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In this photo released by Kremlin Press service via Sputnik on Thursday, Aug. 27, 2020, Russian President Vladimir Putin listens for a question during his interview with Russian journalist Deputy General Director of the TV channel

Wladimir Putin im Gespräch mit Sergei Brilew vom TV-Sender Rossija 1. Bild: keystone

Machtkampf in Belarus: Jetzt bricht Putin sein Schweigen



Im Machtkampf in Belarus (Weissrussland) ist Russland bereit, seinem Nachbarn und Verbündeten bei einer weiteren Zuspitzung der Lage mit Einsatzkräften zu helfen. Es sei eine eigene Reserve für den Fall eines Eingreifens gebildet worden, sagte Kremlchef Wladimir Putin am Donnerstag dem Sender Rossija 1.

Dies sei auf Bitten von Präsident Alexander Lukaschenko in Minsk erfolgt. «Ich hoffe aber, dass es nicht soweit kommen wird.» Der autoritäre Staatschef in Minsk warf dem Westen unterdessen einen «hybriden Krieg» gegen sein Land vor. Die Lage in der Hauptstadt von Belarus war angespannter als zuletzt.

Als «hybride Kriegsführung» wird in der Regel eine Kombination aus klassischen Militäreinsätzen, wirtschaftlichem Druck, Computerangriffen und Propaganda bezeichnet. Lukaschenko hat dem Ausland schon mehrfach vorgeworfen, hinter den Massenprotesten gegen ihn zu stecken. Konkrete Beweise legte er aber nicht vor.

«Gegen Belarus hat ein diplomatischer Kampf auf allerhöchster Stufe begonnen», sagte der 65-Jährige bei einer vom Staatsfernsehen übertragenen Sitzung. Es werde auf Neuwahlen bestanden und damit auf unzulässige Weise Druck ausgeübt.

Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus, spricht während einer Pressekonferenz bei Minsk. Foto: Nikolai Petrov/BelTA pool/AP/dpa

Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus, spricht während einer Pressekonferenz bei Minsk. Bild: sda

Der als «letzter Diktator Europas» verschriene Lukaschenko nimmt den Sieg bei der Präsidentenwahl vom 9. August für sich in Anspruch. Das Ergebnis von 80,1 Prozent für ihn nach 26 Jahren an der Macht steht als grob gefälscht international in der Kritik. China und Russland hatten hingegen schon am Tag nach der Wahl zum Sieg gratuliert.

Putin warf dem Westen einmal mehr eine unzulässige Einmischung in die Angelegenheiten des unabhängigen Landes vor. Russland verhalte sich hingegen zurückhaltender und neutraler als viele andere Länder, sagte er und erwähnte die Europäer und Amerikaner. Allerdings hatte sich Lukaschenko Propagandisten von russischen Staatsmedien als Streikbrecher kommen lassen, nachdem eigene Journalisten des Staatsfernsehens ihm den Rücken gekehrt hatten.

Auf Hilfe aus Moskau kann Minsk nun für seine Sicherheitskräfte hoffen. Einen Einsatz im Nachbarland werde es aber nur unter bestimmten Voraussetzungen geben, sagte Putin. «Wenn die Situation ausser Kontrolle gerät und extremistische Elemente, die sich hinter politischen Parolen verstecken, bestimmte Grenzen überschreiten.» Er listete als Beispiele Raubüberfälle, in Brand gesteckte Autos oder Bankraube auf. Einen «solchen Bedarf» gebe es derzeit aber nicht.

Die belarussische Oppositionspolitikerin Swetlana Tichanowskaja sprach sich indes gegen eine Einmischung Russlands aus. Es handele sich um eine Krise, die innerhalb von Belarus gelöst werden müsse, sagte sie dem russischen Radiosender Echo Moskwy. Zugleich hob die 37-Jährige die wichtige Rolle mutiger Frauen bei den Protesten hervor. «Normalerweise machen Männer Revolutionen», sagte sie der «Bild»-Zeitung. «Und die Rolle der Frau bei uns ist es, an der Seite der Männer zu stehen. Aber in diesem Wahlkampf mussten wir Frauen anstelle unserer Männer stehen.» Tichanowskaja ist aus Angst um ihre Sicherheit und die ihrer Familie ins EU-Land Litauen geflüchtet.

Auch am Donnerstag gab es wieder Strassenproteste gegen Lukaschenko. Er werde damit fertig werden - egal, wie sehr seine Gegner versuchten, die Lage im Land zu destabilisieren, meinte er. «Das Wichtigste ist jetzt die Wirtschaft.» Wenn alle Betriebe arbeiten würden, werde es keine Probleme geben. Viele Menschen waren in den Staatsbetrieben in Streik getreten. Eine grosse Zahl kehrte aber nach Kündigungsdrohungen an die Werkbänke zurück.

Unabhängige Gewerkschafter berichteten, viele seien nun in einer inneren Streikhaltung, Arbeitsprozesse verlangsamten dadurch. Ursprünglich war das Ziel der demokratischen Protestbewegung, durch einen flächendeckenden Streik in den Staatsbetrieben Lukaschenkos Macht zu brechen.

Unterdessen gehen Sicherheitskräfte weiter gegen unabhängige Medien vor - etwa mit Razzien. Zudem hat die Präsenz von Uniformierten auf den Strassen etwa in der Hauptstadt Minsk deutlich zugenommen. So sollen neue Proteste gegen Lukaschenko unterbunden werden. Dutzende Menschen sind zuletzt festgenommen worden. Gezielt geht der Machtapparat auch gegen die Anführer der Opposition und die Streikführer in den Betrieben vor und sperrt sie in Gefängnissen ein.

Als eine führende Persönlichkeit der Demokratiebewegung wurde Maria Kolesnikowa bei den Ermittlern vorgeladen. Die 38-Jährige sitzt im Präsidium des Koordinierungsrates der Zivilgesellschaft für einen friedlichen Machtwechsel. Lukaschenko hat angekündigt, das Gremium zu zerstören. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Zwei Mitglieder sind bereits zu zehn Tagen Gefängnis verurteilt worden.

Die Nachbarstaaten Litauen, Lettland und Estland wollen indes den Druck auf die autoritäre Führung in Minsk erhöhen. Sie haben unabhängig von der EU-Sanktionen eigene Strafmassnahmen beschlossen. Die Regierung des EU-Landes Estland brachte Einreiseverbote gegen Personen auf den Weg, die an Wahlfälschungen und Repressionen gegen Regierungsgegner beteiligt gewesen sein sollen. (sda/dpa)

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Proteste in Belarus gehen weiter

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    Alle Leser-Kommentare
  • Mitläufer 28.08.2020 06:08
    Highlight Highlight "Hört auf, euch in Angelegenheiten anderer Länder einzumischen." Sagte er, als er sich in Angelegenheiten anderer Länder einmischte.
  • du_bist_du 28.08.2020 03:16
    Highlight Highlight Putin ist wohl egal wer regiert, hauptsache prorussisch. Man munkelt die Belarussen mögen die Russen eigentlich. Heikel für Putin da einzugreifen.

    Nun gibt es durchaus Aussagen, Pläne, Handlungen der Opposition, die eine gewollte Aufwertung der Beziehungen zum Westen vermuten lassen. Vielleicht ist das den Russen zu unsicher... tja, mal schauen was er macht.

    Seinen Gartenzaun zum Feind hin kann er nicht verlieren, auch wenn er unbedeutend ist.

    Vielleicht hat es die Opposition versäumt, Russland klare Garantien zu geben.
  • Rigol 27.08.2020 23:50
    Highlight Highlight Wir sollten uns in Europa ernsthaft über eine Europäische Armee unterhalten.
  • Ikarus 27.08.2020 23:10
    Highlight Highlight Ukraine und Belarus kann man nicht vergleichen, deswegen hält sich Putin auch solange zurück.

    Die Ukraine war viel mehr an Russland angebunden als Belarus. Als Beispiel, Russlands SU Kampfjets hatten alle Triebwerke aus der Ukraine, deswegen musste er auch direkt eingreifen, und wir sahen dann paar Tage später die Weissen Konvois nach Russland. Es wurden ganze Fabriken abgebaut.

    Belarus ist Wirtschaftlich viel weniger mit Russland verknüpft, und da ginge es Putin rein um eine Grenze. Lukaschenko muss also sehr viel opfern für Putins Hilfe.
    Ich hoffe für die Belarusen es kommt nicht so weit
  • Huckleberry 27.08.2020 21:56
    Highlight Highlight Es werden wohl schon bald bewaffnete Männer in grünen Uniformen ohne Abzeichen in Weissrussland auftauchen. Wochen später dann ein Superdemokratisches Referendum und das wars dann mit Belarus.
    Lukaschenko erhält dann eine Luxusdatscha um seine letzten Jahre zu geniessen.
  • Stiggu LePetit 27.08.2020 21:35
    Highlight Highlight Und es gibt tatsächlich eine Pro-Putin Bewegung in Europa. Habe schon lange aufgehört Menschen verstehen zu wollen...
  • Denk nach 27.08.2020 21:23
    Highlight Highlight "Im Machtkampf in Belarus (Weissrussland) ist Russland bereit, seinem Nachbarn und Verbündeten bei einer weiteren Zuspitzung der Lage mit Einsatzkräften zu helfen."

    Na da kann man sich ja gleich wieder ein neues Stück vom alten Reich zurückholen....
  • BetterTrap 27.08.2020 19:46
    Highlight Highlight Ach liebe Community, man kann das Begehren nach Demokratie in Belarus sowohl unterstützen, wie auch die Einmischung fremder Staaten kritiseren und damit ist nicht NUR Russland gemeint.

    & die Argumente strotzen wieder einmal vor Doppelmoral. Bsp. Die NATO darf Truppen in der Nähe stationieren, weil Polen ja so demokratisch ist, Belarus darf Russland nicht um Unterstützung bitten.

    Lukashenko ist ein Problem, die Lösung ist aber sicher keine westliche Geopolitik.

    • Dieter123 27.08.2020 20:04
      Highlight Highlight Belarius bittet nicht um Unterstützung sondern der teuflische Lukachenko.
    • Bächli 27.08.2020 22:04
      Highlight Highlight Ja, die NATO stationiert Truppen in Polen, auf deren Wunsch und ja, richtig, Polen ist ein demokratisches Land. Weißrussland ist eine Diktatur, darum hinkt der Vergleich. Nichts da mit Doppelmoral - claro?
    • Shabbazz 28.08.2020 10:51
      Highlight Highlight @Better Trap: Ein toller neutraler Kommentar, bravo!!! Ja diese Doppelmoral kenne wir bestens, wir haben ja oft die Deutungshoheit darüber was Gut und was Böse/Schlecht ist und vergessen dabei oft, dass nur die wenigsten auch wirklich in Gut und Böse aufgeteilt werden können...
  • Scarrus 27.08.2020 19:35
    Highlight Highlight "Lukaschenko hat dem Ausland schon mehrfach vorgeworfen, hinter den Massenprotesten gegen ihn zu stecken."

    Ja immer die Usländer, hey was isch ja los...


    🤣
  • Don Alejandro 27.08.2020 18:16
    Highlight Highlight Putin hat ein grosses Eigeninteresse. Nicht auszudenken, dass eine freie und prowestliche Bewegung übernimmt. Dies könnte auf Russland überschwappen.
    • rodolofo 27.08.2020 21:53
      Highlight Highlight Dann müsste er Millionen von RussInnen vergiften!
      Und das würde wohl auffallen.
    • Don Alejandro 27.08.2020 23:29
      Highlight Highlight Ich dachte eigentlich eher daran, dass auch sein Regime nicht so sattelfest ist...
  • Pesche Buri 27.08.2020 18:02
    Highlight Highlight Das Faustrecht ist auch ein Recht! Zeit aufzustehen! Besser auf den Füssen sterben als auf Knien zu leben.
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 28.08.2020 07:19
      Highlight Highlight 5 Franken für die Phrasenkasse, bitte. 😂
    • Pesche Buri 28.08.2020 14:39
      Highlight Highlight IBAN bitte ... ;-)
  • Hans Jürg 27.08.2020 17:48
    Highlight Highlight Putin macht einen weiteren Schritt zurück zur Sowjet Union. Wenn er in Belarus einmarschiert (und das wird er wohl leider tun und niemand kann ihn daran hindern), dann wird er sich wohl kaum nachher wieder zurückziehen.

    Nein. Es wird eine angeblich vom Volk gewünschte "freie" Abstimmung geben und das Land wird als Provinz der Russischen Föderation einverleibt.

    Krim lässt grüssen.
  • Third_Lanark 27.08.2020 17:47
    Highlight Highlight Seit wann ist Estland ein Nachbarstaat Weissrusslands?
  • De-Saint-Ex 27.08.2020 17:37
    Highlight Highlight Logisch. Glaubte jemand ernsthaft, Putin würde in „seinem“ Vorgarten Demokratisierungsbestrebungen aufgrund von erschwindelten „Wahlen“ dulden?! Könnte die Menschen in seinem Hauptgarten ja auf „dumme“ Gedanken bringen... alle kann man nicht vergiften.
    Entweder die BürgerInnen in Belarus fügen sich ihrem Schicksal oder es gibt ein fürchterliches Blutvergiessen.
    Und auch hier werden Europa und die Schweiz regungslos zuschauen.
  • Locutus70 27.08.2020 17:29
    Highlight Highlight Jetzt kann die EU mal zeigen was sie (nicht) kann. Die US-Amerikaner hat man in den letzten Jahren so sehr verteufelt, die haben bestimmt wenig Lust sich eine blutige Nase zu holen ^^
    • De-Saint-Ex 27.08.2020 18:09
      Highlight Highlight Verteufelt? Kommst Du jetzt auch noch mit der Satanistenverschwörung 😂... so wie die sich seit (4) Jahren aufführen können Sie sich gerne zu „ihm“ scheren...
    • Liselote Meier 27.08.2020 18:11
      Highlight Highlight Beide machen Wühlarbeit. Konrad Adenauer Stiftung hat eine Zweigstelle für Belarus in Littauen. Dementieren zwar das sie keine Gelder schicken, das hatten sie aber auch in der Ukraine behauptet, was erwiesen Falsch war, da floss reichlich Geld.

      Das CIA Programm„Radio-Free-Europ“ wurde nie eingestellt sendet seit einiger Zeit nach Belarus.

      Nur schon 2 Bespiele.

      Sowohl europäsiche Staaten, die USA und Russland agieren in Belarus.

    • De-Saint-Ex 27.08.2020 18:20
      Highlight Highlight L.Meier... Quellen bitte!
    Weitere Antworten anzeigen
  • opwulf 27.08.2020 17:27
    Highlight Highlight War nicht vor einer Weile unter anderem auch hier zu lesen, dass Lukaschenko und Putin sich verzofft hatten und Weissrussland sich einwenig der EU und dem Westen annähern würde? Tönt fast schon nach Ukraine 2.0 - entweder ist die eine Seite sehr stümperhaft in ihren geopolitischen Spielen oder die andere Seite sehr gut darin! Lukaschenko falls er sich an der Macht halten kann, wird den Teufel tun sich zu öffnen und wird in Zukunft noch Putin-treuer werden, als er bis anhin schon war...
    • dan2016 27.08.2020 17:54
      Highlight Highlight Die EU hat sicherlich kein Interesse (gehabt) an einer Ukraine 2.0. Insofern wird die EU auch nicht besonders glücklich gewesen sein, dass die Regierung so unstabil ist (und gegen das Volk regiert).
      Insofern musst Du gar nicht den Hut anziehen, dass der Westen die Proteste wollte. Die EU ist in diesem Fall etwa so interessiert wie die Schweiz. Kein Ärger und Geschäfte machen
  • Butschina 27.08.2020 16:54
    Highlight Highlight Ehm, Russland verhält sich besser als der Westen? Wer hat bereits Militärtruppen in der Startposition? --> RUSSLAND
    • Ueli der Knecht 27.08.2020 23:05
      Highlight Highlight Wer hat denn seit 2019 rund 40'000 Soldaten (die Hälfte davon Amerikaner) und hunderte Panzer, Artillerie und massiv militärisches Material inkl. Munition nach Polen verschoben, @Butschina?

      Von "Defender Europe 2020" hast du vermutlich noch nie was gehört. Genau das war das Ziel dieser angeblichen "Übung". Geräuschlos Truppen und Ausrüstung an die Grenzen zu Belarus und Russland verschieben. Das geschah 2019 und Frühling 2020. Lange bevor die Russen Truppen auch in diese Richtung verschoben.

      Man muss sich wirklich nicht wundern, dass Russland auf diese NATO-Bedrohung entsprechend reagiert.
    • So oder so 28.08.2020 08:39
      Highlight Highlight "Das geschah 2019 und Frühling 2020" Und wieder wird der Einmarsch in die Ukraine wie die Grossen Manöver der Russen und die Massive Propaganda Welle mit Fake Nachrichtenseiten von Ueli ignoriert und immer die Lächerliche Opferrolle zelebrieren von denn Armen Russen.
    • _kokolorix 28.08.2020 10:45
      Highlight Highlight Man sollte ab aller ideologischen Schaumschlägerei nicht vergessen was eigentlich die Ursache der Krise ist. Die Ursache war eine international als manipuliert klassifizierte Wahl. Nur gerade China und Russland anerkennen das Ergebnis. Die darauf folgenden Proteste wurden mit brutaler Gewalt niedergeknüppelt, die Pressefreiheit drastisch eingeschränkt
    Weitere Antworten anzeigen
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 27.08.2020 16:52
    Highlight Highlight Also ein neues Abchasien, Südosetiens, Transnistrien oder Donbass. Irgendwelche Pseuostaate, in welchen Putin ein paar tausend russische Patrioten platziert und einen kleinen Regionalfürsten platziert.
    • Ueli der Knecht 27.08.2020 20:33
      Highlight Highlight Kosovo, Taiwan, Somaliland, Kurdistan, Südsahara, Nordzypern uvm. hast du geflissentlich vergessen in deiner Aufzählung von völkerrechtlich fragwürdigen "Sezessions-Staaten", resp. Defacto-Regimes, @raues Endoplasmatisches Retikulum.

      Viele Staaten, auch mitten in Europa (zB. Belgien, Irland, Island, Griechenland, Bulgarien, Norwegen, Finnland und praktisch alle Balkan-Staaten) sind genau so, durch eigenmächtige Sezession entstanden, oft auch mit ausländischem Einfluss (zB. war Island vor der Sezession von USA besetzt).
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 27.08.2020 20:50
      Highlight Highlight "Kosovo, Taiwan, Somaliland, Kurdistan, Südsahara, Nordzypern uvm"
      Das ist ja kein Äpfel vs Birnenvergleich, dass ist ein ganzer Früchtekorb.
    • Toerpe Zwerg 27.08.2020 22:38
      Highlight Highlight Ueli mischt seine unkenntlichen Gift Brei.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hayek1902 27.08.2020 16:48
    Highlight Highlight Lukaschenko steckt in der Klemme: Entweder wird er zu Putins Vasallen oder entmachtet. Wohl nur eine Frage der Zeit, bis Russische "Freiwillige" "temporär" für Ruhe und Ordnung sorgen.
    • Majoras Maske 27.08.2020 19:49
      Highlight Highlight Du meinst "Urlaub machen".
    • Hayek1902 28.08.2020 08:23
      Highlight Highlight wer kennt es nicht? Ganze Militäreinheiten, die gemeinsam Urlaub machen und für den Fall der Fälle die Ausrüstung gleich mitgenommen haben. ;)
  • insert_brain_here 27.08.2020 16:47
    Highlight Highlight Keine Drohung ausgesprochen und trotzdem ist die Message klar: Lukaschenko bleibt und meine Truppen stehen bereit um ihn zu stützen.
  • rolf.iller 27.08.2020 16:36
    Highlight Highlight Hatte Putin nicht kürlich vermelden lassen, dass ausländische Mächte sich in Weissrussland nicht einmischen sollen?
    Das gilt ja natürlich nicht für Russland. Denn aus russischer Sicht ist ja Weissrussland immer noch ein Vasallenstaat und gehört zum grossrussischen Reich.
    • Alnothur 27.08.2020 23:32
      Highlight Highlight Es gibt einen Unterschied zwischen sich ungebeten einmischen und um Unterstützung gebeten werden im Völkerrecht.
    • _kokolorix 28.08.2020 10:55
      Highlight Highlight Ich glaube kaum, dass das Niederknüppeln von Demonstrationen, das Foltern von regierungskritischen Journalisten und das bescheissen bei Wahlen unter das Völkerrecht fällt
    • rolf.iller 28.08.2020 13:56
      Highlight Highlight Menschen in fremden Ländern zu ermorden ist auch nicht so ganz Länderrechtskonform. Kenn mich da zwar nicht so genau aus, aber irgendwie nett ist das nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • landre 27.08.2020 16:34
    Highlight Highlight Putin will also, eventuell auch militärisch, Lukaschenko halten...Das ist definitiv kein gutes Zeichen für demokratische Prozesse.
    • So oder so 27.08.2020 16:46
      Highlight Highlight Besonders wenn er Anfügt bei - Brennenden Autos und Banküberfällen Militärisch einzugreifen - die Anliegen der Bevölkerung interessiert denn Null und Nichts. Und das ein Volk mal genug hat nach Jahrzehnterlange Diktatur und Vetternwirtschaft für das Fehlt ihm so oder so denn Geistigen Horizont.
    • Hayek1902 28.08.2020 08:25
      Highlight Highlight Nein, Putin ist kein Idiot, der versteht das sehr wohl. Aber er gewichtet die geopolitischen Interessen Russlands höher als der Wille der weissrussischen Volkes.
    • _kokolorix 28.08.2020 10:59
      Highlight Highlight Und was wären in diesem Fall die geopolitischen Interessen Russlands? Ein willfähriger, abhängiger Diktator im Nachbarland ist wesentlich einfacher zu handhaben, als eine demokratisch legitimierte Regierung. Dass dabei Leute gefoltert und erschossen werden kann getrost in Kauf genommen werden, da das in Russland ja auch so ist, dort werden sie halt vergiftet
  • dechloisu 27.08.2020 16:28
    Highlight Highlight Bevor Lukaschenko abgesetzt wird, lässt er vermutlich Belarus lieber von den Russen annektieren und sich als Regionalführer einsetzten als dass er abtritt.
  • Der Buchstabe I 27.08.2020 16:25
    Highlight Highlight Und bald heisst Weissrussland einfach nur noch Russland.
  • Firefly 27.08.2020 16:19
    Highlight Highlight " sagte Putin und listete als Beispiele Raubüberfälle, in Brand gesteckte Autos oder Bankraube."

    Naja, demnach müsste man ja in den USA schon lange einschreiten.
    • So oder so 27.08.2020 16:47
      Highlight Highlight Mit dieser Begründung kannst ja in jedem Land einmarschieren.
    • smartash 27.08.2020 17:36
      Highlight Highlight Tut er doch. Er ist 2016 "eingeschritten" und wird das 2020 wieder tun ;-)
    • sowhat 27.08.2020 20:01
      Highlight Highlight Naturlich wird er das. Er hat mit dieser Aussage Lukaschenko die Gebrauchsanweisung gegeben. Der weiss jetzt was er seinen Geheimdienstleuten anzuweisenhat.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pafeld 27.08.2020 16:03
    Highlight Highlight Der lupenreine Demokrat hat gesprochen.
    • Rigol 27.08.2020 23:45
      Highlight Highlight @Ueli

      "Die Russen würden doch auch mit Einverständnis der Belarussen in Belarus einmarschieren."

      Von Lukashenko aka dem schlachtenden Schnauzer eingeladen. Das hat mit Belarusen wenig am Hut..
  • Sarkasmusdetektor 27.08.2020 15:39
    Highlight Highlight Putin meint, "Sicherheitskräfte" in Richtung Grenze zu verschieben, sei neutral...
    • Ueli der Knecht 27.08.2020 16:47
      Highlight Highlight Beachte bitte, dass die NATO einige Zeit vor den Russen massiv Truppen an die Grenze von Belarus verschoben hat. Das ist auch nicht neutral.
    • Locutus70 27.08.2020 17:26
      Highlight Highlight @Ueli der Knecht - Warum? Die sind mit Einverständnis von Polen auf polnischem Staatsgebiet bzw. das sind sogar polnische NATO-Einheiten. Ich sehe da kein Problem.
    • Tschowanni 27.08.2020 17:49
      Highlight Highlight @Locutus
      2äre Interessant zu erfahren wie die Amis reagieren würden wenn die Russen Truppen nach Kuba verschieben? Keiner hat den vermeintlichen Gegner gerne direkt vor der Haustür und die NATO ist sich dessen durchaus bewusst. In meinen Augen ist das 3ine Provokation sondergleichen, auch wenn Polen eingeladen hat.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jawolaufensiedenn 27.08.2020 15:35
    Highlight Highlight Quod licet Iovi, non licet bovi - was Jupiter erlaubt ist, ist noch lange keinem Rindvieh erlaubt.
    Der Putin darf alles mögliche an Schweinereien machen - z. Bsp politische Gegner vergiften- der Lukaschenko dagegen nicht. Gut so - also nutzt die Gunst der Stunde, Belarussen!
    • smartash 27.08.2020 17:39
      Highlight Highlight Das hat nicht viel mit "dürfen" zu tun. Es geht viel mehr um können und Skrupel (resp das fehlen von Skrupel)
    • Jawolaufensiedenn 27.08.2020 17:43
      Highlight Highlight @ smartash: Du hast meinen Kommentar nicht verstanden!
    • smartash 27.08.2020 21:17
      Highlight Highlight doch hab ich. Du aber offenbar mein Einschub nicht 😂
  • cheko 27.08.2020 15:33
    Highlight Highlight Notfalls sorgen die Kreml-Schäfchen von Zar Putin, dass Raubüberfälle, in Brand gesteckte Autos, Bankraube oder sonstige Zwischenfälle "geschehen"... So kann er in Ruhe eingreifen und die böse Demokratisierungsbewegung wieder stoppen.
    • Locutus70 27.08.2020 17:27
      Highlight Highlight @cheko - Tja bei solchen "Zwischenfällen" weiß man eben oft nie wer sie angezettelt hat. Der geneigte Leser muss sich da auf die jeweilige Propaganda verlassen ^^
  • bossac 27.08.2020 15:27
    Highlight Highlight Und dann zettelt man ein paar solche „Eskalationen“ an und schon hat man wieder, wie schon damals auf der Krim, genügend Gründe militärisch einzugreifen...
    • Victor Paulsen 27.08.2020 16:02
      Highlight Highlight Falls es soweit kommen würde, wäre das nicht nur für das Land an sich fatal, sondern es würde auch die Westmächte sowie NATO und EU vor grosse Probleme bringen, wenn die Russen direkt an der EU und NATO grenze einmaschieren.
    • So oder so 27.08.2020 16:39
      Highlight Highlight Natürlich es würden sehr viele Menschen Richtung Polen Flüchten.
    • Ueli der Knecht 27.08.2020 16:52
      Highlight Highlight "wenn die Russen direkt an der EU und NATO grenze einmaschieren."

      Nur wären das dann keine Russen, die da einmarschieren, sondern höchstens grüne Männchen, deren Herkunft unklar ist.

      Vorliegend wäre aber eher wahrscheinlich, dass das belarussische Militär eingreift, und dann allenfalls russische Sicherheitskräfte zu Hilfe ruft. Das wäre dann völkerrechtlich ganz legitim.
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