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Bekannte Fitness-App verrät sensible Daten – Atomwaffen-Stützpunkte betroffen

Im Visier ist Polar. Aber auch mit den Apps von Runkeeper und Endomondo sollen sich Bewegungsmuster von Usern ableiten lassen.
10.07.2018, 06:47

Die finnische Fitness-App Polar hat ihre Standortbestimmungs-Funktion abgeschaltet. Zuvor waren sensible Daten etwa von Soldaten und Geheimdienstmitarbeitern im Internet aufgetaucht. Betroffen waren rund 6000 Nutzer.

«Wir können westliche Militärangehörige in Afghanistan über die Polar-Seite finden», erklärte Sicherheitsexperte Foeke Postma in einem Blogbeitrag nach einer Recherche mit der niederländischen Nachrichtenseite De Correspondent. Mit nur wenigen Klicks könne ein hochrangiger Offizier beim morgendlichen Joggen auf einem Luftwaffenstützpunkt mit Atomwaffen ausfindig gemacht werden.

Hier wurden Fitnessübungen auf einer Militärbasis im Nahen Osten getrackt.
Hier wurden Fitnessübungen auf einer Militärbasis im Nahen Osten getrackt.

Gefunden wurden Daten von rund 6000 Polar-Nutzern, darunter Soldaten verschiedener Länder sowie Mitarbeiter der US-Bundespolizei FBI und des Auslandsgeheimdienstes NSA.

Die gefundenen Daten beinhalteten unter anderem Privatadressen von US-Bürgern in der internationalen Sicherheitszone in Bagdad und russischer Soldaten auf der Krim.

Die Arbeit sei den Journalisten oft dadurch erleichtert worden, dass die Hobbysportler auf ihren Profilseiten bei Polar ihren Namen und ihre Heimatstadt angegeben hatten, hält Spiegel Online fest.

Hier sind Läufer in Amsterdam unterwegs.
Hier sind Läufer in Amsterdam unterwegs.
bild: bellingcat.com

Polar wies darauf hin, dass nur die Daten von Nutzern veröffentlicht worden seien, welche die Standortbestimmung eingeschaltet hätten.

Im Januar hatte das Pentagon eine Überprüfung der Nutzung von Fitness-Apps durch Armeeangehörige angekündigt. Zuvor war eine Karte mit Bewegungsprofilen von US-Soldaten in Konfliktregionen durch einen Dienst der Firma Strava Labs veröffentlicht worden.

Ein hausgemachtes Problem: Das US-Verteidigungsministerium hatte seine Soldaten selbst dazu ermuntert, Fitnessarmbänder zu nutzen, und 2500 Fitbit-Armbänder an sie verteilt.

Spiegel Online schreibt: 

«Die Meldung von ‹De Correspondent› zeigt nun, dass Stravas Mitbewerber aus dem Fall vom Januar wohl nichts gelernt und nichts unternommen haben, um Vergleichbares mit ihren Apps zu verhindern. Denn, so das Fazit von ‹De Correspondent›: Auch mit den Apps von Runkeeper und Endomondo lassen sich ähnliche Muster ableiten. Dort sei es nur schwieriger, die Privatadressen der jeweiligen Nutzer herauszufinden.»

(dsc/sda/afp)

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