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Soldaten verkünden die Machtübernahme im afrikanischen Gabun.

Putschversuch in Gabun gescheitert



Gabun

Im Opec-Staat Gabun ist ein Putschversuch nach offiziellen Angaben gescheitert. «Die Regierung ist im Amt», sagte ein Regierungssprecher am Montag dem Sender France 24.

Sicherheitskräfte hätten zwei mutmassliche Putschisten getötet und sieben weitere festgenommen, sagte der Sprecher vor Journalisten. Zudem seien Sicherheitskräfte in der Hauptstadt postiert worden und würden die Präsenz in den kommenden Tagen aufrecht erhalten. Die Landesgrenzen blieben offen. Die in Libreville abgegebenen Schüsse seien von Sicherheitskräften abgefeuert worden, um eine Menschenmenge unter Kontrolle zu bringen.

Soldaten rufen Macht aus:

Die Afrikanische Union (AU) verurteilte den Putschversuch scharf. Sie lehne einen Machtwechsel, welcher der Verfassung zuwider laufe, in jeder Hinsicht ab, hiess es.

Am frühen Morgen hatten Soldaten den staatlichen Rundfunk in der Hauptstadt Libreville in ihre Gewalt gebracht. Ein Offizier verlas eine Erklärung: Die Neujahrsansprache von Präsident Ali Bongo habe Zweifel verstärkt, ob dieser sein Amt noch ausüben könne.

Militärfahrzeuge in Libreville

Unbekannte Gruppe

Die Soldaten verkündeten zudem die Einsetzung eines «nationalen Rates zur Erneuerung». Die Botschaft im Staatsradio wurde von einem Mann verlesen, der sich als Vize-Kommandant der Republikanischen Garde und Chef einer bislang unbekannten Gruppe namens Patriotische Jugendbewegung der gabunischen Verteidigungs- und Sicherheitskräfte bezeichnete.

In der Nähe des Rundfunkgebäudes waren Schüsse zu hören. Panzer blockierten kurz darauf den Zugang zu einer Hauptverkehrsstrasse in Libreville. Vor dem besetzten Radiosender setzten regierungstreue Soldaten Tränengas gegen etwa 300 Menschen ein, die den Umsturzversuch unterstützten. In Libreville war es sonst überwiegend ruhig. Auf den Strassen war allerdings viel Militär und Polizei zu sehen. Der Internet-Zugang war unterbrochen.

Schlaganfall erlitten

Der 59-jährige Bongo hatte im Oktober einen Schlaganfall erlitten und wird seit November in Marokko behandelt. In seiner Ansprache hatte er gesundheitliche Probleme eingeräumt, dabei aber erklärt, dass er sich erhole.

Während seiner Abwesenheit übertrug das Verfassungsgericht Gabuns Teile der Macht des Präsidenten auf dessen Stellvertreter und den Ministerpräsidenten.

In ihrer Erklärung vom Montag im Staatsradio verurteilten die Soldaten die in Bongos Abwesenheit getroffenen Regelungen als «illegitim und illegal». Die aufgezeichnete Ansprache Bongos von Ende Dezember bezeichneten sie als «beschämend» für ein «Land, das seine Würde verloren hat».

Familie seit fast 50 Jahren an der Macht

Die Bongo-Familie herrscht seit fast 50 Jahren in Gabun. Ali Bongo übernahm 2009 die Macht von seinem Vater Omar, der 1967 ins Amt gekommen war. Omar Bongo wurde durch Geschäfte mit dem Ölreichtum des Landes zu einem der reichsten Männer der Welt. Trotz der grossen Ölvorkommen lebt ein grosser Teil der Bevölkerung Gabuns in Armut.

Erst im Oktober hatten die Gabuner ein neues Parlament gewählt. Der Urnengang verlief weitgehend friedlich. 2016 war es nach der knappen Wiederwahl Bongos zu gewaltsamen Protesten gekommen, in deren Verlauf mehrere Menschen getötet wurden. Sinkende Ölpreise hatten zuletzt zu einer Wirtschaftskrise in Gabun geführt. (aeg/sda/reu/afp)

Hier werden Flüchtlinge mit offenen Armen aufgenommen

Video: srf

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