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ARCHIV - Die Badegäste stehen in einer Hotelanlage im Wasser. Die EU-Umweltagentur EEA bescheinigt dem Großteil aller Badestellen in Europa eine hohe bis sehr hohe Wasserqualität. Die bei den Deutschen besonders beliebten Urlaubsländer Italien und Spanien landeten mit jeweils 88,4 Prozent an ausgezeichneten Badegewässern ebenfalls im vorderen Mittelfeld. (zu dpa

Ferien im Ausland sind in Zeiten von Corona nicht ohne Risiko – auch finanziell. Bild: keystone

Down by Law

Darf mir meine Arbeitgeberin Reisen in ein Risikoland verbieten?

Mit den weltweit steigenden Covid-19 Fallzahlen wird auch die Liste der Länder mit erhöhtem Ansteckungsrisiko immer länger. Da können deiner Arbeitgeberin deine Urlaubspläne durchaus ein Dorn im Auge sein. Darf sie aber deswegen Schweiz-Ferien verordnen?

Vera Beutler / lex4you by TCS
Vera Beutler / lex4you by TCS



Nein, darf sie nicht. Sie kann dir zwar grundsätzlich vorschreiben, wann du Ferien nehmen musst, nicht aber, wohin du reisen darfst. Du musst deiner Chefin die Reiseroute gar nicht erst verraten.

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«Wenn du keinen Bedarf an unbezahltem Urlaub hast, empfiehlt es sich, vor der Reise in ein Risikogebiet mit deiner Chefin zu sprechen.»

Kein Lohnanspruch während Quarantäne

Es steht dir arbeitsrechtlich gesehen auch frei, bewusst in ein Land zu fahren, das auf der Liste der Länder mit erhöhtem Ansteckungsrisiko ist. Deiner Chefin steht es umgekehrt frei, dir für die folgende zehntägige Quarantäne keinen Lohn zu zahlen. Auch von der Ausgleichskasse wirst du kein Geld sehen: Bei einer Quarantäne aufgrund einer Auslandsreise besteht kein Anspruch auf Erwerbsersatz.

Contentpartnerschaft mit TCS / lex4you.ch

Dieser Blog ist eine Contentpartnerschaft mit TCS Rechtsschutz und seiner interaktiven Rechtsauskunftsplattform lex4you.ch. Die Fragen stammen direkt aus dem Alltag von Rechtsschutzversicherten – kompetent beantwortet von der Juristin und Leiterin von lex4you.ch, Vera Beutler. Es handelt sich nicht um bezahlten Inhalt.

Wenn du keinen Bedarf an unbezahltem Urlaub hast, empfiehlt es sich, vor der Reise in ein Risikogebiet mit deiner Chefin zu sprechen. Allenfalls ist während der Quarantänezeit HomeOffice möglich.

Das Gespräch suchen solltest du auch, wenn du aus zwingenden Gründen in ein Risikoland reist, etwa weil da ein naher Angehöriger von dir verstorben ist. Auch in diesem Fall wirst du in Quarantäne gehen müssen, aber die Arbeitsverhinderung ist hier nicht verschuldet und deine Chefin muss grundsätzlich den Lohn weiterzahlen.

Kündigungsdrohung ernst nehmen

Wenn die Chefin von deiner Reise in ein Risikoland gar nicht begeistert ist und dir mit Kündigung droht, solltest du das ernst nehmen. Macht sie ihre Drohung wahr, dann ist die Kündigung zwar wohl missbräuchlich, bleibt aber gültig. Will heissen: Den Job bist du los, du hast jedoch Anrecht auf eine Entschädigung.

Gesetzlich möglich ist eine Entschädigung im Umfang von sechs Monatslöhnen, in der Praxis sprechen die Gerichte bei missbräuchlichen Kündigungen einen bis drei Monatslöhne Entschädigung zu.

Kein Lohn bei selbstverschuldeter Arbeitsunfähigkeit

Bei einer Reise in ein Risikoland kann es natürlich passieren, dass du das Corona-Virus erwischst und krank zuhause bleiben musst. Hier darf sich deine Arbeitgeberin auf den Standpunkt stellen, du seist selber schuld und sie müsse dir während deiner krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit keinen Lohn zahlen. Hat es sich um eine blosse Urlaubsreise gehandelt, würde ihr ein Gericht da möglicherweise recht geben. Auch hier hast du bessere Chancen auf Lohnfortzahlung, wenn du aus zwingenden Gründen in das Risikoland gereist bist und krank zurückkehrst.

Urlaubsland plötzlich auf Risikoliste?

Was nun, wenn du in den Ferien erfährst, dass dein Urlaubsland neu auf der Risikoliste gelandet ist? Darüber streiten sich aktuell die Juristinnen und Juristen. Mit der Frage, ob die Arbeitgeberin in diesem Fall während der Quarantäne weiterhin Lohn zahlen muss, wird sich wohl früher oder später ein Gericht auseinandersetzen müssen.

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