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FILE - This Thursday, Oct. 24, 2013 file photo shows Snapchat CEO Evan Spiegel in Los Angeles. Snapchat has agreed to settle with the Federal Trade Commission over charges that it deceived customers about the disappearing nature of messages they send through its service and collected users’ contacts without telling them or asking for permission. (AP Photo/Jae C. Hong, File)

Snapchat-Gründer und CEO Evan Siegel. archivBild: AP

Snapchat schreibt Verlust, trotz Verbesserungen bei der Android-App



Die Instant-Messaging-App Snapchat profitiert zwar davon, dass sie ihre Probleme auf Android-Smartphones in Griff bekommen hat. Im vergangenen Quartal kamen mehr Nutzer als erwartet hinzu, wie Snapchats Betreiberfirma Snap am Dienstag (Ortszeit) in Santa Monica mitteilte.

Doch aus Sicht der Anleger geht es nicht schnell genug aufwärts: Die Prognose für das laufende Vierteljahr enttäuschte die Erwartungen und die Aktien gaben deutlich nach. Im nachbörslichen Handel sanken die Titel um rund 5 Prozent.

Snap erwartet für das vierte Quartal einen Umsatz zwischen 540 und 560 Millionen Dollar. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Umsatz von 555.4 Millionen US-Dollar gerechnet. Das machte den Börsianern offenbar Sorgen.

210 Millionen User

In den drei Monaten bis Ende September stieg die Zahl der täglich aktiven Nutzer den Angaben zufolge von 203 auf 210 Millionen; im Jahresvergleich war es ein Zuwachs um 13 Prozent. Auch der Umsatz legte mit einem fünfzigprozentigen Plus auf 446 Millionen Dollar überraschend kräftig zu.

Unter dem Strich fiel allerdings ein Verlust in Höhe von 98 Millionen Dollar an, wie Snap nach US-Börsenschluss weiter mitteilte. Im Vorjahreszeitraum waren es allerdings noch ein Minus von 227 Millionen gewesen. «Wir haben dieses Quartal starke Ergebnisse geliefert», verkündete daher Snap-Chef Evan Spiegel am Dienstag.

Das US-Unternehmen bezeichnet sich selbst als Kamerahersteller. Im September hat es die dritte Generation seiner Kamerabrille angekündigt, Spectacles 3, genannt. Damit lassen sich hochauflösende 3D-Videos machen. Das 420 Franken teure Gadget soll «diesen Herbst» kommen. Die erste Generation war trotz eines grossen Hypes gefloppt.

Zu langsam und fehlerhaft

Die Android-Version von Snapchat, bekannt für seine nach einigen Sekunden automatisch verschwindenden Fotos, war lange zu langsam und zu fehlerhaft. Dadurch entgingen der Firma viele Einnahmen – das dominierende Mobil-Betriebssystem hat einen weltweiten Marktanteil von mehr als 80 Prozent. Erst in diesem Jahr wurden die Probleme mit einer neuen Version der App behoben.

Snapchat konkurriert vor allem mit Facebooks Fotoplattform Instagram um Werbeerlöse. Der grössere Rivale hatte in den vergangenen Jahren einige Snapchat-Ideen wie die Stories-Funktion kopiert und damit dem kleineren Wettbewerber zusätzlich Wind aus den Segeln genommen. Snap hat nun eine neue Plattform für Werbekunden an den Start gebracht, die das Umsatzwachstum beschleunigen soll.

(dsc/sda/dpa/reu)

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