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Britain's Prime Minister Boris Johnson looks on during a visit to North Manchester General Hospital before the Conservative Conference, in Manchester, England, Sunday, Sept. 29, 2019. British Prime Minister Boris Johnson has urged calm as tempers flare in the debate over Britain's departure from the European Union, even though tempers are flaring over what he said. A defiant Johnson told the BBC on Sunday that the

Boris Johnson während eines Besuchs in einem Spital in Manchester. Bild: AP

Happige Vorwürfe: Will Boris Johnson das Gesundheitssystem an die USA «verkaufen»?



Zwei Wochen vor der Parlamentswahl in Grossbritannien hat die oppositionelle Labour-Partei ihre Vorwürfe bekräftigt, die konservative Regierung von Premierminister Boris Johnson plane im Geheimen den «Verkauf» des staatlichen Gesundheitssystem NHS an die USA.

Labour-Chef Jeremy Corbyn präsentierte am Mittwoch ein mehr als 450 Seiten starkes Dokument, das belegen soll, dass die Gesundheitsversorgung Gegenstand von Verhandlungen mit den USA über ein Handelsabkommen ist.

Die Zukunft der Gesundheitsversorgung ist ein wesentliches Wahlkampfthema vor dem Urnengang am 12. Dezember. Corbyn hatte im Wahlkampf bereits eine redigierte Fassung des Dokuments zum Stand der Verhandlungen mit den USA vorgelegt, die Johnson als «absolute Erfindung» zurückwies.

Nun legte der Labour-Chef die unredigierte Fassung vor, die sechs Treffen zwischen Vertretern beider Länder seit 2017 aufführt. Der Verkauf des Gesundheitssystems stehe auf der «Geheimagenda» der Regierung in London, sagte Corbyn unter Verweis auf das Dokument.

epa08028462 Labour Party Leader Jeremy Corbyn holds up redacted documents of secret talks between the UK and US governments during a speech on the NHS in London, Britain, 27 November 2019. Britons go the polls 12 December in a general election 12 December.  EPA/ANDY RAIN

Jeremy Corbyn präsentierte am Mittwoch ein 450 Seiten umfassendes Dokument, das die «Geheimagenda» der Tories beweisen soll. Bild: EPA

Die USA strebten einen «toxischen Deal» mit Grossbritannien nach dessen Austritt aus der Europäischen Union an. Die anstehende Parlamentswahl sei deshalb ein «Kampf um das Überleben des NHS als öffentliche Dienstleistung». Es drohe ansonsten eine «unkontrollierte Privatisierung» des Gesundheitswesens.

Grosse US-Pharmakonzerne sähen die Chance, «mit Krankheiten und Leiden der Menschen in diesem Land Milliarden zu verdienen», warnte der Labour-Chef. Generika-Medikamente könnten teurer werden.

Die Gespräche zwischen Regierungschef Johnson und US-Präsident Donald Trump über ein Handelsabkommen für die Zeit nach dem EU-Austritt Grossbritanniens seien bereits in einem «fortgeschrittenen Stadium», sagte Corbyn. Labour werde bei dem Thema «keine Ruhe» geben, weil die Partei anders als die Konservativen von Johnson «nicht auf der Seite der Milliardäre und Bänker» stehe.

Das Gesundheitssystem NHS wurde 1948 von einer Labour-Regierung geschaffen. Die Partei ist deshalb ein hartnäckiger Verfechter des Systems, dem das Versprechen einer kostenlosen Gesundheitsversorgung «von der Wiege bis zum Grab» zu Grunde liegt. (sda/afp)

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gio Ago 28.11.2019 04:40
    Highlight Highlight Johnson & Grossbritannien als Lakai der USA und des unregulierten Kapitalismus...
    Benutzer Bild
  • Spooky 28.11.2019 04:01
    Highlight Highlight "Grosse US-Pharmakonzerne sähen die Chance, «mit Krankheiten und Leiden der Menschen in diesem Land Milliarden zu verdienen»,..."

    Also im Prinzip so etwas Ähnliches
    wie bei uns in der Schweiz? 😱
    • Zyniker haben es leichter 28.11.2019 06:30
      Highlight Highlight Schon mal überlegt, wie das aussehen würde, wenn man nicht Milliarden verdienen könnte? Nein? Dachte ich mir schon.
    • Sharkdiver 28.11.2019 08:47
      Highlight Highlight Ja genau, den die Schweizer Krankenkassen gehören ja bekanntlich der Novartis, Clariant usw. Ich bin Beispielsweise bei Rochsana versichert. Und die Grundversicherung ist ja bei uns nicht Statlich geregelt bis zum letzten Komma und nur in Privater Trägerschaft. Ist 1:1 das gleiche. 🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️
      Immer wieder erschreckend wie wenig die befölkerung über unser gesundheitssystem weiss. Es gibt bis heute weltweit kein besderes
    • insert_brain_here 28.11.2019 09:31
      Highlight Highlight Eigentlich nicht, wir haben einen seltsamen Zwitter. Ein sozialisiertes Gesundheitssystem, dass aber durch Lobbyisten dazu pervertiert wurde möglichst viel Geld and die Pharmaindustrie abzuführen. Ausserdem wird es fleissig von der bürgerlichen Vorstellung demontiert, dass Spitäler Gewinn erwirtschaften müssen.
  • Daniel R. 27.11.2019 22:47
    Highlight Highlight Ist das schon Chauvinismus/nationalismus, wenn ich sage „can’t happen in Switzerland”?
  • Adumdum 27.11.2019 22:42
    Highlight Highlight Und was heisst das im Detail? Weil verkaufen im Sinne von finanzieller Transaktion zum Zweck der Übertragung von Eigentum ist es ja nicht - sondern eher um gegenseitige Zugeständnisse den Markt zu öffnen, in diesem Fall den Gesundheitsmarkt. Aber was genau sind die gefährlichen Details/ geplanten Regelungen/Deregulierungen?

    Das ist das was ich an Politik hasse: 100% auf Emotion, 0% Information.
  • Randy Orton 27.11.2019 22:30
    Highlight Highlight Johnson hat dies kürzlich in einem Interview eigentlich klipp und klar verneint, könnte man auch erwähnen. Ob es denoch geplant war, weiss ich nicht.
    • phreko 27.11.2019 22:45
      Highlight Highlight Natürlich! Johnson ist schliesslich auch der härtere bullshitter als trump!
    • corsin.manser 27.11.2019 22:50
      Highlight Highlight Haben wir ja auch erwähnt: «Corbyn hatte im Wahlkampf bereits eine redigierte Fassung des Dokuments zum Stand der Verhandlungen mit den USA vorgelegt, die Johnson als «absolute Erfindung» zurückwies.»
    • Randy Orton 28.11.2019 00:10
      Highlight Highlight Corsin, er hat nicht nur gesagt, es sei eine absolute Erfindung - so ein Dementi sagt nichts aus. Er wiederholte mehrmals und sagtE mit eigenen Worten, dass der NHS niemals an eine ausländische Macht verkauft werde. Ich mag Johnson und seine Politik auch nicht, aber auch wenn er das wohl geplant haben sollte, hat er sich klipp und klar („cast iron guarantee“) von diesem Plan distanziert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Füürtüfäli 27.11.2019 22:19
    Highlight Highlight Na, irgendetwas muß BoJo doch seinem zukünftigen Kolonialherren anbieten. Warum nicht das NHS, das auf diese Art endlich profitabel gemacht wird. Für die Aktionäre.
    Die "British Rail" war je auch so ein "Erfolgsprojekt", nachdem sie privatisiert wurde...
    • The_real_Zippy 28.11.2019 00:03
      Highlight Highlight Lustig wie schnell sich die Seiten Ändern.. Waren doch vor 356 Jahren noch die Engländer die Kolonialherren der englischsprachigen Gebiete der USA...

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