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Frauengeschichte Teaser

bild: watson

Frauen, die Geschichte schrieben, Teil I: Die ägyptische Traumfrau Kleopatra

Diese Serie widmet sich in kurzen Portraits auserlesenen Frauen, die den Lauf der Weltgeschichte massgeblich mitbestimmt haben.



Die Geschichte der Menschheit wurde lange Zeit nur von Männern geschrieben. Das heisst allerdings nicht, dass es keine bedeutende Frauen gab. Man hat ihnen nur lange keine Beachtung geschenkt. Diesem Ungleichgewicht wollen wir mit dieser Serie entgegentreten – und uns im 1. Teil mit der ägyptischen Traumfrau Kleopatra beschäftigen.

Kleopatra (69 v. Chr. - 30 v. Chr.)

«Die Nase der Kleopatra: wäre sie kürzer gewesen, das ganze Antlitz der Erde hätte sich verwandelt.»

Blaise Pascal (1623 - 1662), französischer Physiker und Philosoph

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Die hübsche Nase der Kleopatra macht auch bei «Asterix und Kleopatra» alle verrückt ... bild: mag.shock2

Ob es wirklich Kleopatras Nase war, die einen solchen Einfluss auf das Weltgeschehen hatte, kann man natürlich nicht sagen. Vielleicht war die ägyptische Herrscherin nicht einmal schön – schon gar nicht nach unserem Verständnis –, aber sie hatte das gewisse Etwas, mit dem sie die mächtigsten Männer des ersten vorchristlichen Jahrhunderts um den Verstand brachte. 

Als sie Cäsar das erste Mal zu Gesicht bekam, entstieg sie einem Sack mit Bettwäsche, mit dem sie sich in seinen Palast in Alexandria schmuggeln liess. Ihr 13-jähriger Bruder, Gatte und Thronbesetzer Ptolemaios XIII. sollte davon nichts mitkriegen. Cäsar war davon begeistert. Und zwar derart, dass er Kleopatra sofort in sein Gemach entführte und sie zur Herrscherin Ägyptens machte. Ihm selbst waren nur noch wenige Jahre als Alleinherrscher Roms beschieden. Am 15. März 44 v. Chr. wurde er von Cassius und Brutus während einer Senatssitzung mit 23 Dolchstichen ermordet. 

Nackt bis auf einen mit Perlen bestickten Tanga erschien die ägyptische Herrscherin vor dem zweiten Römer, der ihr restlos verfallen sollte: Marcus Antonius. Ihn brachte sie zum Glühen. Die beiden verband eine unerschöpfliche Leidenschaft, an der sich sein sonst so scharfer Verstand derart verbrannte, dass er alle seine Anhänger verlor. Er schenkte der «ägyptischen Hure» – wie sie in Rom genannt wurde – römische Provinzen und verfügte in seinem Testament, er wolle in Alexandria beigesetzt werden.

Das römische Reich im Bürgerkrieg (44-31 v. Chr)

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Nach Cäsars Ermordung kämpften Antonius und Cäsars Adoptivsohn Octavian (der spätere Kaiser Augustus) erst gemeinsam gegen die Heere der Cäsarmörder Brutus und Cassius. Als sie sie in der Schlacht bei Philippi schlugen, war ein für alle mal klar, dass Rom nie wieder eine Rebublik werden würde. Die Frage war nur noch, wer sein nächster Alleinherrscher werden würde: Antonius (grüner Bereich in der Karte) oder Octavian (violetter Bereich). bild. wikipedia

Als Antonius aber in der Seeschlacht bei Actium seine ganze Flotte gegen seinen Kontrahenten Octavian verlor, wusste er, dass alles vorbei war. Ein letztes Mal trank er sich mit seiner ägyptischen Frau das Leben schön. Dann stürzte er sich in sein Schwert. 

Kleopatra versuchte noch, den ägyptischen Thron für ihre Kinder zu retten, doch Octavian blieb kalt. Kaisarion, den sie mit Cäsar gezeugt hatte, liess er sofort umbringen – der 17-Jährige hätte Octavians Herrschaft in Frage stellen können. Dieser Mann, der später als Kaiser Augustus in die Geschichte eingehen sollte, war eher von der stumpfen Sorte. Ein schlaues, striktes Gemüt mit viel Sinn für Sitte und wenig für Sinnlichkeit. Kleopatras Liebreiz prallte an seiner Tugendhaftigkeit ab wie an einem eisernen Schild. 

Augustus von Prima Porta (20-17 v. Chr.), aus der Villa Livia in Prima Porta, 1863

Octavian, der spätere Kaiser Augustus, begründete die julisch-claudische Dynastie. Mit seiner Herrschaft endete der Schrecken der hundert Jahre dauernden Bürgerkriege. bild: wikimedia

Doch ganz sicher würde sie sich nicht an Octavians Triumphzug in Ketten durch die Strassen Roms schleifen lassen. Sie war keine Sklavin. Sie war eine Königin und als solche wollte sie auch sterben. Auf dem Grab ihres geliebten Antonius setzte sie sich der Überlieferung zufolge eine Giftschlange an die Brust. Mit Kleopatras Dahinscheiden starb auch das dreihundert Jahre alte Ptolemäerreich. 

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