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«Reden wir über Nacktheit!» Wie ein Supersexist die junge Helen Mirren interviewte



Die Britin Helen Mirren (heute 71) ist die Queen unter den Schauspielerinnen. Als sie jung war, galt sie bei den britischen Film- und Theaterkritikern als «erotische Boa Constrictor», als «Sexgöttin» und Frau mit «nuttenhaft erotischer» Ausstrahlung.

Dabei war sie damals vor allem eins: Grossbritanniens grossartigste Shakespeare-Interpretin, keine Pornodarstellerin. Trotzdem versuchte der 10 Jahre ältere Talkshow-Host Michael Parkinson 1975 die 30-Jährige in einem TV-Interview zu einer zu machen. Was Helen Mirren mit bewundernswerter Damenhaftigkeit, aber auch Deutlichkeit parierte. Wie eine Queen. Hier zwei transkribierte Passagen aus dem Interview:

Michael Parkinson: Sie sind – in Anführungszeichen – eine ernsthafte Schauspielerin.
Was meine Sie mit «in Anführungszeichen»?

Denken Sie, dass ihre «Ausrüstung» sie daran hindert? An ihrem Ziel, eine ernsthafte Schauspielerin zu sein?
Bitte erklären Sie, was Sie mit meiner «Ausrüstung» meinen. Im Detail.

Na ja, ihre körperlichen Attribute.
Meinen Sie meine Finger?

Bild

Helen Mirren einst ...  bild: berwick street productions 

Nein, ich meine Ihre ...
Spucken Sie's aus!

Ihre ... Ihre «Figur».
Meine «Figur» ... Weil ernsthafte Schauspielerinnen keine grossen Brüste haben können, meinen Sie das?

Ich denke, es könnte von Ihrer Performance ablenken. Wenn Sie wissen, was ich meine.
Was für eine lausige Performance, wenn die Leute hauptsächlich von deiner Busengrösse besessen sind! Ich hoffe doch, dass die Performance, das Stück, die lebendige Beziehung zwischen all den Menschen auf der Bühne und im Publikum derart langweilige Fragen überwinden!

Mirren vs. Parkinson: Teil 1

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YouTube/beretsheri0001

....

Neulich haben Sie gesagt, dass Sie Männer mögen, die auf dem Jahrmarkt arbeiten. Männer mit fettigen Haaren und Lederjacken.
Ja, ich vermute, ich tu das, möglicherweise ist mir die Idee gekommen, als ich selbst auf einem Jahrmarkt gearbeitet habe. Es ist nicht so sehr, dass ich Männer liebe, die so aussehen, aber ich mag Männer, die anders aussehen, überhaupt nicht. Männer, die hübsch geschnittene Anzüge tragen ... Ich wünsch mir, Sie würden Ihre Lederjacke tragen, wie Sie das am Wochenende tun.

epa04853036 (FILE) A file picture dated 03 January 2013 shows British actress Helen Mirren lies next to her star during a ceremony on the Hollywood Walk of Fame in Hollywood, California, USA. Mirren will celebrate her 70th birthday on 26 July 2015.  EPA/MICHAEL NELSON

... und Helen Mirren heute. Bild: MICHAEL NELSON/EPA/KEYSTONE

Ich fühle mich in einer Lederjacke fehl am Platz ... Ein Kollege nannte mich eine lebensgrosse Brieftasche ... Reden wir über Nacktheit, nicht Kleider! Reden wir darüber, dass Sie sich vor laufender Kamera ausgezogen und sich auch auf der Bühne teilweise entkleidet haben. Fühlen Sie sich dabei nie verlegen?
Doch, schon, ich habe es überhaupt nicht genossen ... Es gibt viele Gründe, sich mit Nacktszenen unwohl zu fühlen. Einer davon ist, dass du genau weisst, dass es aus kommerziellen Gründen gemacht wird, ganz egal, was der Regisseur behauptet. Das ist so ein «male chauvinist ...» – gewiss kennen Sie den Ausdruck ... Ich denke, wenn sich ein Mädchen vor der Kamera ausziehen muss, sollten dies auch alle andern tun, die in den Film involviert sind. ... Das Ding mit der Nacktheit ist doch: Du bist die einzige, die nackt ist. Du bist ganz allein. Alle andern sind angezogen.

Sie haben sich geweigert, nackt für den «Playboy» zu posieren.
Ich halte den «Playboy» für ein pornografisches Magazin. Er ist ekelhaft, weil er anmassend und verklärend ist. Es geht nur um Geld. Er verkörpert sowas wie ein Buch voller Geld und eine Haltung zu Geld.

Mirren vs. Parkinson: Teil 2

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YouTube/beretsheri0001

(sme)

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