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Herbst 2020: VW-Chef Herbert Diess und Tesla-CEO Elon Musk testen das E-Auto ID.3. bild: Volkswagen

Tesla-Chef Musk bot VW-Boss Job an – der lehnte ab und könnte am Schluss trotzdem lachen

Als VW-Chef eifert Herbert Diess Tesla mit eigenen E-Autos nach – in der Vergangenheit aber hätte er angeblich selbst Chef des E-Auto-Pioniers werden können. Er lehnte ab und krempelt nun VW zum grossen Tesla-Rivalen um.



Ein Artikel von

T-Online

Immer wieder zieht VW-Chef Herbert Diess Vergleiche zum E-Auto-Marktführer Tesla aus den USA, fast scheint es, als wolle er den Erfolg von Tesla kopieren. Nun berichtet das Wirtschaftsmagazin «Business Insider», Diess hätte früher selbst die operative Führung von Tesla übernehmen können.

Demnach erhielt Diess vor seinem Wechsel von BMW zu VW 2015 ein Angebot von Tesla-Chef Elon Musk, der ihm die Leitung des Autokonzerns übertragen wollte. Ein unterschriftsreifer Arbeitsvertrag soll ihm schon vorgelegen haben. Warum Diess Musks Angebot ausschlug, liess der heutige VW-Boss unbeantwortet, ein Sprecher des Wolfsburger Konzerns wollte «Business Insider» keinen Kommentar geben.

Dass ein Machtmensch wie Musk die Leitung abgeben würde, ist schwer vorstellbar, aber Musk und Diess kennen sich von früher. Es wäre durchaus vorstellbar, dass Musk Diess als Entwicklungschef für Tesla rekrutieren wollte.

Die beiden Auto-Manager lernten sich bereits kennen, als Diess noch Entwicklungschef bei BMW war. Das Verhältnis habe seitdem auf gegenseitiger Wertschätzung beruht. Ein Grund dafür: Diess war damals schon ein grosser Befürworter der Elektromobilität, die seinerzeit in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckte.

Diess soll früh Tesla-Aktien gekauft haben

Dem Magazin zufolge habe Diess nur wenige Personen von dem damaligen Tesla-Angebot erzählt. Dabei hätte er aber auch erwähnt, vor dem Durchbruch von Tesla Aktien des US-Unternehmens erworben zu haben – offiziell bestätigt ist das jedoch nicht: Öffentlich spricht Diess nur über die VW-Aktien, die er privat hält. In den letzten Wochen hat die VW-Aktie massiv an Wert zugelegt. Immer mehr Investoren glauben, dass VW unterbewertet ist und dass der Konzern unter Diess mit seinen vollelektrischen Autos zum grössten Tesla-Rivalen wird. Diess könnte also sowohl von steigenden Kursen von Telsa als auch VW profitieren.

In der Schweiz hat allein die Marke VW im ersten Quartal 2021 beinahe gleich viele E-Autos wie Tesla verkauft. Auf Konzernebene – also mit den Marken Audi, Skoda, Seat und Porsche – lag der Volkswagen-Konzern im Schweizer E-Auto-Vergleich deutlich vor Tesla.

Weltweit hat Tesla die Nase noch vorn und wird 2021 weit mehr Elektroautos als VW verkaufen. Doch während manche Analysten VW vor Kurzem noch weit abgeschlagen sahen, gehen nun immer mehr davon aus, dass die Deutschen unaufhaltsam zum globalen Marktführer aufsteigen werden. Das wäre primär das Verdienst von Diess, der den im Vergleich zu anderen Autobauern schnellen Wandel zur Elektromobilität gegen interne Widerstände im Konzern durchgedrückt hat.

Ob nun Tesla oder VW mehr Elektroautos verkaufen, ist zumindest der Umwelt egal. Jedes E-Auto, das ein Auto mit Verbrennungsmotor ersetzt, verbessert mittelfristig die CO2-Bilanz.

So will VW zum grössten Elektroauto-Hersteller werden

Mit Diess hat VW in den letzten Jahren massiv in die Entwicklung von Schlüsseltechnologien wie autonomes Fahren und Auto-Batterien investiert und das war erst der Anfang: Von 2021 bis 2025 fliessen bei VW 35 Milliarden Euro in die Elektromobilität – zusammen mit Ausgaben für Vernetzung und Digitalisierung ist eine Summe von 73 Milliarden Euro veranschlagt. Wichtige Pfeiler sind dabei der weitere Ausbau des Ladenetzes für Elektroautos, der Bau eigener Batteriezellfabriken sowie die Entwicklung des Auto-Betriebssystems VW.OS, das teils Open-Source sein soll. Bis 2025 werden mehr als 10'000 Beschäftigte in der Software-Entwicklung angepeilt.

Unter Diess lancierte VW den ID.3, den ersten Elektrowagen des Autobauers, der für den Verkauf an eine breite Käuferschicht ausgelegt ist. VW hatte zwar zuvor schon kleine E-Autos wie den e-Golf und e-Up im Angebot, diese waren aber nur in der Nische erfolgreich. Seit dem Verkaufsstart des ID.3 im Herbst 2020 und nun des ID.4 rollt die E-Auto-Offensive bei VW und die Analysten spekulieren darauf, dass der Konzern in den kommenden Jahren die Früchte dieser Investitionen ernten wird.

VW bringt den Golf für das Elektrozeitalter – den ID.3

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VW ID.3: Der Golf für das Elektrozeitalter
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Weltweit das wichtigere Modell ist der grössere ID.4, der seit Ende März bei uns erhältlich ist. Der Mittelklasse-SUV soll auch in Asien und Nordamerika Kunden finden, während der ID.3 nur in Europa verkauft wird.

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Das neueste Elektroauto von VW: Der ID.4. bild: keystone

Bis 2024 will der Volkswagen-Konzern mit seinen Marken rund 35 E-Modelle im Angebot haben. VW gilt daher als wichtigster Konkurrent zu Tesla, das vor den Toren Berlins momentan seine erste europäische Grossfabrik errichtet.

Bis 2030 soll der Anteil der von VW verkauften E-Autos bei 70 Prozent liegen, neue Verbrennungsmotoren werde man voraussichtlich nicht mehr entwickeln, so der Konzern.

Musk testete den ID.3 – mit dem VW-Chef als Beifahrer

Übrigens: Im September 2020 besuchte Musk Diess in Deutschland, um die neuen Elektroautos von VW aus erster Hand vorgeführt zu bekommen. Musk, stets mit seinem Privatjet unterwegs, testete dabei die Beschleunigung des ID.3 am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg unweit der VW-Konzernzentrale.

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Musk am Steuer und Diess als Beifahrer drehen am Braunschweiger Flughafen gemeinsam eine Runde. Video: YouTube/Own360 App

(oli/fls/t-online)

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