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Na, zum Glück hat jemand diese Lederriemen so diskret gebüschelt. Baird Whitlock (George Clooney) erwacht nach seiner Entführung.
Bild: Universal Pictures

Tolle Trottel! Die Coen Brothers zeigen Hollywood von seiner allerdümmsten Seite

In «Hail, Caesar» von Joel und Ethan Coen wird Clooney von Kommunisten und Kolumnisten bedrängt. Und Scarlett Johansson trägt fast nix als Nixe.



Hollywood, 1951: Superstar Baird Whitlock (George Clooney) wird von kommunistischen Drehbuchautoren sediert und entführt. Im lasziven Lendenschurz. Denn Whitlock spielte gerade einen dekadenten Römer in einem Jesus-Film. Zwei Klatsch-Kolumnistinnen (Tilda Swinton in einer Doppelrolle als Zwillingsschwestern) wollen überdies seine Hochschlafmethode auffliegen lassen.

Eine kettenrauchende Diva mit Spezialgebiet Nixen-Darstellung und Kunstschwimmen (Scarlett Johannson) hat vom Hochschlafen ihrerseits eine Schwangerschaft davongetragen. Der blasierte britische Salonfilmer (Ralph Fiennes) muss mit einem jungen Western-Star arbeiten, der zwar viele Kunststücke, aber keinen Fetzen Text beherrscht.

«Hail, Ceasar» Coen Brothers

Scarlett, the starlet! Was lieb aussieht, wird sehr, sehr grantig. Und ach! Diese sublime Schönheit des Synchronschwimmens!
Bild: Universal Pictures

Und Channing Tatum ist ein Musical-Matrose mit aufrührerischem Innenleben. Eine grossartige «Magic Mike»-Persiflage. So, wie an «Hail, Caesar» von Joel und Ethan Coen überhaupt alles furchtbar lustig ist. So lustig, dass man sich – nach dem elegischen Musikerfilm «Inside Llewyn Davis» – eher in einem Monty-Python- als in einem Coen-Brothers-Film wähnt.

Trailer zu «Hail Caesar»

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YouTube/Universal Pictures

Aber natürlich liegen über dem riesigen Vergnügen die noch grösseren Fragen: Heiden- oder Christentum? Kommunismus oder Kapitalismus? Und was genau braucht es, damit die Bekehrung vom einen ins andere stattfindet? Hirnwäsche? Ein Wunder? Was bringt mehr: Kino oder Fernsehen? Kunst oder Unterhaltung? Amerikanische Pferde oder russische U-Boote? Warme Brüder oder Kalter Krieg?

Eine schlaue Figur gibt es in dieser schlauen Liebeserklärung an die knallbunten Studiofantasien von einst nicht. Einzig Alden Ehrenreich als Mini-John-Wayne darf neben seinem Colt die Intelligenz eines reinen Herzens sprechen lassen. Er ist allerliebst in seiner Lasso schwingenden Naivität und schnell, wenn es darum geht, ein Unrecht grade zu biegen.

«Hail, Ceasar» Coen Brothers

Channing Tatum (mitte) war so begeistert, von den Coen Brothers beschäftigt zu werden, dass er gar nicht nach seiner Rolle fragte. Dann musste er dreieinhalb Monate lang Stepptanz trainieren.
Bild: Universal Pictures

«Hail, Ceasar» Coen Brothers

Dies ist Alden Ehrenreich. Merkt euch sein Gesicht!
Bild: Universal Pictures

Und Clooney? Clooney spielt nach «Oh Brother, Where Art Thou?», «Intolerable Cruelty» und «Burn After Reading» zum vierten Mal mit den Coens. Er sorgte über zehn Jahre hinweg dafür, dass die beiden das Drehbuch zu «Hail, Caesar» überhaupt zu Ende schrieben. Und er verfilmt als Regisseur gerade eines ihrer Drehbücher. Einen kleinstädtischen Kriminalfall mit Matt Damon und Clooneys «Hail, Caesar»-Kumpel Josh Brolin. Auch er spielt in den 50er-Jahren. Und: Gut zu wissen, dass Clooney mal wieder ähnlich viel arbeitet wie seine Frau.

«Wir haben George zum vierten Mal darum gebeten, für uns einen Idioten zu spielen», sagen die Coen Brothers, «zum Glück geht ihm jede Eitelkeit ab.» Allen andern in ihrem Film auch. Total tolle Trottel trollen sich durch Hollywood.

«Hail, Caesar» läuft jetzt in den Lunchkinos und ab 18. Februar im regulären Kino.

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