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Massendemonstration in Addis Abeba nach der Ermordung des bekannten Oromo-Sängers Hundessa.
https://www.youtube.com/watch?v=16NF4A6F7pw

Massendemonstration in Addis Abeba nach der Ermordung des Oromo-Sängers Hachalu Hundessa. Screenshot: Youtube

Analyse

Was passiert genau in Äthiopien? Wie frühere Opfer plötzlich zu Tätern werden

Philipp Aerni



Der Vielvölkerstaat Äthiopien gilt seit der Vertreibung des brutalen kommunistischen Regimes unter Haile Mariam Mengistu Anfang der 1990er Jahre als politisch stabiler und wirtschaftlich prosperierender Staat am Horn von Afrika. Diese politische Stabilität hatte allerdings ihren Preis, denn sie ging einher mit dem Aufbau eines autoritären Regimes, das in der Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung stärker auf China als auf den Westen setzte.

Der starke Mann des Regimes war lange Zeit Meles Zenawi, Premierminister von 1995 bis 2012. Es war seine Partei, die Ethiopian People's Revolutionary Democratic Front (EPRDF), die den Kampf gegen Mengistu anführte und danach das Land reformierte; wobei die EPRDF primär die ethnische Minderheit der Tigray repräsentierte.

Dr. Philipp Aerni

ist Direktor des Zentrums für Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit (CCRS) an der Universität Zürich. Der Inhalt des Artikels basiert grösstenteils auf den kritischen Recherchen von Nigist Goytom, einer äthiopischen Architektin. Sie ist mit dem Autor verheiratet.

Regieren mit eiserner Faust

Zenawi war überzeugt, dass dem armen Vielvölkerstaat eine Balkanisierung drohe, wenn er nicht mit eiserner Faust sowohl gegen äussere Feinde (Eritrea) wie auch vermeintliche innere Feinde (militante ethnische Separatisten) vorging.

Auch wenn die Parteibezeichnung EPRDF das Wort «Democratic» enthält, waren die Wahlen, die von der Partei durchgeführt wurden, nie wirklich frei. Zenawi hat jedoch geschickt agiert, indem er die politische Dezentralisierung des Landes förderte und eine wirtschaftliche Öffnung vorantrieb, welche Armut und Hunger im Land merklich reduzierte.

epa03366393 (FILE) A file photo dated 06 December 2011 shows Meles Zenawi, Prime Minister of Ethiopia speaking during the opening plenary session of the High Level Segment of the COP 17 / CMP 7 United Nations (UN) Climate Change Conference 2011 in Durban, South Africa. According to media reports on 21 August 2012, Meles Zenawi has passed away at the age of 57 after several weeks of illness. EPA/NIC BOTHMA

Meles Zenawi († 2012) war von 1995 bis 2012 Premierminister von Äthiopien. Bild: EPA

Das Problem des ethnischen Föderalismus

In der politischen Reorganisation setzte er auf das Konzept des ethnischen Föderalismus, das den dominanten Ethnien in den verschiedenen Regionen eine gewisse politische Selbstbestimmung geben soll. Doch das Konzept erwies sich als hochexplosiv, denn viele ethnische Nationalisten sahen darin den erwünschten Anfang vom Ende des äthiopischen Staates und damit einhergehend die Schaffung eines eigenen ethnisch homogenen Staates.

Zenawi bekämpfte diese ethnonationalistischen Tendenzen mit dem Aufbau einer starken Armee und einem Sicherheitsapparat, der vermeintlich gewaltbereite ethnische Separatisten identifizierte und in Gefängnissen verschwinden liess. Dies führte zu einer wachsenden Zahl an politischen Gefangenen und einer politischen Diaspora, die sich zunehmend radikalisierte.

Oromo-Nationalismus im amerikanischen Exil

Die Oromo-Diaspora im Staat Minnesota in den Vereinigten Staaten bildete wohl die einflussreichste Exilopposition. Dies auch daher, weil über 34 Millionen Menschen in Äthiopien den Oromo angehören, die eigentlich kaum noch als Minderheit im Land bezeichnet werden können. Obwohl die Oromo keineswegs eine homogene Ethnie sind, so eint sie doch eine gemeinsame Sprache, Geschichte und Kultur.

Zenawis Nachfolger, Hailemariam Desalegn, gehörte zwar der EPRDF an, war aber weder ein Tigray noch ein orthodoxer Christ. Er versuchte bei den ethnischen Spannungen zu vermitteln und war auch zu substanziellen Kompromissen bereit. Doch die Kompromissbereitschaft stiess auf keine Wertschätzung. Im Gegenteil, die Forderungen der Ethnien wurden noch radikaler.

Der aethiopische Premierminister Hailemariam Desalegn waehrend einem Treffen in dessen Buero mit der Schweizer Bundespraesidentin Simonetta Sommaruga, nicht im Bild, in Addis Abeba, Aethiopien am Montag, 26. Oktober 2015. Aethiopien und die Schweiz wollen ihre bilateralen Beziehungen weiter ausbauen und vertiefen. Mit diesem Ziel reist eine Schweizer Delegation unter der Leitung von Bundespraesidentin Simonetta Sommaruga zu einem offiziellen Arbeitsbesuch nach Aethiopien. (KEYSTONE/Dominic Steinmann)

Kompromissbereit: Hailemariam Desalegn. Bild: KEYSTONE

Der Kampf um die Hauptstadt Addis Abeba

Einen Höhepunkt der politischen Spannungen bildeten die massiven Proteste der Qeerroo, einer Jugendbewegung von Oromo-Nationalisten, die sich 2016 gegen den Entscheid der Zentralregierung wehrte, die Grenzen der Hauptstadt Addis Abeba auf Kosten des Landes, das den Oromo gehörte, auszuweiten. Die Qeerroos sind junge radikale Ethnonationalisten, die wenig gemeinsam haben mit den alten Ethno-Separatisten unter der Führung der bewaffneten «Oromo Liberation Front» (OLF), doch ansonsten ist wenig bekannt über ihre Organisation und Motive.

Desalegn kam den Qeerroos weitgehend entgegen, indem er die städtischen Expansionspläne stoppte und die Oromo-Sprache weiter förderte. Der Forderung, auch die Hauptstadt Addis Abeba auf den Oromo-Namen Finfinnee umzutaufen und sie administrativ unter Oromo-Kontrolle zu bringen, konnte er jedoch nicht nachgeben, denn die Bewohner der Hauptstadt repräsentieren alle Ethnien.

Verwaltungsgliederung Äthiopiens 
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/af/Ethiopia%2C_administrative_divisions_-_de_-_colored.svg/1263px-Ethiopia%2C_administrative_divisions_-_de_-_colored.svg.png

Verwaltungsgliederung Äthiopiens. Sie folgt ungefähr der Verteilung der Ethnien. Karte: Wikimedia

Jawar Mohammed und die Qeeroos

Der informelle Kopf hinter der Qeeroo Bewegung ist Jawar Mohammed. Jawar verliess Äthiopien bereits im Jahr 2003 als junger Student. Er studierte unter anderem in den USA Politikwissenschaften und Human Rights Studies. Im Staat Minnesota schloss er sich schliesslich der Oromo Exil-Opposition an. Er gründete dort das Oromia Media Network (OMN) mit 1,5 Millionen Abonnenten auf Facebook. Das OMN machte sich die sozialen Medien zu Nutze, um in Äthiopien junge Oromos gegen das Regime zu mobilisieren.

Jawar selbst schreckte auch nicht vor Aufrufen zur Vertreibung von Minderheiten in der Oromoregion zurück. In Medieninterviews gibt sich der 34-jährige Aktivist mit dem Babygesicht allerdings als pragmatisch und kompromissbereit, und an vielen westlichen Universitäten wird er gar als Menschenrechtsaktivist gefeiert, der sich im Unrechtsstaat Äthiopien für die legitimen Rechte der Oromo einsetzt.

Jawar Mohammed during the exclusive interview with Associated Press at his house in Addis Ababa, Ethiopia, Thursday, Oct. 24, 2019. Ethiopia’s Nobel Peace Prize-winning prime minister Abiy Ahmed faced the most serious political challenge of his short rule Thursday as officials said dozens of people might be dead in two days of unrest, and Jawar Mohammed hinted that he might enter next year’s election race to challenge Abiy to become Prime Minister. (AP photo / Mulugeta Ayene)

Oromo-Aktivist Jawar Mohammed. Bild: AP

Seine Berühmtheit erlangte er bei den oben erwähnten gewalttätigen Ausschreitungen 2016 in Oromia, indem er auf YouTube Videos veröffentlichte, die angeblich zeigen, wie äthiopische Sicherheitskräfte aus Helikoptern die Protestierenden niedermähen. Die Washington Post deckte damals auf, dass sowohl die Zahl der Toten als auch die Videos fabriziert waren. Doch diese «Fake News» scheinen sich langfristig ausbezahlt zu haben, denn Desalegn verlor durch den Erfolg der Exilopposition zunehmend den Rückhalt in der eigenen Partei und trat schliesslich im Februar 2018 zurück.

Abyi Ahmed und die politische Öffnung

An Stelle von Hailemariam Desalegn wurde Abyi Ahmed zum Premierminister in Äthiopien ernannt. Als protestantischer Oromo, der zugleich aus dem inneren Zirkel der regierenden Elite stammt, handelte er viel kühner als Desalegn. Er liess alle politischen Gefangenen frei, suchte den Frieden mit Eritrea und vergab Schlüsselpositionen in der äthiopischen Regierung sowie das Bürgermeisteramt von Addis Abeba an Oromo. Seine Rhetorik der nationalen Versöhnung, der politischen Öffnung und des wirtschaftlichen Aufbruchs stiess auf positive Resonanz in der eigenen Bevölkerung wie auch im Ausland. Er wurde quasi als Messias gefeiert, der den jahrzehntelangen Grenzkonflikt mit Eritrea und die internen ethnischen Spannungen durch sein grosses Charisma mit einem Schlag aus der Welt schaffen konnte.

epa08024151 Prime Minister of Ethiopia Abiy Ahmed delivers a speech during a singing ceremony in Addis Ababa, Ethiopia, 25 November 2019. According to a press release by Alibaba Group, Ethiopia and Alibaba signed three Memorandum of Understanding for the establishment of eWTP (electronic world trade platform) Hub in Ethiopia to assist Ethiopian businesses reach Chinese markets.  EPA/STR

Premierminister und Nobelpreisträger Abyi Ahmed. Bild: EPA

Für seine Bestrebungen hat Abyi Ahmed letztes Jahr den Nobelpreis erhalten – doch sind die Probleme tatsächlich gelöst? Nein, die Grenze zu Eritrea ist nach wie vor geschlossen und seine freundschaftliche Beziehung mit dem eritreischen Diktator Afewerki ist zunehmend fragwürdig, zumal dieser keine Anzeichen zeigt, von seiner repressiven Alleinherrschaft abzurücken.

Auch die internen ethnischen Spannungen haben nicht etwa ab-, sondern zugenommen. Bürgerkriegsähnliche Zustände sind auf dem Land entflammt, wobei die früheren vermeintlichen Opfer, nämlich die Ethnonationalisten der jeweiligen Region, immer mehr zu Tätern mutierten. Oft kommt es gemäss Augenzeugen vor, dass sie Menschen auf der Strasse spitalreif prügeln, nur weil es sich herausstellt, dass diese nicht ihre Sprache sprechen.

Nirgendwo ist die Entwicklung besorgniserregender als in der multiethnischen Oromo-Region. Im Halbjahresrhythmus gibt es in dieser muslimisch dominierten Region Pogrome mit hunderten von Todesopfern. Die Ermordeten sind zumeist Haus- und Firmenbesitzer, die nicht derselben Ethnie oder einer religiösen Minderheit angehören, doch seit Jahrzehnten in der Oromo-Region leben.

Die Ermordung von Hachalu und ihre Konsequenzen

Das letzte Pogrom entzündete sich Ende Juni 2020 als Reaktion auf die Ermordung des Oromo-Sängers Hachalu Hundessa. Seine Lieder handelten von der Geschichte und Ausgrenzung des Oromo-Volkes. So tragisch der Vorfall war, er hatte nichts mit einem Racheakt von Seiten einer anderen Ethnie zu tun; diese hätte ja als Vorwand für erneute ethnische Gewalt dienen können. Es stellte sich nämlich heraus, dass die Mörder gemäss Angaben der Regierung einer anderen radikalen Oromo-Gruppierung angehörten.

Das Pogrom hingegen war klar von langer Hand vorbereitet. Aus dem Nichts tauchten in diversen Oromostädten mit Macheten bewaffnete Mobs auf; und ihr Ziel war klar, nämlich die ethnische Säuberung in der Region voranzutreiben. Jawar selbst goss weiteres Öl ins Feuer, indem er – gegen den Willen der Familie des Sängers – die Begräbnisfeier nicht im Heimatort Ambo ausserhalb von Addis Abeba, sondern in der Hauptstadt selbst durchführen wollte. Das Ziel war maximales Chaos und Unsicherheit in der Hauptstadt. Es war zu erwarten, dass Abyi dies nicht zulassen würde. Es kam zu zahlreichen Verhaftungen. Insbesondere die Verhaftung von Jawar erzürnte die radikalen Oromos zusätzlich. Doch zumindest konnte dadurch in Addis Abeba Schlimmeres abgewendet werden.

People walk along Lexington Avenue after exiting off westbound Interstate 94 on Wednesday, July 1, 2020, in St. Paul, Minn. Protesters apparently outraged by the killing of Hachalu Hundessa, a popular singer in Ethiopia, stopped traffic on the interstate during the evening rush hour. Police blocked the entrance ramps to the freeway shortly before 6:30 p.m. Traffic was stopped as the group moved down the interstate. State Patrol spokesman Lt. Gordon Shank said after 8 p.m. the protesters had left the freeway, and no arrests have been made. (Jeff Wheeler/Star Tribune via AP)

Proteste von Exil-Oromo in St.Paul im US-Staat Minnesota nach Hundessas Ermordung. Bild: keystone

Kein Minderheitenschutz in der Oromo-Region

Auf dem Land hingegen gab es keinen verlässlichen Polizeischutz. Vielerorts in der Oromo-Region liessen die Polizisten den Qeerroo-Mob sogar gewähren, was zu über 200 Toten führte. Die Zahl der Toten wäre weit höher ausgefallen, wenn viele Oromo ihren bedrohten Nachbarn nicht Unterschlupf im eigenen Heim angeboten hätten. Die Stadt Shashamene, das Mekka des Reggae, wurde in Schutt und Asche gelegt, denn die Rastafari-Kultur ist den Oromo ein Dorn im Auge.

Der vielfach prämierte äthiopische Journalist und Menschenrechtsaktivist Eskinder Nega, der unter dem ERDF-Regime selbst viel Zeit im Gefängnis verbracht hatte, erkannte bereits früh, dass die Qeerroos und ihr Anführer Jawar Mohammed gefährliche Brandstifter sind, die einen Genozid herbeiführen könnten wie damals in Ruanda.

Eskinder Nega
ECADF Ethiopian news videos — Journalist Eskinder Nega 
https://www.youtube.com/watch?v=qDofvULPN_A

Erneut ins Gefängnis gesteckt: Menschenrechtsaktivist Eskinder Nega. Screenshot: Youtube

Doch was macht Abyi Ahmed? Nachdem er bereits von Amnesty International kritisiert worden war, Negas Meinungsfreiheit als kritischer Aktivist mit eigener politischer Partei zu beschneiden, entschied sich Abyi schliesslich letzte Woche, ihn ebenfalls ins Gefängnis zu stecken; denn schliesslich ist auch Abyi ein Oromo, der sich erhofft, in den kommenden Wahlen von den Oromo gewählt zu werden. So viel zu Meinungsfreiheit, Demokratie und Minderheitenschutz im Land des frischerkürten Nobelpreisträgers.

Europäer und Amerikaner tragen eine Mitschuld am Chaos

Falls die Situation in Äthiopien tatsächlich eskalieren sollte und somit der einzige friedliche und mehr oder weniger funktionierende Vielvölkerstaat am Horn von Afrika im Chaos und Elend endet, kann erwartet werden, dass Europa und Amerika einmal mehr humanitäre Hilfe leisten werden. Doch wer hat auch nur die kleinste Anstrengung unternommen, um die drohende Katastrophe zu verhindern? Der offizielle Bösewicht im Westen ist ja nach wie vor das ehemalige autoritäre Regime. Und Abyi wird immer noch als Befreier gefeiert, der Jawar, den «kritischen Oppositionellen» und «grossen Intellektuellen», aus seinem amerikanischen Exil zurückgeholt hat, um eine stabile Demokratie in Äthiopien aufzubauen. So das offizielle Narrativ, das sich immer mehr von der Realität abkoppelt.

A group of supporters perform and shout slogans at the house of opposition leader Jawar Mohammed to show their support, in Addis Ababa, Ethiopia, Thursday Oct. 24, 2019.  Ethiopia’s Nobel Peace Prize-winning prime minister Abiy Ahmed faced the most serious political challenge of his short rule Thursday as officials said dozens of people might be dead in two days of unrest, and Jawar Mohammed hinted that he might enter next year’s election race to challenge Abiy to become Prime Minister. (AP photo Mulugeta Ayene)

Anhänger von Jawar Mohammed demonstrieren vor seinem Haus in Addis Abeba. Bild: AP

Die Reaktionen im Westen auf das jüngste Pogrom in Äthiopien lassen vermuten, dass sich hier kaum jemand darum bemüht, das alte Narrativ kritisch in Frage zu stellen. Überall lässt sich lesen, dass die Unruhen, die durch die Ermordung des Oromo-Sängers verursacht wurden, von Abyi Ahmed mit Gewalt unterdrückt werden. Also die Oromo einmal mehr als Opfer? Was ist mit den gefährdeten Bevölkerungsgruppen in der Oromo-Region, die immer mehr zur Zielscheibe der ethnisch motivierten Qeerroos werden?

Sie haben etwas verloren, das ihnen weit wichtiger ist als ihre politischen Rechte, nämlich den Schutz vor willkürlicher Gewalt. Sie wissen, dass sich die Pogrome wiederholen werden, und dass es daher ratsam wäre, die Region zu verlassen. Doch zugleich besitzen sie ein wenig Land und auf diesen Besitz wollen sie nicht verzichten, auch wenn der gewaltbereite Mob nur darauf wartet, ihn sich anzueignen. Das alles erinnert an die eigene dunkle Vergangenheit in Europa, und es sind klare Anzeichen für weitere Gewaltausbrüche und Menschenrechtsverletzungen in Äthiopien. Doch europäische Regierungen geben sich lediglich «besorgt», was soviel heisst wie «bitte lasst uns in Ruhe, wir haben selbst viele Probleme zuhause.» Man schaut auch weg, weil alles so unangenehm kompliziert ist und sich mit solchen Themen keine Wählerstimmen gewinnen lassen.

Abyi Ahmed hat ja schliesslich den Nobelpreis erhalten, unter anderem auch, weil er die Oromo endlich an der Regierung teilhaben liess, also was soll genau das Problem sein?

Meles Zenawi hat es vorausgesehen und ist zugleich mitschuldig

Das Problem ist, dass die Oromo-Nationalisten den Übergang zur Demokratie bloss als Mittel zum Zweck sehen. Es geht ihnen um die Schaffung einer ethnisch homogenen Region mit Addis Abeba als Hauptstadt. Meles Zenawi hat Vieles von dem vorausgesehen und auf die Entwicklungen entsprechend repressiv reagiert. Er setzte auf politische Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung; denn er wusste, was den Äthiopiern unabhängig von ihrer Ethnie wichtig ist: ein anständiges Einkommen, das es ihnen erlaubt, eine Familie zu unterhalten und Schutz vor willkürlicher Gewalt. Beides kann die heutige Regierung nicht mehr gewährleisten.

Zugleich hat Zenawi mit seiner Idee des ethnischen Föderalismus auch die Saat für die heutigen internen Konflikte gelegt, denn dieses Konzept lässt sich nicht mit demokratischen Werten und dem Minderheitenschutz in einem Vielvölkerstaat vereinbaren.

Das Nilwasser als neue Konfliktzone

Es ist ironischerweise der gegenwärtige Konflikt mit Ägypten um die Nutzung des Nilwassers, der das Potenzial hat, das zerrissene Volk erneut zu einen. Äthiopien ist das Wasserschloss Afrikas, ähnlich wie die Schweiz das Wasserschloss Europas ist. Die Schweiz hat dies zu ihrem Vorteil genutzt und der Bau von Staudämmen hat nicht dazu geführt, dass die Anrainerstaaten sich Sorgen um ihre Wasserversorgung machen mussten. Im Gegenteil, die Wassermengen konnten besser kontrolliert werden, was zu weniger Überschwemmungen und einer produktiveren Landwirtschaft führte.

This satellite image taken Friday, June 26, 2020, shows the Grand Ethiopian Renaissance Dam on the Blue Nile river in the Benishangul-Gumuz region of Ethiopia. New satellite imagery shows the reservoir behind Ethiopia's disputed hydroelectric dam beginning to fill, but an analyst says it's likely due to seasonal rains instead of government action. (Maxar Technologies via AP)

Das Satellitenbild vom 26. Juni 2020 zeigt den äthiopischen Staudamm am Blauen Nil. Bild: keystone

Die Situation lässt sich vielleicht nicht direkt vergleichen, doch auch bei der Nutzung des Nilwassers für ein erstes grosses Staudamm-Projekt in Äthiopien könnte alles so geregelt werden, dass alle Parteien am Schluss profitieren. Ausserdem kann niemand Äthiopien das Recht auf eine bessere Stromversorgung verweigern.

Ägypten, ein Land, das bereits selber einen der grössten Staudämme gebaut hat, beruft sich auf einen alten Kolonialvertrag der Briten aus dem Jahr 1929, um seinen uneingeschränkten Anspruch auf die Nutzung des Nilwassers geltend zu machen. Das facht natürlich eine nationalistische Wut in Äthiopien an, und zwar quer durch alle Ethnien.

Abyi, der nicht bereit ist, auf weitere Forderungen der Ägypter einzugehen, und angefangen hat, den Stausee aufzufüllen, kann daher auf den Rückhalt in der eigenen Bevölkerung hoffen. Diese glaubt auch zunehmend, dass Ägypten mit den Brandstiftern im eigenen Land einen Pakt eingegangen sei. Dadurch ist auch die Bereitschaft gestiegen, gegen den vermeintlich neuen Feind im Ausland gemeinsam in den Krieg zu ziehen. Es wäre jedoch tragisch, wenn der drohende Bürgerkrieg nur mit einem Krieg gegen einen Anrainerstaat abgewendet werden könnte.

Die Schweiz als Vermittler

Die Schweiz könnte eine wichtige Vermittlerrolle übernehmen, um beides, den drohenden zwischenstaatlichen sowie den innerethnischen Konflikt in Äthiopien abzuwenden, denn kein anderes Land geniesst dort so viel Vertrauen und Respekt. Doch dies kann nur auf effektive Weise geschehen, wenn auch hierzulande die neue Realität in Äthiopien erkannt und kritisch thematisiert wird.

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37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kolli 20.07.2020 20:40
    Highlight Highlight ...(2/2) Abiy hat die Wahl auf unbestimmte Zeit gestellt. Eine totale Diktatur. Nicht nur Philipp Aerni und seine Frau kennen die Fakten vor Ort nicht, sondern sind auch Teil des Problems, indem sie völlig ungenaue Informationen verbreiten. Beiden fehlen die grundlegenden Fähigkeiten, die für eine glaubwürdige politische Analyse erforderlich sind. Ich schlage vor, sich zu setzen und zu lesen, was in dem Bericht "CrisisWatch Ethiopia June 2020 Deteriorated Situation" steht. Wahrheit ist wichtig. Und nach den Worten von Alexander Pope ist ein wenig Lernen eine gefährliche Sache; mehr ist besser.
  • Kolli 20.07.2020 20:39
    Highlight Highlight Der Titel ist irreführend und der Inhalt ist gefährlich. Laut Regierungsangaben sind 114 der 167 Getöteten Oromo. Der Artikel bezieht sich nicht auf eine der vielen Menschenrechtsverletzungen der äthiopischen Regierung, die von HRW und Amnesty International gut dokumentiert wurden. Heute sind alle Oppositionellen und Journalisten in Folterkammern inhaftiert. +7500 unschuldige Oromo-Bauern und -Kinder befinden sich in provisorischen Haftanstalten (Hotspot von COVID-19) (1/2)...
  • Bruno Wüthrich 20.07.2020 09:39
    Highlight Highlight Ein sehr interessanter Artikel über ein Land in einer Situation, welches ich bisher kaum im Blickfeld hatte.

    Der Artikel zeigt auf, wie schwierig es in gewissen Situationen sein kann, es nicht nur allen recht zu machen, sondern dafür zu sorgen, dass dies auch alle Beteiligten als gerecht - oder zumindest als Verbesserung zu vorher - sehen.

    Kommt hinzu, dass der Rassismus halt überall grassiert. Er ist nicht nur ein Problem, mit dem sich die Weissen befassen müssen. Oft sind die von Rassismus betroffenen selbst ebenfalls Rassisten, und leben dies aus, sobald sie dazu Gelegenheit haben.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 21.07.2020 00:17
      Highlight Highlight Der Mensch ist eben grundsätzlich feindselig. Das kannst du ganz einfach ausprobieren, indem du bei jemandem Mal durch den Garten gehst, ohne irgendwelche bösen Absichten zu hegen. Dann merkst du rasch, wie unerwünscht du bist.
  • So en Ueli 20.07.2020 07:33
    Highlight Highlight Daher soll jede Ethnie sein eigener Staat haben. Mehrvölker Staaten sind nur in wenigen Fällen wirklich funktional. Wenn ein Land nicht prosperierend ist, dann führt Multikulti oftmals zu Unruhen. Wir Menschen können schlecht mit anders aussehenden und denkenden Menschen umgehen. Scheinen die "Anderen" dann auch noch vom Staat bevorzugt zu werden, so ist der Ärger vorprogrammiert.
    • Mutzli 20.07.2020 10:29
      Highlight Highlight "Mehrvölker Staaten sind nur in wenigen Fällen wirklich funktional."

      ...schreibt jemand aus der Schweiz. Unus pro omnibus, omnes pro uno.

      "Multikulti" ist der Normalzustand praktisch jedes Landes in der gesamten Menschheitsgeschichte. Die Idee von Nationalstaaten ist eine Erfindung der Neuzeit und insb. des 19. Jahrhunderts und weder "natürlich" noch erstrebenswert.
    • So en Ueli 20.07.2020 11:26
      Highlight Highlight Bei uns funktioniert es auch nur, weil die Schweiz ein wirtschaftlich stabiles Land ist. Stell dir vor, die Schweiz wäre weder reich noch wirtschaftlich stabil. Wir hätten niemals solch eine ethnische Durchmischung wie heute.
    • Mutzli 20.07.2020 16:05
      Highlight Highlight Aha.

      Bisschen blöd nur für diese These, dass unser Bundesstaat bereits bei der Gründung ganz offiziell Multikulturell aufgebaut war (salut a les Romands, Ticinesi, Rätoromanen etc. [Reformiert vs. Katholisch war auch ein handfester Gegensatz, vom Antisemitismus zu schweigen]) und alles andere als finanziell auf Rosen gebettet:
      "Auswanderungsland Schweiz" kein Begriff?

      Dafür strömten politische Flüchtlinge aus ganz Europa in die Schweiz als Folge der gescheiterten 1848er Revolutionen...

      ...und Wunder über Wunder, heut ist die Schweiz immer noch divers, friedlich & wurde reich.

      Horror.
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 20.07.2020 01:54
    Highlight Highlight "Europäer und Amerikaner tragen eine Mitschuld am Chaos"

    Das tun wir(!) eigentlich für praktisch alle politischen und wirtschaftlichen Missstände auf der Erde. Wobei Amerikaner nichts anderes als geflüchtete Europäer sind. Man könnte sagen, der übelste Abschaum Europas hat sich als USA neu erfunden. Das macht die Europäer selbst an sich auch nicht besser.
  • Telomerase 20.07.2020 01:09
    Highlight Highlight Gibts eigentlich einen Friedensnobelpreisträger, der den Preis auch verdient hat?
  • Ostfreak 19.07.2020 20:58
    Highlight Highlight Sehr seltenes Phänomen: sachlich und umfassend berichtet, ohne die so verbreitete Tendenz, den Text nur als Vehikel für die eigene Weltanschauung zu sehen. Toll gemacht. Ich fühle mich damit als Leser ernst genommen. Eigentlich war ich der Meinung, mit dieser tollen Regierung in Äthiopien wäre es an der Zeit, alle Flüchtlinge sofort zurück zu schicken, habe aber meine Meinung geändert.
  • Hierundjetzt 19.07.2020 15:51
    Highlight Highlight Und heute lernen wir, dass auch das zweitälteste christliche Land der Erde (nach Armenien), nicht vor ethischen Problemen gefeit ist. Ist also nicht nur ein muslimische Problem...
    • Gustav.s 19.07.2020 16:26
      Highlight Highlight Wo Bildung und Wohlstand fehlt laufen die Leute gerne religiösen und politischen Extremisten nach.
      Das ist nichts neues.
      Allerdings sind die Oromo zur hälfte Muslime und wenn man die Haupteinflussmap der gewaltätigen Oromogruppierung mit einer Religionsmap vergleicht, sieht man da doch eine Tendenz. Wobei es zugegebenermaßen nicht einfach ist an zeitlich gleiches Material zu kommen. Die Situation ist eigentlich zu verworren um an als aussenstehender eine wasserdichte Aussage zu machen.
      Sowohl es ist Islam oder es ist Christlich.
    • Hierundjetzt 19.07.2020 17:11
      Highlight Highlight Das darf man ruhig generalisieren. Fehlende Bildung = fehlender Wohlstand = Konflikte.

      Wobei das Hauptbroblem von Äthiopien der enorme Ackerlandverkauf an China, Saudi Arabien und Blackrock ist. Da werde einfach 100‘000ende von Bürger mir nichts Dir nichts vertrieben 😑

      Als nicht schlechtes Beispiel: Ruanda versucht relativ gut Gegensteuer zu geben, die wirtschaftlichen Daten sind erfreulich. Ich setze grosse Hoffnungen für die Transformation.

      Aber wehe die Ruandischen Söldner kommen jemals aus der Kivuregion (Kongo) zurück, dann kippt alles. 😕
    • Samurai Gra 19.07.2020 23:45
      Highlight Highlight @Hierundjetzt: Hoffe Ruanda bleibt ein zweites 1994 erspart
    Weitere Antworten anzeigen
  • _kokolorix 19.07.2020 15:41
    Highlight Highlight Tolle und wertungsfreie Analyse der Situation, auch wenn die Lage nicht so toll scheint.
    Einmal mehr setzen sich gewaltbereite, egoistische Dumpfbacken durch und zerstören mutwillig die Lebensgrundlage von Millionen damit sich ein paar wenige im Luxus suhlen können
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 20.07.2020 02:02
      Highlight Highlight Sprichst du von uns Weissen, die sich im Luxus suhlen? Wir, die dort die Bodenschätze für ein Butterbrot aus dem Boden holen?

      Hör mal da so zehn Minuten zu, ab 39min 50sec.

      Den Rest kannst du auch noch schauen, falls du's bisher nicht getan hast.
      Play Icon
    • Quo Vadis 20.07.2020 12:24
      Highlight Highlight Anti-Natalist - wir bezahlen für die Rohstoffe, zu welchem Preis die angeboten werden - welche 'Rabatte' (Kickbacks) unter dem Tisch ausgemacht werden ist das Problem des jeweiligen Verkäufers, nicht des Käufers.
    • Quo Vadis 20.07.2020 16:26
      Highlight Highlight Die Blitzer scheinen in einer Art Traumwelt zu leben.. Der korrupte Verkäufer verkauft seine Waren auch unter Marktpreis, solange Geld bei ihm hängen bleibt.

      Habe ich selbst mehrfach erlebt; bei der Einfuhr meiner Waren wurde die Ware blockiert bis zum allerletzten, dies obwohl (oder sogar trotzdem!) ich Idiot die korrekten Steuern und Zölle bezahlt habe. So habe ich mehr als das doppelte als meine Konkurrenten bezahlt, die das ganze unter dem Tischchen lösten.

      Als ich aufs schärfste reklamierte hiess es: "Ja, du bezahlt mehr als die anderen, aber NICHT an mich"...
    Weitere Antworten anzeigen
  • B-Arche 19.07.2020 15:26
    Highlight Highlight Überall derselbe Identitäre ethnische Quatsch. Ich kann es wirklich nicht fassen.
    "Bitte alle um mich herum homogen von derselben Ethnie und die die anders aussehen und abstammen bitte weg hinter eine Grenze".

    Warum agieren Menschen so? Ich war nie mehr an meine eigene Ethnie gebunden noch habe ich Menschen die so aussehen und abstammen wie ich als attraktiver empfunden. Im Gegenteil, ich fand immer den Gegensatz viel interessanter und schöner.

    Ich bin wohl wirklich eine Minderheit. Schade.
    • So en Ueli 20.07.2020 07:34
      Highlight Highlight Ich glaube der Wunsch nach Homogenität kommt davon, wenn man Angst hat, dass der andere mehr hat oder erhält als ich. Ich würde daher behaupte, dass wirtschaftlich schlechter gestellte Personen sich eher Homogenität wünschen, als solche, denen es gut geht und sich wenig bis keine Sorgen um die Zukunft machen müssen.
    • Grubinski 20.07.2020 15:43
      Highlight Highlight "Bitte alle um mich herum homogen von derselben Ethnie und die die anders aussehen und abstammen bitte weg hinter eine Grenze".
      Oder ins Konzentrationslager, siehe China.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 20.07.2020 23:54
      Highlight Highlight @So en Ueli: Von einem Wunsch nach Homogenität würde ich nicht sprechen. Grundsätzlich steckt in jedem Lebewesen die Angst vor dem Fremden. Hier geht es um einen sehr elementaren Instinkt, der bei manchen mehr, bei anderen weniger ausgeprägt ist. Die gesellschaftliche Unterschicht wird sehr viel direkter mit Fremdem konfrontiert, da eine Abschottung ins Reich der Vermögenden nicht möglich ist. Somit dürften Ärmere sich eher in Solidarität üben, in weiser Voraussicht, dass dies später mal nützlich sein könnte. Mittelständer sehen Fremde schon eher als Eindringlinge in ihren sicheren Lebensraum.
  • FCZBVB180 19.07.2020 15:09
    Highlight Highlight Ich war Anfang 2020 in Äthiopien und habe bei einer Universität junge Leute auf den Konflikt mit Ägypten angesprochen. Was zurück kam, war beunruhigend: "wenn es sein muss ziehen wir in den Krieg!", "wir haben die Italiener vertrieben, die Ägypter werden wir auch besiegen", "wir haben die stärkste Armee von Afrika und sind die einzigen, die Europäer besiegen können" etc.
    Ich hatte das Gefühl, dass diese Personen, welche ich gefragt habe, keine grosse Angst vor einem Krieg haben.

    Aber sonst, ein sehr vielfältiges Land mit super gastfreundlichen Menschen und wunderschöner Landschaft.
    • crik 20.07.2020 03:16
      Highlight Highlight Diese Statements widerspiegeln die Rhetorik der Regierung. Bedenke, dass in Äthiopien das Spizelsystem immer noch funktioniert. Niemand will etwas falsches sagen und deswegen Probleme kriegen.

      Ich bin regelmässig in Äthiopien. Wenn man die Leute auf die zunehmenden Probleme anspricht, hört man in der Regel etwas im Sinne von: "Ja, ich habe von den Kämpfen gehört, ich weiss auch nicht wer da genau involviert ist." Nur ja nichts sagen, was als politisches Statement aufgefasst werden könnte.
  • versy 19.07.2020 15:01
    Highlight Highlight Danke für diesen gut recherchierten Artikel 👍
    Hoffen wir, dass sie den Rank packen, wenn mit Schweizer Hilfe, hätte wohl auch niemand etwas einzuwenden...
  • sabrinastoffel 19.07.2020 14:43
    Highlight Highlight Toller Artikel!
  • LuxDux 19.07.2020 14:36
    Highlight Highlight Dieses Land wird mit Hilfe der USA in allen Einzelteilen zerlegt, wie damals im Ehemaligen Jugoslawien.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 19.07.2020 23:26
      Highlight Highlight Wann hat die gewaltsame Demokratisierung jemals etwas gutes hervorgebracht?
    • Raber 20.07.2020 14:47
      Highlight Highlight Hat im ehemaligen Jugoslawien nicht der Nationalismus das Land gespalten. Was haben die USA zum Beispiel mit der Loslösung der Slowenen zu tun? Einzig dass der Kosovo nicht mehr zu Serbien gehört, könnte man der internationalen Einmischung zuschreiben.
    • Enzasa 20.07.2020 14:47
      Highlight Highlight „Zenawi war überzeugt, dass dem armen Vielvölkerstaat eine Balkanisierung drohe, wenn er nicht mit eiserner Faust“...........
      Genau dass hat schon Tito vergeblich versucht. Durch Zwang erschafft man nur einen Dampfkessel der irgendwann explodiert.
      Partizipation, Demokratieerziehung in den Schulen, Bildung, Föderalismus und viel, viel Zeit wäre der für mich der richtige Weg
  • Glenn Quagmire 19.07.2020 14:27
    Highlight Highlight kaum ein Land hat eine homogene Bevölkerung. Friesen, Bayern, Schwaben, Sachsen etc. in Deutschland. Ein Lombarde ist kaum mit einem Sizilianer oder Neapolitaner vergleichbar. Oder Spanien mit Basken, Katalanen, welche abtrünnig sein wollen.
    • So en Ueli 20.07.2020 07:38
      Highlight Highlight Well, Deutschland, Italien und Spanien sind im Vergleich zu Ländern des afrikanischen Kontinents auch wirtschaftlich stabil und "reich". Homogenität als Wunsch wird wohl nur dann aufkommen, wenn es einem Land wirtschaftlich schlecht geht. Siehe Deutschland vor der Machtergreifung der Nazis, oder der USA. Die Lösung wäre gute Ausbildung für alle und Chancen auf wirtschaftlichen Erfolg.

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