungen der CH Media.

Sommerferien müssen abgesprochen werden

Natalie Rickli, SVP-Regierungsraetin des Kantons Zuerich erscheint zu einer Besprechung mit Bundesrat Alain Berset und Kantonsvertreter um ueber das weitere Vorgehen zur Bekaempfung der Covid-19 Pandemie zu diskutrieren, am Montag, 29. Juni 2020, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli hat ihre Sommerferienpläne mit dem Regierungsrat abgesprochen. Bild: keystone/archivbild

Doch wie regieren sie, wenn das halbe Land und möglicherweise die Kantonsregierungen selbst in den Sommerferien stecken? watson hat bei drei Kantonen nachgefragt. Alle bestätigen, dass die Exekutiven sicherstellen würden, jederzeit handlungs- und beschlussfähig zu sein.

«Die Regierungsmitglieder können diese Zeit nutzen, um einen Teil ihrer Ferien zu beziehen. Allerdings beziehen die Regierungsmitglieder ihre Ferien nie gleichzeitig, sondern sprechen sich ab», sagt Marco Greiner, Regierungssprecher des Kantons Basel-Stadt. Im Stadtkanton würden mindestens zwei Regierungsrätinnen oder Regierungsräte zeitgleich auf Ferien verzichten. Auch in Zürich teilt man mit, dass sich die Exekutivmitglieder wegen Ferienabwesenheiten absprechen würden.

Beschluss auch elektronisch möglich

Swiss health minister Alain Berset speaks during a video conference with the health ministers of Oman and Botswana, on Tuesday, June 23, 2020, in Berne, Switzerland. The health ministers of Botswana, Nauru, Nepal, Oman, Peru and Switzerland start a coalition for a universal architecture of health protection. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Bundesrat Alain Berset macht es vor: Regieren geht auch via Videokonferenz. Im Juni sprach er mit den Gesundheitsministern Omans und Botswanas. Bild: keystone

Und was ist, wenn im Kanton die Lage eskaliert und ein Beschluss gefasst werden müsste? Aus dem Kanton St. Gallen heisst es, dass die siebenköpfige Regierung beschlussfähig sei, wenn wenigstens vier Mitglieder und der Staatssekretär anwesend sind. Wenn das nicht möglich ist, könne eine ausserordentliche Sitzung einberufen werden – oder auf schriftlichem Weg ein Zirkulationsbeschluss gefasst werden, teilt der St. Galler Staatssekretär Benedikt van Spyk mit.

Die Einsatzbereitschaft «auf Pikett» wird auch in Zürich erwartet. Der Zürcher Regierungssprecher Andreas Werner Melchior sagt, dass Sitzungen jederzeit kurzfristig möglich seien und man dies entweder «physisch» oder «auf elektronischem Weg» durchführe.

«Mosaik» statt Flickenteppich

Einzelne Kantone nutzten ihre Kompetenz bereits vor dem Beginn der Sommerpause und erliessen lokale Massnahmen. So kennen der Jura und die Waadt Maskentragepflichten auch in Geschäften und Läden. Das Tessin senkte für Veranstaltungen die Höchstzahl der Gäste von 300 auf 100.

Lukas Engelberger, oberster Gesundheitsdirektor der Schweiz und Regierungsrat in Basel-Stadt, will angesichts der unterschiedlichen örtlichen Massnahmen nicht von «Flickenteppich», sondern von einem «Mosaik» sprechen. «Für jedes Feld müssen wir die passende Farbe finden. Das heisst, dass jeder Kanton rasch und wirksam auf die lokalen Verhältnisse zu reagieren hat. Das entspricht der schweizerischen Tradition», sagte er in der «NZZ am Sonntag».

Für seinen Kanton arbeite er derzeit an einem Konzept, mit dem Menschen erreicht werden können, die für Massnahmen gegen Corona bisher nicht empfänglich waren. Im Fokus stünden Klub- und Partygänger und Menschen mit einem Hang zum Hedonismus.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Demetria 06.07.2020 13:39
    Highlight Highlight Man kann doch von den Eliten nicht fordern , dass sie auf Auslandferien verzichten nur weil gerade eine Pandemie läuft. Apropos, waren es nicht die Flugreisen die den Virus ins Land brachten? Zur Info: wer Sozialhilfe hat kein Anrecht auf Ferien und aus Erfahrung: wer auf Abruf arbeitet auch nicht. Natürlich werden die "Schlauen" jetzt maulen man müsse halt vor Gericht: schon möglich, aber wenn ein Gerichtsverfahren bedeutet, dass man sich mit Tausenden verschulden muss, dann klagt man nicht. Aber immerhin bleibt die Politik konsistent: Verzicht ist, was man von den kleinen Leutchen fordert.
  • Phrosch 06.07.2020 12:29
    Highlight Highlight Ich dachte ja bisher, dass Regierungen immer handlungsunfähig sein müssen, weil man nie weiss, was passiert. Wenn die das aber jetzt Corona-bedingt überhaupt erst organisieren müssen, dann heisst das, dass die sonst einfach in die Ferien gehen und annehmen, dass Krisen nicht im Juli passieren? 🤔🙈🙉🙊
  • who cares? 06.07.2020 11:41
    Highlight Highlight Also bis jetzt hätten sie alle in den Ferien sein können, den Unterschied hätte man nicht gemerkt. Getan wird (ausser im Tessin und Jura) sowieso nichts konsequent.

    Mal schauen, welche Clubs nach diesem Wochenende wieder Super-Spreader Vorfälle melden.
    • zar_dule 06.07.2020 14:43
      Highlight Highlight Sehr wahrscheinlich keine - bis jetzt kam es zu einem Superspreader-Fall (20 in Spreitenbach) und in Zusammenhang mit diesem Fall noch 5 im Flamingo, die sich untereinander angesteckt haben. Die Clubs sind seit dem 6.6. offen, in dieser Zeit kam es zu rund 1200 Ansteckungen, davon 25 in Clubs. Von allen anderen Clubs mit infizierten Gästen ist keine Ansteckung bekannt.
  • Baumi72 06.07.2020 10:09
    Highlight Highlight Alle „Virengeneräle“ können getrost in die Ferien. Die Zahlen werden kaum steigen.

    Schöne Ferien!

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