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Qamar Gul (links) und ihr kleiner Bruder mit der AK-47 ihrer von Taliban erschossenen Eltern. screenshot: twitter

Afghanischer Teenager erschiesst zwei Taliban, die zuvor ihre Eltern getötet haben

Ein afghanisches Mädchen hat zwei Taliban-Kämpfer erschossen und mehrere andere verletzt, nachdem sie ihre Eltern ermordet hatten.



Qamar Gul, zwischen 14 und 16 Jahre alt, wird in den sozialen Medien wie eine Heldin gefeiert.

Taliban-Kämpfer stürmten letzte Woche das Haus der Familie Guls im Dorf Girwa, Afghanistan. Der Grund: Ihr Vater war ein Unterstützer der Regierung. Dies berichtete BBC.

Gemäss Beamten der Provinz Ghor hätten die Militanten den Vater und die Mutter aus dem Haus gezogen, bevor sie sie ermordeten. Das Mädchen hat das AK-47-Gewehr der Familie genommen und erschoss zwei der Mörder.

Daraufhin wollten weitere Kämpfer ins Haus des Teenagers eindringen, aber Dorfbewohner und Regierungstruppen kamen zur Hilfe und wehrten sie ab.

Das Mädchen und ihr jüngerer Bruder wurden von Sicherheitskräften an einen sicheren Ort gebracht, sagte Mohamed Aref Aber, Sprecher des Provinzgouverneurs, gegenüber AFP.

Als Reaktion wurden Bilder des Mädchens in den sozialen Medien geteilt, wo sie als Heldin beschrieben wird.

«Hut ab vor ihrem Mut», zitierte AFP Najiba Rahmi auf Facebook. «Das ist die Macht eines afghanischen Mädchens», schrieb ein anderer Facebook-Nutzer, Fazila Alizada.

Laut lokalen Medien ist Ghor eine der am wenigsten entwickelten Provinzen Afghanistans und die Häufigkeit von Gewalt gegen Frauen ist hoch.

Die Taliban haben im Februar ein Friedensabkommen mit den USA unterzeichnet, aber viele ihrer Mitglieder fordern weiterhin den Sturz der gegenwärtigen afghanischen Regierung.

Die nächste Phase – Gespräche zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung – hat sich jedoch aufgrund der Freilassung von fast 600 Taliban-Gefangenen verzögert. Die Freilassung von Gefangenen auf beiden Seiten war Teil des Friedensabkommens. (cki)

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    Alle Leser-Kommentare
  • borael 22.07.2020 20:44
    Highlight Highlight Das Mädchen hat sich gewehrt, das ist wirklich bewundernswert. Aber keiner wundert sich darüber, dass solche Talibanangriffe in Afghanistan Alltag sind, nur hört man davon kaum etwas in unseren Medien.
  • Cpt. Jeppesen 22.07.2020 18:58
    Highlight Highlight Afghanistan ist doch ein sicheres Land, weswegen Flüchtlinge aus Afghanistan auch kein Asyl mehr beantragen können...

    Genau solche Leute, wie dieses Mädchen, sind unsere Flüchtlinge. Hast du dich mit dem Falschen angelegt, Pech gehabt. Es gibt kein Rechtssystem. In solchen Ländern, da herrscht Blutrache. Es kann jederzeit passieren, dass du eingesperrt oder gar ermordet wirst. Und dass es halt tausende sind (die fliehen müssen) hängt damit zusammen, dass die "anderen", die einem das Leben schwer machen, noch viel mehr sind (und bewaffnet).

    Für uns nur schwer vorstellbar.
    • Eskimo 22.07.2020 19:06
      Highlight Highlight Nein. Die "anderen" sind nicht mehr. Aber indem diejenigen fliehen, die das Land besser machen könnten, werden die "anderen" immer stärker. Und wir helfen tüchtig dabei..
    • Völkerrechtler 22.07.2020 19:57
      Highlight Highlight Dass Wegweisungen nach Afghanistan unter bestimmten Umständen möglich sind, bedeutet nicht, dass konkret Verfolgte in der Schweiz kein Asyl beantragen und erhalten können.

      Zu den in Afghanistan Verfolgten gehören allerdings auch viele Taliban oder sonstige Extremisten, weshalb nicht nur das mutige Mädchen, sondern auch deren Häscher zu denjenigen gehören könnten, die hier um Asyl ersuchen...
    • CaptainLonestarr 23.07.2020 05:45
      Highlight Highlight Vielleicht wäre es besser wenn sich mehr Afghanen wie dieses Mädchen wehren würde. Vielleicht würde es auch schlimmer werden, es wird aber sicher nicht besser wenn wir alle aufnehmen. Es ist ein religiöser Konflikt wie ihn auch Europa vor Jahrhunderten erlebte. Die Menschen müssen selbst zur Erkenntnis kommen, dass es sich nicht lohnt für Religionen zu sterben. Dummerweise haben sich durch Einmischung der USA und Udssr die Umstände verschlimmert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Völkerrechtler 22.07.2020 14:48
    Highlight Highlight Mit der Verbreitung der (anderswo unverpixelten) Bilder hat man dem Mädchen wohl keinen Gefallen gemacht, wird sie so doch erneut zur Zielscheibe islamistischer Gewalt werden...

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