Justiz
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Sex ohne Zustimmung soll als Vergewaltigung anerkannt werden



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(Shutterstock)

Die Frau soll deutlich Ja sagen zum Sex. Bild: Shutterstock

Sex ohne Zustimmung ist Vergewaltigung. Das schreibt die Frauenstreikkoordination zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Deshalb fordert sie im Zusammenhang mit Vergewaltigung den Grundbegriff der Zustimmung.

Die feministischen- und Frauen*streik-Kollektive der Schweiz setzen sich bei der Revision des Strafgesetzbuches dafür ein, dass der Grundbegriff der Zustimmung angewendet wird. Denn heute müsse ein Zwang nachgewiesen werden, damit eine Vergewaltigung von der Justiz anerkannt werde, teilten diese Organisationen am Dienstag mit.

Diese Tatsache missachte die «fassungslose Erstarrung», von der viele vergewaltigte Personen erzählen würden. Ebenso wenig respektiere diese Regelung die Istanbuler Konvention, die unter anderem vorsehe, dass das Fehlen der Zustimmung bei der juristischen Definition der Vergewaltigung und anderer sexueller Gewalt ausschlaggebend sein soll. Die Konvention wurde 2011 vom Europarat ausgearbeitet und soll einen europaweiten Rechtsrahmen schaffen, um Frauen vor Gewalt zu schützen.

Gemäss Mitteilung haben in der Schweiz 22 Prozent der Frauen im Verlauf ihres Lebens unerwünschte sexuelle Angriffe erlitten, und 12 Prozent wurden schon zu Geschlechtsverkehr gegen ihren Willen gezwungen. Aus Scham darüber, was ihnen passiert sei, erhebe die Mehrheit jedoch keine Klage.

Der feministische Streik und der Frauen*streik fordern zudem angemessene Finanzierung von Präventions- und Erziehungsmassnahmen gegen sexistische und sexuelle Gewalt und Unterstützung von zivilgesellschaftlichen Strukturen, die im Kampf gegen sexistische und sexuelle Gewalt aktiv sind.

Der morgige Mittwoch (25. November) ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. In der Schweiz werden an vielen Orten Mobilisierungen zu diesem Thema stattfinden, unter Einhaltung der Einschränkungen, welche die Pandemie erfordert, wie es weiter heisst. (aeg/sda)

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