Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Global Crypto Offering Exchange (GCOX) Chief Communications Officer Evan Ngow, left, speaks during a news conference in Hong Kong, Wednesday, March 21, 2018. GCOX, which says it's the world's first celebrity cryptocurrency exchange, said that English former football player Michael Owen is investing in the exchange and joining its board of advisors. (AP Photo/Kin Cheung)

Der Celebrity-Token – wtf! Bild: AP/AP

Kommentar

Weshalb ich mir als Investor von Kryptos den grossen Crash herbeisehne



«Mit dem OWN-Token kann man wohltätige Zwecke unterstützen, welche von einem Athleten ausgesucht wurden. Oder man kann damit Merchandise kaufen.»

Bloomberg.com

Ich bin baff. Jetzt gibt es tatsächlich seit Ende März den OWN-Token, benannt nach Michael Owen, dem ehemaligen Real-, Liverpool- und Manchester-United-Spieler.

Owens Traumtor gegen Argentinien 1998

Animiertes GIF GIF abspielen

Das Talent wurde nach einem Sensationstor an der WM 1998 gegen Argentinien als 18-Jähriger über Nacht berühmt und gehypet. Seine Karriere nahm, vor allem wegen zahlreicher Verletzungen, einen weniger glücklichen Verlauf.

In gewisser Hinsicht steht Owens Schicksal sinnbildlich für die Kryptoindustrie. Der Hype ist riesig und das Talent unbestritten, im Moment aber ächzt die Industrie vor allem unter den groben Fouls.

Wieso braucht es einen separaten Coin, um Merchandise zu kaufen? Eine hirnrissigere Idee für einen eigenen Token kann man fast nicht formulieren.

Wieso brauchte es nach der Fork von Bitcoin Cash auch noch Bitcoin Gold, Bitcoin Diamond und Bitcoin Private? Interessanterweise steht hinter der Bitcoin-Private-Fork derselbe Mann, der auch ZCash Classic von ZCash abspaltete und den Whale-Coin erfand.

Es ist, man kann es getrost ausdeutschen, reine Abzocke.

Wieso nimmt eine Softwarefirma vier Milliarden ein und erfrecht sich danach, kein ausgereiftes Produkt abzuliefern? Die Abzock-Signale zeigen auch hier tiefes Rot. Raffgier ist erst die Vorstufe.

Die Chancen, dass Projekte wie Bitcoin Diamond den Status von reinen Spekulationsobjekten jemals verlassen und einen gesellschaftlichen Nutzen hervorbringen, sind gleich null. Trotzdem. Bitcoin Diamond hat im Moment einen Wert von über 300 Millionen Dollar. Für nichts.

Die Chance, dass diese Projekte ganz wenige Leute reicher, viele aber ärmer machen, ist dafür umso höher. Nicht nur in Sachen Bullshit macht die Krypto-PR-Maschinerie langsam dem amerikanischen Präsidenten Konkurrenz.

Bitcoin-Cash-Apostel Roger Ver ragequittet bei einem Interview

abspielen

Video: YouTube/incredibert

War die Auseinandersetzung zwischen Bitcoin- und Bitcoin-Cash-Maximalisten zu Beginn noch amüsant, nervt das tägliche Gezeter mittlerweile nur noch: «Vitalik hat im Fall die Smartcontracts nicht erfundenmimimi». Auch zwischen Bitcoin-, Ethereum-, IOTA- und Ripple-Maximalisten fliegen die Fäuste.

Vitalik Buterin und Gavin Andresen sprechen über die «wichtigste Frage» der Industrie

abspielen

Video: YouTube/Jim btc

Nein.

Leider fliegen die Fäuste nicht. Das hätte wenigstens Unterhaltungswert.

Nein. In der Krypto-Welt beisst man sich keine Ohren ab. «Vitalik Butterins Go-Spiel ist ohne Strategie und ohne Plan und damit die grösste Beleidigung», twitterte letzte Woche sinngemäss ein hochangesehener Bitcoin-Entwickler. So mimimit man in der Nerd-Welt. Das ist dann quasi Materazzi-Niveau.

Und was ist mit Tether los? Wie lange kann das auf den Virgin-Islands registrierte Unternehmen Tether Holdings Limited noch weiter undurchsichtig geschäften?

Die Blockchain und die neuen Möglichkeiten sind eine wunderbare Sache. Und ja, ich bin mir bewusst, dass Dezentralisierung seine Probleme mit sich bringt und jede Medaille eine Kehrseite hat – nichts geht ohne Störgeräusche. Im Moment sind diese aber derart laut, dass die Vorfreude auf die neuen Möglichkeiten einfach niedergeschrien wird.

Deshalb braucht es einen reinigenden Crash. Januar Faktor zehn bitte. Dass meine Investitionen ins Minus geraten würden, ist mir egal. Auch die Häme der Nocoiner – egal. Leid täte es mir für die vielen naiven Spekulanten, die im Januar eingestiegen sind. Ihnen wünsche ich für einen solchen Fall «eiserne Hände». 

Ich bin mir bewusst, dass auch der schönste Krypto-Tsunami nicht sämtlichen Dreck aus der Industrie spült. Aber wenigstens so viel, dass man das Meer der neuen Möglichkeiten wieder deutlicher erkennen kann.

Überraschender Sieger im grossen Glacé-Test

Video: srf

Bitcoin und Co.: Das passiert in Krypto-Foren auf Reddit

Das könnte dich auch interessieren:

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

US-Waffenlobby NRA meldet aus Kalkül Insolvenz an

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kommentar

Darum sind die Frauen unsere «Geheimwaffe» im Kampf gegen das Virus

Trump hin, Erich Hess her: Es läuft nicht alles schlecht in dieser Jahrhundertkrise. Zu verdanken haben wir das vor allem den Frauen. Den mutigen Wortführerinnen und den leisen Arbeiterinnen.

Das ist natürlich eine äusserst subjektive Beobachtung des Autors.

Was auffällt bei den Äusserungen von Wissenschaftlerinnen wie der Virologin Isabella Eckerle: Frauen diskutieren hart in der Sache, spielen aber nicht auf den Mann.

Wie Neuseeland, Taiwan und Deutschland ist auch Finnland ein von Frauen geführtes Land, das schnell und entschlossen auf die Pandemie reagierte, statt zu zögern.

Nach der Krise ist vor der Katastrophe.

Spätestens seit April wissen wir, dass Frauen in der Corona-Pandemie …

Artikel lesen
Link zum Artikel