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«Fortnite» ist ab sofort für alle iOS-Nutzer frei verfügbar. Eine Android-Version soll erst in einigen Monaten folgen. bild: zvg

Review

Alle spielen «Fortnite» – nur ich kann mit dem Handy-Spiel der Stunde gar nichts anfangen

Ich gestehe. Auch ich habe das süchtig machende Baller-Survival-Spiel «Fortnite» auf dem iPhone intensiv gespielt. Darum habe ich wieder aufgehört.



Schon als das Spiel im letzten Sommer für die Playstation 4, Xbox One und für den PC erschien, hatte ich meine Mühe mit diesem bunten Baller-Survival-Spiel im Comic-Look. Dabei fand ich durchaus Gefallen in den ersten Spielstunden. Hirn aus und ran an den digitalen Speck.

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Hui, bald bin ich unten! bild: zvg

Doch schnell verging mir die Lust daran und ich widmete mich wieder anderen Titeln. Jetzt ist das Ding auch noch für mein iPhone erschienen und es ist, als ob ich ein Jahr zurück katapultiert wurde.

Story? Welche Story?

Alles hört sich ja sehr verlockend an: Nach einer globalen Apokalypse ist fast die ganze Menschheit verschwunden, vieles ist einfach kaputt und zombieartige Wesen schlurfen über das Antlitz dieser gottverlassenen Erde.

Mehr Story gibt es dann auch nicht mehr zu erzählen. Braucht es eigentlich auch gar nicht und interessiert auch niemanden. Denn der Ballerspass funktioniert in der Theorie als auch in der Praxis auch so bestens.

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Der Trailer zum Ballerspass. Video: YouTube/Fortnite

Millionen von Menschen, hauptsächlich jüngere Menschenkinder, stürzen sich also in Schlachten, sammeln wie verrückt Items, gehen intensiv auf Schatzsuche, verbessern ihre Fähigkeiten und verpassen das laufende Familienfest im Hintergrund. Faszinierend.

Das Ding hat sogar an den «Global Game Awards» im letzten Jahr Auszeichnungen eingesackt. Also muss doch dahinter mehr stecken als bloss eine stupide Ballerorgie. Es wurde also Zeit für eine intensive Testphase mit der mobilen Version.

Ich. Muss. Spielen.

Auf dem Weg zur Arbeit wurde wie wild gezockt. Meine lange Podcast-Liste musste warten, die Musik-Playliste sowieso, «Fortnite» war jetzt an der Reihe. Wer mich im ÖV ansprach, bekam nur ein kurzes Kopfnicken, mehr nicht. Tagelang, wochenlang. Auch in den Mittagspausen wurde das Smartphone nicht aus den Händen gelegt. Und abends flimmerte der Bildschirm sowieso im Dunkeln. Ich. Musste. Spielen.

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Einfach abdrücken! bild: zvg

Und ich gebe es zu, ich hatte tatsächlich meinen Spass. Jedenfalls für eine kurze Zeit. Das Ding flutscht tatsächlich auch in der mobilen Version hervorragend in der Hand. Und das schreibt einer, der eigentlich recht grosse Hände hat und kein Riesen-Smartphone besitzt. So hüpfte und ballerte ich mich durch verschiedene kunterbunte Areale, nahm diverse Herausforderungen an und holte mir superdupertolle Waffen. Wirklich gewonnen, habe ich aber selten. Ich bin wohl echt langsam zu alt dafür ...

Parallel konsumierte ich diese teils fragwürdigen Letsplays im Internetz und schaute zu, wie Menschen, vor allem sehr junge Menschen, vor den Bildschirmen mit unglaublich schnellem Reaktionsvermögen ihr Können demonstrierten. Es wurde geflucht, Menschen rasteten aus und lachten sich die Hosen voll. Ich auch, ich gebe es zu.

Sich ins Unermessliche hochleveln

Ok, ich habe es mittlerweile verstanden. «Fortnite» ist momentan total angesagt und ich kann auch nachvollziehen warum. Mal abgesehen davon, dass es gratis auf dem Smartphone konsumierbar ist, kann es diesen Sog entwickeln.

Die Motivationskurve steigt automatisch immer mehr in die Höhe, wenn man endlich mal ein paar Gegner weggeballert hat, digitale Geschenke erhält und sich selber einfach ins Unermessliche hochleveln kann. Je mehr und je länger man spielt, desto besser möchte man werden und neue Herausforderungen meistern.

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Es gibt keine Hektik! bild: zvg

Und irgendwie erinnert mich das Ganze an einen blinkenden Glücksspielautomaten, wo man auch einfach nicht loskommt und sich immer wieder sagt «eine Runde geht noch». 

Ich will eine Geschichte!

Doch dann kam dieser Wendepunkt, wo ich einfach aufhören musste, die Lust mich verliess und hinter mir die Tür fest zuschlug. Nicht weil ich zu schlecht war (ein bisschen vielleicht), meine Erfolge bescheiden blieben (ja doch!) oder ich mich an dieser bunten Optik satt gesehen hatte, der Grund war viel einfacher.

Ein Videospiel ist für mich in erster Linie ein interaktives Erzählmedium. Will heissen, ich möchte eine Geschichte selbst erleben. Ich möchte Figuren begleiten und an ihren Schicksalen teilnehmen. Ich möchte narrativ überrascht werden und mich in die Charaktere hineinversetzen können. Kurz: Ich möchte eine spielbare Geschichte erleben, die mich bewegt, berührt und mich noch lange begleiten wird.

Und das kann mir «Fortnite» und ähnliche Genre-Vertreter leider auf gar keinen Fall bieten. Das muss es aber auch nicht. Denn dieser Ballerspass geht andere Wege, um die Masse zu begeistern. Und das ist auch völlig ok so. Nur leider ohne mich.

Spielt ihr auch fleissig «Fortnite» oder lässt euch das Spiel kalt? Schreibt es in die Kommentare!

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