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Diese 18 Bilder zeigen, wieso Belarus als letzte Diktatur Europas bezeichnet wird



Nach der Präsidentenwahl in Belarus (Weissrussland) bleibt die politische Lage in der Ex-Sowjetrepublik ungewiss. Die Wahlkommission hat Staatschef Alexander Lukaschenko zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt. Der 65-Jährige habe 80,23 Prozent der Stimmen bei dem Urnengang am Sonntag erzielt. Lukaschenkos Gegnerin, Swetlana Tichanowskaja, kündigte bereits an, eine Niederlage nicht anzuerkennen. Sie soll 9,9 Prozent der Stimmen erhalten haben.

Zuvor hatten in der Nacht zum Montag Menschen landesweit gegen Wahlfälschung protestiert. Es kam zu blutigen Zusammenstössen mit der Polizei. Obwohl das Internet phasenweise down war, gelangen viele Bilder der blutigen Nacht nach draussen. Wir haben eine kleine Auswahl getroffen.

Nach Angaben von Beobachtern sollen sich in der Hauptstadt bis zu 100'000 Menschen an den Demonstrationen beteiligt haben.

Die Polizei ging brutal gegen (mehrheitlich) friedliche Demonstranten vor. In der Hauptstadt Minsk setzten die Sicherheitskräfte Wasserwerfer, Gummigeschosse und Blendgranaten ein.

Ein Polizei-Truck fährt einen Demonstranten an. Die Zusammenstösse forderten viele Verletzte.

epa08594401 A police truck hits an opposition activist during a protest after polling stations closed at the presidential elections in Minsk, Belarus, 09 August 2020. Five candidates are contesting for the presidential seat, including the incumbent president Lukashenko.  EPA/TATYANA ZENKOVICH

Bild: keystone

3000 Festnahmen und rund 100 Verletzte bei Gewalt-Nacht

Bei den Protesten hat es landesweit mehr als 3000 Festnahmen gegeben. Das teilte das Innenministerium Medien zufolge in der Hauptstadt Minsk am Montag mit. Es seien zudem fast 100 Verletzte auf beiden Seiten – bei den Sicherheitsorganen und den Bürgern – gezählt worden, hiess es. Das Ministerium betonte, dass es keinen Todesfall gegeben habe. Die Menschenrechtsorganisation Wesna hatte zuvor mitgeteilt, dass ein junger Mann durch die Gewalt der Sicherheitskräfte ums Leben gekommen sei. Es war aber weiter unklar, ob die Behörden in dem autoritär geführten Land die Wahrheit sagten. In sozialen Netzwerken gab es Bilder von einem leblosen Körper. (sda)

Solche Proteste hat die Ex-Sowjetrepublik noch nie erlebt. Die Menschen zeigten sich wenig beeindruckt vom Machtapparat.

Polizeikräfte setzen Tränengas gegen Protestierende ein:

Ausserdem kam es zu Dutzenden Festnahmen.

Belarus' riot police detain a protester after the Belarusian presidential election in Minsk, Belarus, Sunday, Aug. 9, 2020. Police and protesters clashed in Belarus' capital and the major city of Brest on Sunday after the presidential election in which the authoritarian leader who has ruled for a quarter-century sought a sixth term in office. (AP Photo)

Bild: keystone

Dabei wurden Menschen schwer verletzt.

Paramedics treat a wounded person after clashes with police man in Minsk, Belarus, Sunday, Aug. 9, 2020. Police and protesters clashed in Belarus' capital and the major city of Brest on Sunday after the presidential election in which the authoritarian leader who has ruled for a quarter-century sought a sixth term in office. (AP Photo/Sergei Grits)

Bild: keystone

Wie viele Menschen festgenommen wurden, teilte die Polizei zunächst nicht mit. Die Menschenrechtsorganisation Wesna sprach in der Nacht von zunächst mehr als 50 Festnahmen allein in Minsk. Landesweit sollen es 120 gewesen sein. Diese Zahl dürfte weiter steigen.

epa08594451 A riot police officer hits a demonstrator during a protest after polling stations closed in the presidential elections, in Minsk, Belarus, 09 August 2020. Five candidates are contesting for the presidential seat, including the incumbent president Lukashenko.  EPA/TATYANA ZENKOVICH

Bild: keystone

Der bekannte Konflikt-Reporter Thomas van Linge fragt ironisch dazu: «Sieht es so normalerweise aus, wenn ein Präsident angeblich mit 80 Prozent gewinnt?»

Aber auch Demonstranten attackierten Polizisten, um Festnahmen zu verhindern. Einige bewarfen die Einsatzkräfte mit Flaschen und Steinen

Hier eilten Nachbarn zu Hilfe, als die Bereitschaftspolizei auf Protestierende einschlug:

Nicht überall wurde es gewalttätig. Hier in Kobrin beispielsweise senkte die Bereitschaftspolizei ihre Schilder:

Wer ist die Gegnerin Lukaschenkos?

Swetlana Tichanowskaja hat die grössten Chancen auf einen Sieg gegen Lukaschenko.

Sviatlana Tsikhanouskaya, candidate for the presidential elections, poses for photographers as she casts her ballot at a polling station during the presidential election in Minsk, Belarus, Sunday, Aug. 9, 2020. Belarusians are voting on whether to grant incumbent president Alexander Lukashenko a sixth term in office, extending his 26-years rule, following a campaign marked by unusually strong demonstrations by opposition supporters. (AP Photo)

Bild: keystone

Das sagt Tichanowskaja zu den Wahlen

Tichanowskaja wollte ihre Niederlage nicht einräumen: «Es kann keine Anerkennung eines solchen Wahlergebnisses geben», sagte Sprecherin Anna Krasulina der Deutschen Presse-Agentur. Es sei damit zu rechnen gewesen, dass die staatlichen Prognosen Lukaschenko rund 80 Prozent der Stimmen zuschreiben würden. «Das ist fern jeder Realität.»

Einzelne örtliche Wahlkommissionen traten am Abend vor die Menschenmengen und verkündeten Ergebnisse, nach denen Staatschef Lukaschenko eine schwere Niederlage erlitten habe. Teils kam Tichanowskaja demnach auf zwischen 80 bis 90 Prozent der Stimmen.

Weil Tichanowskaja zu viele Stimmen erhielt, wurden anscheinend in einigen Wahlbüros Stimmen rausgeschmuggelt

Belarus wählt mit gläsernen Urnen. Im Vorfeld einigten sich Wähler darauf, ihre Stimmzettel zu falten, damit man erkennt, wer alles für Tichanowskaja stimmte.

Die Wahlbeteiligung in der zwischen dem EU-Mitglied Polen und Russland gelegenen Ex-Sowjetrepublik lag nach Angaben der Wahlleitung bei 84 Prozent der rund 6,8 Millionen Stimmberechtigten.

Mit Material der Nachrichtenagenturen SDA und DPA.

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