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Huawei-Manager soll Mitarbeiter mit Spionage beauftragt haben

13.12.2020, 04:58
Huawei-Stand an einer Internet-Messe in Wuzhen, China (Archivbild).
Huawei-Stand an einer Internet-Messe in Wuzhen, China (Archivbild).
Bild: keystone

Ein Entwicklerteam des Huawei-Forschungszentrums in München hat schwere Vorwürfe gegen den chinesischen Konzern erhoben. Dies geht aus einem Beitrag der «Welt am Sonntag» hervor.

Wie die Zeitung unter Berufung auf einen ihr vorliegenden Schriftverkehr berichtet, soll ein Team-Manager die IT-Spezialisten im März 2019 beauftragt haben, Software des Konkurrenten Cisco auszuforschen und sie auf unerlaubte Weise nachzubauen. Demnach könnte der Auftrag direkt aus dem Huawei-Hauptquartier in China gekommen sein.

Kündigung von Kritikern?

Die Teammitglieder schilderten laut «Welt am Sonntag», dass sie sich gegen den Auftrag gewehrt und um Klärung mit der Rechtsabteilung gebeten hätten. Diese Klärung habe jedoch nicht stattgefunden. Nach der Weigerung des Teams, den Auftrag auszuführen, bekamen demnach mehrere von ihnen Konsequenzen zu spüren. Einem Mitarbeiter sei der Arbeitsvertrag gekündigt worden. Ein weiterer sei degradiert worden und ein dritter, der als freier Mitarbeiter tätig gewesen war, habe keine Vertragsverlängerung bekommen.

Huawei Deutschland wies die Vorwürfe auf Anfrage der «Welt am Sonntag» zurück. Das Unternehmen erklärte, der Vorgang sei intern geprüft worden. Es sei weder «gegen externe gesetzliche oder vertragliche Vorschriften noch gegen interne Richtlinien zu irgendeinem Zeitpunkt verstossen» worden. Eine Verletzung geistiger Eigentumsrechte habe nie stattgefunden und sei auch nie geplant oder intendiert gewesen. Zu den angegebenen Konsequenzen für die betroffenen Mitarbeiter äusserte sich Huawei allerdings nicht.

Huawei ist einer der weltweit grössten Telekommunikationsausrüster und führend etwa bei der 5G-Technologie. In zahlreichen Ländern, darunter auch Deutschland, gibt es aber Sorgen, dass Huawei-Technik ein Einfallstor für chinesische Spionage oder Sabotage sein könnte. Die USA und Grossbritannien haben das Unternehmen deshalb vom Aufbau ihrer 5G-Netze ausgeschlossen und üben Druck auf europäische Staaten aus, dies ebenfalls zu tun. (sda/afp)

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