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Geschmacklos, rassistisch? Diese Foto-App sorgt mit einer neuen Funktion für Aufregung

Wie FaceApp verspricht die Gradient-App raffinierte Fotomanipulationen mithilfe von künstlicher Intelligenz. Doch es gibt gleich mehrere Probleme.



Erinnerst du dich an FaceApp?

Das war die Foto-App, die 2019 für Furore sorgte, weil man damit auf Knopfdruck altern konnte.

Nun wird es noch viel krasser.

Die Gradient-App macht aus Weissen Schwarze und Asiaten. Und umgekehrt. Das funktioniert innert Sekunden, mithilfe raffinierter Algorithmen und Künstlicher Intelligenz.

«Finden Sie Ihre Zwillinge aus Brasilien, Asien, Europa und Indien.»

Werbeversprechen der App-Entwickler

Allerdings hat die faszinierende Bildmanipulations-Technik ihre Schattenseiten und sorgt für Proteste.

Was ist das für eine App?

In den App-Stores fürs iPhone und für Android wird sie als «Gradient: AI Photo Editor» aufgeführt.

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Gradient analysiert die von Usern hochgeladenen Fotos und verändert das Aussehen von Personen grundlegend. Die Gesichter von Weissen, bzw. hellhäutigen Personen, werden transformiert in Schwarze und Asiaten. Wobei die Verwandlung auch in umgekehrter Richtung möglich ist.

Lassen wir zunächst die Bilder sprechen...

Wer ist das?

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Die Auflösung:

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Und wer ist das?

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Die Auflösung:

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Vermarktet wird die App auch als «Gradient: AI Fortune Teller», das ist eine weitere Funktion, die anhand des Aussehens auf humorvolle Art die Zukunft voraussagt.

Doch für Schlagzeilen sorgte die vor wenigen Tagen lancierte Funktion «AI Face», auf Deutsch «KI-Gesichts-Collage». US-Promis rühren dafür bei Twitter und Instagram die Werbetrommel.

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screenshot: twitter

Und bei TikTok war es die Influencerin Danielle Cohn.

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screenshot: tiktok

Wo ist der Haken?

Es gibt mehrere, wie wir gleich sehen.

Der US-Sender CNN berichtete kritisch über die App, die ermögliche, «die ethnische Zugehörigkeit» in Fotos zu ändern. Laut Bericht steht die App in den Vereinigten Staaten unter Beschuss, weil sie «digitales Blackfacing» fördere.

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screenshot: twitter

Die Gradient-App bot Smartphone-Nutzern auch eine Einschätzung zur Herkunft («Schätzung der Ethnizität») an. Auch dabei kam angeblich Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Allerdings ist diese Funktion nicht mehr auffindbar.

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Elvis war 39 Prozent jüdischer Abstammung? Diese fragwürdige, auf der App-Website angepriesene Funktion ist bei der von watson getesteten iPhone-Version nicht verfügbar. screenshot: gradient.photo

Was ist Blackfacing?

Als Blackfacing (in etwa Gesichtsschwärzung) wird gemäss Wikipedia die Darstellung schwarzer Menschen durch dunkel geschminkte Menschen heller Hautfarbe bezeichnet. Die Ursprünge dieser heute höchst umstrittenen Theater-Tradition reichen über zweihundert Jahre zurück.

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bild: wikimedia commons

«In Mode kam das Blackfacing ab dem 19. Jahrhundert bei den sogenannten Minstrel-Shows in den USA. Für die Unterhaltungsshows stellten weisse Schauspieler klischeehaft schwarze Sklaven dar. Dafür malten sie sich dunkel an und zeichneten sich übertrieben dicke Lippen. In dieser Kostümierung präsentierten sie sich als dümmlich-naive, teils boshafte, aber doch immerfort gut gelaunte Schwarze. Dabei schwang mit, dass die Sklaverei doch gar nicht so schlimm war.»

quelle: deutsche welle

Blackfacing wurde und wird unter anderem in der Niederlande bei den jährlichen Nikolausumzügen – in Gestalt des Zwarte Pieten – zelebriert. Dabei kommt es auch regelmässig zu Protesten durch Antirassismus-Organisationen.

Im August 2020 kündigte Facebook an, verstärkt gegen die Verbreitung rassistischer Stereotype vorzugehen, wie sie bei typischen Blackfacing-Aufnahmen vorkommen. Dazu gehörten gemäss einer hochrangigen Managerin schwarze Schminke, dicke Lippen und Kraushaar-Perücken.

Du fragst dich, was das mit der Gradient-App zu tun hat?

Hier kommt digitales Blackfacing ins Spiel, wie Fachleute in den Vereinigten Staaten zu erklären versuchen.

«‹Digital Blackface› ist, wenn Nichtschwarze die Bilder und Stimmen von Schwarzen benutzen, um Gefühle oder Phänomene zu erklären.»

Jardin Dogan, Psychologin

Wenn man ein animiertes GIF verschickt, das eine dunkelhäutige Person zeigt, die wild tanzt und wie verrückt mit den Augen rollt, ist das eindeutig digitales Blackfacing. Denn so würden negative Stereotypen über Schwarze zementiert, erklärte Jordan. Nämlich dass sie übermässig animiert, laut, aggressiv, wütend, hypersexuell und vieles mehr seien.

Digital Blackfacing sei auch eine Form der kulturellen Aneignung, weil Nichtschwarze eine Hautfarbe annehmen, die sie nach Belieben ablegen und annehmen können, während die tatsächlichen Schwarzen gezwungen seien, sich täglich mit den Folgen ihrer Herkunft zu konfrontieren, ohne das Privileg, sie loszulassen, wenn sie nicht mehr «cool» sei.

Die Debatte ende nicht beim Blackfacing, hielt die Deutsche Welle in einem online verfügbaren Artikel fest. Genauso zweifelhaft sei die Imitation von Menschen aus Südamerika, Nahost oder Indien (Brownfacing), Asiaten (Yellowfacing) oder nordamerikanischen Ureinwohnern (Redfacing).

Mit der App wird zudem die Vorstellung gefördert, schwarz, weiss, indisch, brasilianisch, etc. seien trennscharf abgrenzbare Identifikationsmerkmale – was sie ja eben nicht sind. Die App fördert die Zementierung der Unterschiede.

Was kostet die App?

Die Gradient-App kann gratis ausprobiert werden. Laut Entwicklern beträgt der konstenlose Testzeitraum 3 Tage. Allerdings könne schon vor Ablauf der Testphase eine monatliche Gebühr von 21 Franken fällig werden, warnten angeblich betroffene User im Internet: Wenn man nicht 24 Stunden vor Ablauf der Frist kündige, werde der relativ hohe Abopreis kassiert. Sicher ist: Das einfache Deinstallieren, bzw. Löschen der App auf dem Smartphone reicht nicht aus. iPhone- und Android-User müssen das Probeabo aktiv kündigen.

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bild: watson

Wem gehören die Fotos?

Die Entwicklerfirma schreibt in den Nutzungsbedingungen, sie beanspruche nicht das Eigentum an den hochgeladenen und über die Gradient-App bearbeiteten Inhalte.

Doch der Teufel steckt im Detail. Weiter heisst es:

«Sie gewähren Gradient hiermit eine nicht-exklusive, vollständig bezahlte und gebührenfreie, übertragbare, unterlizenzierbare, weltweite Lizenz zur Nutzung Ihrer Inhalte zur Bereitstellung unseres Dienstes, vorbehaltlich der Datenschutzrichtlinie.»

quelle: gradient.photo

Das bedeutet, dass App-User die uneingeschränkten Urheberrechte an den Fotos besitzen sollten, die sie hochladen. Sonst drohen juristische und finanzielle Konsequenzen.

Auf der sicheren Seite ist man, wenn nur eigene Fotos hochgeladen werden – natürlich auf eigene Gefahr. Oder wenn man gemeinfreie Bilder verwendet. Wie zum Beispiel die vom Weissen Haus veröffentlichten Präsidentenporträts.

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Wer steckt dahinter?

Die US-Firma Ticket to the Moon, Inc.

Die auf der Gradient-Website angegebene Postadresse in Las Vegas, Nevada, deutet auf eine Briefkastenfirma hin.

Als Firmengründer fungieren Vladyslav Urazov und Bogdan Matveev, die als «Enthusiasten der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens» beschrieben werden.

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screenshot: linkedin

Urazov ist ein 22-jähriger IT-Unternehmer aus der Ukraine. 2018 sorgte er für Schlagzeilen, als er die mit Viktor Koch und weiteren Ukrainern gegründete Teleport-App ans US-Unternehmen Snap verkaufte. Für 8 Millionen Dollar. Die auf künstlicher Intelligenz basierende Foto-Bearbeitungs-Technologie ermöglicht es Snapchat-Usern, auf den hochgeladenen Bildern innert Sekunden die Haarfarbe zu ändern.

Nach dem Deal liess Urazov verlauten, dass er mit seinen Partnern einen Risiko-Investmentfonds anlege, um Start-ups zu fördern im Bereich Künstliche Intelligenz. Er gab sich zuversichtlich, in die Liga der sogenannten «Unicorns» aufzusteigen, also derjenigen Neufirmen, die eine Marktbewertung von einer Milliarde US-Dollar oder mehr aufweisen.

Wie steht's um den Datenschutz?

Eine berechtigte Frage, angesichts der Verlockung für Smartphone-User, über die Gradient-App Fotos von sich selbst und Dritten auf einen fremden Server hochzuladen.

In welchen Rechenzentren die Fotos gespeichert und allenfalls weiterverwendet werden, ist nicht bekannt. Die Entwicklerfirma versichert in der Datenschutzrichtlinie, dass keine persönlichen User-Daten an Dritte weitergegeben würden.

Erstmals für Schlagzeilen gesorgt hatte der «Gradient Foto Editor» im vergangenen Oktober. Neben diversen Foto-Filtern sollte die App den Usern mithilfe von Künstlicher Intelligenz zeigen, welchen prominenten Personen sie ähnlich sahen. Und schon damals wurden in Medienberichten Bedenken bezüglich der Datenschutzbestimmungen geäussert.

Gibt's eine Altersbeschränkung?

Ja. In den Nutzungsbedingungen steht, man müsse mindestens 13 Jahre alt sein, um den Dienst nutzen zu können.

Bei in der Europäischen Union (EU) ansässigen Personen gilt ein Mindestalter von 16 Jahren. Dies wegen der Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Als Kontaktstelle in der EU wird ein Büro in Tschechien genannt.

Und jetzt du!

Was hältst du von der Gradient-App?

Quellen

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81
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81Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Andre Buchheim 25.09.2020 12:47
    Highlight Highlight "Auf der sicheren Seite ist man, wenn nur eigene Fotos hochgeladen werden – natürlich auf eigene Gefahr."

    Nein, auf der sicheren Seite wären wir, wenn wir diesen Quatsch weglassen und der Industrie unmissverständlich klar machen, dass so ein Unsinn nicht gefragt ist.
  • Francis Begbie 25.09.2020 12:18
    Highlight Highlight Sowas gabs schon vor ca 13 Jahren, online. Halt weniger gut und man musste 2,3 Partien des Gesichts markieren. Ich fands damals noch witzig.
    Ist über Archive auch noch verfügbar:
    https://web.archive.org/web/20090221152904/http://morph.cs.st-andrews.ac.uk/
  • My Senf 25.09.2020 12:09
    Highlight Highlight Ich bin (nicht) empört!

    Geile App! Genau das Gegenteil von rassistisch, eigentlich.
    Jede/r kann am eigenen Bild erkennen, dass er/sie durch Zufall die Person ist, die sie ist und würde er auf einem anderen Kontinent geboren, wäre er/sie eben immer noch die Person und würde ein bissel anders aussehen.
    We are all the same kind !!

    Also die Empörung ist allerdings beim Preis. 21.- pro Monat zum Spielen und deren KI Software zu verbessern?! Wird aber niemand gezwungen, also okee.
    Und natürlich reicht ein Deinstallieren der App nicht, um ein Abo zu kündigen.
    Glauben Leute echt, das genügt?
  • Holunder 25.09.2020 12:04
    Highlight Highlight Ich glaub da muss man schon Ami sein, um hier was Rassistisches zu finden. Die App behandelt ja alle gleich.

    Ich find die App witzig und unterhaltsam. In einem Monat spricht wohl keiner mehr über diese Funktion.
  • Chalbsbratwurst 25.09.2020 11:37
    Highlight Highlight Nur so aus Neugier: Wer bezahlt 21.-/Monat für sowas? Und warum?
  • Superreicher 25.09.2020 11:08
    Highlight Highlight Rassismus entsteht ja nicht durch die Feststellung, dass verschiedene Menschen verschieden aussehen. Sondern erst dadurch, dass man unterstellt, dass sie sich auch sonst in wichtigen Eigenschaften unterscheiden, und diese Eigenschaften dann positiv oder negativ bewertet, so dass die einen Menschen systematisch aufgewertet, die anderen aber systematisch abgewertet werden, anstatt auf die individuelle Persönlichkeit zu berücksichtigen.
  • Superreicher 25.09.2020 10:58
    Highlight Highlight Trump als nordkoreanischer Diktator! Passt.
  • Rhinopower 25.09.2020 10:52
    Highlight Highlight Halt wieder so ein Sch... (sorry der Ausdruck) mehr auf dem Markt – einziges Motiv: Geld einnehmen. Es ist sind nicht die digitalen Möglichkeiten, die per se das Problem sind, aber sie helfen massivst, die wirklich negativen Seiten in den Menschen und in der Gesellschaft zu fördern (siehe Doku auf Netflix: "digital dilemma" – äusserst empfehlenswert).
  • Garp 25.09.2020 10:49
    Highlight Highlight So eine App braucht kein Mensch. 🤷🏻‍♀️
  • Licorne 25.09.2020 10:13
    Highlight Highlight Ich finds eigentlich ganz witzig und sehe nichts moralisch Verwerfliches. Aber naja, einen Nutzen bringt sie nicht wirklich. Das ist nur eine Spielerei und die Daten landen irgendwo in den Weiten des Internets..

    Und das Ganze wirkt schon aufgrund der Preisgestaltung sehr unseriös (siehe Auflistung im Artikel). Fantasiepreise ohne jeglichen Hintergrund..
  • KBL SLT 25.09.2020 09:58
    Highlight Highlight Es gibt dümmere Apps. Das Teil ist datenschutztechnisch aber klar fragwürdig. Ob sie pietätlos ist? Ich find nicht unbedingt. Aber das ist Ansichtssache. Fragwürdig ist auch, ob es als rassistisch angeprangert würde, fehlte nur die Blackfacing-Funktion? Wir leben in einer sensiblen Zeit, jemand fühlt sich immer angepisst.
  • Donspliff 25.09.2020 09:51
    Highlight Highlight Ihr habt unseren Schmutzli vergessen, also bitte.
    • sowhat 25.09.2020 19:47
      Highlight Highlight Der sieht so aus, weil er den ganzen Tag am Köhlermeiler gearbeitet hat. Da kriegst du soviel Kohl ins Gesicht, dass es nich mal mit Duschen weggeht...
  • Kruk 25.09.2020 09:40
    Highlight Highlight Macht die Anwendung in jedem Fall schöner, oder ist das nur beim Beispiel mit Trump so herausstechend?
  • octusfussuskopfus 25.09.2020 09:33
    Highlight Highlight Also der "India" Trump sieht ja aus wie Charlie Sheen mit einem kleinen Schnauzer ...

    Rassistisch würde ich weniger zustimmen, wohl eher Stereotyp, wo ein Algorithmus mit gängigen Vorurteilen Gesichtskonturen verändert...

    Wers mag, sein Geld, aber für mich wieder eher etwas wie: Dinge, die die Welt nicht braucht. Aber ein Stumpfsiniger denkt, er könne damit anderen Geld aus der Tasche ziehen.
  • Lara1234 25.09.2020 09:00
    Highlight Highlight Mir ist es egal, wer welche Hautfarbe hat, weil für mich Mensch Mensch ist, habe kürzlich gelernt, dass das nicht ok ist, Stichwort "Colorblind".
    Ich habe auch schon ein Gif mit einer schwarzen, tanzenden Person verschickt, weil ihr Tanzstil super passte. Ist nicht ok, weil "digital blackfacing"
    Jede Ethnie kann sich in diesem App in eine andere verwandeln, aber es ist nur bei Weissen rassistisch?
    Ich will nicht diskriminierend oder rassistisch sein, aber scheinbar bin ich es ungewollt andauernd. Kann mich jemand aufklären? Ich komme echt nicht mehr mit.
    • Kanuli 25.09.2020 09:40
      Highlight Highlight Vieles ist Ansichtssache oder Definitionssache. Beispielsweise sehen es einige Menschen so, dass Rassismus nur in eine Richtung funktioniert, und ausschliesslich Schwarze betrifft. Xenophobie, wie beispielsweise in Japan, also dass man ansich alle anderen Nationen benachteiligt, gilt dann nicht als Rassismus. Aber hier noch ein Denkanstoss: Wenn ich krampfhaft versuche nicht rassistisch zu sein, und somit versuche Menschen anderer Hautfarbe gezielt nicht zu benachteiligen...bin ich dann nicht schon rassistisch? Ich denke da allerdings eher wie Sie: Mensch ist Mensch...
    • MarGo 25.09.2020 10:49
      Highlight Highlight ja, es ist ein schmaler Grat – heute schmaler, denn je:

      https://www.watson.ch/!614699092
    • Superreicher 25.09.2020 11:03
      Highlight Highlight Steht irgendwo, dass es nur bei Weissen rassistisch ist? Man geht davon aus, dass dem so ist, weil wir Westeuropäer und Nordamerikaner zur Zeit wohl die einzigen sind, die sich diese Frage überhaupt selbstkritisch stellen. Und das ist ja schon mal eine gute Sache. Aber ich sehe nun auch nicht, was an dieser App rassistisch sein soll. Egal. War ja auch bloss eine Frage.

      Im Übrigen ist diese App einmal lustig, aber dann schnell einmal langweilig, wie die Oldify App auch.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sarkasmusdetektor 25.09.2020 08:52
    Highlight Highlight Man kann es auch umgekehrt sehen: Die App zeigt doch auch sehr schön auf, dass die Unterschiede zwischen schwarz und weiss doch eigentlich viel kleiner sind, als manche denken. Im Vergleich zu FaceApp sind die Veränderungen hier anscheinend ziemlich klein und schon ist man jemand völlig anderes. Das könnte für manchen auch ein Augenöffner sein.
    • RicoH 25.09.2020 09:31
      Highlight Highlight Die gezeigten Unterschiede sind virtuell und haben mit der Realität nichts zu tun. Daraus abzuleiten, dass die Unterschiede viel kleiner sind, als manche denken, ist schlicht nicht nachvollziehbar.
      Das ganze ist ein Gag und sollte auch so betrachtet werden.
  • RichiZueri 25.09.2020 08:45
    Highlight Highlight Wieso soll eine App, welche sämtliche ethnischen Herkünfte inkludiert und allen dieselben Möglichkeiten anbietet, rassistisch sein?! Mal abgesehen vom Preis finde ich die App eigentlich super, da sie weltoffener nicht sein könnte.
    • JC Rappe 25.09.2020 11:21
      Highlight Highlight Weil es einfach furchtbar rassistisch ist. Weisse sehen die dunkle Hautfarbe als eine Art Kostüm, welche sie an- und ablegen können.
  • -thomi- 25.09.2020 08:41
    Highlight Highlight Finde das Rassismus-Argument etwas gesucht. Eine Person indischer Abstammung kann sich da ja auch blackfacen und vice-versa. Funktioniert in alle Richtungen.
    Aber wer ums himmels Willen bezahlt dafür 21 CHF??? Ausser dem netten Anschauungsunterricht, was AI alles leisten kann: Was ist der Nutzen der App???
    • Sharkdiver 25.09.2020 09:21
      Highlight Highlight Abzocken.
    • RicoH 25.09.2020 09:31
      Highlight Highlight Sehe ausser Zeitvertreib auch keinen Nutzen der App.
  • mrmikech 25.09.2020 08:35
    Highlight Highlight «‹Digital Blackface› ist, wenn Nichtschwarze die Bilder und Stimmen von Schwarzen benutzen, um Gefühle oder Phänomene zu erklären.»

    Komische Aussage. Hautfarbe ist etwas womit man geboren wird, aber Stimme? Stimme ist kulturell geprägt und hat nichts mit Hautfarbe zu tun.
    • Konsortin Sha'ira 25.09.2020 10:44
      Highlight Highlight Mit "Stimme" ist nicht die körperliche Stimme gemeint. Sondern zum Beispiel das Benutzen von Zitaten von berühmten Schwarzen.
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 25.09.2020 08:03
    Highlight Highlight 2006 gab's schon die Serie "Black. White.". Kennen die Kids von watson wohl gar nicht, da zu jung...

    Das dürften die heute wohl gar nicht mehr machen, ohne gleich einen Shitstorm zu ernten. 🤷🏻‍♂️🤷🏻‍♀️🤷🏿‍♀️🤷🏿‍♂️

    https://en.wikipedia.org/wiki/Black._White.
  • Laborant 25.09.2020 08:01
    Highlight Highlight "Du darfst nicht so sein wie die da!" - "Du darfst nicht so aussehen wie die da!". Erinnert mich schwer an die Apartheid... können wir nicht einfach akzeptieren, dass wir alle einfach Menschen sind? Verschiedene Haarfarben, verschiedene Hautfarben, Körpergrössen, Geschlechter. Es gibt verschiedene Meinungen über Schönheit und verschiedene Meinungen über Social Media. Ist doch schön. Vielfalt undso. Weisch.
    • Ivan se Terrible 25.09.2020 08:37
      Highlight Highlight Und was willst du jetzt genau damit sagen, was den Artikel betrifft?
    • RicoH 25.09.2020 09:40
      Highlight Highlight Dann lass doch die Bilder in ihrer ethnischen Form einfach so stehen (Vielfalt und so).
      Das muss man nicht mit einer künstlichen Intelligenz virtuell erweitern.
  • felixJongleur 25.09.2020 07:43
    Highlight Highlight Ist es nicht sogar völkerverständigend und antirassistisch, wenn man sich auch als Mensch mit einer anderen Hautfarbe sehen kann?
    • RicoH 25.09.2020 09:45
      Highlight Highlight Auch wenn du dich in einer anderen Hautfarbe sehen kannst, wirst du dich nie in deren Haut fühlen.

      Das Problem liegt nicht im Aussehen, sondern wie Menschen mit gewissen Merkmalen behandelt werden. Diese Erfahrung kann dir die App nicht liefern.

      Inwiefern die App zur Völkerverständigung helfen soll, ist mir ein Rätsel.
    • JC Rappe 25.09.2020 11:23
      Highlight Highlight Nein! Weil du kannst durch einen Filter nicht die konstante Unterdrückung verstehen, wenn du als Weisser digital eine andere Hautfarbe anlegst.
    • felixJongleur 25.09.2020 12:59
      Highlight Highlight Ja gut, aber das ist ja auch keine Lernapp der Fachstelle für Rassismusbekämpfung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nik G. 25.09.2020 07:38
    Highlight Highlight Es geht doch in alle Richtungen? Also Schwarze, Asiaten und Inder können sich Weiss machen? Wo ist genau der Rassimus? Jede Hautfarbe kann sich in jede Hautfarbe mit der App verwandeln. Also sind dann alle rassistisch?
    • RicoH 25.09.2020 10:02
      Highlight Highlight Witzig, dass du das so siehst. Wenn du dich "indisch" machst, bist du dann ein Inder?
      Für den Eigengebrauch ist das sicher lustig. Ich sehe darin ein Problem, dass den Fotos automatisch das Prädikat "ist authentisch" zugeordnet wird. Somit wird bei der Verfremdung der Realität noch eine Schippe darauf gelegt, die auf den ersten Blick nicht erkennbar ist.
      Ist das App nun ein Gag oder ein einladendes Tool zum Missbrauch der fake Ethnologie? Wir werden sehen...
    • Superreicher 25.09.2020 11:18
      Highlight Highlight Nun, wenn schon: Alle Menschen aller Länder und Kontinente sind mehr oder weniger rassistisch. Sicher nicht nur die Weissen. Das Thema wird einfach zur Zeit vor allem in Europa und Nordamerika diskutiert. Und wir waren in der Vergangenheit auch diejenigen, die Menschen anderer Kulturen systematisch ausgenutzt haben (Sklaverei usw.). Daraus zu schliessen, dass nur Weisse rassistisch seien, halte ich für falsch.
  • murrayB 25.09.2020 07:35
    Highlight Highlight Die App ist unterhaltsam und man kann die Nadel im Heuhaufen suchen, wenn man hier die Rassismuskeule schwingen will...
  • Bruno S.1988 25.09.2020 07:27
    Highlight Highlight Hier ist glaube ich der Punkt erreicht, wo dies einfach nur noch zu weit geht.

    Sind sich die Empörten bewusst, dass sie der App gerade eben zu mega Einnahmen verhelfen? Cancel-Culture als Verkaufsinstrument!
  • Gigle 25.09.2020 07:26
    Highlight Highlight Ticket to the moon? Machen die nicht Hängematten in Indonesien aus Fallschirmmaterial?
  • du_bist_du 25.09.2020 07:24
    Highlight Highlight Nun, wenn ja nur das Blackfacing das Problem ist, dann können sie die App ja für Weisse verbieten und nur POC dürfen dann die App haben und Hautfarben ändern... das wäre doch im Sinne der Proteste, oder habe ich das falsch verstanden?
  • ch.vogel 25.09.2020 07:19
    Highlight Highlight Das Fragwürdigste an der ganzen Sache finde ich das Monatsabo für 21 Franken.

    Aber dass man sich wegen Rassismus aufregt, wenn die App ja in jede Richtung funktioniert, nicht bloss weiss -> schwarz verstehe ich nun wirklich nicht.
    Ist ja nicht so, dass die App Karikatur-Bilder ausspuckt z.B. mit extrem dicken Lippen und nem Dutt mit Knochen als Frisur...

    Wie soll man es denn bitteschön richtig machen?

    Beauty-Filter sind okay, Haarfarbe wechseln ebenfalls, AI-basiertes Altern/Verjüngen und Mann<>Frau Transformationen sind witzig, aber wehe man wagt sich an die Hautfarbe?
    • Bee89 25.09.2020 07:40
      Highlight Highlight Ja, denn die Hautfarbe ist nichts, das man an sich ändern kann! Haarfarbe ist eine persönliche Entscheidung, Hautfarbe nicht. Und solange Menschen immer noch aufgrund ihrer Hautfarbe (mit der sie nunmal geboren sind) diskriminiert werden ist so eine App rassistisch.
      Würden Sie sich eine App runterladen in der simuliert wird, wie Sie mit einer Behinderung (Z.b einer cerebralen) aussehen? Nein, wieso ist dann das mit der Hautfarbe ok?
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 25.09.2020 07:52
      Highlight Highlight Demnächst kommt ganz bestimmt die App "The Animal I am". Da weiss dann jede/r, wie er/sie als Känguru, Kugelfisch oder Nashorn aussieht.
    • Blubber 25.09.2020 07:55
      Highlight Highlight @Bee89: Für mich ist der Vergleich Hautfarbe – cerebrale Behinderung auch nicht ganz stimmig, irgendwie.
    Weitere Antworten anzeigen
  • no-Name 25.09.2020 07:14
    Highlight Highlight Ich finde es eigentlich eine ganz gute Art Rassismus zu überwinden!

    Verstehen, dass man selbst anders aussehen könnte, selbst Asiate, Afrikaner oder von mir aus gepunkteter Albinomischling mit Körperbehaarung und Glatze aufm Haupt sein könnte. Weil man am Ende einfach MENSCH ist.

    Grenzen ÜBERWINDEN! Vergangenheit bewältigen.

    Meine Tochter die als Baby/Säugling zu weinen begann wenn sie Dunkelhäutige sah (die meisten namens mit Humor, ich nicht) schwärmt heute (8j.) nach jedem Ballettunterricht von ihrer senegalesischen Freundin und möchte auch so schöne Haut und hohe Wangen.
    • Konsortin Sha'ira 25.09.2020 08:08
      Highlight Highlight Und gleich wird dir gesagt, dass Rassismus nicht nur das negative Behaften von Hautfarben mit Vorurteilen ist. Was auch stimmt. Du würdest dich vermutlich wundern, wie oft meine Schwester (Mulattin) angegraben wurde, weil sie ja so "exotisch" ist, und ihre Haut so "wunderschön" – trotz sehr starker Akne. Ihre Freundinnen wurden regelmässig links liegen gelassen, weil die ja nur "normal" aussahen. 🙄
    • no-Name 25.09.2020 08:24
      Highlight Highlight Was soll ich sagen...

      Bin halb-Lateinamerikaner und sehe wie ein Schwede aus. Und meine Urämmitaler Frau wird dauernd nach ihrer Herkunft gefragt oder direkt auf italienisch angesprochen 😂. Und wir haben drei wunderschöne (die schönsten Töchter) mit dieser wunderbaren Euro-Latinomischung, die mir sehr gefällt... 😋 Halt weil etwas exotisch.

      Das Problem ist darauf reduziert zu werden. Ich darf alle Menschen schön oder hässlich finden. Es gibt nun mal Merkmale, die sich ethnologisch zuordnen lassen. Mit Ländern, Sprachen und menschlichen Eigenschaften hat dies aber nichts zu tun...
  • Konsortin Sha'ira 25.09.2020 07:12
    Highlight Highlight Als erst mal: was soll das Flirt-Emoji bei der Abstimmung? 🤨
    Zweitens: technisch sehr spannend, die Bilder von Obama und Trump sehen faszinierend aus. Würde ich auch gerne ausprobieren, befürchte aber, es werden nur die "Standardbilder" angezeigt, wie bei der TikTokerin, also lass ich das.
    Was das digitale blackfacing angeht finde ich das Beispiel mit der tanzenden Person etwas weit her geholt. Aber das muss man immer im Kontext mit der Person sehen, die es schickt, und vor allem der Nachricht, die es vermitteln soll.
    • @schurt3r 25.09.2020 07:26
      Highlight Highlight Du flirtest mit dem 😏-Emoji? 😳
    • Konsortin Sha'ira 25.09.2020 07:32
      Highlight Highlight @schurt3r äh, ja?
      Benutzer Bild
    • @schurt3r 25.09.2020 07:39
      Highlight Highlight Okeeee
      Benutzer Bild
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nora Flückiger 25.09.2020 06:20
    Highlight Highlight Bin mal gespannt wie viele Kiddies den Scheiss nur schnell ausprobieren wollen, und danach mit Rechnungen eingedeckt werden!
  • Thorium 25.09.2020 06:18
    Highlight Highlight Scotty beam mich hoch, ich hab genug von diesem Planeten.

    Scotty?

    Hallo?

    Irgendjemand noch da?
    • Konsortin Sha'ira 25.09.2020 07:34
      Highlight Highlight 😁
      Benutzer Bildabspielen
    • Ivan se Terrible 25.09.2020 08:42
      Highlight Highlight @Autokorrektur: 😁 😁 😁 😁 😁 😁 … endlich mal ein anderer Mass Effect Fan hier!
  • Hardy18 25.09.2020 06:13
    Highlight Highlight 🙄🤦🏿‍♂️

Schweizer Sektenführer Sasek von Anonymous brutal vorgeführt

Netzaktivisten haben die Schweizer OCG-Sekte gehackt. Veröffentlichte Dokumente zeigen, welche Spenden die Sekte von ihren Mitgliedern erhält. Sektenführer Ivo Sasek macht derweil mit Panikvideos gegen Corona-Schutzmassnahmen mobil.

Wie lukrativ ist es Sektenführer zu sein? Dank des Hacker-Kollektivs Anonymous kennen wir nun die ungefähre Antwort. Die Netzaktivisten haben in den letzten Wochen und Monaten mehrere Server der Schweizer Sekte Organische Christus-Generation (OCG) von Sektenführer Ivo Sasek gehackt und tausende E-Mails, Dokumente und insgesamt rund 300 GB an Dateien erbeutet, ausgewertet und Teile davon veröffentlicht. Darunter Tabellen, die fein säuberlich die Spenden der Sektenmitglieder aufführen. Wir …

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