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Wer von Swisscom zu einem teureren Abo gedrängt wird, kann den Vertrag einfach kündigen. screenshot: swisscom / twitter / @BeobachterRat

Darum zahlst du bei Swisscom bald zu viel, wenn du diesen Preisvergleich nicht liest

Viele Swisscom-Kunden erhalten derzeit automatisch ein besseres, aber auch teureres Handy-Abo. Nach Protesten kommt Swisscom seinen Kunden etwas entgegen. Wer nicht zu viel bezahlen will, sollte weiterlesen.



Swisscom nimmt sieben alte Handy-Abos aus dem Sortiment. Die betroffenen Kunden werden automatisch auf ein neues Abo hochgestuft. Dass die Grundgebühr der neuen Abos höher ist als bisher – beispielsweise neu 35 statt zwölf Franken – und dass der Abowechsel schon nach rund 30 Tagen erfolgt, stiess auf viel Kritik. 

Wer auf das Schreiben der Swisscom nicht reagiert, erhält ein Abo, das zwar mehr Leistung enthält (z. B. Flatrate), aber dafür auch massiv teurer sein kann. Von diesen automatischen Abowechseln betroffen dürften viele ältere Nutzer sein, die ihr Handy nur gelegentlich zum Telefonieren, für SMS oder WhatsApp nutzen, sprich keine Daten-Flatrate brauchen. Darauf aber, dass diese Wenignutzer mit einem Prepaid-Angebot meist besser fahren würden, wies die Swisscom ihre Kunden nicht hin. 

Nach heftiger Kritik der Konsumentenschützer verspricht der grösste Schweizer Mobilfunkanbieter nun eine verbesserte Kommunikation und eine Frist von mindestens 60 Tagen bis zum Abowechsel.

Einen Haken hat die Sache aber, wie das SRF berichtet. «Die angepasste Information mit der verlängerten Frist geht nur an diejenigen Kunden, welche den Brief bisher noch nicht erhalten haben.»

Das können die Betroffenen nun tun

Kunden, die auf ein teures Handy-Abo hochgestuft wurden oder werden, sollten sich bei Swisscom melden und nach einem besseren Angebot fragen. Sie können auch nachträglich, also wenn die im Brief angegebene Frist abgelaufen ist, auf ein anderes Abo oder auf ein günstiges Prepaid-Angebot wechseln. Swisscom sagte gegenüber dem Konsumentenschutz, man zeige sich kulant.

Ist die Mindestvertragsdauer abgelaufen, beträgt die Kündigungsfrist zwei Monate. Kunden, die mit dem neuen Abo schlechter gestellt sind, können zudem ihr Sonderkündigungsrecht nutzen und ohne Kostenfolge auf den Zeitpunkt der geplanten Abo-Änderung zu einem günstigeren Mobilfunk-Anbieter wechseln. 

Das dürfte sich lohnen. Denn wie eine Analyse des Preisvergleichsportals dschungelkompass.ch und der Stiftung für Konsumentenschutz zeigt, sind die von Swisscom vorgeschlagenen Abos – in der folgenden Tabelle fett markiert – für die wenigsten Kunden optimal.

Das sind die besten Handytarife für Wenignutzer

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Die Tabelle zeigt den Tarifvergleich für Wenignutzer, die 30 Anrufe, 50 SMS und mindestens 250 MB Daten pro Monat brauchen. grafik: dschungelkompass

Die Analyse des Preisvergleichsportals dschungelkompass.ch und der Stiftung für Konsumentenschutz zeigt, dass die von Swisscom vorgeschlagenen Abos für viele Kunden nicht optimal sind. Die Konkurrenz hat attraktive Abos für 19 bis 29 Franken im Angebot – teils inklusive Flatrate. Es gibt also zahlreiche deutlich bessere Alternativen und dies selbst auf dem Swisscom-Netz, wenn man sich für Swisscoms Günstig-Marken Wingo und Simply Mobile entscheidet oder zu M-Budget wechselt.

Ein konkretes Beispiel: Beim Wechsel vom nicht mehr verfügbaren «Liberty-primo»-Abo zum neuen «inOne mobile XS»-Abo steigt die Monatsgebühr von 29 auf 65 Franken (+124%). Wer zu Swisscoms Günstig-Marke Wingo wechselt, bezahlt nur 25 Franken Grundgebühr.

Für genügsame Nutzer sind Prepaid-Angebote mit Daten-Paketen die erste Wahl. Prepaid-Kunden von Sunrise und Yallo zahlen so nur rund 15 Franken pro Monat. Und: Bei einem Wechsel des Anbieters kann die Handynummer mitgenommen werden.

Diese Abos werden aus dem Sortiment gestrichen:

So können Swisscom-Kunden sparen

Swisscom verbindet die neuen Abos mit höherer Grundgebühr mit der Option eines vergünstigten Handy-Kaufs. Wer das vorgeschlagene Abo akzeptiert, kann trotzdem sparen, indem man auf den vergünstigten Handy-Kauf verzichtet. Auch hier müssen sich die Kunden selbst aktiv melden. Das bringt je nach Abo eine monatliche Einsparung von fünf, sechs oder zehn Franken, schreibt das Preisvergleichsportal Dschungelkompass. Dafür verpflichtet man sich zu einer neuen Mindestvertragsdauer von zwölf Monaten.

Langfristig lohnt es sich fast immer, das Smartphone separat zu kaufen, möglichst lange zu nutzen und ein günstiges Handy-Abo bzw. Prepaid-Angebot zu wählen. Gute Smartphones von bekannten Marken wie Huawei, Nokia oder Samsung kosten 300 bis 400 Franken, auch wenn die Anbieter lieber teure Modelle für 1000 Franken verkaufen, die für Otto Normalverbraucher kaum geeignet sind. 

Das Fazit

Vom Wechsel betroffene Swisscom-Kunden haben grundsätzlich drei Möglichkeiten: Abo akzeptieren, Abo ändern oder kündigen. Wer nichts unternimmt, erhält automatisch das vorgeschlagene Swisscom-Abo.

Swisscom sagt, dass die Gesamtkosten bei ihren neuen Abos für Kunden in vielen Fällen tiefer seien, auch wenn die Grundgebühr höher ist. Dies kann durchaus zutreffen. Denn die Annahme, mit einem älteren Zwölf-Franken-Abo günstiger zu fahren, nur weil es eine tiefere Grundgebühr hat, dafür aber jede Aktivität zusätzlich kostet, kann sich als Trugschluss herausstellen. Zu beachten sei daher, «dass sich die alten Abos preislich für die wenigsten Kunden lohnten», sagt André Bähler vom Konsumentenschutz.

Das ändert jedoch nichts daran, dass die Konkurrenz die attraktiveren Angebote hat – und sich ein Preisvergleich lohnt. «Den meisten Kunden, die ein günstiges Abo wünschen und weiterhin das Swisscom-Netz nutzen möchten, empfehle ich Angebote von M-Budget oder Wingo. Auf den anderen Netzen gibt es noch günstigere Alternativen», sagt Oliver Zadori von Dschungelkompass.

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