DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Joe Biden war auf seinem Europa-Trip bisher nicht immer auf der Höhe.
Joe Biden war auf seinem Europa-Trip bisher nicht immer auf der Höhe.
Bild: keystone

3 merkwürdige Momente mit Joe Biden vor dem Treffen mit Wladimir Putin

15.06.2021, 14:21

Mit Spannung blickt die Welt in den kommenden Stunden in die Schweiz. In Genf wird es am Mittwoch zum Gipfeltreffen zwischen Joe Biden und Wladimir Putin kommen. Die Gespräche zwischen dem Präsidenten der USA und dem russischen Präsidenten sind wegweisend. Die beiden Staatschefs sagten, die Beziehung sei an einem Tiefpunkt angelangt.

>>> Das Gipfeltreffen im Liveticker

Die beiden Lager dürften sich im Vorfeld genauestens analysiert und allfällige Schwächen ausgemacht haben. Dabei dürfte sich Wladimir Putin in den vergangenen Stunden einige Male ins Fäustchen gelacht haben. Denn der Europa-Trip von Biden ging bis jetzt nicht pannenfrei über die Bühne.

Biden verwechselt Syrien und Libyen

Ein wichtiger Gesprächspunkt werden internationale Konflikte sein. Unter anderem jener in Syrien, wo Russland seit Jahren Truppen stationiert hat und das Regime von Baschar al-Assad unterstützt. Am Sonntag sprach Joe Biden in Cornwall im Rahmen des G7-Treffens die russische Truppenstationierung an – allerdings verwechselte er Syrien mit Libyen. Und das gleich drei Mal.

So sagte der US-Präsident: «Wir können mit Russland zusammenarbeiten, zum Beispiel in Libyen. Wir sollten die Grenzübergänge öffnen, um Nahrungsmittelhilfe und Wirtschaftshilfe leisten zu können. Lebenswichtige Hilfe für eine Bevölkerung, die in echten Schwierigkeiten steckt.»

Russland habe sich über internationale Normen hinweggesetzt, so Biden weiter, und werde nun an richtigen Problemen zu kauen haben. «Zum Beispiel der Wiederaufbau von Syrien, von Libyen.» Er sei aber hoffnungsvoll, dass man eine gemeinsame Lösung finden werde, um Leben zu retten, «etwa in Libyen.»

Später sagte der Nationale Sicherheitsberater, Jake Sullivan, dass Joe Biden nicht Libyen, sondern Syrien gemeint habe.

Johnson korrigiert Biden

Merkwürdig mutete auch ein Moment während einer Diskussionsrunde der G7-Staaten an. Der britische Premierminister Boris Johnson stellte der Reihe nach drei Teilnehmer vor, die neu zu den Gesprächen stiessen: den indischen Premierminister Narendra Modi, den südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa und den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in.

Johnson war mit seinen Ausführungen noch nicht zu Ende, da unterbrach ihn Joe Biden.

«Und der Präsident von Südafrika», sagte der US-Präsident.

Dabei hatte Johnson dessen Namen nur Sekunden zuvor bereits erwähnt.

«Und der Präsident von Südafrika, wie ich vorher gesagt habe», entgegnete Johnson.

«Oh, das haben Sie?», meinte darauf Biden.

«Ja, das habe ich garantiert», sagte Johnson, der den US-Präsidenten mit einer Handbewegung abtat.

Pressekonferenz beginnt zwei Stunden zu spät

Zu reden gab auch die Pressekonferenz von Montagabend nach dem Nato-Gipfel in Brüssel. Die Medienschaffenden mussten sich zwei Stunden gedulden, ehe der US-Präsident endlich ans Mikrofon trat. Die US-Delegation blieb eine Erklärung schuldig, weshalb die Pressekonferenz mit einer zweistündigen Verspätung begann.

Das in der Regel gut informierte Magazin Politico mutmasste, dass ein Tweet des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die Verspätung ausgelöst haben könnte. Während Biden eigentlich hätte auftreten sollen, twitterte Selenskyj, die Nato-Mitglieder hätten bestätigt, dass die Ukraine ein Mitglied des Bündnisses werde. Für einen kurzen Moment sah es so aus, als wäre dies bereits beschlossene Tatsache.

Ein solcher Schritt kurz vor dem Treffen zwischen Biden und Putin hätte natürlich massive Konsequenzen gehabt. Zumal die Lage in der Ostukraine nach wie vor sehr angespannt ist und die Nato die russische Annexion der Krim-Halbinsel als völkerrechtswidrig betrachtet.

Selenskyj sagte am Montag gegenüber Reportern, dass er eine klare «Ja-oder-Nein-Antwort» von Biden wolle, ob die Ukraine in die Nato aufgenommen werde. Eine solche blieb der US-Präsident jedoch schuldig. Als Biden sich mit zwei Stunden Verspätung auf die Bühne begab, sagte er zwar, dass die Nato hinter der «Souveränität und der territorialen Integrität» der Ukraine stehe.

Biden wollte jedoch nicht bestätigen, dass die Ukraine der Nato beitreten wird. «Das hängt davon ab, ob sie die Kriterien erfüllen», so der Demokrat. «Tatsache ist, dass sie immer noch mit der Korruption aufräumen müssen. Sie müssen auch noch andere Kriterien erfüllen. Das bleibt abzuwarten.»

Mit der unkoordinierten Kommunikation sendeten die Ukraine und die Nato-Staaten nicht gerade ein Signal der Stärke nach Moskau.

Doch damit nicht genug. Joe Biden hatte auch sichtlich Mühe, eine richtige Antwort zu finden, als ihn ein CNN-Journalist fragte, ob er Wladimir Putin nach wie vor als «Killer» bezeichnen würde. Der US-Präsident zögerte sehr lange, ehe er einer konkreten Antwort mehr oder weniger auswich.

Ein souveräner Auftritt sieht definitiv anders aus. (cma)

Putin kann auch Piano spielen. Also er versucht es zumindest

Video: watson/Roberto Krone
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Joe Biden - sein Leben in Bildern

1 / 22
Joe Biden - sein Leben in Bildern
quelle: https://joebiden.com/joes-story/
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Die Ungeimpften lassen uns im Stich»: Nun reden auch Republikaner Klartext

Bei den Corona-Impfungen werden die USA vom Vorbild zum Sorgenkind. Gleichzeitig nehmen die Hospitalisierungen stark zu. Selbst republikanischen Politikern wird es mulmig.

Am ersten Arbeitstag verkündete US-Präsident Joe Biden ein vermeintlich ambitioniertes Ziel: In seinen ersten 100 Amtstagen sollten in den USA eine Million Menschen pro Tag gegen das Coronavirus geimpft werden. In der Realität wurde die Vorgabe weit übertroffen: Auf dem Höhepunkt der Kampagne waren es bis zu drei Millionen Impfungen täglich.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Die USA schienen auf bestem Weg, die Corona-Pandemie zu besiegen. In immer mehr Bundesstaaten wurden die …

Artikel lesen
Link zum Artikel