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Wegen starker Verschlüsselung: Russland blockiert Telegram

Ein Gericht in Moskau hat die Sperrung des beliebten Smartphone-Messengers und WhatsApp-Konkurrenten angeordnet.



Ein russisches Gericht hat im Streit um die Herausgabe von Daten die Sperre des international beliebten Chat-Dienstes Telegram in Russland angeordnet. Der Zugang werde bis auf weiteres blockiert, urteilte Richterin Julia Smolina am Freitag.

Das Gericht in Moskau folgt damit dem Antrag russischer Behörden, der Zugriff auf die Verschlüsselung des Chat-Dienstes gefordert hatte. Die Behörden vermuten, dass Terroristen den Dienst bei der Planung von Angriffen nutzen.

Die Sperre werde erst aufgehoben, wenn Telegram alle geforderten Daten an den Geheimdienst FSB weiterleite, hiess es im Gericht der Agentur Tass zufolge.

Der russische Telegram-Gründer Pawel Durow weigerte sich bislang, die Verschlüsselung herauszugeben. Er hält die Forderung für verfassungswidrig. Durows Anwälte kündigten an, das Urteil anzufechten. Die russische Medienaufsicht teilte mit, die Entscheidung sofort nach deren Erhalt umzusetzen.

Mit Telegram kann man zum einen ähnlich wie bei WhatsApp oder dem Facebook Messenger chatten, Fotos und Videos austauschen oder telefonieren. Einzelne Nachrichten kann man auch so einstellen, dass sie sich nach dem Lesen automatisch löschen. Die App ermöglicht zudem, ähnlich wie bei Twitter, bestimmte Kanäle zu abonnieren.

(sda/dpa)

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