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Abzocke im Ausland – diese 4 Roaming-Fallen musst du kennen

Jedes Jahr verkünden die Schweizer Telekomanbieter eine Senkung der Roaming Tarife. Trotzdem bleibt laut dem Vergleichsdienst moneyland.ch das mobile Telefonieren und Surfen im Ausland teuer.



«Mit exorbitanten Standardtarifen zocken die Telekom-Firmen ihre Kunden ab»

Ralf Beyeler, Telekom-Experte

Der Online-Vergleichsdienst moneyland.ch hat die aktuellen Schweizer Roaming-Tarife untersucht. Fazit: «Telefonieren und Surfen mit dem Handy im Ausland ist trotz den diesjährigen Tarifsenkungen in vielen Fällen immer noch teuer.» Je nach Provider gebe es jedoch riesige Preisunterschiede.

Moneyland.ch hat mit einem eigens programmierten Roaming-Rechner die jeweils günstigsten Roaming-Tarife aller 22 Schweizer Telekom-Anbieter verglichen.

Für das untersuchte Nutzungsprofil ging moneyland.ch von einem zweiwöchigen Aufenthalt mit einem Datenvolumen von 1 GB und 60 Anrufen mit einer Gesprächsdauer von je 2 Minuten aus.

Für die untersuchten fünf Reisedestination Spanien, USA, Kuba, Südafrika und Thailand waren im Vergleich die drei grossen Telekomanbieter Swisscom, Sunrise und Salt mit einer Ausnahme nie die günstigsten Anbieter. So schwingt in Spanien das Prepaid-Angebot von KOKO mit einem Preis von 25.95 Franken oben aus. Bei Sunrise, Swisscom und Salt kostet die gleiche Leistung jeweils mehr als das Doppelte.

Das gleiche Bild zeigt sich auch in den anderen untersuchten Ländern, wobei die Unterschiede meist sogar noch viel deutlicher ausfallen. Insbesondere ein Aufenthalt auf Kuba kommt Ferienreisende sehr teuer zu stehen. Mit 784.95 Franken ist Salt hier der günstigste Anbieter. Bei Sunrise müssen Schweizer Touristen für die gleiche Leistung happige 15'942.50 Franken hinblättern.

Dabei handle es sich um theoretische Werte, hält moneyland.ch auf seiner Website fest. «Die Mobilfunk-Anbieter sperren in der Regel die Verbindung, sobald Kosten von wenigen hundert Franken durch das Roaming entstanden sind.»

Handy-Nutzer sollten diese vier Kostenfallen kennen, um saftige Rechnungen und Umtriebe zu vermeiden:

Kurzes Verfallsdatum

Fast alle Telekom-Anbieter begrenzen die Gültigkeit der Roaming-Datenpakete, was die Kosten nach Ablauf deutlich ansteigen lassen könne. Viele Daten-Optionen sind nur bis 30 Tage nach Aktivierung gültig.

Eine noch kundenunfreundlichere Variante kenne Salt: So seien die Roaming-Optionen «Talk Europe/World» und «Internet Europe/World» nur bis zum 9. Tag eines Monats gültig, wie dem Kleingedruckten zu entnehmen sei.

«Die Branche sollte dieses Problem endlich angehen und Roaming-Pakete ohne Verfallsdatum offerieren»

Ralf Beyeler

Löbliche Ausnahme: Bislang biete einzig der kleine Anbieter Simply Mobile (eine Swisscom-Marke) Datenpakete an, die nicht verfallen.

Automatische Verlängerung

Eine weitere Kostenfalle besteht laut moneyland.ch darin, dass sich viele Roaming-Optionen Monat für Monat verlängern, wenn die Kunden Optionen nicht rechtzeitig kündigen. Auf diese Wiese bezahlen Kunden jeden Monat eine Roaming-Grundgebühr, wenn sie die Kündigung vergessen, selbst wenn sie seit Monaten wieder in der Schweiz sind.

Die Roaming-Hölleninseln

Während populäre europäische Destinationen wie Mallorca, die Kanarischen Inseln oder Madeira bei allen Providern zu Spanien beziehungsweise Portugal zugeordnet werden, gibt es für andere Inseln unterschiedliche Bestimmungen. So werden Hawaii (USA), Puerto Rico (USA), Réunion (Frankreich) oder Aruba (Niederlande) bei den meisten Schweizer Telekom-Anbietern zu teureren Tarifen als das entsprechende Land abgerechnet.

Immerhin gebe es auch angenehme Überraschungen: So rechnet Sunrise im Fall von Hawaii und Puerto Rico und UPC im Fall von Réunion mit dem günstigeren Europa-Tarif ab.

All-Inclusive-Verlockungen

Verschiedene Telekom-Anbieter werben mit vermeintlichen «Sorglos-Paketen» mit Inklusiv-Roaming. Doch aufgepasst: Die Inklusiv-Leistungen gelten längst nicht in allen Ländern. Bei den meisten Abos mit Inklusiv-Roaming seien nur Leistungen in europäischen Ländern abgedeckt. Ausserdem sei die Datenmenge für das Surfen im Ausland limitiert.

Fazit: Für den klassischen Ferienreisenden, der einmal pro Jahr bis zu zwei Wochen am Strand liege oder ein Land bereise, seien Abos mit Inklusive-Roaming in der Regel nicht geeignet. «Denn solche Abos sind wesentlich teurer als solche ohne Inklusive-Roaming.»

Was lernen wir daraus?

Für die Wahl der geeigneten Roaming-Option komme man um eine individuelle Berechnung nicht herum. «Schweizer Telekom-Anbieter haben oftmals viele verschiedene Optionen im Angebot. Klar ist, dass sich eine Option in der Regel gegenüber dem exorbitant hohen Standardtarif rechnet.»

Es kommt noch schlimmer mit dem Tarif-Dschungel: Je nach Anbieter können die gleichen Länder in unterschiedliche Regionen eingeteilt werden. Leider sei die genaue Berechnung der optimalen Lösung für Laien kaum durchführbar.

Und die EU?

Seit dem 15. Juni 2017 ist für EU-Bürger Schluss mit Roaming-Tarifen – seitdem heisst es auch im EU-Ausland «telefonieren wie zu Hause». Vor einem Jahr traten in der EU neue Regeln in Kraft, nach denen die Roaming-Gebühren bei der Handynutzung entfallen. Die Bilanz von Verbraucherschützern sei durchweg positiv. «Der prophezeite Bärendienst am Verbraucher durch steigende Preise ist ausgeblieben», sagt Lina Ehrig, die beim Bundesverband der Verbraucherzentrale in Berlin das Team Digitales und Medien leitet.
Eine Schwachstelle haben die EU-Regeln aus Sicht der Verbraucherschützer allerdings noch: Sie gelten nicht für Anrufe aus dem Heimatland in ein anderes EU-Land. Ruft ein Deutscher also einen Freund in Spanien an, kann es nach wie vor teuer werden. Doch auch das hat bald ein Ende: Erst in der vergangenen Woche einigten sich Unterhändler des Europaparlaments, der EU-Länder und der EU-Kommission darauf, diese Kosten künftig zu decken.
(sda)

(dsc/sda)

Weiterführende Informationen:
Medienmitteilung von Moneyland.ch

Panini!? Die schönsten Fussballsticker kommen aus Luzern

Video: srf

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