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Die Software gibt es für Windows-PCs, Mac und Linux. screenshot: sneek.io

Die «Sneek»-App fotografiert Homeoffice-Leute im Minutentakt

Eine britische Firma vermarktet ihre Software als praktisches Videochat-Tool, Kritiker reden von fieser Überwachung.



Wegen des Coronavirus sind viele gezwungen, von zuhause aus zu arbeiten – und die meisten Firmen nutzen Online-Konferenz-Tools für die interne Kommunikation. Nachdem Zoom die Download-Charts stürmte und wegen gravierender Sicherheitslücken und Schwachstellen kritisiert wird, ist auch ein Dienst namens Sneek in Verruf geraten. Bei Twitter ist von einer fiesen Überwachungssoftware die Rede.

Was ist Sneek?

Sneek ist auf die Vernetzung von Mitarbeitenden im Homeoffice spezialisiert. Auf einer Art virtueller Fotowand sind alle angemeldete User zu sehen, die Aufnahmen werden regelmässig (im Minutentakt) aktualisiert. Über einen Klick auf ein Mitglied kann direkt ein Videochat gestartet werden.

So funktioniert Sneek:

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Video: YouTube/Sneek

Sneek wird als Online-Tool vermarktet, das eine effizientere Zusammenarbeit von Mitarbeitern im Homeoffice ermöglichen soll. Die zu einem Team zusammengefassten Mitglieder könnten ihren Status wie folgt festlegen:

In der Grundversion ist Sneek gratis.

Für «gute Freunde»?

Hierzulande wäre Sneek aus arbeits- und datenschutzrechtlichen Gründen nicht durchsetzbar. Das heisst aber nicht, dass die Software unpopulär ist. Im Gegenteil. Wie Business Insider berichtete, hat sich die Kundenzahl verzehnfacht.

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screenshot: twitter

Einer der Firmengründer bestritt gegenüber Business Insider, dass es bei Sneek um die ständige Überwachung von Mitarbeitenden gehe. Man habe die App nicht entwickelt, um irgend jemanden zu bespitzeln. Vielmehr solle damit zuhause «ein dynamisches Büro» simuliert werden. Wer die Privatsphäre beeinträchtigt sehe, für den sei die Software halt nichts. Gedacht sei das Ganze für Teams, die «gute Freunde» seien und beim Arbeiten in Verbindung bleiben wollten.

Betrieben wird Sneek von der britischen Entwicklerfirma Analog Republic Ltd., die in London angesiedelt ist.

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(dsc, via derstandard.at)

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Video: srf/SDA SRF

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Michel Kurtz 03.04.2020 12:33
    Highlight Highlight Pig Brother is watching you ...
  • Sarkasmusdetektor 03.04.2020 12:05
    Highlight Highlight Da weiss ich doch gleich wieder, wofür der Kleber auf der Laptop-Kamera klebt.
  • auloniella 03.04.2020 11:16
    Highlight Highlight Keine Ahnung aber ich starre nicht dauernd in die Gesichter meiner Kollegen wenn ich arbeite. Mein Chef auch nicht.
    Teile meiner Arbeit kann ich auch offline/analog erledigen z.b Literatur wälzen, Unterrichtskonzepte
    Finde das daher schon seltsam.

    Für sehr enge Teams, die sich vertrauen und oft miteinander reden müssen ist das nicht schlecht aber sonst nope
  • Marvinovski 03.04.2020 11:04
    Highlight Highlight Erinnert mich an die Teleschirme von George Orwell (1984).
  • Asmodeus 03.04.2020 09:53
    Highlight Highlight Für Leute die es nutzen wollen gut. Aber Firmen die Mitarbeiter dazu zwingen? Absolutes No-Go.
  • stupef!ed 03.04.2020 09:52
    Highlight Highlight Ich verstehe den kritischen Ton des Artikels ehrlich gesagt nicht wirklich - fände ich persönlich super praktisch und kommt wohl am ehesten an ein "real office" feeling ran (schneller Austausch zu kleineren Themen anstatt lange Mails / Chatnachrichten, Zusammengehörigkeitsgefühl etc.)?

    Was soll denn der Unterschied zum Büro sein, dort sieht man sich ja gegenseitig auch immer?

    Wohl eine Frage der Anwendung, könnte mir aber gut vorstellen, dass man das bspw. Halbtagesweise im Team aktiviert hat für schnelle Kommunikation - senkt auf jeden Fall die Hemmschwelle schnell Probleme zu lösen!
    • Matti_St 03.04.2020 11:42
      Highlight Highlight Wieso will man effektives Homeoffice ineffizient gestalten in dem man dauernd gestört wird?

      Einziger Grund dafür sind Chefs, die seine Mitarbeiter dauernd unter Kontrolle haben wollen. Ein Arbeitsverhältnis ist immer ein Vertrauensverhältnis. Wer bei der Leistung im Homeoffice aus schwer, wird auch so erkannt.
    • Küsel64 03.04.2020 12:28
      Highlight Highlight Ich glaube nicht, dass es da um bespitzeln geht. Wenn ich mich bequem nach hinten lehne um mich einer Problemstellung hingeben will, bedeutet das ja nicht dass ich es gemütlich nehme, ebensowenig wenn ich in der Wohnung herumtigere um eine Lösung zu finden. Das weiss jeder vernünftige Chef, denn er beurteilt seine Leute nach Leistung (also verwendbarem Output pro Zeiteinheit) und Teamintegration (also die Fähigkeit sein Wissen ins Team einzubringen was heisst Kollektiverfolg vor Einzelerfolg)
    • Mad Scientist 05.04.2020 01:47
      Highlight Highlight Lies mal die Privacy Policy, dann denkst du anders. Oder dir sind deine Daten und deine Privatsphäre absolut egal. Die Nutzung dieser Malware ist das Einverständnis dazu, dass deine Daten an jede Person, die sie möchte, verkauft oder sonst wie weitergegeben werden kann. Siehe Punkt 4: https://sneek.io/guides/policy

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