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Schueler der staedtischen Grundschulen in Chiasso machen einen freiwilligen Covid-19 Speicheltest am Montag, 29. Maerz 2021 in Chiasso. Die Kinder nehmen dazu fuer einige Sekunden eine Fluessigkeit in den Mund, die sie anschliessend in einen  Speichelbehaelter spucken. (KEYSTONE/Ti-Press /Davide Agosta)

Eine Schülerin bei einem Speicheltest in ihrer Schule in Chiasso TI. Bild: keystone

Fallzahlen bei jungen Menschen steigen – und Schuld daran sind nicht Massentests

Viele junge Menschen infizieren sich mit dem Coronavirus. Obwohl sie gute Chancen auf einen milden Verlauf haben, zieht der Anstieg der Fallzahlen Konsequenzen nach sich.



Die Fallzahlen der Schweiz werden aktuell vor allem durch Infektionen unter jungen Menschen in die Höhe getrieben. Die höchste Inzidenz weisen die 20- bis 29-Jährigen aus, wo für letzte Woche 242 Fälle pro 100'000 Einwohner dokumentiert wurden. Dicht danach folgen die 10- bis 19-Jährigen mit einer Inzidenz von 232.

Mobile User: Scrolle in der Grafik nach rechts für die aktuellsten Zahlen

Bereits im Herbst wiesen die jungen Menschen in der Schweiz die höchste Inzidenz auf. Damals waren allerdings auch die ältesten Personen in der Schweiz deutlich mehr betroffen – diese wurden in den letzten Wochen nicht zuletzt dank der Impfung weniger oft positiv getestet.

Entwicklung Inzidenz über die gesamte Pandemiezeit

Inzidenz Altersklassen Covid

Hinweis: In der ersten Welle im Frühling 2020 wurden oft nur Personen aus der Risikogruppe getestet. Unter den Jungen vermutet man für damals ebenfalls eine höhere Inzidenz. Bild: watson/lea

Die Gründe für die hohe Inzidenz unter Jungen

Dass jüngere Menschen erneut am häufigsten von der Pandemie betroffen sind, überrascht wenig. Schliesslich gelten im Vergleich zum letzten Frühling deutlich weniger strikte Massnahmen. So findet beispielsweise der Unterricht an Oberstufen vor Ort statt. Auch an Berufs- und Maturitätsschulen gibt es wieder physische Kontakte.

Ausserdem kommen in der Freizeit wieder mehr junge Menschen zusammen. Personen mit Jahrgang 2000 oder jünger dürfen sich seit Wochen wieder für sportliche Aktivitäten treffen, während dies für ältere Personen vielerorts erst seit dieser Woche wieder möglich ist.

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Dass alleine durch Massentests an Schulen mehr Infektionen unter Jugendlichen festgestellt werden, ist eher unwahrscheinlich. Die Resultate dieser Spucktests tauchen zwar in der BAG-Statistik nicht auf – positive Resultate müssen jedoch mit PCR-Tests validiert werden und würden spätestens dann vom Bundesamt für Gesundheit erfasst.

Vergleicht man Kantone mit Massentests an Schulen mit dem gesamtschweizerischen Schnitt, zeigt sich kaum ein Unterschied. Die beiden Kantone Zug und Basel-Land testen seit mehreren Wochen systematisch an Schulen – ihre Indizenz bei den 10- bis 19-Jährigen bewegt sich aber ungefähr im gleichen Rahmen.

Basel-Land testet seit Anfang Februar alle freiwilligen Schüler und Lehrpersonen einmal wöchentlich auf das Coronavirus. Laut Angaben der Baselbieter Behörden nehmen rund 80 Prozent der Schüler teil.

Seit März arbeitet auch der Kanton Zug mit Massentests an Schulen. Laut dem Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri ist die Aktion ein Erfolg: Es seien bereits einzelne Corona-Ausbrüche festgestellt worden.

Der Kanton Uri beginnt diese Woche mit Massentests an Schulen. Auch andere Kantone diskutieren zurzeit über deren Einführung.

Der Faktor Virenmutation

Bereits kurz nach Auftauchen der britischen Mutation wurden Hinweise bekannt, dass sich die Virenvariante unter jungen Menschen besonders schnell ausbreiten soll. Die Datenlage war allerdings noch sehr dünn. Heute, rund vier Monate später, weiss man, dass sich B.1.1.7 bevorzugt unter Kindern und Jugendlichen ausbreitet. Rund 98 Prozent aller Infektionen in der Schweiz sind inzwischen auf die britische Variante zurückzuführen.

Allerdings hielten Forscher des britischen King's College Hospital in einem Bericht fest, dass schwere Verläufe bei Kindern und Jugendlichen ein seltenes Ereignis bleiben. B.1.1.7 führt also offenbar nicht häufiger zu schwereren Verläufen.

Die Konsequenzen können gravierend sein

Auch wenn eine Corona-Infektion bei den allermeisten jungen Menschen mild verläuft, zieht eine hohe Inzidenz trotzdem Folgen nach sich. Stecken beispielsweise asymptomatische Junge ihre Eltern oder andere Bekannte aus der Alterskategorie 45 bis 60 an, betrifft das eine der aktuell vulnerabelsten Gruppe – denn sie hatte bisher noch keinen Anspruch auf die Impfung. Entsprechend melden Intensivstationen einen Anstieg in genau dieser Altersklasse.

Nicht zuletzt gilt es, auch Junge vor schweren Verläufen und «Long Covid» zu schützen. Studien aus den Niederlanden zeigen, dass Junge mit gewissen genetischen Voraussetzungen sehr hart von Corona getroffen werden können. Laut ersten Erhebungen gibt es einen Zusammenhang zu einem Rezeptor auf dem X-Chromosom. Entsprechend sind sechs von sieben Betroffenen männlich. Details dazu werden zurzeit in mehreren Ländern untersucht.

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