Coronavirus
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Kunden tragen Masken zur Eindaemmung der Ausbreitung des Coronavirus im Einkaufszentrum Breggia in Balerna am Freitag, 9. Oktober 2020. Das Tessin führt ab Freitag, 9. Oktober eine allgemeine Maskentragepflicht in Geschaeften und Einkaufszentren ein, wie sie schon in einigen Kantonen der Schweiz gilt. (KEYSTONE/Ti-Press/Elia Bianchi)

In vielen Kantonen gilt in Verkaufsläden bereits eine Maskenpflicht. Bild: keystone

Diese zwei nationalen Massnahmen werden von Virologinnen am häufigsten gefordert

Der Bund ergreift diese Woche keine neuen Massnahmen. Das verkündete er an einer Medienkonferenz am Donnerstag. Derweil werden die Rufe nach weiteren nationalen Einschränkungen laut. Zwei davon werden von den Expertinnen dringend gefordert.



Maskenpflicht in Innenräumen

Die Maskenpflicht in Geschäften stösst in der Schweiz auf breite Zustimmung. (Archivbild)

Bild: sda

Derzeit gilt nur in den öffentlichen Verkehrsmittel eine nationale Maskenpflicht. Den Rest regeln die Kantonsregierungen. Zahlreiche von ihnen verkündigten gestern und heute, die Maskenpflicht bei sich verschärfen zu wollen. Dennoch herrscht kantonal ein grosser Flickenteppich: Im Aargau oder Thurgau gibt es keine generelle Maskentragepflicht. In Zürich, Bern oder Graubünden gilt die Maskenpflicht beim Einkaufen.

«In Innenräumen eine Maske zu tragen, ist für den Einzelnen ein geringer Einschnitt, der grosse Wirkung haben kann.»

Isabella Eckerle, Virologin Nzz

Praktisch alle Virologinnen und Epidemiologen, die sich diese Woche zu Wort gemeldet haben, fordern eine nationale Maskenpflicht in Innenräumen. «In Innenräumen eine Maske zu tragen, ist für den Einzelnen ein geringer Einschnitt, der grosse Wirkung haben kann», so Isabella Eckerle, Leiterin des Zentrums für Viruserkrankungen an der Universität Genf. Die Berner Kantonsärztin Linda Nartey geht gar einen Schritt weiter: Sie plädiert auch für eine Maskenpflicht im Freien, wie sie in einem Interview mit Radio SRF 1 am Freitag sagte.

Häufigkeit der Nennung:

Bild

Gefordert von:
Isabella Eckerle, Virologin
Matthias Egger, Epidemiologe,
Olivia Keiser, Epidemiologin
Linda Nartey, Kantonsärztin
Dieter Kissling, Arbeitsmediziner
Marcel Tanner, Epidemiologe
Martin Ackermann, Mitglied Covid-19-Taskforce

Home-Office

Fast flächendeckend von zu Hause aus arbeiteten im zweiten Quartal etwa Angestellte in den Bereichen Information und Kommunikation, Kredit- und Versicherungsgewerbe sowie Erziehung und Unterricht. (Symbolbild)

Bild: sda

Anders als während des Corona-Shutdowns im März gibt es derzeit keine nationale Empfehlung zu Home-Office für Arbeitnehmende.

«Auf nationaler Ebene ist meines Erachtens eine Homeoffice-Empfehlung sinnvoll.»

Matthias Egger, Epidemiologe tages-anzeiger

Nebst der national geforderten Maskenpflicht fordert die Mehrheit der Expertinnen und Experten ebenfalls eine erneute Home-Office Empfehlung. Diese solle der Bund aussprechen, so der Grundtenor.

Gefordert von:
Isabella Eckerle, Virologin;
Matthias Egger, Epidemiologe
Martin Ackermann, Mitglied Covid-19-Taskforce
Olivia Keiser, Epidemiologin
Nicola Low, Epidemiologin
Jan Fehr, Infektiologe

Häufigkeit der Nennung:

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Schnelltests

Wer sich derzeit auf das Coronavirus testen lässt, wird meist mit einem Standard-PCR-Test untersucht. Bis das definitive Testresultat da ist, dauert es in der Regel zwischen 24 und 48 Stunden. Schnelltests sind in der Schweiz noch nicht offiziell zugelassen. Gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) werden die Tests derzeit in einem Labor in Genf auf ihre Validität überprüft. Ende Oktober werde man über den Einsatz von Schnelltests entscheiden, so das BAG gegenüber der «Südostschweiz».

Positives Testergebnis durch den Schnelltest für COVID-19, schnelle Antikörper-Point-of-Care-Tests. Labor, das einen Schnelldiagnosetest auf Antikörper durchführt, um das Vorhandensein von Antigenen COVID-19 zu erkennen.

Innerhalb kürzester Zeit sollen die Coronaschnelltests Resultate liefern. In der Schweiz werden sie derzeit auf ihre Validität überprüft. Bild: Shutterstock

Marcel Tanner, Epidemiologe und Mitglied der wissenschaftlichen Covid-Taskforce, sieht für die Schnelltests ein breites Einsatzfeld. «An Brennpunkten könnten Leute viel rascher getestet werden und nötigenfalls in Isolation geschickt werden. Zudem wäre der Einsatz bei Grossveranstaltungen eine Option», so Tanner gegenüber der «Sonntagszeitung».

Gefordert von:
Marcel Tanner, Epidemiologe
Olivia Keiser, Epidemiologin

Häufigkeit der Nennung:

Bild

bild: flaticon/watson

Obergrenze für private Feiern

Urs and Viviane I. get married at the Protestant Church in Affeltrangen in the canton of Thurgau, Switzerland, pictured on August 22, 2009. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Urs und Viviane I. lassen sich am 22. August 2009 in der evangelischen Kirche in Affeltrangen im Kanton Thurgau trauen. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Welche Regeln bei privaten Feiern gelten, obliegt derzeit auch der Entscheidungsgewalt der Kantone. Auch hier sind die Unterschiede gross: Im Kanton Nidwalden gilt für private Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen eine Maskenpflicht. In Genf dürfen sich nur noch maximal 100 Personen privat versammeln.

«Der private Bereich scheint zu vielen Ansteckungen zu führen. Deshalb fände ich eine Obergrenze sinnvoll.»

Isabella Eckerle, Virologin nzz

Die Virologin Isabella Eckerle fände eine nationale Obergrenze für private Veranstaltungen sinnvoll, wie sie in einem Interview mit der NZZ diese Woche sagte.

Gefordert von:
Isabella Eckerle, Virologin
Olivia Keiser, Epidemiologin

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Verbot von Grossveranstaltungen

ARCHIVBILD ZUR ERLAUBNIS VON VERANSTALTUNGEN MIT MEHR ALS 1000 PERSONEN AB OKTOBER DURCH DEN BUNDESRAT, AM MITTWOCH, 12. AUGUST 2020 - Die Schwingerarena beim traditionellen Schwing und Aelplerfest auf der Rigi vom Sonntag, 14. Juli 2019. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Bild: keystone

Seit dem 1. Oktober sind Grossveranstaltungen ab 1000 Personen wieder erlaubt. Gemäss Gesundheitsminister Alain Berset habe man mit den Grossevents «grundsätzlich positive» Erfahrungen gemacht. Auch Epidemiologe Matthias Egger will die Grossveranstaltungen nicht verbieten. «Es ist bisher zu keinem Superspreader-Fall gekommen», begründet Egger gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Anderer Meinung ist Nicola Low. Die Epidemiologin in der Task Force des Bundes warnt vor grösseren Veranstaltungen. Diese sind meiner Meinung nach derzeit zu riskant, sagte sie im Gespräch mit watson.

Gefordert von:
Nicola Low, Mitglied Covid-19-Taskforce

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