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epa08432000 Member of the French National Assembly and former member of La Republique Em Marche (LREM) Paula Forteza poses for photographs ahead of a parliamentary session in Paris, France, 19 May 2020. Emmanuel Macron has lost the outright majority at the France's lower house of parliament after defectors from his ruling party announced the creation of a new group 'Ecology, Democracy, Solidarity', including Paula Forteza.  EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON

Sie gehört zu den erklärten Gegnerinnen der StopCovid-App: die Abgeordnete Paula Forteza, Parteikollegin von Emmanuel Macron. Bild: EPA

Analyse

Darum ist Frankreichs «StopCovid»-App aus Schweizer Sicht ein Schuss in den Ofen

Der Start der französischen Corona-Warn-App wird von Misstönen begleitet. Das hat nicht nur mit dem umstrittenen zentralisierten Ansatz zu tun.



Dieser Tage lohnt sich der Blick über die Landesgrenze nach Frankreich. Unsere Nachbarn im Westen haben am 27. Mai – dem Journée Nationale de la Résistance – den Widerstandskämpfern des Zweiten Weltkriegs gedacht.

Kriegsrhetorik ist neuerdings wieder «en vogue». Neben dem Kampf gegen den islamistischen Terror hat Staatspräsident Emmanuel Macron den Coronaviren den Krieg erklärt. Das Land wurde schwer getroffen von der Pandemie – und die Regierung nutzt offensichtlich die Gunst der Stunde, um den staatlichen Sicherheits-Apparat auszubauen.

Ausgerechnet am Mittwoch, zur Résistance-Feier, gab das französische Parlament seinen Segen zu der von der Regierung geplanten Tracing-App «StopCovid». Das ist eine freiwillige App, die allerdings höchst umstritten ist im Land.

Aus Schweizer Sicht interessant: Das zentralisierte Tracing-System ist nicht kompatibel mit der SwissCovid-App. Dies schliesst eine länderübergreifende Funktionsweise aus, was für Grenzgänger und Touristen sehr schlecht wäre.

Frankreich rüstet auf

Die «Grande Nation» gehöre zu den Staaten, die in der Krise Überwachungsmöglichkeiten ausbauen und sämtliche Massnahmen mit der Covid-19-Bekämpfung begründen, schreibt ein kritischer Beobachter bei netzpolitik.org.

Zu den französischen Big-Brother-Plänen gehörten:

Dazu passt das zentralisierte Tracing-System «StopCovid», bei dem die Smartphone-«Begegnungen» der Bürger in einer zentralen Datenbank gespeichert werden sollen.

Die französische Regierung argumentiert, das zentralisierte System ermögliche einen besseren Einblick in die Verbreitung von Covid-19 und man könne so besser herausfinden, welche Benutzer am meisten gefährdet sind. Befürworter des Datenschutzes warnen jedoch davor, dass dadurch neue Wege für die staatliche Überwachung geschaffen werden.

Am Mittwoch hat das Parlament die geplante nationale Corona-Warn-App grundsätzlich gutgeheissen. «StopCovid» soll nun trotz massiver Proteste aus der Zivilgesellschaft über das lange Pfingstwochenende lanciert werden.

In der französischen Nationalversammlung hatten zwei wichtige Punkte zu diskutieren gegeben:

Der 1. Punkt kann mit einem klaren Ja beantwortet werden, die Wissenschaft warnt vor beträchtlichen Risiken und ungelösten Problemen rund um den Datenschutz, wie wir gleich sehen.

Beim 2. Punkt, der Frage nach dem Nutzen, ist noch vieles unklar, doch sie muss wohl mit Nein beantwortet werden. Dies zeigt das Beispiel Grossbritannien. Auf der Isle of Wight lässt der National Health Service (NHS) von der heimischen Bevölkerung eine vergleichbare Corona-Warn-App testen, die ohne Apple-Google-Schnittstelle auskommen muss (siehe unten).

Zur Erinnerung: Bei der Entwicklung nationaler Corona-Warn-Apps in Europa gibt es zwei Philosophien, respektive «Protokollfamilien», die sich grundsätzlich unterscheiden: «dezentrale» Protokolle und «zentralisierte» Protokolle.

Bei dezentralen Tracing-Systemen haben Behörden sehr beschränkten Zugriff auf User-Daten, die Privatsphäre bleibt gewahrt. Allerdings sind Deanonymisierungs-Angriffe möglich: Dabei könnte über die illegale Analyse des von Smartphones ausgehenden Datenverkehrs herausgefunden werden, ob sich einzelne User mit Covid-19 angesteckt haben.

Bei zentralisierten Tracing-Systemen lassen sich auf Server-Ebene zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen treffen, um Deanonymisierungs-Attacken (gegen einzelne App-User) zu erschweren. Der Staat erhält dafür aber Zugriff auf sämtliche Bluetooth-Kontaktdaten und könnte davon ausgehend umfassende Kontaktprofile (Social Graph) erstellen.

Dies lehnen nicht nur die Entwickler dezentraler Tracing-Systeme ab, sondern auch Apple und Google. Die Betreiber der weltweit dominierenden Smartphone-Plattformen Android und iOS stellen auf Betriebssystem-Ebene eine neue Schnittstelle (Exposure Notification API) für Bluetooth-basierte Proximity-Tracing-Apps zur Verfügung. Diese Schnittstelle soll einen sicheren, energieeffizienten und plattformübergreifenden Datenaustausch gewährleisten und dafür sorgen, dass die Bluetooth-«Kontakte» selbst dann zuverlässig registriert werden, wenn die Mobilgeräte im Ruhezustand sind.

«StopCovid»-Screenshots:

Bild

screenshots: techcrunch.com

Das Problem: Die französische App kann diese Schnittstelle nicht nutzen, weil Apple und Google aus Datenschutzgründen nur dezentrale Tracing-Systeme unterstützen.

Zwar setzt StopCovid wie andere Corona-Warn-Apps auf Bluetooth Low Energy (BLE). Eine Gruppe französischer Forschungsinstitute und Privatunternehmen hat jedoch mit dem «ROBERT»-Protokol eine Lösung erarbeitet, die ohne Apple-Google-Schnittstelle auskommen soll. Wie gut diese Technik funktioniert, wird sich ab nächster Woche zeigen. Erfahrungen aus Singapur, Australien und weiteren Ländern mit zentralisierten Tracing-Systemen verheissen nichts Gutes.

Apple, Google und die Atombomben

Frankreichs Alleingang sorgt seit Monaten für Diskussionen und negative Schlagzeilen. Die Regierung versucht, Druck auszuüben auf Apple. In Verhandlungen mit der Apple-Führung verlangten französische Regierungsvertreter, Sicherheitsmechanismen zu lockern, die sich gegen die missbräuchliche Verwendung von BLE-Signalen richten. Ohne Erfolg.

Wie in anderen Ländern, die eine Tracing-App lancieren, sollen auch Frankreichs Smartphone-User die App freiwillig nutzen. Eine Abstimmung im Parlament wäre nicht zwingend erforderlich gewesen, aber die Regierung hofft, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger hinter sich zu scharen. Dafür appelliert man an die patriotischen Gefühle und die Abneigung, die viele Landsleute gegenüber US-Techkonzernen hegen.

Dies wird auch aus den jüngsten Äusserungen von Regierungsvertretern im Parlament deutlich.

«22 Länder haben sich dafür entschieden, eine Contact-Tracing-App zu entwickeln, die sich auf die von Apple und Google entwickelte Schnittstelle stützt. 22 Länder, aber nicht Frankreich und Grossbritannien. Und das ist kein Zufall, denn diese beiden Länder verfügen auch über Atomwaffen.»

Cédric O, Staatssekretär

Der zuständige französische Regierungsbeamte, Staatssekretär Cédric O, gefällt sich in der Rolle als Verteidiger der digitalen Souveränität des Landes. Aber stimmt das?

«Nein, die Debatten über das zentralisierte und dezentralisierte Design des Protokolls überschneiden sich nicht mit den Debatten über die digitale Souveränität und die Abhängigkeit von Technikgiganten.»

Paula Forteza, Abgeordnete der liberalen Partei La République En Marche

Tatsächlich hat sich eine unheilige Allianz aufgebaut gegen die Regierungspläne. Die StopCovid-App reihe sich ein in «eine Serie freiheitsfeindlicher Gesetze», kritisierte ein anderer Abgeordneter von der Linkspartei La France Insoumise. Er bezweifle, dass die Datensicherheit gewährleistet werden könne. Und die rechtsextreme Politikerin Marine Le Pen («Rassemblement National») meinte: «Wir amüsieren die Leute mit einer App, dabei fehlen uns die wichtigsten Instrumente zum Infektionsschutz wie Tests und Schutzmasken.»

epa08432144 Member of the French National Assembly and former member of La Republique Em Marche (LREM) Paula Forteza wears a protective facial mask as she speaks with journalists ahead of a parliamentary session in Paris, France, 19 May 2020. President Macron has lost the outright majority at the France's lower house of parliament after defectors from his ruling party announced the creation of a new group 'Ecology, Democracy, Solidarity', including Paula Forteza.  EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON / POOL

Die französische Politikerin Paula Forteza stellt den Nutzen der Corona-App grundsätzlich infrage. Bild: EPA

Die Epidemie sei noch nicht zu Ende, deshalb müsse «jedes Mittel» zum Infektionsschutz genutzt werden, erwiderte der Gesundheitsminister Olivier Véran. Und der Digitalstaatssekretär Cédric O warnte vor noch mehr Toten.

Gleichzeitig behauptete der 37-jährige Regierungsbeamte, «StopCovid» sei unabhängig von Apple und Google. Peinlich für O: Die Nichtregierungsorganisation La Quadrature du Net korrigierte umgehend seine Darstellung und teilte mit, die App nutze die Captcha-Technik, bei der personenbezogene Daten an Google weitergeleitet werden.

«DESIRE» und «ROBERT» – oder: Es ist kompliziert

Die Anwaltskammer in Paris habe schon mal davon abgeraten, die App herunterzuladen, berichtet die FAZ. Ob die Mitbürger diese Empfehlung beherzigen, wird sich zeigen. Selbst den Staatspräsidenten soll es erstaunt haben, wie schnell die Franzosen während der Pandemie bereit waren, Eingriffe in die Grundrechte kritiklos hinzunehmen.

Für alle Fälle gibt es einen Plan B, der auch aus Schweizer Sicht interessant wäre.

Das staatliche französische Forschungsinstitut Inria, das bereits das zentrale Protokoll «ROBERT» für die StopCovid-App entwickelt hat, brachte im Mai einen Hybrid-Ansatz namens «DESIRE» ins Spiel. Dieser soll die Vorteile von dezentralen und zentralisierten Systemen kombinieren, ist aber laut DP-3T aufwendig und nicht praktikabel. Zudem handelt es sich bislang lediglich um einen Kompromissvorschlag.

Der Inria-Chef schrieb am 8. Mai:

«Unser Ziel ist es, einen dritten Weg zu untersuchen, indem wir sogenannte zentralisierte und dezentralisierte Lösungen verwenden, um mittelfristig die vollständige Interoperabilität von Contact-Tracing-Apps in Europa sicherzustellen.»

Eine vollständig dezentrale Version dieses Protokolls sei ebenfalls machbar, sollen die Forscher versichert haben. Dies würde den Weg zur Kompatibilität mit den Systemen von Google und Apple für «ausländische» Corona-Apps ebnen.

Dazu meinte Paula Forteza:

«Ja, das DESIRE-Protokoll ist ein Fortschritt gegenüber dem ROBERT-Protokoll, aber ein vollständig dezentrales Protokoll (...) wäre deutlich vorzuziehen.»

quelle: forteza.fr

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    Alle Leser-Kommentare
  • *sharky* 29.05.2020 14:04
    Highlight Highlight Wäre 'nett' wenn Mösiö Schurt3r dies näher erläutern würde;
    - Erfahrungen aus Singapur, Australien und weiteren Ländern mit zentralisierten Tracing-Systemen verheissen nichts Gutes. -

    PS: pauvre France...
    • @schurt3r 30.05.2020 06:49
      Highlight Highlight Weil die Apps der zentralisierten Tracing-Systeme nicht die Apple-Google-API implementieren dürfen, funktionieren sie unzuverlässig. Bei iPhones ist der Bluetooth-Datenaustausch nur bei aktiviertem Bildschirm möglich. Probleme: Akkuverbrauch, Störungen, Kontakte werden nicht erfasst. Zudem besteht Gefahr des Function Creep, bzw. Mission Creep (staatliche Überwachung). Dies schadet der Akzeptanz in der Bevölkerung massiv > zu wenig Installationen.
    • *sharky* 30.05.2020 08:57
      Highlight Highlight Thx, wobei der 1. Teil ruhig ausführlicher sein dürfte... :)
      Der letzte Teil ist klar, wobei bei den 5 Eyes Staaten, ausser ev. NZ, bin mir da nicht so sicher.
      Die befinden sich in Sachen Datenschutz/Überwachungs-Dichte quasi im Mittelalter.
      Wobei die Schweiz ja auch zurückrudert...
  • Ohniznachtisbett 29.05.2020 10:27
    Highlight Highlight Mit Liberté scheint man es nicht mehr so genau zu nehmen. Egalité ist in Frankreich schon lange nur noch Makulatur und Fraternité ist nicht nur in Frankreich schon lange nicht mehr en vogue.
    Play Icon
  • De-Saint-Ex 29.05.2020 09:52
    Highlight Highlight Herr Schurter, ich versuche es anders: „die Privatsphäre bleibt gewahrt. Allerdings sind Deanonymisierungs-Angriffe möglich“... ist es nicht so, dass die schweizerische Lösung einfach etwas sicherer bezüglich Datenschutz daher kommt als z.B. französische, den absoluten Datenschutz aber auch nicht garantieren kann? Wenn ich Google/Apple lese wird mir nun mal gschmuech. Und überhaupt, „Hintertüren“ gibt‘s doch genügend?
    Kommt hinzu, dass in F wie in CH das installieren dieser App (noch) freiwillig ist.
    Mir ist/wäre bei beiden Lösungen nicht wohl und ich werde diese App nicht installieren.
    • @schurt3r 29.05.2020 10:08
      Highlight Highlight Dezentrale Tracing-Systeme sind grundlegend sicherer, weil die entsprechenden Daten auf den Geräten bleiben.

      Apple/Google muss man insofern trauen, als dass sie die mobilen Betriebssysteme anbieten/betreiben, und deren Code ist nicht offen einsehbar.

      Aber es ist und bleibt (hierzulande) freiwillig, wenn das Parlament den gesetzlichen Rahmen festlegt 👍🏻
  • Amarillo 29.05.2020 09:32
    Highlight Highlight In F und anderen Staaten ist die Überwachung bereits im Rahmen der Terrorbekämpfung stark ausgebaut worden. Man kann dort immerhin argumentieren, dass es ohne diese Möglichkeiten schwierig wird. Wo aber ein Ziel erreicht werden UND der Datenschutz trotzdem weitgehend gewahrt werden kann, ist diese Alternative zu wählen. Wie gross die Freiwilligkeit auch bei "gutem" Datenschutz bei uns sein wird, bleibt abzuwarten. Bei anderen Methoden, wie man sich und vor allem andere schützen kann, ist die Bilanz durchzogen. Beispiel Grippeimpfungen, wo absurden Theorien Vorrang haben.
  • bruuslii 29.05.2020 09:12
    Highlight Highlight "Die französische Regierung argumentiert, das zentralisierte System ermögliche einen besseren Einblick in die Verbreitung von Covid-19 und man könne so besser herausfinden, welche Benutzer am meisten gefährdet sind."

    Auch meine Google-Apps fragen dauernd danach, ich solle doch meine Werbe-ID und Webaufzeichnung einschalten – sie könnten mir dadurch viel besser zugeschnittene Werbung zeigen.

    Mal wieder ein Versuch, einen Nachteil, als Vorteil zu verkaufen 🤦‍♂️

    (ps. ich erhalte fast nur noch saudoofe Werbung. Frage mich jeweils, ob die das extra machen...)
  • Don Harrison 29.05.2020 09:03
    Highlight Highlight "Big Brother is watching You"

    Aber hey :) , neu ist das nicht, dass wir überwacht werden. Jetzt kapierens einfach die aus den hintersten Reihen.

    Wünsche allen ein tolles week-end. Enjoy Nature.
  • Bene86 29.05.2020 08:47
    Highlight Highlight Woha, das ist beängstigend. Müssen sich denn die Verschwörungstheorien bezüglich der totalen Überwachung exakt in diese Richtung entwickeln? Spätestens JETZT sollte man die Politiker zum Teufel jagen, ganz ehrlich.

    Ich stand und stehe immer noch zu den Massnahmen um die Eindämmung des Virus, aber bei solchen Artikeln bzw. Vorhaben sträuben sich bei mir die Nackenhaare.
  • Sam1984 29.05.2020 08:44
    Highlight Highlight Jetzt weiss ich wieder, warum ich mein Smartphone meistens zuhause liegen lasse, wenn ich irgendwo hingehe. Szenis nennen das "Digital Detox", ich mache das schon seit Jahren.

    Solange der Staat mein Smartphone ortet und nicht mich, kann ich damit leben. Mein Smartphone weiss nicht, was Überwachung bedeutet und hat sich noch nie darüber beschwert.
  • Coffeetime ☕ 29.05.2020 08:42
    Highlight Highlight Wie es scheint, meinen einige Staatsoberhäupter, dass die Atombombe vor Corona schützt? Ist wohl nicht der Fall, weil deren Länder zu den mit den meisten Fällen gehören? Ich würde mehr in Hirne und weniger in Bomben investieren.... ausser man möchte die ultimative Lösung gleich anwenden. Aber dann braucht es auch keine App mehr. 🤷🏻‍♀️
  • d10 29.05.2020 08:29
    Highlight Highlight Beängstigend, was Frankreich plant :( Wie "freiwillig" der Einsatz der zentralen App bleibt wird man sehen. Es gibt x Möglichkeiten, auch ohne Zwang Druck für den Einsatz auszuüben wie Krankenkasse, ÖV, etc.
  • 97ProzentVonCH68000 29.05.2020 08:26
    Highlight Highlight Wenn du Freiheit für Sicherheit hergibst, wirst du beides verlieren.
    • WhyThis 29.05.2020 09:14
      Highlight Highlight Den Satz muss ich mir merken, kurz und doch sehr treffend :-)
  • Kong 29.05.2020 07:49
    Highlight Highlight Es braucht keine Verschwörungstheorien. Legitim gewählte Verantwortliche scheinen über genug dunkle Energie zu verfügen um die „Gunst“ der Stunde für ihre übergeordneten Pläne auszunutzen. Hoffentlich merkt die Mehrheit was sie will und straft bei Wahlen ab. Soweit meine (naive?) Hoffnung.
  • wasps 29.05.2020 07:41
    Highlight Highlight Da wird einem richtig übel. Die installieren den chinesischen Überwachungsstaat.
  • Töfflifahrer 29.05.2020 07:40
    Highlight Highlight Da muss mir was entgangen sein, was bitte hat die Tracing App mit Atomwaffen zu tun?
    Wie kommt jemand aus einer Regierung dazu so was rauszulassen?
    • ulmo 30.05.2020 11:58
      Highlight Highlight Atomwaffen=Grossmacht, damit soll die Autonomie Frankreichs herausgestrichen werden.

      Zudem ist anscheinend martialische Rhetorik mehr en vogue in der Grande nation. Musst mal die Marseillaise hören....
  • Dwight D Eisenhower 29.05.2020 07:28
    Highlight Highlight Solange ihr eure Kommentare nicht per Brief schreibt, seit ihr naiv oder scheinheillig.
    Wir sind schon total überwacht, es hat überall, im öffentlichem Raum. Gesichterkennungs Kameras, Swisspass (RFID Chip), Onlinedienste welche wir nutzen, mit Servern irgendwo.
    Viele Daten sind "geschützt" und dürfen nicht gebraucht werden gerade bei den Cams. Trotzdem wird ein Algorithmus oder künstliche Intelligenz diese auswerten, oder ein Polizist oder Polizistin uns stalken...
    Ich gebe mich da keiner Illusion hin.
    • Sebi 91 29.05.2020 08:20
      Highlight Highlight Ich schreibe die Kommentare hier per PC nicht mit einem Smartphone, sowas habe und will ich nicht. Wie Stallmann schon sagte: Cellphones are surveillance Devices.
    • soulpower 29.05.2020 08:22
      Highlight Highlight Mehrheitlich einverstanden, bis auf den letzten Satz "oder ein Polizist oder Polizistin uns stalken".

      Bin mir nicht sicher, aber soviel ich weiss, braucht es dazu eine richterliche Verfügung, also für "ernsthaft verdächtige kriminelle Handlungen", nehme ich an. Ich gehe davon aus, dass Sie sich in Ihrer Schlussfolgerung etwas zu weit aus dem Fenster lehnen, aber vielleicht weiss da jemand aus dem juristischen Sektor mehr...
    • NathanBiel 29.05.2020 08:27
      Highlight Highlight Das stimmt zum Teil. Aber bis jetzt müsste eine Überwachung auf viele verschiedene Daten von verschiedenen Apps auf verschiedenen Servern in verschiedenen Ländern zurückgreifen. Das dürfte die digitalen Fähigkeiten unserer Staatsdiener, welcher Couleur auch immer, bei weitem übersteigen wie x gescheiterte Informatik-Projekte zeigen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mira Bond 29.05.2020 07:13
    Highlight Highlight Als Halbfranzösin bin ich sehr überrascht, dass sie damit durchkommen! Zum ersten Mal hoffe ich, dass die Franzosen auch deswegen auf die Strasse gehen werden.
    • Vintage 29.05.2020 08:05
      Highlight Highlight Bis jetzt, sind sie noch mit gar nichts durchgekommen.
  • Notabik 29.05.2020 07:08
    Highlight Highlight Überwachungsstaat ist ein negatives Wort. Ist es aber wirklich negativ, wenn der Staat unsere anonymisierten Daten sammelt? Oder anders gefragt: Wer hat Dreck am Stecken?
    • dontknow 29.05.2020 08:17
      Highlight Highlight Darfst mir gerne deine Adresse zukommen lassen. Komme morgen um 8 Uhr vorbei und schau mich etwas um bei dir im Haus ok ? Well hei hesch jo nix z vrstecke gell ? 🤗
    • Sebi 91 29.05.2020 08:21
      Highlight Highlight Sie haben nichts aus dem Geschichtsunterricht in der Schule gelernt. Schade.
    • Silphium 29.05.2020 08:22
      Highlight Highlight Eine sehr vereinfachte Sichtweise. Normalerweise entscheidet der Staat, wie der "Dreck am Stecken" definiert wird. Das mag mit den heutigen Spielregeln durchaus passend sein. Leider sind diese Spielregeln keine Naturgesetze, die sich nicht ändern lassen. Gerade in zentralistisch organisierten Staaten wie Frankreich, das seine Allmachtsfantasien offenbar auch nach 300 Jahren noch nicht begraben hat, kann das zu ernsthaften, die Demokratie gefährdenden Problemen führen. Man ist ein guter Bürger, solange man die Meinung der Herrschenden teilt.. siehe DE vor 90 Jahren oder China heute.
    Weitere Antworten anzeigen
  • soulpower 29.05.2020 07:01
    Highlight Highlight Herr Schurter zeigt hier in aller Deutlichkeit den Unterschied zwischen "zentraler" und "dezentraler" App, und wie einige Staaten versuchen, die Epidemie für mehr Überwachung zu nutzen. Bei uns kann man bisher davon ausgehen, dass dies nicht der Fall ist. Bin persönlich etwas überrascht, denn dies ist sein erster Artikel in dem er auch die Schattenseiten der App beleuchtet und wie diese eben auch falsch eingesetzt werden kann. Schwer vorstellbar, dass die meisten Franzosen freiwillig gerne mitmachen werden, und die Kritik aus allen Ecken der französischen Politik scheint ja auch recht gross.
    • @schurt3r 29.05.2020 07:52
      Highlight Highlight Danke für die Rückmeldung!

      Es ist übrigens (bei Weitem) nicht das erste Mal, dass ich die Schattenseiten beleuchte und über die Probleme bei zentralisierten Tracing-Systemen schreibe 😌
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 29.05.2020 06:47
    Highlight Highlight Darf ich nochmals...? Ich darf doch?! Super! Hier der Link:
    Play Icon
  • justmee 29.05.2020 06:18
    Highlight Highlight Snowden warnte uns alle schon lange darüber, dass die Staaten die Situation ausnützen können und via App die Überwachung starten wollen. Seit wachsam und schaut sehr genau hin was mit euren Daten geschieht.

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