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Film-Still aus dem Deepfake-Video.
Film-Still aus dem Deepfake-Video.

Ein Deepfake von Mark Zuckerberg geistert rum – darum wird's nicht gelöscht

12.06.2019, 09:0112.06.2019, 09:33

Heutzutage verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Fiktion immer mehr: Mittels Deepfake-Technologie werden Fakevideos von berühmten Personen erstellt, die teilweise täuschend echt wirken.

Neuestes Beispiel: Derzeit macht ein Deepfake-Video von Facebook-Chef Mark Zuckerberg auf Instagram die Runde. Im Video hält Zuckerberg eine unheimliche Rede über die Macht von Facebook.

Worum geht's im Video?

Im Fakevideo sagt Zuckerberg:

«Stell dir das kurz vor: Ein Mann, mit totaler Kontrolle über die gestohlenen Daten von Milliarden Menschen, aller ihrer Geheimnisse, ihrer Leben, ihrer Zukunft. Ich schulde alles Spectre. Spectre zeigte mir, dass wer die Daten kontrolliert, auch die Zukunft kontrolliert.»

Wer hat's gemacht?

Verantwortlich für das Video sind die beiden Künstler Bill Posters und Daniel Howe, in Zusammenarbeit mit der Werbeagentur Canny. Das Video wurde mithilfe von Videomaterial aus dem Jahr 2017 gemacht. Mittels Deepfake-Technologie wurde dem Fake-Zuckerberg Worte ins Mund gelegt, die er so (öffentlich) nie gesagt hat.

Gegenüber CNN bestätigte der Mitgründer von Canny AI, Omer Ben-Ami, dass das Video von ihnen stamme. Es sei Teil einer Kunstinstallation namens Spectre, die am Sheffield Doc/Fest in Grossbritannien vom 6. bis 11. Juni ausgestellt ist.

Ein weiteres Video der Austellung zeigt Kim Kardashian:

«Scheiss auf Hater, ihre Daten haben mich reich gemacht.»

In dieser Kunstinstallation sind noch weitere Videos mit anderen Berühmtheiten zu sehen. Man wolle mit diesen Fakevideos darauf hinweisen, wie Technologie gebraucht werden kann, um Daten zu manipulieren.

Auch Donald Trump ist dabei:

Naja, hier ist's offensichtlich, dass es fake ist. Wir kennen seine Stimme wohl einfach zu gut.

Warum wird's nicht gelöscht?

Erst letzten Monat verweigerte Facebook, ein Deepfake-Video von der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, zu löschen. Im Video wurde eine Rede von Pelosi verlangsamt, damit es so wirkt, als ob sie nicht mehr fit wäre. Auch Donald Trump gehörte zu denen, die es weiterverbreiteten.

Das Fakevideo von Pelosi:

Obwohl Facebook wusste, dass das Video gefaked ist, löschten sie es nicht. Sie verminderten lediglich die Sichtbarkeit, damit es in den Newsfeeds weniger oft gesehen wird. Begründet wird dies wie bei Pelosis Fall mit dem Hinweis, dass das gefakte Video gegen keine Richtlinien von Facebook verstossen würde.

Damals sagte Neil Potts, Facebook-Chef für öffentliche Policy, dass falls jemand ein Fakevideo von Mark Zuckerberg hochladen würde, es ebenfalls online bleiben würde.

Und tatsächlich: Gegenüber «The Verge» sagte ein Facebook-Sprecher:

«Wir behandeln diesen Inhalt genau gleich wie alle Falschinformationen auf Instagram. Falls Drittparteien es als gefälscht melden, werden wir es von Instagrams Feed ‹Explore› und von Hashtag-Seiten filtern, damit es weniger oft gesehen wird.»

Dass das Video nicht gelöscht wird, begründet Facebook wie bei Pelosis Fall mit dem Hinweis, dass das gefakte Video gegen keine Richtlinien von Facebook verstossen würde.

Ob es online bleibt, wird sich zeigen. Denn: Der Fernsehsender CBS verlangt von Facebook, dass das Video gelöscht wird. Ihr CBSN-Markenzeichen werde unerlaubt verwendet. (jaw)

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Facebook erklärt seine Spielregeln

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Facebook erklärt seine Spielregeln
quelle: epa/dpa / maurizio gambarini
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