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Die Post arbeitet weiter an ihrem E-Voting-System



Seit April 2019 im Amt, skizzierte der neue Post-CEO am Donnerstag im Tessin die Ansätze für die neue Gesamtstrategie der Post. (Archivbild)

Postchef Roberto Cirillo. Bild: KEYSTONE

Die Post arbeitet weiter an ihrem E-Voting-System mit universeller Verifizierbarkeit. «Wir haben den Kantonen bereits eine Lösung vorgeschlagen», sagte Postchef Roberto Cirillo in einem am Freitag erschienen Zeitungsinterview.

«Wir sind dabei, die Regeln für die Prüfung dieses Systems mit den Kantonen und ihren Kanzleien zu definieren», sagte der Post-CEO in dem Gespräch, das im Westschweizer Titel «La Liberté» und seinen Partnerzeitungen erschien. Die Kantone «wollen eine schnelle Lösung», sagte Cirillo.

Die Schweizerische Post plant, das System den Kantonen ab 2020 für den Versuchsbetrieb zur Verfügung zu stellen. Das System, das vorher im Einsatz war, bietet die Post seit Juli nicht mehr an. Diesen Entschluss habe die Post nach einer sorgfältigen Analyse getroffen hiess es damals.

In die Beurteilung sei der Entscheid des Bundesrates eingeflossen, E-Voting bis auf Weiteres nicht als ordentlichen Stimmkanal einzuführen. Unter dieser Voraussetzung sei für die Post der Aufwand zu gross, zwei Systeme zu entwickeln und zu betreiben.

Hacker entdecken Mängel

An einem Hacker-Test im Frühjahr hatten Tausende Personen teilgenommen und das System geprüft. Nach Angaben der Post schafften es die Hacker zwar nicht, die elektronische Wahlurne zu knacken, fanden aber schwere Mängel im Quellcode.

Die Kantone Neuenburg, Freiburg, Thurgau und Basel-Stadt setzten auf das E-Voting-System der Post. Drei von ihnen kündigten an, von der Post Schadenersatz zu verlangen.

E-Voting ist in der Schweiz seit 2004 zugelassen, allerdings nur versuchsweise und nur für eine jeweils beschränkte Zahl von Stimmberechtigten. Im Juni hatte bereits der Kanton Genf den Betrieb seines E-Voting-Systems per sofort eingestellt. Dieses war auch von Bern, Aargau und Luzern genutzt worden. Genf erklärte, dass die Frist zwischen der Bewilligung Systems durch den Bund bis zu den Wahlen zu kurz sei. In der Schweiz gibt es damit derzeit für Stimmbürger keine Möglichkeit mehr, per Computer abzustimmen und zu wählen. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Grötzu 24.08.2019 22:44
    Highlight Highlight Gleicht einem Buntspecht. Soll sich auf das Kerngeschäft der Post besinnen und dieses entsprechend führen. Aber auch das schaffen sie nicht mehr. Alles angefangen und wieder beendet ohne Erfolg.Total überflügelt von anderen Kurierdiensten. Tja, die Post hat nicht gemerkt. das wir das Jahr 2019 schreiben. Hatten einmal die Monopolstellung aber alles aus der Hand gegeben, da absolut unfähig.
  • 7immi 23.08.2019 16:47
    Highlight Highlight Das Aufwändigste beim Abstimmen ist für mich das sich informieren. Somit bringt die elektronische Stimmabgabe keinen Mehrwert, da man ja auch brieflich zeitlich und lokal unabhängig abstimmen kann. Wem das Ausfüllen des Stimmzettels zu aufwändig ist, wird auch eine Zweifaktorauthentifizierung zu aufwändig finden und hat eine Mitbestimmung nicht verdient...
  • Dast0208 23.08.2019 14:19
    Highlight Highlight Die Kernaufgabe der Post ist es Brief- und Paketpost entgegen zu nehem, zu transportieren und aus zu liefern.
    Und darauf soll sie sich konzentrieren.
    Und nicht Service abbauen, um dafür irgend wo anderst das Geld zu verlochen.
  • klt 23.08.2019 10:21
    Highlight Highlight Welches Problem möchte man mit E-Voting lösen?

    Mag sein, dass E-Voting günstiger wäre, auch wenn es einige Zeit dauern dürfte, bis sich die Entwicklungs- und Einführungskosten amortisiert hätten. Aber die Demokratie sollte uns wichtig genug sein, Geld für Wahlen auszugeben.

    E-Voting eröffnet die Möglichkeit, mit relativ wenig Aufwand Wahlen im Grossen Stil zu manipulieren.
    • Platon 23.08.2019 11:00
      Highlight Highlight @klt
      Beispielsweise ungültige Stimmen würden komplett eliminiert: https://www.nzz.ch/zuerich/rund-26-prozent-der-zuercher-wahlzettel-waren-nicht-gueltig-ld.1362954
    • Truth Bot 23.08.2019 12:00
      Highlight Highlight Wer es nicht schafft einen gültigen Wahlzettel abzugeben, wird wohl auch beim E-Voting scheitern und das zu Recht.
    • Ueli der Knecht 23.08.2019 14:04
      Highlight Highlight "Welches Problem möchte man mit E-Voting lösen?"

      Zum Beispiel, dass alle (und nicht nur eine privilegierte Minderheit) über die gemeinsame Zukunft mitbestimmen dürfen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Captainlvs 23.08.2019 09:43
    Highlight Highlight Und wird dieses neue E-Voting System auch von den Spaniern entwickelt? Oder setzen sie endlich mal auf Schweizer Entwickler?
    • Mitz en place 24.08.2019 07:42
      Highlight Highlight Der Kanton Genf hat bereits ein funktionierendes eVotingsystem entwickelt.

      Es wurde aber eingestellt ...
  • pun 23.08.2019 09:29
    Highlight Highlight "Die Kantone wollen eine schnelle Lösung." und die Post ist hochbereit ihre Fehler zu wiederholen, weil weder die Kantone als Kunden noch die Post als Anbieterin das Internet und Computer verstanden haben...
    Ich bin grundsätzlich für die elektronische Stimmabgabe. Aber nicht zu dem Preis, dass alle Stimm- und Wahlgänge manipuliert werden können.
  • THEOne 23.08.2019 09:15
    Highlight Highlight die hacker DURFTEN sich nicht elementar reinhacken bei ihrem "test" .
    geschäft hätten sies locker
  • ItsMee 23.08.2019 09:02
    Highlight Highlight Mal schauen ob ich auch wieder einen der Mängel finde ... der Letzte war ja eine Katastrophe ... - warum nicht einfach eine Externe IT Firma anfragen welche sich dem E-Voting annimmt ? ?
  • PeteZahad 23.08.2019 09:01
    Highlight Highlight Wird der Quellcode wieder zum Härtetest freigegeben oder probiert man es dieses Mal mit security trough obscurity?
  • Tavares 23.08.2019 08:34
    Highlight Highlight Zitat: Die Post hat nach dem Rückzug ihres E-Voting-Systems im Juli ein neues Programm für die elektronische Stimmabgabe entwickelt.

    Also wie jetzt? Sie haben jahrelang kein System hingekriegt, was sicher ist. Nach dem die Post dieses System zurückgezogen hat, hat Sie nun in einem Monat (!) ein neues System entwickelt?
    • Madison Pierce 23.08.2019 09:14
      Highlight Highlight "Neues System" ist Managementsprache. Die Entwickler verwenden den Ausdruck "Logo und Name geändert".

      Oder sie haben 1000 Inder angestellt, die mal eben was entworfen haben. Nicht fertig, nicht auditiert, aber die Screenshots reichen, um die Kantone zu besänftigen und Schadenersatzklagen zu vermeiden. Dies im Wissen, dass es bis im Herbst eh nicht mehr reicht und man sich dann bis zur Anmeldung zur Prüfung nochmals Zeit lassen kann etc., also noch grosszügig Zeit gewinnt für die Fertigstellung.
    • NotWhatYouExpect 23.08.2019 10:19
      Highlight Highlight Oder Sie haben ne Lizenz vom Konkurenz Produkt gekauft ;)
  • Gipfeligeist 23.08.2019 08:32
    Highlight Highlight Der unprofessionell hingeklatschte Code wird gehackt in 3...2...1...

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