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epa08428876 Customers are given face maskes to wear before entring an Apple Store in Perth, Australia, 18 May 2020. People are being encouraged to return to work in Western Australia, 18 May with cafes and restaurants allowed up to 20 patrons.  EPA/RICHARD WAINWRIGHT NO ARCHIVING AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Eingang zu einem australischen Apple-Store. Der iPhone-Konzern hat sich mit dem grossen Rivalen zusammengetan, um Länder bei der Covid-19-Bekämpfung zu unterstützen. Bild: EPA

Apple und Google veröffentlichen Software für Corona-Warn-Apps – das musst du wissen

Die «Exposure Notification»-Technologie hält per Update auf iPhones und Android-Handys Einzug. Gefordert sind nun die nationalen Gesundheitsbehörden.



Ab sofort steht Gesundheitsbehörden weltweit die «Exposure Notification»-Software von Apple und Google zur Verfügung. Für iPhones (iOS) und Android-Geräte. Entsprechende Updates sind am Mittwochabend veröffentlicht worden. In den letzten Wochen hatten Beta-Tests stattgefunden.

Apple und Google betonen, dass sie keine eigene App veröffentlichen, sondern dass es den Entwicklern ermöglicht werde, effektivere Softwarelösungen zu entwickeln. Konkret geht es darum, dass Bluetooth-basierte Proximity-Tracing-Apps plattformübergreifend funktionieren, und dass der Akku der Mobilgeräte möglichst wenig beansprucht wird.

«Ab heute liegt die Technologie in den Händen der Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt. Sie übernehmen die Führung und wir werden ihre Bemühungen weiterhin unterstützen.»

Apple und Google

Für iPhone-User wird die sogenannte «Exposure Notification»-Technologie mit iOS 13.5 eingeführt. Für Android-User kommt sie über eine Aktualisierung der Google-Play-Dienste.

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Nach dem iOS-Update finden iPhone-User in den Einstellungen den Menüpunkt «COVID-19-Kontaktprotokoll». screenshot: watson

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Das Feature lässt sich nicht aktivieren, weil in der Schweiz (noch) keine offizielle Corona-Warn-App verfügbar ist. screenshot: watson

So sieht es aus, wenn auf dem iPhone eine Corona-Warn-App installiert ist:

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Der App-Entwicklerchef von DP-3T, Mathias Wellig, hat den Screenshot am Mittwoch veröffentlicht. screenshot: dp-3t / via twitter

In einer Telefonkonferenz, an der watson am Mittwoch teilnehmen konnte, erklärten Vertreter von Apple und Google die Hintergründe der aussergewöhnlichen Kooperation und die Neuerungen, die die Software betreffen.

Die heute veröffentlichte Programmierschnittstelle (API) sei das Ergebnis des Feedbacks, das das gemeinsame Projektteam in den letzten fünf Wochen in Hunderten Gesprächen mit Gesundheitsbehörden, NGOs, Akademikern, Regierungsleuten und Datenschutzexperten in den USA und Dutzenden von Ländern auf fünf Kontinenten erhalten habe.

Konkrete Neuerungen sind:

Die Apple- und Google-Vertreter betonen:

«Was wir entwickelt haben, ist keine App – vielmehr werden die Gesundheitsbehörden die API in ihre eigenen Apps integrieren, die die Menschen installieren. Unsere Technologie ist so konzipiert, dass diese Apps besser funktionieren.»

API ist die Abkürzung für Application Programming Interface. Gemeint sind damit in die mobilen Betriebssysteme iOS und Android integrierte Funktionen, die das zuverlässige Funktionieren von Corona-Warn-Apps gewährleisten sollen. Wobei dies für Bluetooth-basierte Proximity-Tracing-Apps mit dezentraler Datenspeicherung (auf den Geräten) gilt.

Bis heute hätten 22 Länder auf fünf Kontinenten Zugang zur API beantragt und erhalten, weitere sollen voraussichtlich in den kommenden Wochen folgen, wie es heisst.

Welche Vorgaben machen Apple und Google?

An die folgenden Prinzipien müssen sich die Entwickler der nationalen Corona-Warn-Apps halten:

Die Apple- und Google-Vertreter betonen:

«Die Akzeptanz durch die Benutzer ist der Schlüssel zum Erfolg, und wir glauben, dass diese strengen Datenschutzbestimmungen auch der beste Weg sind, um die Verwendung dieser Apps zu fördern.»

Wie reagiert der Bund?

Seitens Bundesamt für Gesundheit (BAG) liegt eine erste Reaktion vor:

«Wir begrüssen die allgemeine Verfügbarkeit der Exposure Notification API, welche die Basis für die SwissCovid-App darstellt. Sobald die abschliessenden Tests an der EPFL und der ETH Zürich abgeschlossen sind, werden wir gemäss der Verordnung des Bundesrates vom 13. Mai 2020 mit dem Piloten der App beginnen.»

Sang-Il Kim, Direktor für digitale Transformation, BAG

Die Schweizer Corona-Warn-App wird bekanntlich vom Konsortium DP-3T entwickelt, unter Leitung der Eidgenössisch-Technischen Hochschulen Lausanne (EPFL) und Zürich. Das Team steht seit Wochen in intensivem Austausch mit Apple und Google und hat sich auch aktiv an der Verbesserung der entsprechenden Schnittstellen beteiligt.

Am 20. Mai hat der Bundesrat die Botschaft zur dringlichen Änderung des Epidemiengesetzes veröffentlicht, die es für die Lancierung der App braucht. Die App wird darin als «SwissCovid» bezeichnet – offenbar der offizielle Name, wie der Epidemiologe Marcel Salathé via Twitter bestätigte.

Laut Bundesrat werden die App-Entwicklungskosten «auf einmalig 1,65 Millionen Franken geschätzt und die bis im Ende Juni 2022 anfallenden Betriebskosten auf rund 1,2 Millionen Franken pro 12 Monaten Betriebsdauer.»

Quellen

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    Alle Leser-Kommentare
  • JP del Grano 21.05.2020 15:14
    Highlight Highlight Das ist doch jetzt erst die API als vorübergehende Lösung, nicht die von Apple und Google in einigen Monaten relalisierte bessere Lösung: "First, in May, both companies will release APIs that .... Second, in the coming months, Apple and Google will work to enable a broader Bluetooth-based contact tracing platform by building this functionality into the underlying platforms." Siehe https://blog.google/inside-google/company-announcements/apple-and-google-partner-covid-19-contact-tracing-technology/ Andere Meinungen?? Mehr Insider-Wissen???
    • Ueli der Knecht 21.05.2020 18:32
      Highlight Highlight @JP del Grano:

      Dein Artikel ist veraltet, bzw. vom 10. April, also gemessen am Speed, in dem die News sich überschlagen, gefühlt aus dem letzten Jahrhundert.

      Aktuelle Informationen von Google findest du hier:
      https://www.google.com/covid19/exposurenotifications/

      Die Infos von Apple sind etwas mystischer verpackt, weil aus Gründen. Die Schnittstelle steht jedenfalls von beiden zur Verfügung, wird aber laufend "verbessert" (vorallem die BLE-Distanzschützung muss noch zurechtgebügelt werden, damit sie nicht zuviele False Positive meldet).
    • JP del Grano 22.05.2020 12:17
      Highlight Highlight @Ueli der Knecht
      Also: Ist diese API jetzt das Einzige, ohne weiteren Schritt, wenn ich https://blog.google/inside-google/company-announcements/apple-google-exposure-notification-api-launches/ lese.
      WO ABER ist jetzt der AKTUELLE Stand beschrieben, was die API (bzw. das dahinter liegende OS) macht und was die länderspezifischen Apps machen?
    • Ueli der Knecht 22.05.2020 14:59
      Highlight Highlight "WO ABER ist jetzt der AKTUELLE Stand beschrieben, was die API (bzw. das dahinter liegende OS) macht und was die länderspezifischen Apps machen?"

      Gute Frage, @JP del Grano. Die API von Google und Apple sind nicht Open Source. Wir kenne nur die Spezifikation.

      Die Länder-Apps und -Datenbanken wären Open Source. Aber die bisherigen veröffentlichten Quellen sind allesamt bereits überholt und entsprechen nicht der zur Zeit im Beta-Test befindlichen App und Datenbank. Von Google/Apple gibt es eine Open Source Beispiel-Implementation. Die funktioniert aber nicht, weil sie nicht lizenziert ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ueli der Knecht 21.05.2020 11:50
    Highlight Highlight Wichtig zu wissen wäre, dass die Google/Apple-API die DP3T-Funktionalität komplett ersetzt. Die Länder-Apps (heisst in CH neu SPTS) liefern nur noch die Benutzerschnittstellen und die Datenbanken der Keys von infizierten Usern.

    Die API ist nicht quelloffen. Eine unabhängige, externe Überprüfung der eingesetzten Technik ist nicht möglich. Man darf daher nicht von "Privacy by Design" sprechen, weil das Transparenz und Open-Source voraussetzen würde.

    Google und Apple wissen jederzeit, welche Keys zu welchen Benutzern gehören, wer Infiziert ist, und wer, wann, wo exponiert war.
    • JP del Grano 22.05.2020 12:26
      Highlight Highlight Nun, das entspricht dem, was in https://en.m.wikipedia.org/wiki/Exposure_Notification zu lesen ist.
      Aber: Kannst du das "Google und Apple wissen jederzeit, welche Keys zu welchen Benutzern gehören, wer Infiziert ist, und wer, wann, wo exponiert war" erklären? In https://blog.google/documents/73/Exposure_Notification_-_FAQ_v1.1.pdf lese ich nämlich: "In keeping with our privacy guidelines, Apple and Google will not receive identifying information about the user, location data, or information about any other devices the user has been in
      proximity of."
    • Ueli der Knecht 22.05.2020 15:24
      Highlight Highlight "In keeping with our privacy guidelines"

      Der Haken steckt hinter "our privacy guidelines". Guidelines sind nicht verbindlich, geschweige denn überprüfbar.

      Wie Google und Apple unsere Privatsphäre schützen, ist bereits allgemein bekannt. Die schützen in der Regel nicht unsere Privatsphäre sondern viemehr ihren Datenbestand (vor Konkurrenten, und dadurch vor Wertverlust).

      Die BLE-Kommunikation ist nicht verschleiert. Die Geräte-IDs werden mitgegeben, was eine adäquatere Distanzschätzung ermöglicht. Für Google und Apple ist es relativ einfach, alle diese IDs mit Inhaber und Ort zu verknüpfen.
  • Share 21.05.2020 06:55
    Highlight Highlight 👏
  • gulf 21.05.2020 03:35
    Highlight Highlight diese App ist eine gute Sache!

    ja, ich weiss:
    - der Schnüffelstaat will nur unsere Daten
    - er will uns überwachen
    - Bill Gates macht daraus eine Impfliste
    - das Aluminium wird knapp und teuer ....

    im Ernst, ich hoffe wirklich, dass möglichst viele die App nutzen.
    • JP del Grano 22.05.2020 12:36
      Highlight Highlight Nutzen sollten sie möglichst alle, die sich an die Abstandsvorschrift nicht halten wollen oder können. Allen Anderen bringt diese App nichts: Sie erfasst ja nur Kontakte näher 2 m länger als 15 min. Wenn das vermieden wird ist diese App wirkungslos.
      Und "schützen" kann die App ja nicht. Sie informiert nur etliche Tage später, dass man einer nun positiv getesteten Person zu lange zu nahe war. Infiziert ist man dann ja allenfalls bereits und hat dann bereits - asymptomatisch - andere infiziert. Und ohne Sympotme auch kein Test und keine Lohnfortzahlung bei Quarantäne.
  • _stefan 21.05.2020 02:35
    Highlight Highlight An der gestrigen Bundesratssitzung wurde die gesetzliche Grundlage für die App verabschiedet. Das Parlament wird das Geschäft in der Sommersession behandeln.

    Den Damen und Herren der ETH/EPFL: Danke, dass ihr Nächte durchgearbeitet habt; ihr könnt jetzt schlafen gehen. Die politische Sanduhr wird in 2-3 Wochen gestartet, ein Roll-Out ist frühstens ab Juli geplant 😁
  • DJ77 21.05.2020 01:50
    Highlight Highlight Wenn es sich um ein Facebook, Instagram, Tiktok, Google Searchbar oder was auch immer für ein Social Mediatool handeln würde, das alle persönlichen Daten und Standorte trackt, drückten alle 1000 Mio. User einfach auf den "Einverstanden" Button. Wenn es aber um ein Tool geht, das dies nicht im Hintergrund macht und und noch vor einer schweren Krankheit schützen würde, machen alle die den ganzen Tag ihr Leben diesen Tracker-Firmen bereitwillig preisgeben und das noch für Geld, ein riiiesen Drama. Für mich persönlich absolut im Widerspruch.
    • Dave1974 21.05.2020 09:15
      Highlight Highlight Ich kenne tatsächlich viele, die diese Medien nicht verwenden und es sollte doch wichtig sein, solche auch überzeugen zu können, oder!?

Kommentar

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