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epa08086437 Protesters wear masks during rally in support of the Muslim Uyghurs of Xinjiang in Hong Kong, China, 22 December 2019. Participants expressed concerns that Hong Kong will soon face similar oppression that the Uyghurs are facing if Beijing tightens its grip on the territory. Hong Kong has entered its seventh month of mass protests, which were originally triggered by a now withdrawn extradition bill, and have since turned into a wider pro-democracy movement.  EPA/JEROME FAVRE

Bild: EPA

Für so alltägliches Verhalten werden Uiguren in China inhaftiert



Uiguren in China müssen Medienberichten zufolge schon wegen alltäglicher Verhaltensweisen mit drakonischen Strafen rechnen. Wie die deutschen Medien NDR, WDR, Deutsche Welle und «Süddeutsche Zeitung» am Montag unter Berufung auf ein internes chinesisches Regierungsdokument berichteten, können Angehörige der muslimischen Minderheit in China schon wegen Nichtigkeiten wie dem Tragen eines Bartes oder eines Kopftuches inhaftiert werden.

In dem Dokument befinden sich demnach persönliche Daten von mehr als 2000 Menschen.

Laut Menschenrechtsaktivisten sind etwa eine Million Uiguren in der westchinesischen Provinz Xinjiang willkürlich inhaftiert. Das Regierungsdokument, das NDR, WDR, Deutscher Welle und «Süddeutscher Zeitung» zugespielt wurde, belegt den Medien zufolge in beispielloser Weise, nach welchen Kriterien die Menschen in die Internierungslager gesteckt werden. Eine Fall-Auswahl der «Süddeutschen Zeitung» zeigt ein erschreckendes Bild.

Ein paar Beispiele (zitiert nach Süddeutscher Zeitung):

Der häufigste Grund für Inhaftierungen sind demnach Verstösse gegen die chinesischen Gesetze zur Geburtenkontrolle. In China herrscht seit einigen Jahren eine Zwei-Kind-Politik. Doch auch ganz alltägliche Verhaltensweisen im privaten Lebensbereich - etwa das Tragen von Bärten oder Kopftüchern, der Besitz religiöser Bücher oder Reisen ins Ausland - können laut den Berichten zur Inhaftierung führen.

Das 137-seitige Dokument enthält laut den Medien detaillierte Angaben zu den Fällen von mehr als 300 Uiguren, die in den Jahren 2017 und 2018 in Internierungslagern im Kreis Karakax in Xinjiang inhaftiert waren.

Aufgezählt wird etwa das Beispiel eines Mannes, der inhaftiert wurde, weil er während des muslimischen Fastenmonats Ramadan sein Restaurant schloss. Die chinesischen Behörden sahen darin ein Indiz dafür, dass der Mann über «extremistisches Gedankengut» verfügen könne.

Nach Internierung weiter überwacht

Aus der Liste geht den Medien zufolge auch hervor, dass bereits aus den Internierungslagern entlassene Menschen weiterhin durch den chinesischen Staat überwacht werden. Ehemalige Gefangene, die Reue gezeigt hätten, arbeiten demnach «in Fabriken» - WDR, NDR, «Süddeutsche Zeitung» und Deutsche Welle zitieren Experten, die dahinter Zwangsarbeit vermuten.

Experten werfen Peking massive Menschenrechtsverletzungen in der mehrheitlich uigurischen Provinz Xinjiang im Nordwesten Chinas vor. In Umerziehungslagern sollen mehr als eine Million Menschen willkürlich festgehalten und teils misshandelt werden.

Nachdem die Regierung in Peking die Existenz der Lager zunächst bestritten hatte, spricht sie heute von «Berufsbildungszentren» zur Deradikalisierung. Da es sich nicht offiziell um Gefängnisse handelt, geht der Inhaftierung auch kein Gerichtsverfahren voraus. (jaw/sda/afp)

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Die unterdrückten Uiguren in China

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51Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Corahund 18.02.2020 12:03
    Highlight Highlight Und bei uns kriegt jemand eine Busse von Fr. 150.—, wenn der Kehrichtsack neben den vollen Container gestellt wird.
  • imtreeten 18.02.2020 09:27
    Highlight Highlight @Watson
    Waren es 300 oder 3'000 Fälle die im Bericht sind?
    Bei den Beispielen wird bis 666 gezählt, später aber von 300 Fällen geschrieben.
    Oder waren das unterschiedliche Unterlagen?
    Danke für die Aufklärung
  • Trump ist der Beste! 18.02.2020 08:22
    Highlight Highlight Der Staat ist wichtiger als seine Subjekte. China macht das Richtige und schützt das Wohl aller, indem es die Autorität des Staates garantiert.
    • ChlyklassSFI 18.02.2020 11:07
      Highlight Highlight Die Menschen sind der Staat. Was dort passiert, ist Faschismus.
    • Kruk 18.02.2020 12:34
      Highlight Highlight Das Wohl aller wohl eher nicht...
  • Natürlich 18.02.2020 08:05
    Highlight Highlight Horror. Aber da schauen die Amis und Europa bloss zu. Das sind ja Zustände wie in Nordkorea...
    Dort wirst du in ein Konzentrationslager gesteckt wenn du in den Himmel schaust (könntest beten) oder ein christliches Lied pfeifst.

    https://www.google.ch/amp/s/mobil.stern.de/amp/politik/ausland/nordkorea--ehemalige-waerterin-berichtet-vom-horror-der-arbeitslager-7434030.html
  • Tobias W. 18.02.2020 01:45
    Highlight Highlight Unglaublich, wie die meisten der hier kommentierenden das Vorgehen des chinesischen Regimes schönreden versuchen. Immer die bösen Amerikaner, immer die lieben Chinesen. Diese linke Leserschaft ist auch nur dann demokratisch, wenn es der eigenen Ideologie zuträglich ist. Schämt euch!
    • Do not lie to mE 18.02.2020 07:18
      Highlight Highlight Die Gesellschaft und vor allem die Medien rücken immer weiter nach Links. Wen ein Ministerpräsident der heute wiedergewählt werden möchte, in 2012 Tweet zur Verehrung von Stalin absetzten kann braucht es keine weiter Beweise. Es wird ja in den Medien auch bewusst nicht von Gulag gesprochen sondern Konzentrationslager, obwohl Historisch gesehen die Sympathien eher bei den Nazis (Amin al-Husseini) lag und nicht bei den Kommunisten.
    • B0arder_King 18.02.2020 07:25
      Highlight Highlight Schön wie du alle in einen Topf wirfst und sagst, dass das mit linkem Gedankengut zu tun hat... :'D
    • Alice36 18.02.2020 08:03
      Highlight Highlight Ich denke das "diese linke Leserschaft" durchaus differenziert zu urteilen vermag und sich halt konkret zum Thema eines Artikels äußert. Die USA als gut zu taxieren wäre wohl am Ziel vorbeigeschossen, dies gilt auch für die Chinesen und die Russen sowie viele andere Nationen die sich daneben verhalten. Damit meine ich ein unmoralisches, nicht empatisches, egozentrisches und gewalttätiges Verhalten gegenüber anders denkenden oder anders lebenden Bevölkerungsgruppen die ihre Art des Lebens leben möchten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Snooks 18.02.2020 00:08
    Highlight Highlight Die Chinesische Regierung ist die grösste Bedrohung für die westliche Welt. Menschenrechte, sowie Moral und Ethik sind in Peking Fremdwörter. Zudem findet eine Überwachung der Bevölkerung statt, wie sie die Welt noch nie gesehen hat.
    • AfterEightZuHauseUmViertelVorAchtEsser____________ 18.02.2020 08:38
      Highlight Highlight In Utrecht haben die Chinesen schon den Westen infiltriert, mit Totalüberwachung und Zwangsidealisierung.

      https://www.watson.ch/!335694479

    • karl_e 18.02.2020 10:15
      Highlight Highlight Aber trotzdem machten wir uns abhängig vom "sozialistischen" China und unsere liberalen Wirtschaftsführer stecken bis zu Hals im Rektum von Xi.
    • Lustiger Baum 18.02.2020 13:55
      Highlight Highlight Sorry mein Freund. Sehe hier fast keinen Unterschied zur USA.
      Überwachung der westlichen Welt ✅

      Menschenrechte mit Füssen treten ✅

      Bewusste Verstösse gegen das Völkerrecht (Minen, Streubomben usw) ✅

      Moral und Ethik der Masse missachten zur Gewinnmaximierung der Milliardäre ✅

      Aktive Kriegsführung, Folterung und Unterwanderung in der ganzen Welt✅

      Also wo genau ist China nun soviel schlimmer?
    Weitere Antworten anzeigen
  • BlueTire 17.02.2020 22:58
    Highlight Highlight Wegen des Tragen eines Kopftuches? Da gibts dich in mehreren Europäischen Ländern oder z.B. auch im Tessin eine Strafe. Nicht grad Inhaftierung Chinesischer Qualität. Aber ist das im Grundsatz anders?
    • Mister NewYorkTimes 17.02.2020 23:14
      Highlight Highlight Ja, ist es. Das Tessiner Verhüllungsverbot wurde vom Volk mit 66,2% angenommen und nicht willkürlich eingeführt...
    • Xapillon 18.02.2020 00:04
      Highlight Highlight Eine Busse oder eine Inhaftierung ohne Gerichtsverfahren. Ja, Sie liegen vollkommen richtig. Das ist im Grundsatz genau dasselbe.
      Zudem sind Kopftücher überall in der Schweiz erlaubt, auch im Tessin.
    • Kruk 18.02.2020 03:34
      Highlight Highlight Weisst Du, insgeheim oder auch ganz offen wünscht sich so mancher Europäer Zustände wie in China, was die Behandlung der Muslime betrifft.
    Weitere Antworten anzeigen
  • SIEGLINDE 17.02.2020 22:58
    Highlight Highlight Geburtenkontrolle wird sich in naher Zukunft sowieso nicht vermeiden lassen ausser eine Pandemie rafft kurz Milliarden Menschen dahin, Die Bevölkerungszahlen explodieren besonders in Afrika und man wird keine 20. Millionen ernähren können. Überhaupt wird bei den ausgelaugten kaputten Böden nix mehr wachsen und das Wasser wird systematisch verseucht
    • dä dingsbums 17.02.2020 23:23
      Highlight Highlight Irgendwie hast Du das Thema verfehlt.
  • Raphael Stein 17.02.2020 22:54
    Highlight Highlight Ein weiterer Religionskampf oder bloss Bodenschätze, oder beides?

    https://www.infosperber.ch/Artikel/FreiheitRecht/China-und-USA-Menschenrechtswidrige-Kriege-gegen-den-Terror1
    • Raphael Stein 18.02.2020 18:24
      Highlight Highlight Wetten die Blitzer haben nicht mal den verlinkten Artikel gelesen🙈
  • Leslie Now 17.02.2020 22:50
    Highlight Highlight Interessant wäre mal ein Bericht darüber was genau dazu geführt hat das die Chinesische Regierung so gegen die Uiguren vorgeht. Die werden ja kaum einfach aus spass mal kurz 1 Mio Menschen willkürlich inhaftieren?
    • Hosenabe 18.02.2020 00:17
      Highlight Highlight Voilà
    • Hosenabe 18.02.2020 00:19
      Highlight Highlight Voilà
      Play Icon
    • Donald 18.02.2020 00:43
      Highlight Highlight Willkür ist korrekt. Da eben weder rechtsstaatlich noch demokratisch. Schon gar keine Gewaltentrennung oder Religionsfreiheit.
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