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Deutscher Ex-SPD-Chef Gabriel liess sich von Tönnies bezahlen



epa08158216 epa07670234 (FILE) - Former German Foreign Minister Sigmar Gabriel speaks during the Economic Forum of the Social Democratic Party (SPD) at the Google offices in Berlin, Germany, 24 June 2019 (reissued 24 January 2020). According to a 24 January press release of the Deutsche Bank Sigmar Gabriel is nominated to join Deutsche Bank?s Supervisory Board as a new member. He will succeed Juerg Zeltner who stepped down from the Supervisory Board at the end of 2019.  EPA/HAYOUNG JEON

Sigmar Gabriel Bild: EPA

Der frühere deutsche Wirtschaftsminister und SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel ist wegen einen Beratervertrag für den Fleischgrosskonzern Tönnies in seiner eigenen Partei heftig kritisiert worden.

«Es gibt Situationen, da kommt mir das Gefühl, so was macht man nicht», sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sagte, sie verstehe die Entscheidung Gabriels nicht. «Das geht gar nicht und ich glaube, das weiss Sigmar Gabriel selbst auch», sagte sie.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass Gabriel von März bis Mai 2020 für das Unternehmen als Berater tätig war. Im Stammwerk des Tönnies-Fleischkonzerns in Nordrhein-Westfalen hatten sich im Juni weit mehr als 1000 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Deshalb gab es heftige Kritik an den Arbeitsbedingungen im Unternehmen.

Die SPD-Linke Hilde Mattheis sagte am Freitag mit Blick auf das laut Medienberichten an Gabriel gezahlte Pauschalhonorar von 10 000 Euro im Monat, im gleichen Unternehmen arbeiteten Menschen «unter unsäglichen Bedingungen» und zu einer «wahnsinnig schlechten Bezahlung». Der rechts- und verbraucherpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Johannes Fechner, nannte Gabriels Tätigkeit am Freitag «unnötig». «Die Arbeitsweise von Herrn Tönnies war längst bekannt.» Deswegen hätte Gabriel das nicht tun sollen.

epa08517940 (FILE) - Schalke's chairman of the board Clemens Toennies attends a memorial service for FC Schalke 04 former manager Rudi Assauer at Propsteikirche St. Urbanus in Gelsenkirchen, Germany, 15 February 2019 (re-issued on 30 June 2020). Clemens Toennies, chairman of the board of German Bundesliga side FC Schalke 04, stepped down with immediate effect, the German soccer club announced on 30 June 2020.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL *** Local Caption *** 54986824

Tönnies Bild: keystone

Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, warf Gabriel vor, als Minister nichts Effektives gegen die Missstände in der Fleischindustrie getan zu haben. «Jeder muss selbst wissen, mit wem er sich einlässt», sagte sie.

Gabriel hatte seine Beratertätigkeit am Donnerstagabend erneut verteidigt - und auch, dass er diese nicht öffentlich gemacht hatte. Die Kritik an den Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie sei zwar berechtigt. Dass Tönnies zum Buhmann für die gesamte Corona-Debatte gemacht werde, nannte Gabriel hingegen «überzogen». (aeg/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • chäsli 04.07.2020 04:20
    Highlight Highlight Der Fall Sigmar Gabriel zeigt einmal mehr auf, es spielt keine Rolle in welcher Partei jemand ist, wenn es um Geld geht, sind alle in der gleichen.
    Man muss berücksichtigen, dass Sigmar Nimmersatt von einer kleinen Rente leben muss und da ist ihm ein kleines Nebeneinkommen von monatlich 10'000.-- Euro willkommen.
  • blueberry muffin 03.07.2020 20:58
    Highlight Highlight Naja, das die Sozialdemokraten in Deutschland ihre Basis verraten ist ja schon so bekannt, das es damals sowie heute noch ein Lied darueber gibt:
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  • insert_brain_here 03.07.2020 13:54
    Highlight Highlight Eine ganz normale Beratertätigkeit, er hat die bestimmt zwei Monate lang Montag bis Freitag jeweils von 8:00-17:00 mit seinem geballten Fachwissen über die Fleischindustrie beraten. Zu behaupten die erhaltene Entschädigung wäre nur eine Bezahlung für zuvor erfolgte Gefälligkeiten wäre "überzogen". Es gibt hier nichts zu sehen, wie bei Moritz' nachbundesrätlicher Beratertätigkeit bei der Implenia.
  • Shisha 03.07.2020 13:27
    Highlight Highlight Solche „Beratermandate“ mit Pauschalvergütung sind nichts anderes als Lobbyismus - oder negativ ausgedrückt Korruption. Aber beim opportunistischen Sigmar Gabriel vermag das nicht zu überraschen.
  • MarGo 03.07.2020 13:16
    Highlight Highlight endlich mal wieder einen Buhmann gefunden, um seine eigenen Verfehlungen auf jemand anderen abzuwälzen... zum kotzen... aktive Politiker sagen offen, dass die unsäglichen Arbeitsumstände schon lange bekannt seien - kriegen aber den Finger nicht aus dem Ars*h, diese endlich zu verbessern...
    Man mag von Gabriel und diesem Job halten, was man will, aber soviel ich weiss, ist er Ende 19 aus dem ganzen Politzirkus ausgetreten.
    • Dieter123 03.07.2020 23:00
      Highlight Highlight Leider hat er vorgängig nix verändert
      , das Resultat haben wir jetzt und er hat sein sicherlich grosszügiges Beraterhonorar.

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