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British MEP's hold up scarves during a ceremony prior to the vote on the UK's withdrawal from the EU, the final legislative step in the Brexit proceedings, at the European Parliament in Brussels, Wednesday, Jan. 29, 2020. The U.K. is due to leave the EU on Friday, Jan. 31, 2020, the first nation in the bloc to do so. (AP Photo/Francisco Seco)

Labour-Abgeordnete verabschieden sich mit einem Bekenntnis zu Einheit aus dem EU-Parlament. Bild: AP

Der Brexit ist Tatsache: Jetzt gehen die Probleme erst richtig los

Am Freitag wird Grossbritannien die Europäische Union verlassen. Für Premierminister Boris Johnson beginnt danach eine Art «goldenes Zeitalter». Er könnte schon bald ins Stolpern geraten.



Nach dreieinhalb Jahren, in denen erbittert gestritten wurde, ist es so weit: Am Freitag um 23 Uhr Ortszeit endet die Mitgliedschaft Grossbritanniens in der Europäischen Union. Die britische Regierung hat den Austrittsvertrag ratifiziert. Am Mittwoch stimmte das EU-Parlament darüber ab, und am Donnerstag werden die EU-Regierungen den Brexit definitiv besiegeln.

Während in Brüssel und in den EU-Hauptstädten eine gewisse Wehmut herrscht, können die Brexit-Hardliner den grossen Tag kaum erwarten. Nigel Farage will vor dem Parlament in London eine Party feiern. Für das erhoffte Feuerwerk erhielt er allerdings keine Bewilligung. Auch aus dem Wunsch, den EU-Austritt mit der Parlamentsglocke Big Ben einzuläuten, wird nichts.

FILE - In this Tuesday, April 17, 2018 file photo, scaffolding surrounds the Queen Elizabeth Tower, which holds the bell known as Big Ben, in London. The bell of Britain’s Parliament has been largely silent since 2017 while its iconic clock tower undergoes four years of repairs. Brexit-backing lawmakers are campaigning for it to strike at the moment Britain leaves the European Union -- 11 p.m. (2300GMT) on Jan. 31. Parliamentary officials say it is not worth the cost, which could come to 500,000 pounds ($650,000). The House of Commons Commission said Tuesday, Jan. 14, 2020 that because the clock mechanism has been dismantled and the belfry is currently getting a new floor, arranging for the bell to ring “could result in huge costs to the public purse.” (AP Photo/Alastair Grant, file)

Weil der Turm renoviert wird, kann Big Ben den Brexit nicht einläuten. Bild: AP

Der Elizabeth Tower des Westminster Palace, aus dem der legendäre Glockenschlag ertönt, wird gerade renoviert. Big Ben ist verstummt. Eine temporäre Inbetriebnahme hätte rund 500'000 Pfund gekostet, und die Parlamentsverwaltung lehnte es ab, für eine solche Hauruck-Übung Hand zu bieten. Nun muss das Geläut wohl aus dem Lautsprecher erfolgen.

Der Begriff Brexit soll weg

Premierminister Boris Johnson, der die Unterhauswahl im Dezember mit dem Slogan «Get Brexit Done» gewonnen hatte, wird sich in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung wenden und sie laut britischen Medien zur Einheit aufrufen. Das dürfte ein frommer Wunsch bleiben. Die heftige und gehässige Auseinandersetzung um den EU-Austritt hat das Königreich tief gespalten.

Nun soll der Begriff Brexit nach dem Willen von Johnson aus dem Vokabular getilgt und das entsprechende Ministerium im Februar aufgelöst werden. Der konservative Premier hat seinen Landsleuten das Blaue vom Himmel versprochen. Wenn Britannien erst einmal von den «Fesseln» der EU befreit sei, beginne eine Art «goldenes Zeitalter» des Handels mit der ganzen Welt.

Die Realität dürfte sich als wesentlich komplizierter erweisen. So muss Johnson erst noch zeigen, wie er seine teuren Wahlversprechen umsetzen und bezahlen kann. Er will Milliarden investieren, in den Nationalen Gesundheitsdienst NHS oder die wirtschaftlich abgehängten Gebiete im Norden Englands, in denen Tories der Labour-Partei zahlreiche Sitze abjagen konnten.

Auch in der schönen neuen Post-EU-Welt lauern einige Stolpersteine:

Der EU-Deal

European Commission President Ursula von der Leyen talks to European Union chief Brexit negotiator Michel Barnier during a debate over how the UK and EU27 governments will manage citizens' rights after Brexit, at the European parliament Tuesday, Jan.14, 2020 in Strasbourg, eastern France. (AP Photo/Jean-Francois Badias)

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Chefunterhändler Michel Barnier stellen sich auf schwierige Verhandlungen ein. Bild: AP

Die Briten treten am Freitag formell aus der EU aus. Das aber betrifft nur die politische Union. Wirtschaftlich bleiben sie vorerst im Binnenmarkt und in der Zollunion. Bis Ende Jahr läuft eine Übergangsfrist, in der das künftige Verhältnis ausgehandelt werden soll. Boris Johnson schwebt ein erweitertes Freihandelsabkommen vor. Seine konkreten Pläne will er im Februar präsentieren.

Eine Verlängerung der Übergangsfrist will der Premier keinesfalls akzeptieren. Damit bleibt sehr wenig Zeit für ein derart ambitioniertes Vorhaben. EU-Chefunterhändler Michel Barnier, der weiterhin für das Dossier zuständig ist, warnte kürzlich, man werde in den wenigen Monaten wohl höchstens eine Art «Rahmenvertrag» zu den wichtigsten Punkten abschliessen können.

Detailfragen sollen anschliessend geregelt werden. Die EU hat klargemacht, dass die Briten sich auch in Zukunft an ihre sozialen, ökologischen und wettbewerbsrechtlichen Vorgaben halten sollen. Das ist den neoliberalen Hardlinern um Finanzminister Sajid Javeed ein Dorn im Auge. Sie wollen das Königreich in ein Singapur mit tiefen Steuern und wenig Regulierungen verwandeln.

Dafür scheinen sie einen vertragslosen Zustand mit der EU in Kauf zu nehmen. Er könnte das Ende der Autoindustrie bedeuten, die auf einen reibungslosen Austausch mit dem europäischen Markt angewiesen ist. Betroffen wäre auch der Import und Export von Lebensmitteln, was nicht nur die kontinentale Landwirtschaft treffen würde, sondern auch britische Bauern und Fischer.

Der Welthandel

epa08043329 US President Donald Trump (R) poses with British Prime Minister Boris Johnson during the NATO Summit in London, Britain, 04 December 2019. NATO countries' heads of states and governments gather in London for a two-day meeting.  EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA *** Local Caption *** 54486492

Das Verhältnis von Donald Trump und Boris Johnson war auch schon besser. Bild: EPA

Johnson und seine Regierung wollen Freihandelsverträge mit zahlreichen Ländern abschliessen. Im Vordergrund stehen die USA. Präsident Donald Trump hat den Brexit schamlos begrüsst. Gar keine Freude hat seine Regierung jedoch am Entscheid der britischen Regierung vom Dienstag, den chinesischen Konzern Huawei am Aufbau des britischen 5G-Netzes zu beteiligen.

Für die US-Regierung ist Huawei ein Einfallstor für chinesische Spionage. Aussenminister Dominic Raab versuchte, die Befürchtungen zu zerstreuen. So soll Huawei von heiklen Einrichtungen wie Militäranlagen und Atomkraftwerken ausgesperrt bleiben. Der einflussreiche US-Senator Tom Cotton zeigte sich dennoch empört und forderte eine Überprüfung der geheimdienstlichen Zusammenarbeit.

Ärger bahnt sich auch in einem anderen Bereich an: US-Finanzminister Steve Mnuchin hat am WEF in Davos mit Strafzöllen auf in Britannien produzierte Autos gedroht für den Fall, dass Boris Johnson an der «Digitalsteuer» festhält, die ab April gelten und vorab US-Konzerne wie Google und Facebook erfassen soll. Bislang bleibt die britische Regierung hart.

Die Schotten

Scottish National Party (SNP) leader Nicola Sturgeon launches the party's election campaign bus, featuring a portrait of herself, at Port Edgar Marina in the town of South Queensferry, Scotland, before setting off on a tour of Scotland for the final week of the SNP's General Election campaign, Thursday Dec. 5, 2019.  Britain's Brexit is one of the main issues for all political parties and for voters, as the UK goes to the polls in a General Election on Dec. 12. (Jane Barlow/PA via AP)

Nicola Sturgeon will sich mit dem Brexit nicht einfach abfinden. Bild: AP

Im Königreich ist der Brexit ebenfalls nicht ausgestanden. In Schottland, das 2016 klar für den Verbleib in der EU gestimmt hatte, wollen sich die proeuropäischen Nationalisten mit dem Austritt nicht einfach abfinden. So will sich Regierungschefin Nicola Sturgeon dafür einsetzen, dass die EU-Flagge auch in Zukunft vor dem Parlament in Edinburgh hängen wird.

Weiter verlangt Sturgeon, dass Schottland eine souveräne und grosszügige Einwanderungspolitik betreiben kann. Boris Johnson will ein Punktesystem nach dem Vorbild von Australien oder Kanada einführen, das Experten sehr kritisch beurteilen. Und schliesslich will Nicola Sturgeon die Vorbereitungen für eine zweite Abstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands vorantreiben.

Johnson hat ein solches Referendum kategorisch ausgeschlossen. Ein einseitiges Vorgehen der Schotten ohne Zustimmung der Regierung in London dürfte einen schweren Verfassungskonflikt auslösen. «Separatistische» Töne sind vermehrt auch aus Nordirland zu vernehmen. Dort ergab eine Umfrage kürzlich erstmals eine Mehrheit für die Vereinigung mit der Republik Irland.

Mit dem formellen Austritt am Freitag ist das letzte Kapitel beim Brexit somit längst nicht geschrieben. Ein Zerfall des Vereinigten Königreichs bleibt ein realistisches Szenario, und der Abschluss von neuen Handelsverträgen ist leichter gesagt als getan. Boris Johnson mag das Wort nicht mehr hören wollen, doch der EU-Austritt dürfte tatsächlich zur «Brexiternity» werden.

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88Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hype 31.01.2020 09:12
    Highlight Highlight Warum Reden Sie alle den Brexit so schlecht.
    Den Briten ging es vor der EU Gut. Ohne Zwangsabgaben. Warum soll es Ihnen nach dem Brexit, jetzt schlechter gehen. Uns Schweizer haben sie es auch prophezeit. Und wo stehen wir jetzt?
    Jedes Land das für sich selber Bestimmen kann, hat nur Vorteile. Selbstverantwotung.
    Schau in die EU. Die Linken Regierungen parasitären bei den anderen Länder. Weil Sie keine Reformen machen wollen und ihr Klientel damit bevorzugen.
    Sie leben auf unsere Kosten.
    Bravo UK.
    • dan2016 31.01.2020 11:41
      Highlight Highlight Salvini war Dir zu links? Orban? die Polen? Der Tscheche, der im Moment in die eigene Tasche wirtschaftet? alles lustige rechte Regierungen....
  • pollo_loco 31.01.2020 07:44
    Highlight Highlight Halb so wild, die Schweiz ist ja auch nicht in der EU warum sollte GB nicht ebenfalls EU frei sein. Verstehe die wilden Spekulationen und Angstmacherei nicht.
  • Schneider Alex 31.01.2020 05:54
    Highlight Highlight Grossbritannien wird nie zu den ‹Vereinigten Staaten von Europa› gehören, «denn wir haben unsere Träume und Aufgaben. Wir stehen zu Europa, gehören aber nicht dazu; wir sind verbunden, aber nicht umfasst; wir sind interessiert und assoziiert, aber nicht absorbiert; wir gehören zu keinem einzelnen Kontinent, sondern zu allen.»
    Nein, das ist nicht die Stimme von Boris Johnson, des amtierenden Premierministers, Churchill-Biografen und Brexiteer. Das sagte Churchill 1930 mit der ihm eigenen Entschiedenheit.
  • Bruno Meier (1) 30.01.2020 20:50
    Highlight Highlight Ausser ein paar Grossfirmen, welchen es im Grunde genommen eh egal ist, wo sie produzieren, bringt eine enge Anbindung oder ein Betritt zur EU nichts. Kleines Beispiel: ich versuchte heute, eine Maschine zur Reparatur nach D zu senden, zum Hersteller. Das ist ein unvorstellbarer Papierkrieg, obwohl wir sehr enge Anbindungen zur EU haben. Ich muss wahrscheinlich für viel Geld, eine Speditionsfirma damit beauftragen. Für mich kein Unterschied zu vor dem Jahre 2000. Nur Grossfirmen profitieren noch mehr: Lohndruck, Steuern, Umweltauflagen, etc.
    • ursus3000 31.01.2020 06:30
      Highlight Highlight Lieber Bruno Du weisst schon das es eine Fachausbildung Export/Frachtpapiere gibt . Und dass es innerhalb EU Ländern keine Zollabfertigung braucht ? Aber wenn alles so schwierig wäre könnte unsere Wirtschaft einpacken
    • Hype 31.01.2020 09:01
      Highlight Highlight Richtig erkannt.
    • dan2016 31.01.2020 11:44
      Highlight Highlight Du hattest den Ärger weil wir nicht in der EU sind. Manchmal verstehe ich, Bruno Meier, die Logik einiger Leute definitiv nicht mehr....
      Du kaufst kein Ticket zum Konzert weil Dir das über die Abschrankung klettern ohne Ticket zu mühsam ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Saerd neute 30.01.2020 20:39
    Highlight Highlight Und alle die hier gegen Boris wettern wollen dass wir Schweizer in die EU gehen?
    Wir sehen ja bei GB wie gut dass man wieder da raus kommt!
  • P.M aus W 30.01.2020 19:04
    Highlight Highlight Johnson hat viele Versprechungen gemacht, die er nicht einlösen kann. Daher wird in den nächsten Jahren, wenn es den Briten schlechter gehen sollte, die EU an allem Schuld sein was nicht funktioniert. Man kann sich weiter auf EU Bashing einstellen und das noch sehr lange. Ich kann immer noch nicht begreifen, warum die eigene Partei ihn überhaupt als Premierminister wollte. Sicher nicht zum Wohle des Volkes ist jedenfalls meine Meinung.
  • freeLCT 30.01.2020 16:35
    Highlight Highlight Ich beneide die Briten nicht,


    denn die Schweiz ist ebenfalls bereits kein Teil der EU.
  • Trump ist der Beste! 30.01.2020 14:43
    Highlight Highlight Ich setze auf das britische Pfund, weil Blunschi's Prohezeiungen äusserst zuverlässig sind. Es trifft stets das genaue Gegenteil tatsächlich ein.
    • Hype 31.01.2020 09:04
      Highlight Highlight Richtig erkannt.
      Warum sie immer alle den Brexit schlechteren. Es geht allen besser Draussen zu sein.
  • äti 30.01.2020 13:04
    Highlight Highlight Die nächste Phase heisst wohl: "ExitBrexit"
  • K1aerer 30.01.2020 12:06
    Highlight Highlight Wie wollen die Schotten innerhalb der EU ihre eigene Migrationspolitik betreiben?
    • Herren 30.01.2020 12:52
      Highlight Highlight Nein, aber innerhalb der UK ...
  • Pafeld 30.01.2020 12:06
    Highlight Highlight Das einzige, was Boris bis jetzt fertig gebracht hat, ist die Briten ihrer Rechte als EU-Bürger zu berauben. Sonst absolut gar nix. Bereits jetzt zeichnet sich die deutlich schwächere Position vom UK bei internationalen Verhandlungen ab. Ein echter Austritt steht nach wie vor in weiter ferne.
    • misohelveticos 30.01.2020 14:13
      Highlight Highlight Nun, bis Ende Jahr sind die Briten noch gleichgestellt. Wer BoJo wählt, bekommt halt BoJo und muss die Konsequenzen tragen.
      Übel sind die Schotten dran, denn Sie haben Boris geradezu abgewählt und die Tory-Sitze in Schottland mehr als halbiert (2017: 13, 2019: 6) Geradezu verraten hat BoJo aber die nordirischen Loyalisten, hatte er doch immer eine Zollgrenze in der Irischen See ausgeschlossen - genau diese Grenze hat er aber im Austrittsabkommen mit der EU verhandelt.
      Was er geschafft hat, ist die Nordiren in der Arme der Republik zu treiben - mit Unabsehbaren Konsequenzen für d. Frieden dort.
  • Selbstverantwortin 30.01.2020 11:59
    Highlight Highlight Kompliment zum dunkelsten Schwarz der Schwarzmaler.
    Wenn es so gut eintrifft, wie die Aussagen, dass Johnson keinen Austritt hinbringen wird 😂 und die Wirtschaft untergehen wird, sobald ein Brexit definitiv absehbar ist, 😂
    dann kann UK ja völlig beruhigt sein.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 30.01.2020 13:51
      Highlight Highlight Hmmmm.....🤔
      Ich glaube der Grundtenor lässt sich eher so zusammenfassen, dass der Brexit idiotisch ist und mehr Probleme als Nutzen verursachen wird.
      Worüber man sich bei Johnson aufgeregt hat, war dass er zuerst eine riesige Klappe riskiert hat, dann Theresa May alleine ließ und jetzt einen auf großen und erfolgreichen Politiker macht. So im groben umrissen.
    • Selbstverantwortin 30.01.2020 15:36
      Highlight Highlight @Bambus: ja, wenn man die EU super findet, muss man den Austritt idiotisch finden.
      Komisch nur, dass es noch Staaten ausserhalb gibt, denen es auch gut geht. Komisch auch, dass die EU versucht den Austritt zu verhindern und auf keinen Fall nur die Vorteile der UK zugestehen will (warum eigentlich nicht nur das Gute? Warum muss man an Dingen festhalten, die jemand nicht will?).
      Meine Meinung: wir alle wissen nicht wirklich, ob es UK ausserhalb besser gehen wird oder nicht. Lasst die Zeit (>10 Jahre) für ein Urteil zu.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 30.01.2020 16:31
      Highlight Highlight Ich finde die EU nicht toll.
      Das ist lediglich deine Interpretation.
      Ist denn die EFTA besser und hat weniger Filz als die EU?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sherlock_Holmes 30.01.2020 11:34
    Highlight Highlight Ich teile die Einschätzung von Peter Blunschi, dass Grossbritannien mit Boris Johnson die eigentliche Krise erst noch bevorsteht.

    Sie wird weit mehr Verlierer als Gewinner hervorbringen.

    Wer einigermassen realistisch die enormen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten in Betracht zieht, sieht, dass die Versprechen und Hoffnungen eine Illusion sind.

    Johnson ist alles andere als dumm. Er pokert jedoch sehr hoch.

    Die Zeche aber werden alle bezahlen, allen voran der wortwörtliche Mann auf der Strasse.

    Johnson ist nicht nur ein charismatischer Schwätzer, sondern gefährlich.
  • fools garden 30.01.2020 11:06
    Highlight Highlight Ich denke der Boris sollte auch gleich noch die Umbenennung Großbritanien überdenken und great einfach weglassen.
    • Locutus70 30.01.2020 11:26
      Highlight Highlight Großbritannien ist eine Insel ^^
    • Balikc 30.01.2020 11:28
      Highlight Highlight Passt!
      Benutzer Bild
    • Topfuel 30.01.2020 18:42
      Highlight Highlight ...auch ein guter Vorschlag, fool.
  • Sandro Lightwood 30.01.2020 10:58
    Highlight Highlight Wie ich Populisten (jeglicher Couleur) liebe: Zuerst heftig und gehässig gegen andersdenkende schiessen, alles verunglimpfen, was nicht bei 3 auf dem Baum (oder den Knien) ist, das Volk tief spalten und wenn sie dann an der Macht sind, zur Einheit rufen und rumweinen, wenn es (auch sachliche) Kritik gibt. 🤮
    • Walser 30.01.2020 13:03
      Highlight Highlight @Sandro. Es sind doch wohl eher die Horden von „Blunschis“ die seit Jahren rumflennen und den Untergang prophezeien. Wartet jetzt mal ab. Der Entscheid der Engländer ist ebenso zu akzeptieren wie derjenige der Amerikaner, Trump als Präsident zu wollen.
    • tea time in keith 30.01.2020 16:41
      Highlight Highlight @walser , grossbritannien besteht aber nicht nur aus england, die schotten haben zb. gegen den brexit und gegen boris gestimmt.
    • Topfuel 30.01.2020 18:44
      Highlight Highlight kein britisches Problem. Die heissen in allen Ländern dieser Welt, POLITIKER.
    Weitere Antworten anzeigen
  • dho 30.01.2020 10:02
    Highlight Highlight «Brexiternity». Gerne immer wieder. Grossbrittanien endet als England/Wales wie Österreich, als Kleinstaat mit einer überdimensionierten Hauptstadt.

    Und erledigt als collateral damage in einem Aufwasch noch das größte Kriegsfinanzierungs-Zentrum der Welt: die City of London.

    Oder wie wir zu sagen pflegen: dumm gelaufen.
  • Der Buchstabe I 30.01.2020 09:56
    Highlight Highlight Hmm..
    Benutzer Bild
    • Pafeld 30.01.2020 12:50
      Highlight Highlight Ich verstehe die Blitze nicht. Boris Johnsons Verrücktheit ist genauso inszeniert wie Cartmans Behinderung. Beides mit dem Ziel, andere Leute über den Tisch ziehen zu wollen.
      An und für sich ist dieses Täuschungsverhalten eine Beleidigung gegenüber behinderten Personen. Und nicht der Vergleich hier. Der ist auf mehreren Ebenen erstaunlich präzise.
  • paule 30.01.2020 09:49
    Highlight Highlight Warten wir ab, die EU ist längst nicht das geworden was sich die Leute vorgestellt haben.
    Zu viel Juristen, zu viele Lobysten (wie in der Schweiz) und zu vieles wird abgewürgt mit Vorschriften die kaum Sinn machen und nur Juristen freuen können.

    Vielleicht haben die Briten am Schluss das längere Ende in der Hand, wer weis?
    • RicoH 30.01.2020 22:14
      Highlight Highlight Wenn es mit der EU nicht so geklappt hat, warum soll es denn ausgerechnet bei GB anders sein?

      Jedenfalls ist davon auszugehen, das Boris vollmundige Versprechen nicht Realität werden.
  • WatDaughter (aka häxxebäse) 30.01.2020 09:47
    Highlight Highlight Also nach dem brexit dürfen wir denn brexit nicht mehr erwähnen....

    Daran hält sich die community ganz sicher.
  • Balikc 30.01.2020 09:43
    Highlight Highlight Another red letter day

    So the pound has dropped and the children are creating

    The other half ran away

    Taking all the cash and leaving you with the lumber

    Got a pain in the chest

    Doctors on strike what you need is a rest
    Benutzer Bild
    • Balikc 30.01.2020 12:46
      Highlight Highlight I had planned that on the day of Brexit I was going to change the piece in Dover to this..
      But seems they’ve painted over it.
      Nevermind. I guess a big white flag says it just as well.
      Benutzer Bild
  • DerSeher 30.01.2020 09:41
    Highlight Highlight Wollen wir nicht alle mal abwarten, Tee trinken und in ca. 2 Jahren Bilanz ziehen?

    Was ist, wenn alles gar nicht so schlimm kommt?
    Werden dann die Zweifler hinstehen und sagen, Sorry unser Fehler, der Austritt war doch nicht so schlecht?


    • Sandro Lightwood 30.01.2020 12:44
      Highlight Highlight Dito umgekehrt, oder? 🙈
    • äti 30.01.2020 12:58
      Highlight Highlight Umgekehrt aber auch, oder?
    • DerSeher 30.01.2020 13:06
      Highlight Highlight Natürlich! Dann können alle schreiben, ich habe es ja gesagt! :)
  • Balikc 30.01.2020 09:33
    Highlight Highlight “Order, order please!”
    Benutzer Bild
  • Marco86 30.01.2020 09:33
    Highlight Highlight Da kann Boris ja nur hoffen, dass diese messerscharfe Analyse von P. Blunschi für einmal nicht zutrifft... ;-)
  • aglio e olio 30.01.2020 09:32
    Highlight Highlight Da haben sich die Briten ein schönes Ei gelegt. Nun denn, mit wehenden Fahnen...
    • Kontrovers 30.01.2020 12:01
      Highlight Highlight Die EU wird noch auf die Welt kommen. Ohne Grossbritannien ist die EU stark geschwächt. Grossbritannien wird mit allen wichtigen Ländern (USA China) direkte Freihandelsverträge abschliessen können!
      Ich hoffe, die Schweiz lernt etwas daraus!
      )
    • Sandro Lightwood 30.01.2020 12:43
      Highlight Highlight Am Beispiel der Schweiz sieht man ja, wie einfach das geht. Die USA will diktieren, wie der Freihandelsvertrag auszusehen har. Ansonsten haben sie einfach kein Interesses. Auch bei GB hat Trump schon durchblicken lassen, wie der Hase läuft. Braucht immer mind. 2 Parteien für ein Freihandelsabkommen.
    • äti 30.01.2020 13:00
      Highlight Highlight @kontrovers. Richtig, wir könnten die Lücke füllen und profitieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Thomas G. 30.01.2020 09:25
    Highlight Highlight Jaja die Kassandras dieser Welt haben noch nie einen Fortschritt erzielt. Wenn es nach ihnen ginge würde alles bleiben wie es ist. Das nannte man früher konservativ.
    • RicoH 30.01.2020 22:25
      Highlight Highlight Zu einem Zustand (vor dem EU Beitritt) zurückzukehren, kann man wohl kaum als Fortschritt bezeichnen.
    • Thomas G. 31.01.2020 19:58
      Highlight Highlight Doch, vor der EU funktionierte alles recht gut. Die EU ist ein Grössenwahnsinniges Projekt das auseinanderfliegen wird - niemand ausser eine Minderheit von Globalisten will das.
  • Bratansauce 30.01.2020 09:18
    Highlight Highlight Etwas technisches: Der Artikel sollte als Kommentar deklariert werden. Er besteht aus der Meinung des Schreibers unterlegt mit einigen Zitaten, die diese Meinung bestärken.
    Zudem ist der Titel und der erste Satz im Text falsch, wie der Autor ja selber schreibt. Der Brexit ist nicht "Tatsache" (Titel) und es ist auch nicht soweit (Fliesstext), sondern der Brexit wird am Freitag um 23 Uhr Tatsache sein. Dann ist es soweit, oder eben: wird es soweit sein.
  • Quacksalber 30.01.2020 09:17
    Highlight Highlight Kann man Gold essen? Wenigstens können die Engländer jetzt ihre Geschichtsbücher umschreiben.
  • Amboss 30.01.2020 09:17
    Highlight Highlight Kurz gesagt, die genau gleichen ungeklärten Fragen, um die man seit Jahren diskutiert, sind immer noch offen.

    Mit dem Unterschied, dass GB jetzt zwar irgendwie ausserhalb der EU ist, aber immer noch sämtliche Verpflichtungen, Normen, Reglen etc.. einhalten muss.

    Super gmacht!
    • Locutus70 30.01.2020 11:28
      Highlight Highlight "aber immer noch sämtliche Verpflichtungen, Normen, Reglen etc.. einhalten muss." - nö. Das gilt es nun noch zu verhandeln.
      Auch was mit dem Handelsbilanzüberschuss der EU gegenüber dem Vereinigten Königreich in Höhe von 110 Mrd. Euro im Jahr passiert ^^
    • Prinz Eisenherz 30.01.2020 11:40
      Highlight Highlight @ Locutus70
      Die Aussage ist nicht ganz richtig. Bis Ende 2020 gelten voll und ganz die EU Regeln, die Briten können nur nicht mehr mitbestimmen.
      Was ab 1.1.21 gilt wird nun verhandelt.
    • Amboss 30.01.2020 11:41
      Highlight Highlight @Locutus: Doch: Bis Ende 2020 ändert sich mal gar nichts. Ausser dass GB nichs mehr mitzuentscheiden hat in der EU.
      aber der Rest: Regelungen, Zahlungen, etc... bleibt erst mal so wie es ist.
      Und in der Zeit muss man verhandeln, was ab 2021 passiert. Also genau diese offenen Fragen bezüglich, Handelsregeln, Normen, Zahlungen, Zölle, Grenzkontrollenklären klären , welche seit jeher ungeklärt sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • obi 30.01.2020 09:04
    Highlight Highlight .
    Benutzer Bild
  • ostpol76 30.01.2020 08:59
    Highlight Highlight Jetzt lasst doch die Briten mal machen bevor hier wieder alle jammern.

    So ein "Systemwechsel" braucht Zeit und bringt sicher auch Negatives.

    Bin aber überzeugt das die Briten in 10 Jahre sagen "Uns hätte nichts besseres passieren können."
    • bebby 30.01.2020 17:49
      Highlight Highlight Woher willst Du das wissen? Nur so ein Gefühl? Das ist genau das Problem beim Brexit: niemand weiss, was genau das bringen soll, ausser zusätzlicher Arbeit für alle.
    • ostpol76 30.01.2020 18:48
      Highlight Highlight @ bebby
      Wenn ich hier die Kommentare so lese scheinen die meisten aber zu Wissen, dass es nur negative Konsequenzen haben soll.

      Was es bringen soll? Unabhängigkeit von der bürokratischen, Halb-Diktatur EU.
    • DemonCore 31.01.2020 06:22
      Highlight Highlight Die EU ist der demokratischste Staatenbund überhaupt. Die Mär von der "diktatorischen" EU ist komplett unglaubwürdig und wird nur noch von Dummköpfen oder Lügnern verbreitet. Das sind ja dieselben die bei Flüchtlingsartikeln dauernd die angebliche Schwäche der EU beklagen. You can't have it both ways.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Locutus70 30.01.2020 08:51
    Highlight Highlight Ein Freihandelsabkommen nach Muster dem EU-Kanada und ansonsten, keine Visapflicht und dann und in Sicherheitsfragen weiterhin eine enge Zusammenarbeit - das wäre doch für alle Beteiligten das Beste.

    • Auric 30.01.2020 09:22
      Highlight Highlight das würde aber das Chaos verhindern, also Abgelehnt.👎

      Die EU muss alles tun so ein Fanal nicht nochmal zu zu lassen, was wäre wenn die nächste AFD Regierung in Deutschland das gleiche machen würde??
    • dho 30.01.2020 10:15
      Highlight Highlight No deal for Britain. They should be treated like Uzbekistan.

      Das löst dann Schottland und schlussendlich Nordirland aus dem Vereinigten Königreich (bei sofortigen Eintritt in die EU... by the way: diese Dokumente warten bereits unterschriftsreif in der Brüsseler Schublade).

      Dann hat Kontinentaleuropa endlich Ruhe von den historisch grössten Kriegstreibern (neben den Nazis).
    • misohelveticos 30.01.2020 13:50
      Highlight Highlight @Auric, o nebenbei, wo siehst Du eine AfD-Regierung in Deutschland?
      Wer sollte mit denen koalieren?
      Und selbst wenn die CDU diesen Historischen Fehler machen würde, ein EU-Austritts Deutschlands braucht eine Verfassungsänderung und diese eine 2/3-Mehrheit. Wir Deutschen mögen (für SVPler sowieso) blöd sein, aber 2/3 für die AfD wäre Selbstmord. Sogar die NSDAP hatte nie eine a bsolute Mehrheit erreicht.
      Aber als profunder Deutschlandkenner weisst Du das sicherlich alles bereits.
      P.S. Alexander Gaulands Imunität als Bundestagsabgeordneter wurde heut aufgehoben, Verdacht auf ein Steuerdelikt.
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