Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa08008241 (FILE) - Wikileaks co-founder Julian Assange, in a prison van, as he leaves Southwark Crown Court in London, Britain, 01 May 2019 (reissued 19 November 2019). Sweden prosecutors on 19 November 2019 dropped investigations into rape allegations against Julian Assange.  EPA/NEIL HALL *** Local Caption *** 55245987

Ein Foto aus einem Gefangenentransporter vom Mai 2019 in London. archivBild: EPA

Dramatischer Appell aus dem Hochsicherheits-Gefängnis: Julian Assange in Gefahr

Mehr als 60 Ärzte warnen, der Wikileaks-Gründer benötige dringend medizinische Hilfe.



In den USA ist der Wikileaks-Gründer wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente und Verstössen gegen das Anti-Spionage-Gesetz angeklagt. Derzeit läuft das Auslieferungsverfahren dazu in Grossbritannien. Im Falle eines Schuldspruchs in allen Anklagepunkten in den USA droht ihm dort lebenslange Haft.

Mehr als 60 Ärzte sehen nun das Leben des in Grossbritannien inhaftierten Wikileaks-Gründers Julian Assange in Gefahr. In einem am Montag veröffentlichten Brief an die britische Innenministerin Priti Patel warnten sie, Assange benötige dringend Hilfe.

Dafür müsse er aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Belmarsh südöstlich von London in eine Universitätsklinik verlegt werden. Andernfalls bestünden «wirkliche Sorgen», dass Assange «im Gefängnis sterben könnte».

epa07987282 A protester demanding the release of Julian Assange stands on top of Parliament House in Canberra, Australia, 11 November 2019.  EPA/LUKAS COCH AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Ein Mann auf dem australischen Parlamentsgebäude protestiert für die Freilassung von Assange. Bild: EPA

Seit April in Haft

«Die medizinische Lage ist dringend. Es gibt keine Zeit zu verlieren», schrieben die Mediziner aus acht Staaten, darunter Deutschland. Bei ihrer Einschätzung stützten sie sich nach eigenen Angaben auf Augenzeugenberichte von Assanges Gerichtstermin am 21. Oktober sowie auf einen Bericht von Uno-Berichterstatter Nils Melzer. Die Ärzte äusserten Zweifel daran, dass Assange physisch und psychologisch fit genug ist für die anstehenden Anhörungen zur von den USA beantragten Auslieferung.

Seit April sitzt Assange in Grossbritannien eine fast einjährige Haftstrafe wegen Verstosses gegen Kautionsauflagen ab. Zuvor hatte er sich sieben Jahre lang in der ecuadorianischen Botschaft in London versteckt, um einer Auslieferung nach Schweden wegen der Vergewaltigungsvorwürfe zu entgehen. Die schwedische Justiz hatte vergangenen Dienstag die Ermittlungen gegen Assange wegen mutmasslicher Vergewaltigung eingestellt.

Nach Ansicht von Uno-Sonderberichterstatter Nils Melzer ist Assange über Jahre hinweg psychologischer Folter ausgesetzt worden. Er weise alle entsprechenden Symptome auf, «dazu gehören extremer Stress, chronische Angst und ein schweres psychologisches Trauma», sagte der Sonderberichterstatter zum Thema Folter im Mai 2019.

(dsc/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Bekannte Whistleblower

Julian Assange in der Botschaft Ecuadors festgenommen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

27
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • tzhkuda7 25.11.2019 13:37
    Highlight Highlight Man kann einen Menschen auch in den Selbstmord treiben

    Mir grauts, auch wenn man ihm Nähe zu Russland vorwerfen kann, was für eine juristische Jagd auf ihn gemacht wird und wie heftig er psychisch drangsaliert wird.
  • Füürtüfäli 25.11.2019 11:39
    Highlight Highlight Wie kann man es rechtfertigen, einen Untersuchungshäftling, der nicht vorbestraft und nicht in irgendeiner Form gewalttätig oder gefährlich ist, in einen Hochsicherheitstrakt zu legen? Das ist doch vollkommen inakzeptabel?

    Da geht es nur darum, ein Exempel zu statuieren, ohne jede rechtfertigbare Grundlage.
  • däsäbdet 25.11.2019 11:24
    • rodolofo 25.11.2019 13:04
      Highlight Highlight Konstruierte Klagen sind das Spezialgebiet von Rechtsextremen.
    • Fandall 26.11.2019 09:27
      Highlight Highlight @rodolofo: Wohl eher von Geheimdiensten
  • Edward Espe Brown 25.11.2019 09:37
    Highlight Highlight Eines der Geschäftsmodelle von Nils Melzer ist ja die Besorgnis um Assange.
    Nur auf die Aussage eines einzelnen Kollegen hin abgestellt, fällt kein seriöser Arzt die Diagnose mit der Aussage, „der Patient könnte bald sterben“. Die Aussagen der 60 Arzte dürfen daher angezweifelt werden. (Wer sind diese Ärzte und was will „Melzer“ diagnostiziert haben?).
    Als ideologische Aussage mag das so eine Ferndiagnose ja durchgehen, medizinisch ist das völlig unhaltbar. Ein Hochsicherheitsgefängnis in England wird über eine Spitalstation verfügen und dort wird man Assange nicht einfach so sterben lassen.
    • mukeleven 26.11.2019 12:33
      Highlight Highlight woher du all diese insights hast und das wissen zu dieser causa? bemerkenswert.
  • Jawolaufensiedenn 25.11.2019 09:09
    Highlight Highlight Die verdammten Briten veranlassen nicht das offensichtlich Nötige, nämlich die Einweisung in eine Klinik. Es war schon vor Wochen klar, dass Assange krank ist. Deshalb ist das, was jetzt passiert Körperverletzung, oder versuchter Totschlag. Und wir wissen ja inzwischen, was in Gefängnissen der USA und wahrscheinlich auch ihrer Verbündeten geschehen kann...
  • Töfflifahrer 25.11.2019 09:07
    Highlight Highlight Ich denke die Britische Regierung ist mittlerweile so pervers, dass genau das ihr Ziel ist.
  • Rolf stühlinger (1) 25.11.2019 08:34
    Highlight Highlight Sein anwalt sollte in den haag wegen folter klagen gehen. Die haft sei für seinen mandanten folter und die nichtbehandlung seiner medizinischen probleme ein verstoss gegen die menschenrechte.
    Mal schauen wie schnell grossbritanien einknickt.
    • NotWhatYouExpect 25.11.2019 10:15
      Highlight Highlight Leider nützt das nicht wirklich viel, denn UK gibt einen Sch... drauf.

      Sie hatten ja schon X Jahre davor schon mal geklagt und recht bekommen, dass Julian Assange die Botschaft verlassen darf und nicht verhaftet werden darf.
  • Dory has left the Matrix 25.11.2019 08:03
    Highlight Highlight Free Julian Assange!
    Benutzer Bild
    • Saraina 25.11.2019 09:02
      Highlight Highlight Ja, und free dann Chelsea Manning auch gleich, die immer noch in Beugehaft einsitzt.
    • Dory has left the Matrix 25.11.2019 09:38
      Highlight Highlight @Saraina: Absolut! 💪
  • Der Rückbauer 25.11.2019 07:22
    Highlight Highlight Ich frage mich, wie es rechtsstaatlich dazu kommen konnte, dass die schwedische Anklage nach 7 (sieben!) Jahren fallen gelassen wurde. Was für neue Erkenntnisse sind da aufgetaucht? Nach so langer Zeit? Man kann sagen, auch das ist eine Form von "Opfer der Justitz".
    Ich hoffe, dass Assange nicht an die USA ausgeliefert wird. Das würde kein fairer Prozess, die Strafe würde drakonisch sein. Das Verhältnis von Trump zum Rechtsstaat ist mittlerweile bestens bekannt. Von Gewaltentrennung hält der nichts.
    • Töfflifahrer 25.11.2019 09:05
      Highlight Highlight Ganz einfach, es wurde irgendwo in verschiedenen Regierungskreisen entschieden, der muss weg.
    • circumspectat animo 25.11.2019 09:52
      Highlight Highlight Zu diesem Punkt muss gesagt werden, dass Trumps Vorgänger nicht zimperlicher mit ihm umgegangen wären.
    • alessandro 25.11.2019 09:53
      Highlight Highlight Oder anders rum... Wie ist es rechtsstaatlich zu begründen, dass es so lange gedauert hat?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gebietsvertreter 25.11.2019 07:12
    Highlight Highlight Was dort passiert würde man an anderen Orten dieser Welt als Folter bezeichnen. Wie traurig ist es, dass die Welt wegsieht..

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=55887
  • BeatBox 25.11.2019 07:07
    Highlight Highlight Verhaften - Desavouieren - Krankmachen - „Selbstmord“ zulassen...
  • Asmodeus 25.11.2019 06:47
    Highlight Highlight Gibt es Infos weswegen? Also wirklich Infos?

    Hier steht nur irgendwelche "Ärzte" aus irgendwelchen Ländern sind sich voll sicher weil sie irgendwelche Fotos gesehen haben.

    What?

Liveticker

SR Technics streicht offenbar 400 Jobs in Zürich +++ Impfstoff schon Ende Jahr?

Artikel lesen
Link zum Artikel