Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Dreht Obama durch? Dieses Video zeigt eine der grössten Gefahren für Demokratien



«President Trump is a total and complete dip shit.»

Barack Obama quelle: youtube

Was Barack Obama im folgenden Video sagt, ist nicht zu glauben. Er bezeichnet den amtierenden US-Präsidenten doch tatsächlich als Vollidioten. Vor laufender Kamera.

Das Problem: Im Video sehen wir Obama, und auch die Stimme scheint dem früheren US-Präsidenten zu gehören, doch handelt es sich um eine nahezu perfekte Fälschung.

Das Vorgehen wird Deepfakes genannt und soll eine der grössten Bedrohungen der näheren Zukunft sein. Dazu gleich mehr, doch sieh dir zuerst das Video an, es lohnt sich! 

Das Video stammt von BuzzFeed und ist in Kooperation mit dem US-Comedian und Filmemacher Jordan Peele entstanden, der dem ehemaligen Präsidenten die Stimme leiht.

Der Film wurde nicht in bösartiger Absicht erstellt. Im Gegenteil! Die Macher wollen auf die Gefahren hinweisen, die einer Gesellschaft durch solche Deepfakes drohen. Denn damit könnten Fake News eine neue Dimension erreichen, wie Fast Company berichtet.

«Wir treten in eine Zeit ein, in der unsere Feinde jeden dazu bringen können, einfach alles zu sagen. Jederzeit.»

Die wahre Warnung des falschen Barack Obama zu Deepfakes quelle: youtube

Wie ist das möglich?

Die Bezeichnung Deepfakes geht auf das Pseudonym eines Reddit-Users und Software-Entwicklers zurück. Der nicht namentlich bekannte Mann hat die Software FakeApp entwickelt, mit der sich Filmszenen aller Art manipulieren und die Gesichter der gefilmten Darsteller austauschen lassen.

Das erste prominente Opfer war die US-Schauspielerin Gal Gadot. Deepfakes stahl quasi eine digitale Kopie ihres Gesicht und montierte es auf den Körper einer Pornodarstellerin.

Der Vorgang wird Face Swap genannt und funktioniert mit Machine-Learning-Algorithmen und dem Machine-Learning-Tool TensorFlow von Google, das als Open-Source-Software im Internet zur freien Verfügung steht. Kurz gesagt wird mit Künstlicher Intelligenz (KI) eine möglichst natürlich wirkende, animierte «Gesichtsmaske» auf einen neuen Körper gerechnet.

Das digitale Retuschieren ist an sich nichts Neues und wird in der Filmindustrie seit Jahrzehnten angewendet. Dank Deepfakes und seiner FakeApp-Software ist die Videomanipulations-Technik aber plötzlich für viel mehr User verfügbar. Und das US-Medium Motherboard machte das Phänomen bekannt.

Das Internet reagierte wie zu erwarten, es folgte eine Welle von Fake-Porn-Videos und Parodie-GIFS. Bei Reddit wurde der Deepfakes-Subreddit vor 2 Monaten gesperrt.

(dsc)

Das könnte dich auch interessieren:

Wozu bewusste Fehlinformationen dienen - wir erklären es dir

Video: watson

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Anonymous schlägt zu und stiftet Chaos in Chat-Gruppe von Corona-Verschwörungstheoretikern

Letzte Woche hat das Hacker-Kollektiv Anonymous einen Webserver von Corona-Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann gehackt und weitere Aktionen angedeutet. Nun ist es bereits passiert.In der Nacht auf Mittwoch flogen plötzlich knapp 2200 Aluhüte aus dem sogenannten «Demokratenchat», einer von Verschwörungstheoretikern genutzten Chat-Gruppe bei Telegram. Die Netzaktivisten erbeuteten zudem Text- und Sprachnachrichten aus dem internen Admin-Chat von Hildmann und seinen Unterstützern. Diese …

Artikel lesen
Link zum Artikel