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«Sportschau»-Moderatorin Julia Scharf kritisiert «Fortnite». screenshot: youtube

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich



«Fortnite» ist in aller Munde. Bei der ersten WM des Battle-Royale-Spiels gewann am Sonntag in New York der 17-jährige Österreicher David «aqua» Wang zusammen mit seinem norwegischen Teamkollegen Emil «Nyhrox» Bergquist Pedersen den Weltmeister-Titel im Doppel. Die beiden erspielten sich ein Preisgeld von drei Millionen Dollar. Der 16-jährige Amerikaner Kyle Giersdorf ist der erste Einzel-Weltmeister.

Er gewann das Turnier:

Der 16-jährige Amerikaner Kyle «Bugha» Giersdorf kann sich über ein Preisgeld von drei Millionen US-Dollar freuen. Video: kaltura.com

Darüber berichtete am Sonntag auch die ARD-«Sportschau». Moderatorin Julia Scharf liess nach dem Beitrag über die Weltmeisterschaft einen Satz fallen, der für viel Kritik sorgte: «Kinder, die Tag und Nacht vor dem PC sitzen und sich selbst nicht mehr die Schuhe zubinden können. Jetzt können Sie selbst entscheiden, ob das Sport ist oder nicht ...»

Auch die Machart des Beitrags stiess vielen Zuschauern übel auf. Ein Shitstorm im Netz folgte prompt – viele Fans des Spiels sahen sich verunglimpft.

Scharf reagiert mit Videobotschaft

ARD-Moderatorin Scharf reagierte am späten Sonntagabend in einer Videobotschaft auf die Kritik. «Ich habe am Ende einen Satz zitiert, den ein Psychologe in diesem Beitrag so gesagt hat. Und zwar: Dass er viele Kinder auf seiner Station hat, die spielsüchtig sind, die er behandelt – und die teilweise im wahren Leben nicht mal mehr in der Lage sind, sich die Schnürsenkel selbst zu binden.»

Scharf weiter: «Ich habe es dem Zuschauer dann selbst überlassen, ob er daraufhin das Ganze als Sport definiert oder eben nicht.» Den zitierten Satz sagte im «Sportschau»-Beitrag der Hannover Arzt Frank Fischer. Wörtlich erklärte er: «Ich habe auf meiner Station viele Jugendliche, die wirklich die feste Überzeugung haben, sie werden viel Geld haben, sie werden sehr erfolgreich sein, die aber eigentlich nicht mehr in der Lage sind, sich 'nen Schnürsenkel zuzubinden.»

Die ARD-Moderatorin betonte in ihrer Video-Antwort an die Kritiker weiter, dass sie die Leistung der «Fortnite»-Spieler nicht schmälern wolle. Jedoch sei es ihre Aufgabe als Journalistin, Dinge kritisch zu beleuchten – dazu gehörte «in dem Fall auch die Terminologie, also nennen wir es Sport oder ist es ein anderes gesellschaftliches Phänomen».

In «Fortnite», so Scharf, gehe es darum «auf andere zu schiessen, als einziger zu überleben – und ich finde in einer Welt, in einer Gesellschaft, wie wir sie heute haben, ist es schon auch wichtig, Kindern zu vermitteln, dass ein faires Miteinander einfach wichtig ist, Schwächeren zu helfen.»

epa07746674 US Player Bugha, celebrates after winning the finals of the Solo competition at the 2019 Fortnite World Cup at Flushing Meadows Arthur Ashe stadium in Queens, New York, USA, 28 July 2019  EPA/JASON SZENES

Die «Fortnite»-WM 2019 wird im Flushing Meadows Park (New York) ausgetragen. Bild: EPA

Scharf ist sicher: «Wovon ich auf jeden Fall Ahnung habe, ist Sport, weil ich Sportwissenschaften studiert habe.» Sie habe sich mit sehr vielen Facetten des Sports tiefgehend befasst, betonte sie.

So funktioniert Fortnite

«Fortnite» ist ein Battle-Royale-Spiel. 100 Spieler sind gleichzeitig auf einer Karte, auf der sie Ausrüstung, Waffen und Rohstoffe sammeln. Die Rohstoffe nutzen die Spieler zum Bauen von Strukturen, die sie vor Angriffen schützen. Der spielbare Bereich wird im Spielverlauf immer kleiner. Wer am Ende überlebt, hat die Runde gewonnen. Beim World Cup wird über sechs Runden gespielt, die Wettkämpfer erhalten Punkte nach Platzierung und erzielten Abschüssen. Es gibt ein Solo- und ein Doppel-Turnier. Fortnite ist ab 12 Jahren freigegeben.

(pb)

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