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«Wollte Parfum auftragen, habe erst nachher bemerkt, dass es Zahnspülung war.» 
bild: kafi freitag

FragFrauFreitag

Liebe Kafi. Das Thema Erziehung ist bei uns momentan gerade aktuell, da unsere 4-jährige Ihre Grenzen austestet. 



Und diese sind beim Schlagen bei uns absolut erreicht. Wir schlagen sie nicht, sie soll das bei uns auch nicht tun. Nun ist es jedoch so, dass ich eine Freundin habe, die diese «Erziehungsmassnahme» bei ihren Kindern einsetzt, was meine Tochter natürlich mitkriegt. Wie soll ich mich da verhalten? Bzw. Ihr das erklären?  Merci für deine Meinung. Lieber Gruss. Julia, 32

Liebe Julia

Wenn man von einem Tag zum anderen Eltern wird und plötzlich für ein kleines Menschli Verantwortung trägt und dieses erziehen soll, dann kann einen das ganz schön unsicher machen. Ich erinnere mich gut an diese Zeit zurück, es ist nicht immer einfach mit den neuen Marotten eines Kindes richtig umzugehen. Da ist es wichtig, dass man gut auf sich selber hört und den eigenen Instinkten folgt.

Wann immer ich von der Erziehungsmassnahme «Schlagen» höre oder lese, kommt mir subito die Jeanette Machhi-Meier in den Sinn. Die frühere E-rotic Sängerin, die anno dazumal gern in knappem Lack und Leder über die Bühne gefüdelet ist und nach ihrer Bekehrung zur ICF-Sekte den Kindern gerne eins ufs Füdeli gibt. Oder auch auf die Händli, je nach Alter, wie sie in der TV-Sendung Club (28:30) zum Besten gibt.

Wann immer ich sowas höre, muss ich fast Kotzen. Und ich bin selber mit ein paar Ohrfeigen aufgewachsen und ich habe an anderer Stelle auch schon gesagt, dass ich es kein Weltuntergang finde, wenn man als Eltern mal im Affekt so eine setzt. Aber wenn Schlagen systematisch in der Erziehung eingesetzt wird, dann sehe ich rot.

Solange Sie mit einer strunzdummen Person befreundet sind, die Schlagen nicht nur als Option, sondern als Erziehungsmethode sieht, wird Ihr Kind davon überzeugt sein, dass es ok ist.

Und darum frage ich mich ehrlich, wie Sie auf die Idee kommen, dieses Vorgehen Ihrem Kind erklären zu wollen. Ich höre Sie Dinge sagen wie «Gell Schätzeli, D'Jeanette haut am Aaron ab und zue eis ufs Füdli, aber mir mached das nöd». Und das geht dann weiter, dass Sie Ihrem Kind erklären, dass Rechtsradikale Ausländern die Fresse polieren, sie das aber nicht machen und etwas später erklären Sie Ihrem Sohn, dass Hitler die Juden hat vergasen lassen, Sie das aber nicht machen.

Ich frage Sie ernsthaft, wohin das Ganze führen soll. Sie können sich den Mund fusslig reden, dass Schlagen keine Option ist: Solange Sie mit einer Person befreundet sind, die Schlagen nicht nur als Option, sondern als Erziehungsmethode sieht, wird Ihr Kind davon überzeugt sein, dass es ok ist. Schliesslich heisst die Mama die Freundin gut und somit auch deren Art, wie diese mit Menschen umgeht. Wir Erwachsenen sind Vorbilder für unsere Kinder. Sie sind eins und Ihre Freundin auch. Sie können nicht von einem 4-jährigen Kind erwarten, dass es aufhört, zu schlagen und gleichzeitig mit einer Mutter, die genau dies tut, gemütlich käfelen.

Entweder Sie tun sich mit der strunzdummen Jeannette zusammen, singen am Sonntag im Chörli bei ICF poppige Lieder und versohlen im Anschluss danach Ihren Kindern den Arsch, oder Sie hinterfragen mal Ihre eigenen Werte und wie sich diese mit so einer Freundschaft vereinbaren lassen.

Mit nachdenklichem Gruss. Ihre Kafi Freitag

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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.

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Bild: Kafi Freitag

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