Blogs
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Corona wirkt sich auch auf den 13. Monatslohn aus. Bild: keystone

Money Matter

«Was bedeutet Kurzarbeit für den 13. Monatslohn?»

Werner (34): «Ich bin seit Mai auf Kurzarbeit. Was heisst das jetzt eigentlich für die Höhe meines 13. Monatslohns?»

Leo Hug / Comparis



Lieber Werner

In der Schweiz bezahlen viele Unternehmen Ende Jahr einen 13. Monatslohn aus. Manchmal wird der Dreizehnte auch anteilsmässig halbjährlich oder sogar monatlich überwiesen. Unternehmen sind zwar nicht von Gesetzes wegen verpflichtet, einen 13. Monatslohn auszuzahlen. Wird aber im Arbeitsvertrag oder übergeordnet in einem Gesamtarbeitsvertrag eine entsprechende Vereinbarung getroffen, dann ist der Dreizehnte keine freiwillige Leistung des Arbeitgebers wie etwa eine Gratifikation. Es handelt sich um einen Lohnanteil, auf den du denselben Anspruch hast wie auf die übrigen zwölf Monatslöhne. Entscheidend ist ohnehin der Jahreslohn – ob in 12, 13 oder noch mehr Tranchen ausbezahlt, ist nebensächlich.

Die Kurzarbeitsentschädigung beträgt 80 Prozent des berücksichtigten Verdienstausfalls. Wer zum Beispiel zu 100 Prozent auf Kurzarbeit gesetzt ist, erhält für diese Zeit anteilsmässig 80 Prozent seines Jahreslohnes. Das schliesst auch den Dreizehnten ein.

Abzug auch bei Anstellungen im Stundenlohn

Contentpartnerschaft mit Comparis.ch

Dieser Blog ist eine Contentpartnerschaft mit Comparis.ch. Die Fragen in dieser Rubrik wurden dem Kundencenter von Comparis gestellt und von Experten beantwortet. Die Antworten werden als Ratgeber in dieser Rubrik veröffentlicht. Es handelt sich nicht um bezahlten Inhalt. (red)

Etwas komplizierter verhält es sich bei Anstellungen im Stundenlohn. Auch bei diesem Arbeitsverhältnis kann ein 13. Monatslohn vereinbart werden. Auf die einzelnen Lohnauszahlungen wird dann jeweils ein Zwölftel bzw. 8,33 Prozent dazugeschlagen. Für die Berechnung der Kurzarbeitsentschädigung fehlt aber ein vertraglich bestimmter Jahreslohn. Darum wird die durchschnittliche Arbeitszeit der letzten 12 Monate verwendet und bei Kurzarbeit um 20 Prozent dieses Betrages gegebenenfalls einschliesslich des Dreizehnten gekürzt.

Unveränderte Einzahlungen in die Sozialversicherungen

Nicht von der Kurzarbeitskürzung betroffen sind die Beiträge an die Sozialversicherungen. Die Abzüge für AHV/IV und Pensionskassen-Obligatorium werden weiter auf der Basis des ursprünglichen Jahreslohnes berechnet. Folglich muss auch vom Dreizehnten der gleiche Betrag für Sozialversicherungen abgezogen werden wie ohne Kurzarbeit fällig wäre. Kurzarbeitenden werden also auf einem achtzigprozentigen Bruttolohn Sozialversicherungsabgaben eines hundertprozentigen Einkommens abgezogen. Das bedeutet, dass die Sozialversicherungsabzüge bei Kurzarbeit etwas stärker ins Gewicht fallen.

Egal ob du fest oder im Stundenlohn angestellt bist: Der Dreizehnte wird bei Kurzarbeit wie der Grundlohn behandelt und anteilsmässig um 20 Prozent gekürzt.

Viele Grüsse von Comparis.ch

Fragen? Fragen!

Hast du noch Fragen zu diesem Thema? Oder hast du eine Frage, die die Comparis-Experten einmal beantworten sollten? Dann schreib eine E-Mail an money-matter@comparis.ch!

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

So clever gehen die Menschen mit den Einschränkungen um

Risikopatient Mattia:"Es ist mein grösster Wunsch, dass die Corona-Krise bald vorbei ist"

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

15
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Amaranth17 17.07.2020 12:57
    Highlight Highlight Die 8.33%, die bei Stundenlöhnern dazugeschlagen werden, sind in aller Regel aber nicht der 13. Monatslohn sondern die Ferienentschädigung (52 Gesamtwochen geteilt durch 48 Arbeitswochen bei 4 Wochen Ferien).

    Wird bei Stundenlöhnern der 13. Monatslohn monatlich ausgezahlt, wird er als solcher ausgewiesen und in der Regel mit Bruttolohn geteilt durch 12 berechnet und nicht mit 8.33%.
    • ands 18.07.2020 08:14
      Highlight Highlight 1
    • ands 18.07.2020 08:16
      Highlight Highlight Der Bruttolohn geteilt durch 12 ergibt 8.33% des Bruttolohns.
    • Amaranth17 18.07.2020 12:16
      Highlight Highlight Das stimmt natürlich, trotzdem wird der 13. Monatslohn selten bis nie so auf der Lohnabrechnung aufgeführt.

      Die 8.33% stehen meistens für die Ferienentschädigung, weil diese den Stundenlöhnern zusteht und zwingend separat aufgeführt werden muss (bei 5 Wochen Ferien sinds dann 10.64%). Für die Fälle in denen ein Stundenlöhner also einen 13. Monatslohn hat, müsste es also zumindest 2 Zuschläge geben.
  • Vernunft wo bisch 17.07.2020 10:56
    Highlight Highlight Wie ist das, ich wurde ohne mein wissen auf KA gesetzt, hab das auch erst im nachinein erfahren. Trozdem 100% gearbeitet.
    Bekomm ich jetzt 100% vom 13. Oder nicht?
    • mrgoku 17.07.2020 11:20
      Highlight Highlight Wenn du auf KA gesetzt wurdest, aber nichts davon wusstest und ganz normal gearbeitet hast, scheint mir das nicht sehr regelkonform
    • Vernunft wo bisch 17.07.2020 11:26
      Highlight Highlight Ich habe sogar mehr gearbeitet als normal.
      Ich dachte auch dass das fischig riecht
    • Furioso 17.07.2020 11:45
      Highlight Highlight Die Einverständnis für Kurzarbeit muss vom Mitarbeiter unterschrieben werden. Falls du nichts davon gewusst hast (wenn du das unterschrieben hättest, wüsstest du ja wohl davon) ist es ganz sicher nicht regelkonform.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kanuli 17.07.2020 10:33
    Highlight Highlight Ist ja nur logisch. Der Jahreslohn durch 12, ergäbe monatlich eine Summe. Der Monatslohn durch 13, ergibt die gleiche Summe, aber eben pro Monat minus 1/12. Dies wird dann beispielsweise jährlich ausbezahlt, was bei 100% Job, ohne Einschränkungen einen vollen Monatslohn entspricht. Wird nun ein Monat gekürzt, entfällt die gleiche Kürzung natürlich auch auf den Anteil des 13. (auf diese abgezogenen 1/12). Dabei wird aber nur der Anteil gekürzt, für die Zeit die man auf Kurzarbeit war. Also halbes Jahr auf 80%, ist der 13. auch nur um 10% zu reduzieren.
  • This_is_Karmaaa 17.07.2020 09:58
    Highlight Highlight Ja, wie jetzt? Soll man den 13. Analog einem vollen Monatslohn auszahlen, ohne Corona, oder, rechnet man den erhaltenen Jahreslohn durch 12?

Yonnihof

Von Schlafschafen und Aluhüten: Der Tanz mit den Extremen

Wenn man nur noch Extremmeinungen hört, fehlt die Stimme der Mitte.

Einen Text in die Richtung dessen, was ich hier nun zu schreiben versuche, schlug ich schon einmal zu Faden. Damals war Corona noch ausschliesslich ein Bier. Der Grund für jene Kolumne war die Debatte über Extrempole der Modeindustrie. Ein Kleiderhersteller hatte gerade eine Plus Size-Linie herausgegeben und Models für deren Präsentation ausgewählt, die stark übergewichtig waren – und selbstverständlich zerfleischten sich die Leute in den Kommentaren darüber, was gesund und was …

Artikel lesen
Link zum Artikel