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Unsere Welt ist so, wie wir sie sehen wollen. 
bild: kafi freitag

FragFrauFreitag

Liebe Frau Freitag. In letzter Zeit widert mich die Menschheit zusehends an. 



Ich bin traurig und wütend über die Dinge, die hier vor unserer Haustür geschehen. Rassismus, Ausgrenzung, Intoleranz überall. Delfine, die «zu-Tode-geselfiet» werden, Asylheime, die angezündet werden, Politiker, die Intoleranz predigen, und Flüchtlinge, die aus Bussen gezerrt und bedroht werden – die Liste ist endlos. Das alles macht mich wahnsinnig wütend und auch hilflos. Geld spenden ist das eine, aber ich wünschte, ich könnte mich bei den so furchtbar behandelten Flüchtlingen persönlich entschuldigen, aber das geht nicht. Das Delfinbaby kann ich auch nicht wiederbeleben. Mehr als mein Stimmcouvert einwerfen für nächsten Sonntag kann ich auch nicht. Vielem stehen wir also ab einem gewissen Punkt ratlos und hilflos gegenüber. Wie kann ich mir den «Glauben an das Gute» bewahren mit all dem Hässlichen, das uns umgibt? Und was kann jeder von uns dazu beitragen, dass die Welt vielleicht wieder ein Spürchen freundlicher wird? Mirjam, 30

Liebe Mirjam

Was Sie da aufzählen, ist alles furchtbar. Furchtbar traurig, weil leider wahr. Und ja, es lässt auch mich hilflos und verzweifelt zurück. Und manchmal brauche ich auch eine Portion Extra-Lebensmut, um trotz allem weiter zu machen und an das Gute zu glauben.

Und das lohnt sich, liebe Mirjam. An das Gute glauben betont nämlich das Gute, während auf das Schlechte fokussieren nur noch mehr Schlechtes sichtbar macht. Und hier liegt die grosse Chance für Sie und für mich und für alle anderen. Wir haben die Wahl, was wir betonen und stärken wollen! Wenn Sie sich nun den negativen Gefühlen hingeben und traurig sind und bleiben, dann wird sich das früher oder später (eher früher) auf Ihr Umfeld auswirken. Sie werden immer mehr Negatives sehen in Ihrem Alltag und Sie werden mit der Zeit verdrossen und frustriert. Und frustrierte Menschen ziehen immer mehr Frust in ihr Leben, das ist ein bekanntes Phänomen. Ich beobachte das immer wieder an Mitmenschen, die sich dem Frust verschrieben haben und tagtäglich darin bestärkt werden, dass es die richtige Wahl ist. Wo sie hinsehen und hingehen, begegnen sie nur noch mehr davon und dies bestärkt sie wiederum in ihrer Überzeugung, dass alles schlecht ist. Eine Abwärtsspirale, in die man schnell einmal geraten kann. Wollen Sie das wirklich?

Oder möchten Sie nicht lieber in der Bewegung einer Aufwärtsspirale sein? Sie können heute und hier wählen und sich tagtäglich für Ihre Wahl starkmachen. Es ist relativ einfach, wenn man es mal begriffen hat. Legen Sie Ihren Fokus auf die guten Dinge in Ihrem Leben, mögen diese noch so klein sein. Dies wird früher oder später (eher früher) dazu führen, dass Ihnen wieder mehr Positives begegnet, Ihre Welt zu einer besseren wird.

Lasst uns den inneren Frieden pflegen, der uns in Zeiten wie diesen die Kraft behalten lässt, das Gute in die Welt hinauszutragen.

Sie werden jetzt vielleicht sagen: «Aber dadurch wird die Welt doch nicht besser, ich kann doch mit dem Kultivieren von Gutem in meinem Alltag nichts an der Flüchtlingstragödie ändern!» Und ich antworte Ihnen: Doch! Mit jedem einzelnen Lächeln, das Sie einem Mitmenschen schenken, wird diese Welt zu einer besseren. Jede Ihrer Handlungen und Ihrer Gedanken hat eine Auswirkung darauf. Jede positive Aktion führt wie eine Welle zu vielen weiteren positiven Aktionen. So wie jede negative zu vielen weiteren negativen führt. Wir alle kennen das, wenn man den Frust eines Menschen abbekommen hat, kann es einem so schnell passieren, dass man genau diesen an jemanden anders weitergibt. Eine Kettenreaktion, die nicht nur im Schlechten funktioniert, sondern auch im Guten!

Es gibt sogar wissenschaftliche Studien, die den Maharishi-Effekt belegen, welcher zeigt, dass ein einziges Prozent der Bevölkerung mit Ihren Gedanken in Form von Meditation Einfluss nehmen kann auf die Kriminalitätsstatistik einer ganzen Stadt. Wenn sich viele Menschen dem inneren Frieden widmen, anstatt durch die negativen Nachrichten, die uns jeden Tag erreichen, in Traurigkeit und Verzweiflung zu versinken, dann können wir etwas bewegen!

Die Statistik zeigt, dass unsere Welt zu einer friedlicheren und sichereren geworden ist, im Vergleich zu der Welt vor 100 Jahren. Das mag seltsam klingen in der Konfrontation all des Übels, das einem jeden Tag vor die Augen gespült wird. Aber es ist dennoch wahr! Die globalisierten Medien zeigen uns heute Katastrophen, die vor dem Internet vielleicht nie bis zu uns vorgedrungen wäre. Auch dies ist eine Art Fokus, der ausgewählt wird. Man kann watson schon für die Dichte an Katzenvideos verlachen, aber meine Chefs haben begriffen, dass man durch das Zeigen ausschliesslich negativer Dinge keine bessere Welt schafft!

Und nein, das bedeutet nicht, dass man die Augen vor all dem Übel in der Welt verschliessen und die Hände in den Schoss legen soll. Uns muss nicht die Sonne aus dem Arsch scheinen! Im Gegenteil! Wir müssen unbedingt spenden, zum Beispiel an die grossartige Organisation Ceriba, die mit vielen freiwilligen Helfern in Griechenland ist und tagtäglich Flüchtlinge aus dem Meer rettet und versorgt. Oder auch an die Ärzte ohne Grenzen, die immer überall als Erste vor Ort sind, wo Not herrscht. Wir müssen unsere Stimmen und Ärsche erheben und am 28. Februar zur Urne gehen und laut und deutlich NEIN sagen zu der Unmenschlichkeit einer Durchsetzungs-Initiative.

All dies müssen wir tun. Und gleichzeitig den inneren Frieden pflegen, der uns in Zeiten wie diesen die Kraft behalten lässt, das Gute in die Welt hinauszutragen.

Fragen an Frau Freitag? ​ 

Hier stellen! 

Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.

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Bild: Kafi Freitag

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