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Mitarbeiter des Bundesamtes fuer Gesundheit (BAG) verteilen am Bahnhof Chiasso Broschueren ueber die Praeventionskampagne des Bundesamtes fuer Gesundheit gegen die Ausbreitung des Coronavirus COVID-19, am Freitag, 28. Februar 2020, in Chiasso. (KEYSTONE/Ti-Press/Francesca Agosta)

Employees of the Swiss Federal Office of Public Health are distributing brochures at Chiasso station about the prevention campaign of the Federal Office of Public Health against the spread of the coronavirus COVID-19, on Friday, February 28, 2020, in Chiasso. (KEYSTONE/Ti-Press/Francesca Agosta)

Der Bund hat in der Coronakrise vieles richtig gemacht. Aber wie ist das bei der geplanten App? Bild: TI-PRESS

Analyse

Ärger um «verzögerte» Schweizer Corona-Warn-App – das steckt wirklich dahinter

Das digitale Contact Tracing gibt's frühestens im Juli für die ganze Bevölkerung. Die «massive Verzögerung» ist ein Kommunikations-Fail.



Der Aufschrei

Die Enttäuschung war gross nach dem Entscheid des Parlaments zu der für den 11. Mai erwarteten Corona-Warn-App. Und die Verwirrung noch grösser, wie Reaktionen in der watson-Kommentarspalte und bei Twitter zeigen.

Warum sind unsere National- und Ständeräte nur solche «Bremser»? Erfolgt die offizielle Lancierung tatsächlich erst im Juli? Was hat es mit der von Gesundheitsminister Alain Berset in der Debatte erwähnten «Testphase» auf sich?

Digitalaffine Politikerinnen und Politiker wie die Nationalrätin Judit Bellaiche zeigen sich im Nachgang konsterniert, ob der aus ihrer Sicht unbegründeten Kritik.

Sowohl Gegnerinnen als auch Befürworter der Corona-App hätten ihn mit Mails bestürmt, schildert Nationalrat Balthasar Glättli. Er sah sich darum zu «ein paar Klarstellungen» veranlasst, die er via Instagram-Video verbreitete.

Ihre Argumentation: Das Parlament habe nie gewollt, dass sich der Start des digitalen Contact Tracing verzögere, sondern nur vom Bundesrat verlangt, klare Rahmenbedingungen zu schaffen (siehe unten). Und zudem sei auch nicht das Parlament an der Verzögerung schuld.

Offenbar ein Kommunikationsproblem. Der Gesundheitsminister, respektive seine Fachleute beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), sollen dafür verantwortlich sein.

Demnach war gar nie geplant, die App am 11. Mai zu lancieren, wenn der «Lockdown» aufgehoben wird. Nur wollte das niemand der Bevölkerung beibringen. Zur Erinnerung: BAG-Generaldirektor Pascal Strupler hatte zuvor gesagt, dass die App bis am 11. Mai fertig gestellt werde.

Dem «Tages-Anzeiger» verriet nun Gregor Lüthy, Leiter der BAG-Kommunikationsabteilung, das man durch den Parlamentsentscheid «etwas mehr Zeit» erhalte. Zeit, die sowohl die App-Entwickler noch gut brauchen können, als auch die Verantwortlichen beim Bund und den Kantonen.

watson hat beim BAG nachgefragt.

Wann kommt die Corona-Warn-App?

Dazu schreibt uns Katrin Holenstein von der Kommunikationsabteilung des BAG:

«Nächste Woche wird die Pilotphase starten, dies mit einer Vorversion der App auf Basis einer spezifischen Verordnung mit einem begrenzten Nutzerkreis.»

Sie könne nichts zur Grösse der Testgruppe sagen, teilt die BAG-Sprecherin weiter mit.

«Begrenzter Nutzerkreis», das heisst, dass die App sicher nicht – wie etwa die SBB-Preview-App – bereits von allen bereitwilligen Smartphone-Usern installiert werden kann.

Wer darf die App testen?

Dazu kann die BAG-Sprecherin nichts sagen. Nur: «Wir werden mit dem Start der Testphase informieren.»

Auch dies deutet daraufhin, dass es sich am Anfang um einen sehr begrenzten Personenkreis handeln dürfte.

Generell gilt für das Testen von iPhone-Anwendungen: Apple lässt über seine «TestFlight» genannte Entwickler-Plattform maximal 10'000 externe Tester pro App zu.

Bei Android sind geschlossene Tests mit Gruppen bis zu 100 Usern möglich. Bei offenen Tests mit grösseren Gruppen muss die App im Google Play Store verfügbar sein. Das heisst laut Google allerdings auch, dass die App für alle auffindbar ist und auch in den Suchergebnissen auftaucht.

Zur Erinnerung: DP-3T hat schon App-Tests mit einer Gruppe von 100 Schweizer Soldaten durchgeführt.

watson hat auch bei DP-3T angefragt, wie die Testphase ablaufen soll. Eine Antwort steht aus.

Wie schlimm ist die Verzögerung?

Wie beurteilt das BAG die Befürchtung, dass sich die offizielle Lancierung der App massiv verzögere und frühestens im Juli (auf breiter Basis) verfügbar sei?

Das BAG versucht zu relativieren:

«Eine Testphase war immer geplant und ist fester Bestandteil des Projekts. Wir möchten sicherstellen, dass die App zuverlässig und stabil funktioniert.»

Nach derzeitigem Wissensstand ist festzuhalten: Gemäss dem aktuellen technischen Stand ist das digitale Contact Tracing keine «Wunderwaffe», die eine zweite Ansteckungswelle verhindern könnte. Die Bluetooth-basierte Proximity-Tracing-App ist noch nicht massentauglich, sie muss sich erst einmal in aussagekräftigen Praxistests bewähren.

Das DP-3T-Entwicklerteam muss ja auch noch die Apple-Google-Schnittstellen implementieren und testen.

Zudem dürften Bund und Kantone mit der Organisation und Infrastruktur noch nicht so weit sein, wie es für die offizielle App-Lancierung zwingend erforderlich ist.

Wie weit ist die Koordination mit den Kantonen?

An der Medienkonferenz am 1. Mai sagte der Covid-19-Delegierte des BAG, Daniel Koch, es müsse noch definiert werden, wie die Proximity-Tracing-App in die Contact-Tracing-Strategie des Bundes integriert werde. Dies müsse man insbesondere mit den kantonsärztlichen Diensten anschauen.

Auf Nachfrage von watson, wie weit diese Abklärungen inzwischen fortgeschritten seien, heisst es nur:

«Zunächst wird die Testversion lanciert und die Erfahrungen evaluiert und eingearbeitet. Mit den Kantonsärzten sind wir in regelmässigem Kontakt.»

Wie und wann soll die Bevölkerung informiert werden?

Dazu die BAG-Sprecherin:

«Zunächst wird eine Pilotversion lanciert. Bereits in dieser Phase ist vorgesehen, vorab die interessierten Kreise zu informieren. Eine breite Bevölkerungsinformation wird im Blick auf die definitive App vorbereitet. Wir wollen die Bevölkerung breit und verständlich über Zweck und Nutzen der App informieren.»

Wann steht die App der Bevölkerung zur Verfügung?

Das ist offen.

«Die Beratung zur Gesetzesanpassung aufgrund der Annahme der Motion aus der SGK-S ist für die Sommersession geplant.»

Die Sommersession findet vom 2. bis 19. Juni statt. Die Genehmigung des vom Parlament geforderten dringlichen Bundesgesetzes dürfte blosse Formsache sein. Die wichtigsten Forderungen sind laut Bundesrat Berset bereits erfüllt:

Kommentar des Digital-Redaktors

In einem Kommentar Anfang Woche forderte ich den Bundesrat auf, wichtige Entscheide zur App-Lancierung verständlich zu kommunizieren, um die Bevölkerung nicht zu verunsichern. Das haben der Gesundheitsminister und die Verantwortlichen beim Bundesamt für Gesundheit verbockt.

Damit der Vertrauensvorschuss für die Corona-Warn-App nicht verspielt wird, ist nun Transparenz Pflicht. Dass vor der offiziellen Lancierung eine Testphase zwingend nötig ist, leuchtet selbst dem grössten technischen Laien ein. Dass wir dies nun indirekt erfahren mussten und der Bundesrat auch noch versuchte, dem Parlament den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist eine schwache Leistung.

Falls die Kurve mit den Covid-19-Ansteckungen in den nächsten Wochen steil ansteigt, sollte niemand der fehlenden Corona-Warn-App die Schuld geben. Das dürfte dann vielmehr an der starken Lockerung der Zwangsmassnahmen und unserem unvorsichtigen Verhalten liegen.

Zur Erinnerung: Es gibt noch kein Land weltweit mit einer gut funktionierende Corona-Warn-App. Die bisher lancierten Apps, mit Asien und Osteuropa als Pionierregionen, vermochten nicht überzeugen. Sei dies in Singapur und Australien, oder Norwegen und Nordmazedonien. Aus Island hiess es zunächst, die Bevölkerung habe die staatliche App (Rakning C-19) positiv aufgenommen. Zur Effizienz liegen mir keine Informationen vor. Man muss aber wissen, dass die isländische App hierzulande keine Chance hätte, es ist ein zentralisiertes Überwachungs-System und beinhaltet GPS-Ortung.

Bleibt noch Österreich, da hat das Österreichische Rote Kreuz relativ früh die «Stopp Corona»-App lanciert, die mittlerweile über 560'000 Downloads erreicht hat. Damit sie erfolgreich eingesetzt werden könne, müssen es mehr sein, sagten die Verantwortlichen an einer Zwischenbilanz.

Was sind die wichtigsten ungeklärten Fragen?

Es geht mir bei den folgenden Fragen in erster Linie um den zu erwartenden Testbetrieb für die Schweizer Corona-Warn-App, der laut BAG nächste Woche starten soll.

Und jetzt du!

Was sind deine brennendsten Fragen rund um die Schweizer Corona-Warn-App? Lass es uns via Kommentarfunktion wissen. Und der watson-Redaktor wird die wichtigsten Anliegen den Verantwortlichen beim Bund vorlegen.

Willst du die Corona-Warn-App ausprobieren?

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 08.05.2020 18:17
    Highlight Highlight Wenn die Bluetooth-Technologie in fast allen Mobilgeräten nicht exakt genug arbeitet (Distanzen messen kann), warum rennen denn alle auf der ganzen Welt einer App nach, die aufgrund von Hardware-Sensorik, die keine zufriedenstellende Daten liefert, ein Tracing ermöglichen soll? Das ist ja schon fast willkürlich und fahrlässig.

    Die Politik muss da schon verzweifelt sein. Ich wollte ursprünglich mitmachen. Doch was nützen Fehlalarme, die einem zum Arzt empfehlen? Ich warte ab und kontrolliere wie bisher die Distanz im Umfeld analog mit eigener Biosensorik.

    Ob da der Bund wieder rauskommt?
  • Dave1974 08.05.2020 12:15
    Highlight Highlight Je länger ich mich mit dieser Thematik und auch der Technik beschäftige, desto mehr Zweifel habe ich an einer zuverlässigen Umsetzbarkeit in einer nicht genormten Umgebung.

    Die Lösungsansätze würden dann schon wieder an der Glaubwürdigkeit der zugesicherten Anonymität kratzen:
    - einheitliche Smartphones verwenden
    - Gerätedaten technischer Art mitüberliefern

    So wie ich die Tests interpretiere müsste aber das eine oder andere einfliessen um zuverlässiger messen zu können und dabei wären andere Störeinflüsse noch nicht beachtet.
    (Anm.: habe als Elekroniker Messtechnik gelernt).

  • Gopfidam 08.05.2020 09:19
    Highlight Highlight @schurt3r

    Was würde passieren, wenn jemand die Warnungen der App ignoriert.

    Sagen wir mal, jemand erhält die Meldung, er solle sich in Quarantäne begeben. Und diese*r jemand macht es nicht.. Was passiert dann?
    • @schurt3r 08.05.2020 09:41
      Highlight Highlight Die Nutzung der App ist freiwillig. Das gilt auch für das Reagieren auf Warnhinweise. Niemand ist gezwungen, darauf zu reagieren.

      Es würde also nichts passieren. Wobei diese Person möglicherweise infiziert ist und in der Folge weitere Personen (unbemerkt) ansteckt. 😳
    • lilie 08.05.2020 11:12
      Highlight Highlight @Gopfidam: Wenn du nicht Home Office machst, kannst du nicht durch die App in Quarantäne geschickt und von der Arbeit freigestellt werden. Dazu braucht es eine Weisung vom Kanton und/oder ein Arztzeugnis.

      Die App kann dich also nur auf einen Kontakt hinweisen, die konkreten Schritte musst du selber unternehmen: beim Arzt melden, testen lassen, Isolation bis zum Testergebnis, Quarantäne auf Weisung des Arztes bei positivem Test.

      Wie gesagt, die App unterstützt nur, um mehr Kontakte zu finden als nur mit dem direkten Contact Tracing. Der Rest bleibt aber genau gleich.
  • posti 08.05.2020 06:58
    Highlight Highlight Die App benutzt Bluetooth zur Distanzmessung, auch hier ein kleiner Erfahrungsbericht: Die Chips in manchen Geräten sind absolute Katastrophe. Die Rssi Werte sind da dann meistens eher zufällig als sonst etwas. Da kann ein Gerät, welches 10m entfernt ist, auch schon mal gemessen näher sein als eines, welches direkt daneben steht.

    Vergesst die App, das Ding kann niemals sicher sein. Schaut euch auch mal die Kommentare von Gruppen wie dem CCC an.

    Noch was, Software die man schnell schnell machen muss, kommt nie gut.
    • @schurt3r 08.05.2020 07:43
      Highlight Highlight Kritik/Skepsis find ich grundsätzlich gut, pauschales Verurteilen eines Projekts, ohne dass man alle Details kennt, überzeugt mich nicht.

      Solche vorschnellen Urteile können einem ziemlich schnell um die Ohren fliegen ;-)

      DP-3T arbeitet eng mit Apple/Google zusammen. Warten wir doch jetzt ab bis die Software verfügbar ist, bzw. bis Resultate vorliegen.
    • posti 08.05.2020 07:53
      Highlight Highlight @schurt3r ich schreibe das ja auch nicht einfach so, sondern als jemand mit einem ETH-Abschluss in Informatik und mit praktischer Erfahrung. Ich habe täglich bei der Arbeit mit Vulnerabilities zu tun auch bei Apple und Google.
      Wieviele Apps hast du schon geschrieben? Wieviele Code schon reviewed? Hast du schonmal mit Bluetooth auf Android-Geräten gearbeitet?

      Meine Ausbildung und Erfahrung sagt mir, dass hier Skepsis sehr angebracht ist.
    • @schurt3r 08.05.2020 08:07
      Highlight Highlight Wollte dir nicht zu nahetreten, und wie bereits geschrieben, Skepsis ist gut und angebracht.

      Wenn man ein Software-Projekt aber nicht bis ins letzte Detail kennt (= kein Insider ist), dann finde ich es nicht sinnvoll und angebracht, ein abschliessendes Urteil abzugeben. Noch dazu bevor die Software überhaupt fertig ist und vorliegt.
  • posti 08.05.2020 06:53
    Highlight Highlight Ein Kommentar aus der Software-Entwicklungs-Praxis:
    Mich nervt diese ständige Diskussion um die App immer mehr. Es gibt keine sichere Software. Die Hardware hat Sicherheitslücken und die Software wird Fehler haben. Auch wenn theoretisch alles OK ist, wird das ganze praktisch trotzdem unsicher sein.
    Ich habe auch schon an sehr kritischer Software mitgearbeitet und bei uns ging der Testing Prozess um Monate länger wie die Entwicklung. Wenn man diese App wirklich anständig testen will, müsste das ganze min. 6 Monate gehen. (1/2)
    • @schurt3r 08.05.2020 07:46
      Highlight Highlight Bin einverstanden, dass die Testphase im Prinzip viel länger dauern sollte. Aber hier geht es auch um ein Abschätzen der Risiken und Folgen und das traue ich Apple/Google durchaus zu. Zudem kümmern sie sich ja auch gleich selbst um die entsprechenden Schnittstellen, bzw. integrieren sie direkt in die mobilen Betriebssysteme. Updates/Patches können sie auch sofort nachliefern.
  • Isa Boletini 08.05.2020 01:44
    Highlight Highlight Im Sommer braucht es keine App. Corona macht dann ja Sommerferien. Erst im Herbst, wenn die Grippesaison anfängt, dann kommen die Coronaviren wieder. Und dann gehts hopp. Corona App, Immunitätsausweis, Impfung und Freiheitsabbau. Die Immunen dürfen alles und die, die sich nicht impfen wollen müssen zuhause bleiben. Spannende Zeit die uns bevorsteht. Diskriminierung wird dann wieder IN sein. Und sogar erwünscht. Man wird sie gefährliche Impfgegner nennen. Obwohl man einfach nicht etwas gespritzt bekommen will, das keine Langzeitstudie hatte.
  • Peter Marthaler 08.05.2020 00:44
    Highlight Highlight Auf wie vielen der heute verwendeten Smatphones wird diese App überhaupt funktionieren (abhängig von möglichen OS-Upgrads/Updates, Unterstützung von BLE, Abo welche den Bezug der Infizierten-Cods vom zentralen Server ermöglicht)?
    Wie genau kann damit die Distanz ermittelt werden, wenn das Hany in der Gesässtasche oder in der Handtasche getragen wird, die BLE Signale durch Metall z.B. Regale und Theken in Läden beinflusst werden?
    Wie zuverlässig kann diese Technologie die Trennung durch eine Plexischeibe erkennen?
    Enthält eine Warnung auch Zeit / Dauer eines Kontakts?
  • lilie 07.05.2020 22:59
    Highlight Highlight Der BR hat immer klar gemacht, dass die App nur eine Unterstützung darstellt. Und solange die Kantone die Strukturen und Abläufe für das Contact Tracing nicht aufgebaut und in Betrieb genommen haben, ist die App eh für die Füchse.

    Warum schaut ihr also nicht mal zuerst den Kantonen auf die Finger, anstatt euch in der App zu verbeissen? Ich bin nämlich alles andere als überzeugt, dass die ihre Arbeit auch wirklich machen...
  • fant 07.05.2020 22:23
    Highlight Highlight Mich interessiert auch noch der ganze life cycle:

    Zuerst bin ich mal gesund. Dann meldet mir die App, dass ich 'Kontakt' mit jemand Infiziertem hatte. Dann gehe ich mich testen und bin negativ, bleibe also gesund. Oder der Test ist positiv und ich melde das brav und gehe in die 14Tage Quarantäne. Was passiert dann? Gelte ich wieder als gesund (und das Spiel beginnt von vorn)? Oder gelte ich als immun und...?
    • lilie 08.05.2020 11:31
      Highlight Highlight @fant: Entweder hast du Symptome und bleibst zuhause, bis du 2 Tage symptomfrei bist, oder du hast keine Symptome, dann könntest du trotzdem mindestens 10 Tage zuhause bleiben müssen. Das wird vom kantonsärztlichen Dienst entschieden und kontrolliert.

      So jedenfalls ist der Plan des Contact Tracings. (Das BAG hat ein pdf mit allen Infos hochgeladen, ich schaffs aber leider nicht, es zu verlinken; vielleicht findest du es ja aber selber 🙂).
    • fant 08.05.2020 12:27
      Highlight Highlight Ja, und nachher? Nach der Quarantäne? Gelte ich dann nur wieder als 'gesund' oder gelte ich als 'immun'? Das ist mir immer noch nicht klar...
    • lilie 08.05.2020 16:46
      Highlight Highlight @fant: Du giltst vorerst "nur" als gesund. 🙂

      Die Immunität wird erst noch erforscht. Es scheint zwar unterdessen ziemlich sicher, dass man nachher immun ist, aber die Frage ist, ob man dazu auch Symptome gehabt haben muss und ob man die Immunität nach einer Weile wieder verlieren kann.

      Deshalb musst du dich nachher weiterhin an alle Regeln halten, auch, um anderen keine falschen Signale zu senden. 🙂
  • chwaggis 07.05.2020 22:18
    Highlight Highlight weiss jemand, was der funktionale Unterschied zwischen der Test- und der definitiven Version ist?
    Ist die Testversion voll funktionsfähig inkl. Alert-Funktion?
    Falls alles funktioniert könnte man ja im Sinne einer 'kollektiven Ungehorsamkeit' die Testversion installieren, auch wenn dass das Parlament noch nicht will;-)
  • Zeit_Genosse 07.05.2020 22:07
    Highlight Highlight Vielleicht ganz gut so, damit wir nicht aus den Augen verlieren, dass wir das Virus mit einer App nicht bekämpfen können. Das können wir nur mit unserem Verhalten. Eine App kann das Tracing unterstützen, wenn genug mitmachen, was ich inzwischen bezweifle ob der Widerstände aus allen Lagern.

    Zudem wäre ja mal die Idee gewesen, dass die App länderübergreifend einsetzbar ist. Das scheitert ja bereits an der Distanzregel. Rundum hat man 1.5 Meter, in der CH sind es 2 Meter. Also zeichnet die CH-Lösung im Ausland ständig Daten unter 2 Meter auf. Oder hat es ein GPS für Regeln drin (?!)
    • Satan Claws 08.05.2020 01:54
      Highlight Highlight @Zeit_Genosse

      "Rundum hat man 1.5 Meter, in der CH sind es 2 Meter. Also zeichnet die CH-Lösung im Ausland ständig Daten unter 2 Meter auf"

      Das ist nicht relevant, weil die App das niemals so genau messen kann. Es gibt in der realen Welt zu viele Störquellen und Hindernisse.
    • Zeit_Genosse 08.05.2020 08:03
      Highlight Highlight Danke SC
      Dann würden also Geräte von Menschen, die ungefähr 2 Meter über mehr als 15 Min. über bluetooth in Verbindung standen, resp. sich gegenseitig erkannt haben, Daten auf beiden Geräten speichern (dezental), um dann - wenn es so wäre - Nachrichten über die App-Plattform darauf senden zu können.

      Also wenn ich länger Zug oder Bus fahre, beim Coiffeure oder Physio bin, usw.
    • lilie 08.05.2020 11:34
      Highlight Highlight @Zeit_Genosse: Gemäss @posti weiter oben, der selber Fachmann ist in diesem Bereich, kann unter realen Bedingungen der Abstand nur sehr ungenau erfasst werden.

      Ich habe die Befürchtung, dass die App zu sehr vielen falschen Alarmen und sehr wenigen zusätzlich aufgedeckten Fällen führen wird.

      Denn derzeit ist es faktisch nur im ÖV möglich, sich "unbemerkt" anzustecken. Alle anderen Kontakte kann man angeben.
  • Noblesse 07.05.2020 21:51
    Highlight Highlight Bern muss aufpassen, dass es den Leuten nicht ablöscht. Selbständige lange nicht geholfen, Maske totkommuniziert, Kleinkinder zu Grosseltern Verunsicherung, Corona-Party in Messebeiz, und nun App-Lösung nicht vorhanden. So geht das einfach nicht. Man darf mehr Leadership und Zielgenauigkeit in dieser Krise von der Spitzenpolitik erwarten!
  • Randen 07.05.2020 21:42
    Highlight Highlight Politik ist zu träge
  • tagomago 07.05.2020 21:42
    Highlight Highlight Ich hoffe, dass unser Parlament sich zu einem Verbot der App durchringen kann.
  • landre 07.05.2020 21:40
    Highlight Highlight An dem Tag an dem sich solch eine Smartphone-App etablieren wird so wie es sich manche erhoffen, wünschen, wird es die Schweiz als solche nicht mehr geben.
    • @schurt3r 08.05.2020 06:42
      Highlight Highlight Wenn du das nicht begründest, müssen wir es unter Verschwörungstheorie abbuchen.
    • landre 08.05.2020 10:17
      Highlight Highlight @Schurt3r

      Privatrecht; öffentliches Recht.

      Der Herausgeber ("Bauherr") solch einer App ist unser Bund und kein privatwirtschaftliches Unternehmen...

      Das bedeutet, dass solch eine App auf dem öffentlichem Recht basieren und durch dieses garantiert werden muss.

      Was das mit "Verschwörungstheorie" zu tun hat, entzieht sich meinem Verständnis.

      (Was aber nicht bedeutet dass ich solch eine App eventuell nicht beitragend nutzen werde... Im Falle, auch dank @Schurt3r, der nicht nur technisch versiert ist, sondern auch in den Medien informativ einen klaren Mehrwert verkörpert...)
    • @schurt3r 08.05.2020 11:28
      Highlight Highlight Danke für die Erklärung und das Feedback! 👍

      Die Schweizer Corona-Warn-App ist bereits jetzt gesetzeskonform, dank dezentralisierter Funktionsweise (Privacy by Design, keine Speicherung sensitiver Daten auf einem Server). Es braucht nun gemäss Parlamentsbeschluss eine Präzisierung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Das begrüsse ich sehr! Die Lancierung wird deswegen hoffentlich nicht allzu sehr verzögert.
  • Lowend 07.05.2020 21:34
    Highlight Highlight Hoffentlich ist die App weniger anfällig für Missbrauch als das Herz-Blitz Voting von Watson. Hier scheinen echte Technikskeptiker technische Mittel zu benutzen, um ihrer Meinung Gewicht zu verleihen. 🤣
    • @schurt3r 08.05.2020 06:43
      Highlight Highlight Ja, das scheint leider so. 🙈
  • Töfflifahrer 07.05.2020 21:25
    Highlight Highlight Es kommt wenn es kommt, lieber gut Testen als danach immer Korrektur Updates versenden.
  • c_meier 07.05.2020 21:20
    Highlight Highlight Teil 2 / 2
    und Herr Strupler als BAG-Direktor hat man seit März nie richtig wahrgenommen, ausser dass verkündet wurde wer seine Nachfolge übernehmen wird in einigen Monaten...
    • ralck 08.05.2020 06:32
      Highlight Highlight Herr Strupler hat mit der Corona-Geschichte auch überhaupt nichts zu tun. Dieses Dossier gehört immer noch Herrn Koch.
  • NumeIch 07.05.2020 21:19
    Highlight Highlight Einstampfen das Ding ist das einzig Richtige. Braucht niemand, denn der Nutzen ist zweifelhaft.
  • Satan Claws 07.05.2020 21:19
    Highlight Highlight "Das DP-3T-Entwicklerteam muss ja auch noch die Apple-Google-Schnittstellen implementieren und testen."

    Das wäre eigentlich der erste Schritt.
    • RalpH_himself 07.05.2020 22:16
      Highlight Highlight Die App funktioniert auch ohne diese APIs, die machen die App lediglich stromsparender. Dies ist ein Feature welches problemlos später nachgereicht werden könnte, schliesslich müssen die Handys zuerst aktualisiert werden um diese API zu aktivieren. Und Android ist ja nicht für schnelle Updates bekannt :(
    • Satan Claws 07.05.2020 22:45
      Highlight Highlight https://www.watson.ch/!773062852?utm_medium=social-user&utm_source=social_app

      "Führt ein Weg an Apple und Google vorbei?
      Nein."

    • Töfflifahrer 08.05.2020 06:09
      Highlight Highlight Das SDK/die API ermöglicht eine genauere Entfernungsmessung der Beacons, das ist notwendig, da die Stärke der Beacons auf jeder Marke und Typ eines Gerätes unterschiedlich ist. Apple und Google messen die aus und implementieren diese Angaben. Ohne diese Angaben ist die App nutzlos.
    Weitere Antworten anzeigen
  • c_meier 07.05.2020 21:15
    Highlight Highlight naja Herr Schurter, in ihren Artikeln wurde der 11. Mai immer als Start-Termin genannt, was bei vielen hier den Eindruck vermittelte, es eile sehr:
    ---
    "Eine erste App-Version könnte am 11. Mai für iPhone- und Android-Nutzer verfügbar sein, wie der Epidemiologe Marcel Salathé letzte Woche gegenüber den Medien bestätigte. Und bis «Mitte Mai» soll die finale Software vorliegen."
    ---
    Die Punkte, die Herr Glättli jetzt nennt, kann ich nachvollziehen, aber die Kommission hätte dies besser kommunizieren müssen mit Presseerklärung.
    jetzt dem BAG die Schuld zuweisen ist etwas billig.
    Teil 1 / 2
    • @schurt3r 08.05.2020 06:46
      Highlight Highlight Das wurde ja auch fälschlicherweise so dargestellt, bzw. vom Bundesamt für Gesundheit leider nie klargestellt. In meinen Artikeln nannte ich diesen Termin, weil er genannt wurde, und weil es eigentlich Sinn machen würde, da der Bundesrat dann ja die Zwangsmassnahmen massiv lockert.
  • La Bella 07.05.2020 21:05
    Highlight Highlight Es wird viel über die Funktionsweise der App und den Datenschutz diskutiert. Das ist auch gut so und sehr wichtig. Was mir aber überhaupt nicht klar ist und irgendwie nie Thema zu sein scheint: Was geschieht konkret, wenn ich die App installiert habe und eine Meldung erhalte, dass ich mich angesteckt haben könnte? Kann ich mich dann testen lassen? Muss ich zwingend in Quarantäne? Fall ich in Quarantäne muss: Kann ich mich von der Arbeit abmelden, indem ich dem Chef sage, dass die App mir eine Warnung geschickt hat? Was, wenn der Chef mir sagt, ich muss trotzdem arbeiten kommen? Erhalte ich meinen Lohn weiterhin, wenn ich mich aufgrund einer App-Meldung krank melde?
    • @schurt3r 07.05.2020 21:28
      Highlight Highlight Ja, das gehört alles zu den Fragen, die das BAG lieber „proaktiv“ angehen und frühzeitig darüber informieren sollte.

      Grundsätzlich ist es wie beim normalen Contact Tracing. Da rät man hoffentlich auch vermehrt zu Tests. Wir müssen ja die unbemerkten Infektionen bekämpfen.

      Die App wird dir nur empfehlen eine Hotline anzurufen, um dich über das weitere Vorgehen beraten zu lassen. Freiwillig.
    • sowhat 07.05.2020 23:17
      Highlight Highlight @Schurter, auf jeden Fall sind es Fragen, die du stellen kannst.
      Es würde ja Sinn machen, wenn man sich nach Erhalt der Warnung testen kann. Und dem Arbeitgeber einen - wie auch immer gearteten - Nachweis erbringen kann, dass dem so ist. Und es muss die Krankenkasse einspringen, bis man wieder aus der Quarantäne kann. Egal ob negativ oder erkrankt.
      Das zu klären ist wichtig, um die App zum Laufen zu bringen. Ich hoffe sehr darauf.
    • lilie 08.05.2020 11:43
      Highlight Highlight @sowhat: Wie Daniel sagte, empfiehlt die App nur, dass man die Corona-Hotline anruft. Über einen Test - sofern man keine Symptome hat - befindet der Arzt. Aber eine rechtsverbindliche Quarantäne kann nur der kantonsärztliche Dienst verhängen.

      Das BAG sieht die App als Ergänzung und als Sensibilisierungsmassnahme.
  • Raphael Stein 07.05.2020 21:03
    Highlight Highlight Offenbar ein Kommunikationsproblem. Die alte Leier also.
  • Ueli der Knecht 07.05.2020 20:58
    Highlight Highlight "Was sind die wichtigsten ungeklärten Fragen?"

    Die wichtigste Frage wäre meines Erachtens, ob die App überhaupt dazu beiträgt, Infektionsketten zu unterbrechen. <???>

    Meines Erachtens wäre es genauso wirksam, wenn man einfach randomisiert einige hundert oder tausend Leute in Quarantäne schickt, unabhängig davon, ob sie mit Infizierten Kontakt hatten oder nicht. Die Anzahl Leute könne dann mit der R₀-Zahl positiv rückgekoppelt werden.

    Und noch wirksamer wäre, wenn man beim randomisieren diejenigen wahrscheinlicher in Quarantäne schickt, die sich mehr bewegen und/oder mehr Kontakte ausweisen.
    • SHT1 07.05.2020 22:10
      Highlight Highlight Und wieso nicht mit Hilfe der App die Wahrscheinlichkeit erhöhen, die richtigen Personen in Quarantäne zu schicken? Und das breite Testing zielgerichtet einzusetzen? Sehe jetzt wirklich keinen Nachteil, auch wenn's nicht perfekt ist.
    • The Destiny // Team Telegram 07.05.2020 22:17
      Highlight Highlight Randomisieren kennt übrigens auch ein deutsches Wort.

      Zufallswahl, Zufallsauswahl
    • Ueli der Knecht 07.05.2020 22:40
      Highlight Highlight "Und wieso nicht mit Hilfe der App die Wahrscheinlichkeit erhöhen, die richtigen Personen in Quarantäne zu schicken?"

      @SHT1:
      Ich zweifle daran, dass das die App es fertig bringt, bzw. dass das Proximity-Tracing einen Unterschied macht zur Zufallsauswahl. Ich meine, die App wird wie ein blindes Huhn manchmal True Positive/Negative erraten, aber vorallem viele False Positive/Negative melden.

      Eine mit der R₀-Zahl positiv rückgekoppelte Zufallsauswahl ist mE. wirksamer, vorallem wenn es diejenigen eher trifft, die sich mehr bewegen, und/oder die mehr Kontakte haben, unabhängig des Covid-Status.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Super 07.05.2020 20:51
    Highlight Highlight Super Timing vom Parlament!
    Jetzt wo es um etwas Wichtiges geht, schreiten sie ein.
    Geht doch weiterhin mit euer Supercard einkaufen, mit eurem Google Account surfen, das sammelt bestimmt weniger Daten...
    Ein weiterer Beweis, dass die Politik einfach ein Dreiecksgeschäft ist, jeder versucht nur die jeweilige Situation für seine Zwecke zu nutzen.
  • Gopfidam 07.05.2020 20:50
    Highlight Highlight Je länger je mehr über diese App berichtet wird, desto kritischer sehe ich das Ganze, um ehrlich zu sein. Die medizinischen Erkenntnisse zu möglichen Infektionen sind ja bis jetzt schon willkürlich. 15min neben einer Person stehen unter 2m Abstand. Und darauf soll sie programmiert worden sein? Und wenn ich sehe was unsere Politiker momentan abliefern, dann möchte ich es erst recht nicht installieren. Sie suggeriert nur Sicherheit und dadurch werden die anderen Massnahmen vernachlässigt

    Und nein. Ich trage keinen Aluhut und glaube auch nicht, dass Corona eine Grippe ist.
    • @schurt3r 07.05.2020 21:13
      Highlight Highlight Es ist einfach eine Ergänzung zum herkömmlichen Contact Tracing, das wir ja ab 11. Mai „flächendeckend“ machen.

      Das Konzept ist sehr sinnvoll (epidemiologisch), und hoffentlich finden ab nächster Woche heraus, wie die Technik mithält.

      Ich denke, wir müssen eh aufpassen, dass wir uns nicht in falscher Sicherheit wiegen. Siehe z.B. die feiernden Parlamentarier 🙈
    • Gopfidam 07.05.2020 21:54
      Highlight Highlight Danke für deine Antwort :-)

      Da sitzen Leute, die viel mehr Wissen und Expertise haben als ich. Daher beurteile ich auch die ganze Arbeit und Entwicklung nicht als schlecht. Wie gesagt, ich bin der Meinung dass man nicht eine App auf willkürlichen Behauptungen aufbauen sollte. Aber am meisten Sorgen machen mir unsere bürgerlichen Politiker. Ich bin mir so sicher, nach dieser jetzigen Woche, dass diese App ein Zwang wird der mit etwas verknüpft wird. Wie damals bei den Nazis, als man Kundgebungen besuchen musste um seinen Lohn zu erhalten. Ok, ein bisschen plakativ :-) aber möglich
    • Gopfidam 07.05.2020 21:59
      Highlight Highlight Ich stelle mir gerade unsere Politiker vor, die diese Party machen und 15min später schauen alle dumm auf ihr Handy und fragen sich wer Patient 0 ist ^^
    Weitere Antworten anzeigen
  • deepsprings 07.05.2020 20:47
    Highlight Highlight Schurter ist der Daniel Koch von Watson. Mit stohischer Ruhe erklärt er uns die Fakten rund um die Corona App, wenns sein muss wieder und wieder, um möglichst viele Nutzer ins Boot zu holen. Danke dafür!
    • @schurt3r 07.05.2020 21:39
      Highlight Highlight Aber gerne! 🙏😌
  • Mr.Stepper 07.05.2020 20:46
    Highlight Highlight Wenn die App in 2 Monaten mal mit Kinderkrankheiten online geht, kann man sie für die Dritte Welle im Herbst nutzen...

    Naja bin schon enttäuscht, dass man da nicht mehr Tempo rein kriegt!!
  • Saperlot 07.05.2020 20:32
    Highlight Highlight Muss da nicht erst die tracing api im Android und ios released sein 🤔? In der ios beta wurde dies ja vor 2,3 Wochen eingebaut. Aber das muss dann bei allen drauf sein, damit das auch im Hintergrund stromsparend läuft.
    • @schurt3r 07.05.2020 21:16
      Highlight Highlight Ja, richtig. Die entsprechenden Updates werden für „Mitte Mai“ erwartet. DP-3T ist noch mit Apple/Google am Optimieren.
  • Lowend 07.05.2020 20:23
    Highlight Highlight Die API ist ja auch erst als Beta von Google und Apple erhältlich und bevor dieses Update des Betriebssystems nicht veröffentlicht wurde, kann auch keine App lanciert werden, die darauf basiert und bevor sie nicht getestet wurde, wäre jede Veröffentlichung ein Spiel mit der Gesundheit und sogar dem Leben der User.

    Zudem muss zwingend eine rechtliche Regelung vorhanden sein, denn nichts wäre bei einer solchen App schlimmer, als wenn das Vertrauen fehlt.

    So viel Recherche kann man den normalen Medien schon zumuten und vielen Dank daher an Daniel Schurter, der sich hier mächtig in's Zeug legt!
    • Terraner 07.05.2020 21:21
      Highlight Highlight Was hat jetzt eine schlecht funktionierende App mit der Gesundheit und dem Leben der Nutzer zu tun? Die App wird das Handy schon nicht explodieren lassen. Wir sollten die App auf keinen Fall dazu nutzen die Schutzmassnahmen zu vernachlässigen. Die App als Ergänzung des Contacttracing ist gut, solange sie uns nicht verleitet mehr Risko einzugehen.
    • Lowend 07.05.2020 22:21
      Highlight Highlight Nicht erkannte Kontakte können Infizierte in Sicherheit wiegen und so die Gesundheit und das Leben derer Angehörigen unnötig gefährden.

      Falsche positive Meldungen können Schaden für grössere Gruppen von Menschen bedeuten, weil die unnötigerweise in Quarantäne gesetzt würden.

      Schon Fehler im tiefen Prozentbereich können so ungeahnte Auswirkungen haben.

      Wenigstens anerkennen Terraner, dass diese App zur Vernachlässigung der Schutzmassnahmen führen könnte und da heute schon eine gehörige Ermüdung festzustellen ist, könnte eine schlecht funktionierende App sogar extrem kontraproduktiv sein.
    • Terraner 07.05.2020 23:07
      Highlight Highlight @Lowend Im Prinzip sehe ich dies genau so. Ich ziehe nur etwas andere Schlüsse. Bekommst trotzdem ein Herzchen von mir. :) Ich sehe die Gafahr der App auch darin, dass sie uns in Sicherheit wiegen lässt und wir dadurch Gesundheit anderer gefährden. Sie kann und wird nie 100% funktionieren, schon alleine weil kaum mehr als 50% diese App nutzen werden. Falsch positive wird es auch geben, weil die App nicht weiss ob wir beide uns wirklich einem Risiko ausgesetzt haben oder wir beide nur im ÖV Rücken an Rücken 1m auseinander gestanden sind und/oder beide eine Maske anhatten.
  • du_bist_du 07.05.2020 20:19
    Highlight Highlight Nun, nach den Eindrücken der letzten Tage die uns geboten wurden aus Bern, bin ich mir nicht so sicher ob die Schuld auf den Gesundheitsminister und seine Mitarbeiter werden soll.
    • @schurt3r 07.05.2020 20:22
      Highlight Highlight Was meinst du damit?
    • du_bist_du 07.05.2020 20:33
      Highlight Highlight Nun, angetreten um die Demokratie zu gewährleisten, dürfen doch viele Leistungen des Parlamentes zumindest kritisch betrachtet werden. Ich denke, das geht vielen BürgerInnen so. Auch die angebliche kleine Feier, ob so stattgefunden oder nicht, hinterlässt ein Bild.
      Dies da auch nichts zur Aufklärung beigetragen wird.

      Ob es da ein kluger Schachzug der Parlamentarier ist, mit diesem Gesamtbild, die Schuld dem Bunderat und Experten zuzuweisen, die bislang laut Umfragen das Vertrauen des Volkes geniessen, ist einfach zu beantworten. Dies unabhängig der Wahrheit.
    • @schurt3r 07.05.2020 21:19
      Highlight Highlight Bin einverstanden. Der Bundesrat sollte einfach aufpassen, dass er das erarbeitete Vertrauen nicht verspielt und wieder etwas Gas geben bei der Kommunikation 👍🏻
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