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Bild: AP/ap

Mit 2 neuen Features will Instagram gegen Cyber-Mobbing vorgehen

09.07.2019, 22:11

Einige wenige Klicks reichen, um das Opfer zu peinigen: Cybermobbing ist ein grosses Problem bei Instagram. Seit Jahren suchen die Betreiber des sozialen Netzwerks Wege, um Mobbing einzudämmen.

Am Montag kündigte Instagram zwei Schritte an, die es den Tätern künftig schwerer machen sollen.

Mobbing über Social Media ist ein bekanntes Problem. Wie viele Nutzer davon betroffen sind, ist nicht ganz klar. Eine Studie der Organisation «Bündnis gegen Cybermobbing» kam zu dem Ergebnis: 13 Prozent der befragten Schüler zwischen zehn und 21 Jahren sind laut eigenen Angaben schon einmal über das Internet gemobbt worden. Das berichtete die «Süddeutsche Zeitung» 2017.

Die Zahlen sind nicht repräsentativ, aber Experten sind sich einig: Hass und Wut sind ein grosses Problem in sozialen Netzwerken. «Wo ich früher als Betroffener von Mobbing eine Pause hatte, weil die Schule vorbei war, bin ich heute 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche erreichbar», sagte der Medienpädagoge Matthias Felling dem Deutschlandfunk kürzlich.

Cyber-Mobbing auf Instagram

Auch auf Instagram gibt es Cybermobbing. Nun wollen die Macher des Netzwerks Mittel ergreifen, um ihre Nutzer zu schützen. Zwei Massnahmen werden dafür gerade getestet.

So funktioniert das erste neue Instagram-Feature:

Der Instagram-Algorithmus soll Nachrichten oder Kommentare vor dem Versenden auf Beleidigungen oder Verunglimpfungen überprüfen. Wird ein verdächtiges Wort entdeckt, erscheint auf dem Bildschirm des Nutzers ein Hinweis: «Bist du dir sicher, dass du das abschicken willst?»

Dieser Hinweis soll dafür sorgen, dass Nutzer noch einmal nachdenken, bevor sie einen anderen Instagram-Nutzer verbal attackieren.

Bild: instgram

«Bei den ersten Tests dieser Funktion haben wir festgestellt, dass sie einige Leute ermutigt, ihren Kommentar rückgängig zu machen und etwas weniger Verletzliches zu schreiben», teilt Instagram mit.

Das zweite Anti-Mobbing-Feature:

Was aber tun, wenn man auf der anderen Seite steht? Und Opfer von Mobbing wird? Bereits jetzt können Nutzer einen anderen Nutzer auf Instagram blockieren.

Instagram sagt dazu aber selbst: «Wir haben von jungen Menschen in unserer Community gehört, dass sie zögern, ihren Peiniger zu blockieren.» Denn das könnte die Situation weiter eskalieren lassen, so die Befürchtung. Blockierte Nutzer können herausfinden, dass sie blockiert werden: Der Blockierer taucht in der Suche nicht mehr auf.

Instagram arbeitet daher an einem neuen Feature namens «Einschränken» («Restrict»).

So erklärt Instagram die Funktion:

«Sobald du jemanden eingeschränkt hast, sind Kommentare zu deinen Beiträgen von dieser Person nur noch für diese Person sichtbar. Du kannst auswählen, ob Sie die Kommentare einer eingeschränkten Person für andere sichtbar machen möchten, indem Sie deren Kommentare genehmigen. Eingeschränkte Personen können nicht sehen, wenn Sie in Instagram aktiv sind oder wenn Sie deren direkte Nachrichten gelesen haben.»

Reichen die Massnahmen von Instagram aus?

Die Funktionen befinden sich noch in der Testphase, wann sie für alle Nutzer zugänglich sein werden, steht noch nicht fest. Aber die grosse Frage ist: Werden die Massnahmen auch Wirkung zeigen?

Instagram steht wie die anderen sozialen Netzwerke seit Jahren in der Kritik. Kritiker und Beobachter der Branche sind skeptisch, ob Algorithmen und die automatisierte Suche nach Schlagwörtern wirklich das Problem beheben können. Auch bei den angekündigten Features von Instagram bleiben Fragen:

  • Was, wenn die Software eine Mobbing-Attacke nicht erkennt und dem Nutzer einen Hinweis auf den Bildschirm schickt, es sich noch einmal zu überlegen?
  • Und: Reicht dieser Hinweis aus?

Das «Time»-Magazin sprach ausführlich mit Instagram-Chef Adam Mosseri über Mobbing auf der Plattform. Der Bericht macht deutlich: Der Konzern hat das Problem erkannt.

Es bleibt abzuwarten, ob die nun getesteten Massnahmen auch wirklich helfen. Mosseri sagte gegenüber dem «Time»-Magazin: «Technologie ist von Natur aus weder gut noch schlecht. Das ist einfach so. Und Social Media, als eine Art Technologie, ist oft ein Verstärker. Es liegt an uns, sicherzustellen, dass wir das Gute verstärken und nicht das Schlechte.»

(ll)

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